Durch Musik werden gleiche Berührungen unterschiedlich wahrgenommen

Studie belegt Wirkung von Musik auf die Sinneswahrnehmung

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  • von Paradisi-Redaktion
Junge Frau hat den Kopf nach hinten gelehnt und hört mit geschlossenen Augen Musik aus ihrem blauem Kopfhörer

Die Haut ist ein wichtiges Sinnesorgan des Menschen. Mit ihr spürt man Wind und Regen, aber auch sanftes Streicheln oder aggressive Berührungen. Im ersten Moment liegt der Gedanke nahe, dass eine immer exakt gleiche Berührung auch exakt gleich vom Gehirn interpretiert wird. Wird also ein Pinsel von einem programmierten Roboterarm zu 100 Prozent gleich geführt, wird sich jede Berührung für den Menschen wie die vorherige anfühlen.

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut konnten jedoch zeigen: die Wahrnehmung verändert sich, wenn Musik im Spiel ist.

Die Studie

Die Neurowissenschaftler baten eine Gruppe gesunder Probanden, einen Arm durch einen Vorhang zu stecken. Auf der anderen Seite stand der Roboter mit einem Pinsel. Er führte exakt berechnete Bewegungen aus, sodass die Teilnehmer am Arm gestreichelt wurden. Gleichzeitig spielte ein Lied im Raum. De Vorgang wurde mehrfach mit unterschiedlicher Musik wiederholt und am Ende sollten die Teilnehmer die Songs von "überhaupt nicht sexy" bis "sexy" gemeinsam mit der jeweiligen Berührung auf einer Skala einordnen.

Tatsächlich wurde das Streicheln als umso sinnlicher empfunden, je mehr Sexappeal das Lied hatte. Doch weder die Länge noch die Intensität der jeweiligen Berührungen war anders gewesen.

Die veränderte Wahrnehmung funktionierte auch dann, wenn die Teilnehmer wussten, dass sich hinter dem Vorhang kein anderer Mensch, sondern eine Maschine befand. Somit ist ausgeschlossen, dass die Vorstellung eines attraktiven Gegenübers die Probanden beeinflusste.

Musik beeinflusst die Psyche

Die Studie liefert damit einen weiteren Beleg dafür, dass Musik einen großen Einfluss auf den Menschen hat. Sie kann die Psyche beflügeln oder bei Verstimmungen Trost spenden. Die veränderte Sinneswahrnehmung widerspricht damit der von anderen Kognitionswissenschaftlern aufgestellten These, dass Musik lediglich ein Nebenprodukt der menschlichen Sprache ist und keine eigene Funktion in der Evolution hat. Vielmehr ist wahrscheinlich, dass Musik das Zusammenleben in Gruppen beeinflusst hat und noch immer beeinflusst.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Portrait of resting young woman at home with listening music. © Yuriy Shevtsov - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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