Archäologie - Definition, Geschichte, Spezialgebiete, Methoden und Präsentation

Ammonit, Fossil

Womit sich die Archäologie befasst, was in Sachen Ausgrabung und Altersbestimmung möglich ist und wie und wo archäologische Austellungsstücke öffentlich präsentiert werden

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  • von Paradisi-Redaktion

Unter Archäologie versteht man Altertümerkunde. Sie beschäftigt sich mit der kulturellen Entwicklung der Menschen. Man unterscheidet u.a. die prähistorische Archäologie, die klassische Archäologie sowie die Mittelalterarchäologie. Lesen Sie, womit sich die Archäologie befasst, was in Sachen Ausgrabung und Altersbestimmung möglich ist und wie und wo archäologische Austellungsstücke öffentlich präsentiert werden.

Definition

Der Begriff Archäologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt soviel wie Altertümerkunde. Sie dient dazu, die Vergangenheit und die kulturelle Entwicklung der Menschheit zu erforschen.

Die Archäologie, die man auch als Altertumswissenschaft bezeichnet, befasst sich mit der Entwicklung der Menschheit und ihren Hinterlassenschaften aus vergangenen Epochen. Dazu gehören unter anderem

  • Bauwerke
  • Kunstgegenstände
  • Waffen
  • Werkzeuge oder
  • alltägliche Gebrauchsgegenstände.

Die Geschichte der Archäologie

Die Archäologie geht der kulturellen Entwicklung der Menschheit nach. Ihren Ursprung hat sie im 15. Jahrhundert.

Erste Dokumentationen der Antike

Als Begründer der modernen Archäologie gilt der Italiener Cyriacus von Ancona (etwa 1391 bis etwa 1455). Der italienische Humanist und Kaufmann reiste durch viele Länder und fertigte dabei Abschriften und Zeichnungen von antiken Inschriften an, damit sie nicht in Vergessenheit gerieten. Allerdings behielt er seine Aufzeichnungen für sich.

Während der Renaissance stieg das Interesse an römischen und griechischen antiken Zeugnissen an. So wurden mit großer Begeisterung Gegenstände des Altertums gesammelt.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts ging man daran, Denkmäler akribisch zu erfassen. Es entstanden erste Kataloge und Enzyklopädien von antiken Zeugnissen, die man mit Holzschnitten und Kupferstichen illustrierte.

Die ersten Ausgrabungen

Schließlich begannen auch die ersten Ausgrabungen. Die älteste archäologische Grabung wird auf das Jahr 1685 zurückgeführt.

In diesem Jahr grub man im französischen Cocherel, in der oberen Normandie, eine neolithische Grabkammer aus. Umfangreiche Ausgrabungen wurden auch 1690 in Jütland durch den deutschen Universalgelehrten Johann Daniel Major (1634–1693) durchgeführt, der Hügelgräber öffnen ließ, um auf diese Weise die Herkunft der Einwohner festzustellen.

Fossilien und antike Schätze werden ausgegraben
Fossilien und antike Schätze werden ausgegraben

Verbreitung und Entwicklung archäologischer Forschungsmethoden

Zunächst genoss die Archäologie trotz wachsender Beliebtheit jedoch noch keinen großen Stellenwert in der Wissenschaft, da man seinerzeit der Ansicht war, dass nur die Bibel und historische Quellen sich dazu eigneten, die menschliche Vergangenheit zu interpretieren. So nahm man an, dass die Menschheit erst 4.000 Jahre vor Christus entstanden wäre.

Mit der Zeit setzten sich die archäologischen Forschungsmethoden jedoch Schritt für Schritt durch. Eine der ersten bahnbrechenden Schlussfolgerungen schaffte Jacques Boucher de Perthes (1788–1868), ein französischer Amateurarchäologe, dem es gelang prähistorische Artefakte richtig zuzuordnen.

