Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht - Wissenswertes zum Aufziehen von Katzenbabys

Kleine graue Katze im Gras

Wer Katzenbabys aufziehen möchte, sollte einige Punkte beachten - wichtig ist auch die entsprechende Vorbereitung

Je nach Rasse trägt eine Katze durchschnittlich etwa 63 Tage, bis die kleinen Katzenwelpen geboren werden. Wie viele es werden, ist von Katze zu Katze verschieden.

Vorbereitung

Wenn eine Katze rollig ist und in dieser Zeit auf einen nicht kastrierten Kater trifft, so kann sich der Besitzer gut zwei Monate später über Nachwuchs freuen. Im Gegensatz zum Menschen braucht eine Katze normalerweise keine Hilfe bei der Geburt. Instinktiv sucht sie sich einen Platz zum Gebären.

Viele Besitzer einer trächtigen Katze richten dabei einen Platz her, legen ihn mit Handtüchern aus und dunkeln ihn ab. Manchmal nehmen die Tiere diesen Platz an, oftmals aber nicht. Wenn der Vierbeiner sich dann einen Platz im Kleiderschrank oder auf der Lieblingsdecke sucht, darf man sich nicht wundern - besser man legt mögliche Plätze entsprechend mit Handtüchern oder alten Decken aus und achtet genau darauf, wo sich das Tier bevorzugt aufhält.

Katze - Haustier Nummer Eins für Deutsche

Eltern entscheiden sich häufig für eine Katze, damit ihre Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen

Kleines Mädchen hat kleine Katze im Arm und schaut in Kamera
Attendrissant... © Naty Strawberry - www.fotolia.de

Bei immer mehr Wohnungsbesichtigungen wird der Vermieter nach der Erlaubnis gefragt, ein Haustier zu halten. Deutsche sind große Freunde von Vierbeinern als Mitbewohner. In 4,5 Millionen Haushalten leben Hunde, in ganzen 8 Millionen findet man Katzen als treue Begleiter des Menschen. Es scheint, als wäre nicht mehr der Hund, sondern die Katze des Deutschen liebstes Tier. Nagetiere im Kleinkäfig findet man dagegen nur in 3,3 Millionen deutschen Wohnungen und Vögel gibt es gar nur bei 2,5 Millionen Menschen.

Durch die Katzenhaltung lernen, Verantwortung zu übernehmen

Und der Trend zur Katze nimmt zu. Um etwa 24 Prozent pro Jahr, das ermittelte die Umfrage der GfK Panel Services. Gerade Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter kaufen sich immer öfter eine Katze. Die Kinder wollen ein Haustier und die Eltern kommen dem nach, denn Kinder lernen beim Umgang mit den Tieren auch spielerisch Verantwortung zu übernehmen.

Wer eine Katze besitzt, muss etwa 180 Euro im Jahr für die Ernährung des Tieres ausgeben, hinzu kommen natürlich Kosten für Tierarztbesuche und Spielzeug.

Geburt der Kitten

Nach etwa 63 Tagen verspürt die Katze die ersten Wehen; beim ersten Wurf wird sie dies als unangnehmes Erlebnis wahrnehmen. Atemfrequenz und Pulsschlag erhöhen sich etwa 12 Stunden vor der Geburt; es ist möglich, dass jetzt bereits Milch aus den Zitzen läuft.

Der Geburtsvorgang ansich verläuft recht zügig; das Muttertier bekommt ein Baby nach dem anderen, leckt es sauber, durchtrennt die Nabelschnur und frisst die gesamte Nachgeburt auf. Der Mensch kann bei diesem Ereignis nur staunend daneben stehen und zusehen. Etwas anders verhält es sich bei teuren Rassekatzen, hier wird wesentlich öfter als bei Hauskatzen das Wissen eines Tierarztes benötigt.

Durch das Ablecken wird auch die Atmung des Jungen angeregt. Sogleich wird es an den Bauch der Mutter gelegt, wo es sich wärmen kann. Die einzelnen Jungen werden in der Regel in einem Abstand von fünf bis 60 Minuten geworfen; die Zeit dazwischen nutzt die Katze zur Säuberung.

Dies dient nicht nur der Säuberung, sondern regt auch die Atmung an. Sofort danach schiebt es die Mutter an ihren Bauch, um es zu wärmen und zu nähren. Die Muttermilch enthält wichtige Antikörper, die das Junge vorübergehend schützen. Die Geschwister folgen im Abstand von fünf bis 60 Minuten. Die Zwischenzeit nutzt die Katze, um sich selbst zu säubern.

