Kein Stress an Silvester - wie man Hund und Katze entspannt ins neue Jahr bringt

Buntes Feuerwerk auf schwarzem Himmel, Silvester

Besonders das Feuerwerk macht den Haustieren an Silvester mitunter große Angst; hinzu kommen evtl noch ausgelassene Partys - Tipps, um Panik bei den Vierbeinern zu verhindern

Haustiere wie Hunde oder Katzen hören und riechen deutlich besser als Menschen. Dementsprechend laut und ungewohnt bis hin zu beängstigend ist für sie die Geräuschkulisse in den Stunden des Jahreswechsels. Hinzu kommen die völlig unbekannten Gerüche der abgebrannten Silvesterraketen. Der fürsorgliche Hunde- und Katzenbesitzer erspart seinem Vierbeiner derartig unliebsame Erfahrungen weitestgehend.

Für die Haustiere wie Hund und Katze ist jede außergewöhnliche Situation mit Stress bis hin zum Unwohlsein verbunden. Sie sind buchstäblich ein Gewohnheitstier; sie fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung gut aufgehoben, sicher und beschützt. Diese Umgebung mit ihrem Alltag wird durch bekannte Gerüche, Geräusche und den regelmäßigen Tagesablauf mit Fütterung sowie Auslauf bestimmt.

Stressfaktoren

Stress für das Tier sollte man möglichst nicht entstehen lassen
Stress für das Tier sollte man möglichst nicht entstehen lassen

Als Stress werden Druck und Anspannung bezeichnet, verursacht durch äußere Reize, die so genannten Stressoren oder Stressfaktoren. Sowohl auf Menschen als auch auf Tiere wirkt sich der Stress physisch und psychisch negativ aus.

Wie es allgemein formuliert wird, belastet der Stress. Das gilt für Hund und Katze besonders am Silvestertag. Höhenfeuerwerk, selbstgezündete Böller und Knaller sind den Tieren völlig unbekannt.

Dazu kommt, dass die Tiere die Geräusche sowie den Raketenlärm viel deutlicher wahrnehmen, als der Mensch. Die natürliche Reaktion darauf zeigt sich in Panik und Flucht.

Doch auch andere Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel, reagieren mit Panik und Stress. Es gilt, den Käfig an einen ruhigen Ort - weit weg vom Fenster - zu bringen und das Kaninchen aus dem Gehege zu nehmen.

Ungewohntes überfordert

Der Halter muss sich bewusst machen, dass er die Reaktion des Haustieres nicht voraussehen kann, ebenso wenig wie die Situation in der Silvesternacht. Viele Hunde und Katzen reagieren schon sichtbar panisch, wenn sie das Geräusch eines Martinshorns von Rettung oder Feuerwehr hören. Sie verkriechen sich, und der Hund zieht sichtbar seinen Schwanz ein.

Das Tier wird verstört, weil es von der unbekannten Situation überfordert ist. Ein insgesamt liebevoller Umgang mit ihm sorgt für die notwendige Ruhe und Geborgenheit.

Wie man mit Stresssituationen umgehen kann

Der Tierhalter weiß das und ist bemüht, seinem Vierbeiner möglichst viel Stress zu ersparen. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten an. Zum einen kann das Tier auf diese stressigen Stunden und Tage vorbereitet werden, indem es an die damit verbundenen Situationen gewöhnt wird.

Andererseits können Maßnahmen ergriffen werden, um das Haustier vor diesen Geräusch- und Geruchsbelästigungen zu schützen, sie also gar nicht erst heranzulassen. In beiden Fällen muss es das erklärte Ziel sein zu erreichen, dass die Tiere den Jahreswechsel möglichst entspannt erleben.

Möglichst entspannt ins neue Jahr

Da es sich bei dem Silvestertag um eine Ausnahme vom Alltag handelt, entscheiden sich die meisten Halter dafür, ihr Haustier eher zu beschützen, als es daran zu gewöhnen. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten, von denen die wirksamsten hier aufgeführt sind.