Im Jahr 1837 entwarf der dänische Altertumsforscher Christian Jürgensen Thomsen (1788–1865) das Dreiperioden-System, das in seinen Grundzügen auch heute noch gültig ist. Dieses System teilte die Vorgeschichte der Menschen in drei Phasen ein: Steinzeit, Eisenzeit und Bronzezeit.

Zu den ersten Ausgrabungen im großen Stil kam es ab dem 18. Jahrhundert in den antiken Stätten Herkulaneum und Pompeji. So gelang es 1768 die Basilika und das Theater der Stadt Herkulaneum freizulegen.

Schließlich begann auch die Ägyptologie, durch Napoleons Feldzug in Ägypten im Jahr 1798, ihren Anfang zu nehmen. Durch den Fund des Steins von Rosetta war es möglich, endlich die ägyptischen Hieroglypen zu entziffern. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Archäologie schließlich zu einer anerkannten Wissenschaft.

Gebiete der Archäologie

Der Umfang der Altertümerkunde ist mannigfaltig und reicht zurück bis in die Zeit vor etwa 2,5 Millionen Jahren. Zwar ist Archäologie noch eine relativ junge Wissenschaft, dennoch ist ihre Ausdehnung so groß, dass sie im Laufe der Zeit in immer mehr thematische Spezialgebiete unterteilt wurde.

Dazu gehört zum Beispiel die prähistorische Archäologie, die den Zeitraum von ca. 2,5 Millionen Jahren v. Chr. bis zur Frühgeschichte umfasst. Die klassische Archäologie befasst sich dagegen ausschließlich mit der Antike und forscht nach Hinterlassenschaften der alten Römer und Griechen. Die Mittelalterarchäologie beschäftigt sich wiederum speziell mit dem Mittelalter.

Weitere Spezialgebiete sind

  • die Neuzeitarchäologie
  • die christliche Archäologie
  • die Ägyptologie
  • die Keltologie
  • die christliche Archäologie
  • die vorderasiatische Archäologie
  • die Paläopathologie
  • die Archäozoologie
  • die Archäobotanik
  • die Altamerikanistik und
  • die Industriearchäologie.

Die Aufteilung erfolgt dabei entweder nach bestimmten Themen oder Regionen. Auch Zeugnisse der jüngeren Geschichte, wie zum Beispiel Bunker aus dem 1. oder 2. Weltkrieg, werden mit archäologischen Methoden untersucht.

Während die Archäologie der Vorgeschichte sich meist auf die materielle Kultur beschränkt, kann die Archäologie der Frühgeschichte teilweise auch auf Schriftquellen zurückgreifen, die jedoch im Unterschied zu den Geschichtswissenschaften nicht im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen. Stattdessen befassen sich Archäologen meist mit bestimmten Zeitabschnitten, die sich nicht immer dokumentieren lassen.

Dies kann der Übergang des Menschen vom Jäger und Sammler zum Bauern oder das Entstehen der ersten Städte sein. Häufig besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Historikern.

Nach besonderen Fundplätzen unterteilt man die Archäologie zudem in

  • Küstenarchäologie
  • Gletscherarchäologie
  • Schlachtfeldarchäologie
  • Trassenarchäologie
  • Stadtarchäologie und
  • Unterwasserarchäologie.

Als besondere Methoden gelten

  • Experimentelle Archäologie
  • Archäoinformatik
  • Geoarchäologie
  • Archäometrie und
  • Luftbildarchäologie.

Als Nachbarsdisziplinen gelten

  • Anthropologie
  • Epigraphik
  • Geophysik
  • Geschichtswissenschaft
  • Historische Klimatologie und Paläoklimatologie
  • Numismatik
  • Paläographie
  • Paläontologie und
  • Philologie.

Klassische Archäologie

Als klassische Archäologie bezeichnet man ein Gebiet, das sich mit der Antike beschäftigt. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem bei den alten Römern, Griechen und Etruskern.