Erste Zeit nach der Geburt

Sind die Kitten erst einmal geboren, hat die Katzenmama viel Arbeit. Anfangs säugt sie ihre Babys fast rund um die Uhr und entwickelt dadurch natürlich einen entsprechend großen Hunger. Man sollte die Katzenmama daher gut füttern und ihr, wann immer sie Hunger hat, etwas zu fressen geben.

Die kleinen Katzen braucht man in den ersten Lebenswochen nicht zu füttern. Alles was sie brauchen, bekommen sie von ihrer Katzenmama. Sie übernimmt auch die gesamte Pflege der Kleinen, so dass sich die Besitzer auch darum nicht kümmern brauchen. Die Katzenmama leckt ihre Kleinen sauber, regt dabei auch die Darmtätigkeit an und leckt die Ausscheidungen anschließend auf.

Katzenbabys erkennen die Stimme der Mutter

In einem Experiment antworteten die Katzenjungen nur auf die Stimme ihrer eigenen Mutter, nicht aber auf andere Katzen

Zwei kleine Katzenbabys sitzen im Gras
zwei Katzenbabys © Photo-SD - www.fotolia.de

An der Universität Tlaxcala in Mexiko beschäftigt sich ein Biologe seit Jahren mit dem Schwerpunkt "Katzen". Dabei untersucht er unter anderem, wie die Tiere ihre Umgebung im Detail wahrnehmen. In einer aktuellen Studie ging es um die Frage, ob Katzenbabys in der Lage sind, die Stimme der Mutter von den Stimmen anderer Katzen zu unterscheiden.

Katzenbabys begrüßen ihre Mutter und lassen bei anderen Katzen Vorsicht walten

Für das Experiment nutzten die Wissenschaftler drei gesunde Katzenmamas und ihren ebenfalls gesunden Nachwuchs. Insgesamt waren dies 29 Katzenbabys.

Von jedem Muttertier hatte man mittels Mikrophon Stimmaufnahmen gemacht und spielte sie den getrennten Kindergruppen dann vor, wenn die Mutter nicht in der Nähe war. Das Ergebnis: Auf die Tonaufnahme der wirklichen Mutter reagierten die Kinder mit "Antworten", indem sie maunzten. Erklangen die Stimmen fremder Katzen, verhielten sie sich besonders ruhig.

Aus dieser Beobachtung schlussfolgern die Forscher, dass Katzen bereits als Jungtiere in der Lage sind, die Stimme der eigenen Mutter zu erkennen. Nähert sie sich dem Unterschlupf, wird sie begrüßt, bei Fremden dagegen wird durch Stille vermutlich gehofft, dass der Feind den Unterschlupf nicht entdeckt.

Katzenbabys müssten diese Unterscheidung gar nicht unbedingt erlernen

Überraschend ist dieses Ergebnis zum Teil, denn in der Verhaltensbiologie geht man davon aus, dass individuelle Reize nur dann eine Rolle spielen, wenn allgemein die Gefahr besteht, dass andere Tiere der gleichen Spezies zur Gefahr werden. Herdentiere erkennen sehr früh die elterlichen Eigenheiten, denn eine Verwechslung kann Lebensgefahr bedeuten.

Katzen jedoch sind Einzelgänger. Es kommt nahezu nicht vor, dass andere Katzen nahe bei den Kindern fremder Katzenmütter sind. Daher müssten die Katzenbabys gar nicht die Stimme der Mutter von anderen unterscheiden lernen. Doch offenbar können die Kleinen sehr zuverlässig zwischen Freund und potenziellem Feind unterscheiden.

Die Forschungen in Mexiko sollen nun weiter ins Detail gehen und zeigen, wie stark die Mutter-Kind-Erkennung im Detail ist.

Entwicklung der Katzenbabys

Bis eine Katze sieben Monate alt ist, durchläuft sie drei Phasen: die Neugeborenenphase während der ersten beiden Lebenswochen, in denen sie vollständig auf die Hilfe der Mutter angewiesen ist, die Sozialisierungsphase während der dritten bis siebten Woche, in der das Junge anfängt, die Umgebung wahrzunehmen sowie die Jugendphase während der achten bis 24. Woche, in der das Tier eine Beziehung zum Besitzer aufbauen kann.

Nach der Geburt haben die Katzenbabys zwar schon ihr Fell, sind jedoch noch blind und taub. Dies ändert sich jedoch nach etwa zwei Wochen. Nach und nach macht jedes Katzenbaby die Augen auf und kann dann wenig später auch hören.