  • Das Tier muss in diesen angespannten Stunden jederzeit Zugang zu seinem Halter haben. Er sollte das Haustier also nicht alleine lassen. Am besten ist es, wenn sich beide in der vertrauten heimischen Umgebung aufhalten.
  • Umgekehrt muss das Tier seinen Lieblingsplatz im Körbchen, auf der Decke oder sonst wo jederzeit aufsuchen können. Alles sollte so normal wie möglich ablaufen.
  • Die Fenster müssen verschlossen sein, vorhandene Außenrollos oder Innenjalousien heruntergelassen. Alles ist hilfreich, was die Geräuschkulisse dämpft, die von außen herangetragen wird. Die Abdunklung der Fenster ist zur Verhinderung überraschender Lichteffekte hilfreich.
  • Das Haustier sollte, mehr als sonst, abgelenkt und beschäftigt werden. Das gelingt mit dem einen oder anderen Spiel ebenso wie mit einem großzügigeren Verteilen der Leckerlis.
  • Die gewohnte Geräuschkulisse von Fernsehgerät oder Radiomusik kann durch eine gewollt beruhigende Musik besonders betont werden. Wichtig ist, dass die Gesamtsituation vertraut wirkt.
  • Wer eine Silvesterparty zuhause plant, sollte darauf achten, seinem Haustier einen Rückzugsort bereit zu stellen, ein abgedunkeltes Zimmer, in dem es von dem ganzen Trubel möglichst wenig mitbekommt. Tiere, die im Käfig gehalten werden, kann man auch gut in einem geeigneten Kellerraum unterbringen.
  • Abhängig von der persönlichen Situation des Tierhalters und seinen Lebensumständen ist eine Silvesterflucht die beste Lösung für das Haustier. Entweder fahren sie gemeinsam an einen ruhig gelegenen Ort, oder der Jahreswechsel wird dort verbracht, wo weder gefeiert noch geböllert wird.
  • Katzen mit Freigang sollten in den Tagen vor und nach Silvester möglichst wenig Ausgang haben und Hunde generell an die kurze Leine genommen werden. Die Verletzungsgefahr durch herumliegende Feuerwerksreste sowie Glassplitter ist deutlich größer als sonst.
  • Am Silvesterabend sollten Freigänger unbedingt zuhause bleiben. Durch den Raketenlärm kann es passieren, dass die Tiere panisch die Flucht ergreifen und weglaufen; zudem können sie sich natürlich auch verletzen.

Im Grunde genommen sind es am Silvestertag nur wenige Stunden, in denen Tier und Halter möglichst eng aneinanderrücken.

Besonders viel Aufmerksamkeit schenken

Wenn der Hund oder die Katze in dieser einen Nacht auch einmal besonders verwöhnt wird, so tut das der ansonsten artgerechten Erziehung keinen Abbruch. Ganz nach dem Grundsatz "Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen" leidet die Erziehung keineswegs darunter, dass in diesen kritischen Stunden der Vierbeiner in besonderem Maße beachtet sowie umsorgt wird. Der Mensch selbst gönnt sich ja auch so manches anlässlich von Fest- und Feiertagen, ohne dass darunter die Alltagsdisziplin leidet.

Gelassen bleiben

Die Stimmung und Gefühlslage des Tierhalters überträgt sich auch auf den Vierbeiner - begegnet man dem Silvesterabend auf nervöse Art und Weise, werden auch Katze und Hund merken, dass irgendetwas nicht stimmt. Dieses Gefühl wird natürlich die Angst und Sorge verstärken. Idealerweise tut man so, als wäre alles wie sonst auch - so wird auch das Tier gelassen bleiben.

Möglichst viel Zuwendung in der gewohnten Umgebung ist die beste Lösung für die Silvesternacht
Möglichst viel Zuwendung in der gewohnten Umgebung ist die beste Lösung für die Silvesternacht

Beruhigungsmittel

Sofern der Halter sein Tier als besonders sensibel und stressanfällig kennt, kann es guttun, ihm in Abstimmung mit dem Tierarzt ein leichtes Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis zu verabreichen - etwa vergleichbar mit Baldriantropfen für den Menschen. Auf den ärztlichen Rat darf jedoch nicht verzichtet werden.

Während Baldrian auch bei Hunden helfen kann, sprechen Katzen oftmals auf Bachblüten an; diese gibt es in spezieller "Rescue-Tropfen"-Mischung. Auch im Tierhandel erhältliche Pheromone können im Wohnraum versprüht werden. Zudem gibt es spezielle Zerstäuber, die man in die Steckdose stecken kann. Katzen empfinden diese Stoffe als angenehm und entspannend.

Ein Hinweis zum Böllern und Bleigießen

Wer zu den Leuten gehört, die zum Jahreswechsel selbst Raketen und Böller in die Luft jagen, sollte darauf achten, dies nicht in unmittelbarer Nähe zu

zu tun. Auch an diese Tiere sollte man in der Silvesternacht denken; vor allem Wildtiere können sehr sensibel reagieren. Bricht auf einer Weide Panik aus, können die Tiere ausbrechen. Hier sollten wiederum die Tierbesitzer Sorge dafür tragen, dass die Vierbeiner rechtzeitig in den Stall gebracht werden.

Ebenfalls typisch für die Silvesternacht ist das Bleigießen. Hier sollte darauf geachtet werden, das durch das Blei verunreinigte Wasser nicht stehen zu lassen, da es giftig ist.

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: wet nose © davidcrehner - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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