Die Epoche, mit der sich die klassische Archäologie beschäftigt, liegt etwa zwischen 2000 v. Chr. und 500 n. Chr. Ebenfalls zur klassischen Archäologie zählt man die Ägäische Vorgeschichte sowie die Etruskologie.

Prähistorische Archäologie

Unter prähistorischer Archäologie versteht man die Beschäftigung mit der Vor- und Frühgeschichte der Menschheit. Dieses Spezialgebiet beginnt ab einem Zeitraum von etwa 2,5 Millionen Jahren und endet mit der Frühgeschichte, zu der die römische Kaiserzeit, die Zeit der Völkerwanderungen und das frühe Mittelalter gehören.

Archäologie des Mittelalters

Wenn die Frühgeschichte endet, was ungefähr ab dem 9. Jahrhundert der Fall ist, beginnt die Mittelalterarchäologie, die den Bogen bis zur Neuzeitarchäologie spannt. Ein Unterschied zur prähistorischen Archäologie besteht darin, dass in einem Zeitraum gearbeitet wird, in dem auch Schriftquellen verfügbar sind. Darüber hinaus untersucht die Archäologie des Mittelalters auch Baubestand, wofür sie auf Methoden der historischen Bauforschung zurückgreift.

Neuzeitarchäologie

Der Schwerpunkt der Neuzeitarchäologie liegt bei den materiellen Hinterlassenschaften der Neuzeit. Der Wirkungskreis dieses Fachgebietes beginnt ab dem 16. Jahrhundert und endet in der Zeitgeschichte. Allerdings erfährt die Neuzeitarchäologie in Deutschland nur wenig Akzeptanz.

Industriearchäologie

Die Industriearchäologie ist ein Teilbereich der Neuzeitarchäologie. Zu diesem Fachgebiet gehört die Erforschung von frühen industriellen Anlagen. Dabei kann es sich um Porzellanmanufakturen oder Eisenwerke handeln.

Ägyptologie

Die Ägyptologie gehört zu den archäologischen Gebieten, denen ein geographischer Schwerpunkt zugrunde liegt. So widmet sich die Ägyptologie ausschließlich dem alten Ägypten aus der Zeit um 3000 v. Chr. bis ca. 400 n. Chr.

Methoden der Archäologie

Zu den bekanntesten Methoden der Archäologie gehört die Ausgrabung. Dabei werden archäologische Funde meist aus dem Erdboden freigelegt.

Allerdings stellen die Grabungen nur einen Bruchteil der archäologischen Arbeit dar. Der weitaus größere Arbeitsanteil liegt im

  • Dokumentieren
  • Auswerten
  • Archivieren und
  • Konservieren

der einzelnen Fundstücke. Besonders wichtig ist es, das Alter des Fundes zu bestimmen.

Ausgrabungen

Die bekannteste Forschungsmethode der Archäologie ist die Ausgrabung. Dabei werden Fundstücke archäologisch oder paläntologisch vom Erdboden oder aus Gestein freigelegt.

Dieser Vorgang wird mit wissenschaftlicher Genauigkeit dokumentiert. Das Ausgraben von Fundstücken ist aber nur ein kleiner Teilbereich der Quellenerschließung. So müssen die Funde auch ausgewertet, dokumentiert, konserviert und archiviert werden.

Archäologische Ausgrabungen mit kleinem Handwerkzeug und Pinsel
Archäologische Ausgrabungen mit kleinem Handwerkzeug und Pinsel

Archäologische Voruntersuchungen

In der heutigen Zeit entdeckt man archäologische Fundstücke zumeist bei Bauarbeiten. Bevor diese Funde endgültig zerstört werden, bemüht sich die archäologische Denkmalpflege sie auszuwerten. Forschungsgrabungen, die in erster Linie der Wissenschaft dienen und ohne Zeitdruck erfolgen können, sind dagegen eher selten.