Bald beginnen sie, im Zimmer herumzutapsen und alles zu erkunden. Sie spielen nun besonders gerne mit Papierkügelchen, mit einer Zeitung oder anderen interessanten Dingen. In der dritten Woche verbringen die Jungen aber die meiste Zeit noch damit, zu schlafen - 16 Stunden pro Tag sind hierbei typisch.

Zwischen der zweiten und fünften Lebenswoche sollten die Kätzchen mit einer Wurmkur behandelt werden. Zur richtigen Dosierung sollte man einen Tierarzt befragen.

Mit etwa vier oder fünf Wochen fangen die Kleinen an, sich für das Futter zu interessieren, das auch die Mama frisst. Nach und nach fressen sie immer mehr Katzenfutter und trinken dafür weniger bei ihrer Katzenmama.

Nun ist es auch Zeit, sie an das Katzenklo zu gewöhnen. Dazu stellt man mehrere Katzenklos im Wohnbereich auf. Ist die Katzenmama an Katzenklos gewöhnt, so wird sie dies auch ihren Babys beibringen.

Die Erstimpfung sollte im Alter von etwa acht Wochen erfolgen. Hierbei werden die Tiere vor Katzenseuche und Katzenschnupfen geschützt.

Mit etwa zwölf Wochen haben sich die Katzenbabys meist soweit an das Leben gewöhnt, dass sie auch ohne ihre Mama leben und somit den Besitzer wechseln können. Früher sollte man die Tiere nicht von ihrer Mutter trennen, da ein Großteil der Sozialisierung in den letzten gemeinsamen Wochen mit der Mutter stattfindet und die Katzen später anderen Tieren, aber auch Menschen gegenüber aufgeschlossener und selbstbewusster gegenübertreten können.

Die Aufzucht von Rassekatzen unterscheidet sich in einigen Punkten von kleinen Hauskätzchen. Sie bleiben häufig auch länger bei ihrer Katzenmama.

Wenn möglich, sollten Jungtiere immer zu zweit vermittelt werden. So beugt man Einsamkeit vor und hat nicht später das Problem, zwei sich fremde Katzen aneinander gewöhnen zu müssen. Katzen aus einem Wurf werden häufig unzertrennlich und fühlen sich von Anfang an direkt wohler in der neuen Umgebung.

Die Zahnpflege bei Stubentigern

Junge Frau hält Katzenbaby in den Händen, hinter ihr Labradorwelpe
Girl with cat and dog © kristian sekulic - www.fotolia.de

Wenn Katzen Probleme mit ihren Zähnen haben, zeigen sie es beispielsweise durch Kauen auf einer Seite, das Anknurren ihres Napfes oder auch dem Fallenlassen des Futters. Nicht immer machen sie ihren Besitzern klar, dass sie Zahnschmerzen haben, dabei sind Karies und Parodontose ein häufiges Problem bei Katzen.

Um Probleme am Zahn und Zannfleisch zu vermeiden, sollte zunächst auf die richtige Ernährung geachtet werden. Wichtigster Punkt ist hierbei, dass das Futter zuckerfrei ist. Ein besonderer Tipp: Wer seiner Samtpfote ab und an ein rohes Stück Rindergulasch gibt, macht ihr nicht nur eine Freude, sondern trägt zur Zahnpflege herbei, denn durch das lange Kauen werden die Zähne gereinigt.

Neben der entsprechenden Ernährung gibt es auch Zahncreme für Katzen, beispielsweise mit Hühnchengeschmack. Doch an das Zähneputzen muss man die Tiere langsam gewöhnen und nicht jede Katze lässt es sich gefallen - Geduld ist hier auf jeden Fall gefragt.

Mit diesem Trainingssystem sollen Katzen an die normale Toilette gewöhnt werden

Tierärzte und Verhaltensforscher haben ein neuartiges Trainingssystem entwickelt, welches Katzen dazu bringen soll, die normale Haustoilette zu verwenden - das Katzenklo soll auf diese Weise überflüssig werden. In acht Wochen - bei Tieren die älter sind als fünf Jahre kann es auch länger dauern - soll die Katze sich an die Toilette gewöhnt haben; nur das Abspülen wird man ihr vermutlich nicht beibringen können.

Das Trainingssystem besteht aus drei Stufen, für die es jeweils einen anderen Toilettensitz gibt. Zunächst hat dieser gar kein Loch und wird mit Katzenstreu gefüllt. Beim zweiten und dritten Sitz gibt es ein kleines bzw. größeres Loch und weniger Streu und schließlich wird ganz auf einen Aufsatz verzichtet.

Die Kosten für so ein Set belaufen sich auf etwa 70 Euro.

Grundinformationen und Hinweise zu Katzen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: little kitten playing on the grass close up © Dušan Zidar - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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