Eine Ausgrabung beginnt stets durch archäologische Voruntersuchungen. Dazu gehören u.a.

  • Luftbildarchäologie
  • magnetische Sondierungen
  • Suchgräben und
  • die Messung des Bodenwiderstands.

Auf diese Weise entsteht ein genaues Bild der Grabungsstelle, wodurch sich die Ausgrabung besser planen lässt. Für die Ausgrabung können verschiedene Techniken zum Einsatz kommen. Da eine Grabung auch zur Zerstörung des Befundes führt, macht man den Fundplatz durch eine genaue Dokumentation bis ins kleinste Detail rekonstruierbar.

Prospektion

Die Erkundung und Erfassung von Fundstätten bezeichnet man in der Archäologie als Prospektion. Dabei kommen verschiedene zerstörungsfreie Methoden wie Geländebegehung Phosphatanalysen sowie geophysikalische Methoden wie Bodenradar oder geomagnetische Kartierung zur Anwendung.

Relative und absolute Chronologie

Ebenso wichtig wie die Ausgrabung eines Fundes, ist die Bestimmung seines Alters. Dabei unterscheidet man zwischen relativer Chronologie und absoluter Chronologie.

Bei der relativen Chronologie wird das Fundstück in Bezug zu einem anderen Fund gesetzt, also ob es genau so alt, jünger oder älter ist. Die entsprechenden Methoden bezeichnet man als

  • Fundkombination von geschlossenen Funden
  • Chorologie und
  • Stratigraphie.

Im Falle einer absoluten Chronologie ordnet man dem Fundstück ein absolutes Datum wie Jahr oder Jahrhundert zu. Hier werden

  • 14C-Datierung (für organische Stoffe)
  • Thermolumineszenzdatierung (für Keramik)
  • Kalium-Argon-Methode (für Gestein) und
  • Dendrochronologie (für Holz)

angewandt. Von grundlegender Bedeutung für das Einordnen des Fundmaterials ist die Typologie bzw. Typographie, bei der die Objekte nach Kriterien wie Material und Form klassifiziert werden. Auf diese Weise können Vergleiche mit Funden an anderen Ausgrabungsplätzen angestellt werden.

Archäometrie

Für das Bestimmen des Fundmaterials kommt in der Regel die Archäometrie zur Anwendung. Darunter versteht man sämtliche naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden von archäologischem Material. So verwendet man zur genauen Untersuchung von Artefakten u.a.

  • Röntgenaufnahmen
  • Spektralanalysen
  • Mikroskope
  • Laserscans
  • chemische Analysen sowie
  • Ultraschall- und Infrarotaufnahmen.

Präsentation

Die Öffentlichkeit erfährt von archäologischen Funden auf verschiedene Weise. Dazu gehören unter anderem

Fossilien können in archäologischen Parks bewundert werden
Fossilien können in archäologischen Parks bewundert werden

Hobbyarchäologen haben auch die Möglichkeit, an einer Ausgrabungsreise teilzunehmen.

Ausgrabungsarbeit

Bevor archäologische Fundstücke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, müssen sie zunächst einmal ausgegraben und ausgewertet werden. Das populärste Betätigungsfeld der Archäologie ist zweifellos die Ausgrabung, die ihren Reiz vor allem in dem Auffinden und Erschließen von neuen und unbekannten Zeugnissen der Vergangenheit hat.

Das Ausgraben stellt jedoch nur einen Teil der archäologischen Arbeit dar, denn bevor man ein Fundstück ausstellen kann, muss es nach der Ausgrabung erst einmal dokumentiert, ausgewertet, konserviert und archiviert werden. Mitunter können die wissenschaftlichen Untersuchungen viele Jahre in Anspruch nehmen.

Öffentlichkeitsarbeit

Um die Öffentlichkeit an archäologischen Funden teilhaben zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Publik gemacht werden die Funde zumeist in Fachzeitschriften, Fachbüchern oder populärwissenschaftlichen Publikationen.

Wesentlich reizvoller ist es für Hobbyarchäologen natürlich, die Fundstücke selbst einmal in Augenschein nehmen zu können. Diese Möglichkeit bieten vor allem Museen mit ihren zahlreichen archäologischen Sammlungen.

Viele Museen haben sich zudem auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert. So gibt es zum Beispiel

  • Museen für Ägyptologie
  • Museen für Ur- und Frühgeschichte
  • Museen für das antike Griechenland sowie
  • Nationalmuseen oder
  • Römermuseen.

Eine weitere Möglichkeit zur Besichtigung bieten

  • spezielle Führungen
  • oberirdische Bodendenkmäler wie beispielsweise Reste von Siedlungen, Bestattungsplätzen oder Festungsanlagen, sowie
  • spezielle archäologische Parks wie der Archäologische Park Cambodunum im bayerischen Kempten, der sowohl eine Ausgrabungsstätte als auch ein Museum über den römischen Siedlungsort Cambodunum ist.

Allerdings enthalten archäologische Parks oftmals auch Rekonstruktionen, weswegen sie wissenschaftlich umstritten sind.

Eine andere Möglichkeit archäologische Fundstücke zu betrachten, sind museumsdidaktische Vorführungen. Dabei versucht man den Besuchern die Ausstellungsstücke durch methodisch-didaktische Konzepte näher zu bringen.

Gab es rothaarige Neandertaler?

Neandertaler mit Tierfell und Stock
neanderthal © procy_ab - www.fotolia.de

Laut DNA-Analysen an Fossilien von Neandertalern aus Italien und Spanien unter der Leitung von Holger Römpler (Universität Leipzig und Harvard University) gibt es Hinweise auf eine mögliche helle Haut sowie rötliche Haarfarbe einiger Individuen. Römpler entdeckte bei seinen Untersuchungen eine Mutation des Gens MC1R, welches beim modernen Menschen Hellhäutigkeit und rote Haarfarbe bewirkt.

Die Forscher erachten nun eine entwicklungsbiologische Neubetrachtung des Neandertalers für sinnvoll, da als Teil dieser Studie ebenfalls bereits ein Gen für die Sprachentwicklung beim modernen Menschen entdeckt wurde.

Gab es im heutigen Bosnien mal Pyramiden?

Bereits vor einiger Zeit gab es hitzige Diskussionen um den bosnischen Ort Visoko, an dem Archäologen einen Hügel entdeckt haben, den sie für die Überreste einer Pyramide hielten. Diese Pyramide soll älter als die in Ägypten sein.

Nun haben Forscher der Universität Kiel und des "Zemaljski Museums" (Sarajevo) eine neue Entdeckung gemacht, die die These der Pyramiden im heutigen Bosnien unterstützt. Sie fanden einen uralten Pyramidenstumpf aus Ton, der faustgroß und verziert ist. Er soll aus der Zeit zwischen 3.000 und 6.000 v. Chr. stammen.

Pyramiden und Musik gehören zusammen

Drei Reiter in Wüste, im Hintergrund Pyramiden im Sonnenuntergang
pyramids fantasy © Windowseat - www.fotolia.de

Laut der Theorie des deutschen Philosophen Friedrich Wilhelm Korff ist der Zweck der ägyptischen Pyramiden folgender: Es sollen Intervalle sowie Abstände zwischen zwei Tönen in einer Tonart in den 29 Großpyramiden integriert sein. Laut Korff soll zum Beispiel der Neigungswinkel der Pyramiden die Intervalle alter Tonarten repräsentieren.

Die Tonart Diatonon malakon bei der Cheopspyramide, die Tonart Diatonon ditonaion bei der Niuserrespyramide. Um seine Theorie veranschaulichen zu können, hat Korff bereits eine CD mit antiken Tonarten aufnehmen lassen. Desweiteren soll nach Korff die Cheopspyramide 441 und 440 Ellen lang sein, da er eine ägyptische Elle korrigiert wissen möchte, die dann 0,52236 Meter und nicht 0,525 Meter lang wäre.

Alte Schriften, woher sie kommen und wann geschrieben. Das soll über die DNA möglich sein

Antiker, goldener Füllfederhalter auf einem Brief in alter Schreibschrift
Fountain pen © Scisetti Alfio - www.fotolia.de

Die Herkunft von mittelalterlichen Schriftstücken ist oftmals nicht mehr bekannt, weil die Autoren damals weder den Ort nach das Datum vermerkt hatten. Auch sind sie teilweise nicht mehr vollständig erhalten.

Ein amerikanischer Forscher hatte jetzt die Idee, mit Hilfe der DNA die Herkunft dieser Schriften zu ermitteln, weil ja die Schriften auf Pergamenten, die ja aus Tierhäuten gemacht wurden, geschrieben wurden. Somit könne man die enthaltenen DNA-Stränge zurückverfolgen, woher Haut der Tiere stammte. Bislang hatte man immer große Probleme gehabt, alte Schriften einem Datum und Ort zuzuordnen, was man über den Stil und Dialekt des Autors versuchte, aber was nicht immer richtig war.

Früher hatte man im Mittelalter das Pergament aus verschieden Häuten hergestellt. Jetzt könne man über die DNA feststellen, aus welcher Region die Tiere damals stammten. Man will jetzt möglichst viele Daten sammeln, so dass man später über Vergleiche feststellen kann, wann und wo ein Buch einmal geschrieben wurde.

Das Alter von Keramik lässt sich durch eine neue Methode feststellen

Regal mit Glasplatten, darauf osmanisches Geschirr, Vasen, Teller, Ausstellung
osmanische keramik © Gerd Reiber - www.fotolia.de

Jetzt können Archäologen das Alter ihrer Keramikfunde genau bestimmen lassen, denn Wissenschaftler von den britischen Universitäten in Manchester und Edinburgh haben eine neue Methode, die "Rehydroxylationsdatierung" entwickelt. Hierbei wird die gefundene Keramik zuerst präzise gewogen, danach auf 500 Grad Celsius erhitzt, so dass die ganze Feuchtigkeit entweicht und anschließend erneut gewogen.

Mann kann dann das Verhältnis zwischen Zeit und Feuchtigkeitsaufnahme ermitteln und somit das Alter des Keramiks.

Keramik nimmt nach dem Brennvorgang wieder Feuchtigkeit auf und somit auch an Gewicht, was man sich also bei der neuen Methode zu Nutzen macht. Die Wissenschaftler können jetzt Keramik bis zu einem Alter von 2.000 Jahren bestimmen, man glaubt aber sogar bis 10.000 Jahr zurück gehen zu können. Bei Versuchen, wobei man genau wusste wie alt die Keramik war, konnte man das Alter bis auf eine Differenz von 20 Jahren bestimmen.

Wo wurde zuerst die Keramik hergestellt? Japan oder China? Neue Keramik-Funde in China

Vor einiger Zeit haben Forscher in der chinesischen Provinz Hunan mehrere Höhlen entdeckt, in denen sie Reste von steinzeitlicher Kultur fanden.

Bei den Funden waren auch Tonscherben dabei, wobei nach den ersten Schätzungen das Alter bei 10.000 bis 16.000 Jahren lag, doch jetzt nach den neuesten Untersuchungsmethoden sind sie noch älter, so dass man aufgrund des Aufbaus der Sedimente mit Hilfe der Radiokarbonmethode auf ein Alter von 17.500 bis 18.300 Jahren kam.

Somit sind diese Funde um einige tausend Jahre älter als die japanischen Funde, denn die gegenwärtig älteste bekannte japanische Keramik ist etwa 12.700 Jahre alt, wobei sie verziert ist, aber nicht der früheste Versuch der Herstellung von Keramikgefäßen war.

Alkoholsucht führte zur Erfindung des Ackerbaus vor 11.000 Jahren

Der erste Alkoholgenuss ging vermutlich noch auf den zufälligen Konsum von gegorenem Obst zurück. Doch einmal der berauschenden Wirkung ausgesetzt, strebten die Menschen bald eine gesicherte Versorgung mit alkoholischen Getränken an. Diese These stellte der Archäologe Patrick McGovern auf, nachdem er herausfand, dass bereits vor 9.000 Jahren in China Getränke mit 10 Prozent Alkoholgehalt gebraut wurden.

Bei Grabungen in Asien wurden prähistorischen Tonscherben entdeckt. Diese enthielten Reste von Weinsäure und Bienenwachs, vermutlich Spuren einer Art Honigweins. Die frühen Gärkünste und der Konsum von energiereichen Zucker und Alkohol sicherten in einer rohstoffarmen Umgebung das Überleben der Menschen. Schnell verbreitete sich daher in der Jungsteinzeit das Wissen der Alkoholmischer über viele Länder.

McGovern geht mit seiner These sogar so weit zu behaupten, dass der Ackerbau vor 11.000 Jahren letztlich das Ergebnis des Drangs nach Alkohol und Rausch gewesen ist.

Geoglyphen belegen Existenz bisher unbekannter Amazonas-Kultur

Forscher schätzen Zeitraum der Ansiedlung der Amazonas-Kultur auf etwa 1.280 n.Chr.

Blick entlang eines schmalen Pfades in einem düsteren und vernebelten Regenwald
Selva Nepal © quickshooting - www.fotolia.de

Wissenschaftler haben im Amazonas-Becken die Ruinen einer komplexen Zivilisation entdeckt, welche durch die rücksichtslose Rodung der Wälder freigelegt wurde. Hunderte, geometrisch auf der Erdoberfläche angeordnete Gräben (Geoglyphen) wurden auf Luftaufnahmen des Gebietes ersichtlich und somit Spuren einer bislang unbekannten, komplexen Zivilisation, welche einst im Urwald der Region des oberen Purús-Flusses gelebt haben muss.

Ersten Untersuchungen nach war die Kultur um 1.280 n.Chr. dort angesiedelt, 200 Jahre vor Christoph Columbus.

Merkmale und weitere Funde

Geoglyphen sind große geometrische Figuren, die nur aus der Luft in ihrer vollen Gestalt sichtbar werden. Die im Amazonas gefundenen besitzen einen Durchmesser von 90 bis 300 Metern und werden umschlossen von einem drei Meter tiefen Graben. Ausgehend von 300 beteiligten Menschen pro Geoglyphe, müssten einst 60.000 Menschen in jener Region gelebt haben.

Archäologen fanden auch Reste von Hütten mit Keramik und Alltagsgegenständen darin. Ob die Gräben als Verteidigungsanlage oder als eine Art Speisekammer für Frischfleisch dienten, ist ebenso unklar, wie die astronomische Bedeutung der Funde. Vermutungen zufolge starb die Kultur durch europäische Viren und Bakterien aus.

Ältestes Gebäude in England ist 10.500 Jahre alt

Das älteste Gebäude auf den britischen Inseln ist schätzungsweise 10.500 Jahre alt und befindet sich in North Yorkshire, wo es jetzt von britischen Archäologen entdeckt wurde. Das Gebäude aus der Steinzeit ist etwa 3,5 Meter breit und war mit einem Holzzaun geschützt. Bisher dachte man, dass zu jener Zeit nur umherziehende Jäger ohne eine feste Unterkunft die Insel bewohnten, doch dieses Gebäude wurde über mehrere hundert Jahre benutzt und immer wieder repariert.

Der bisher älteste Fund in England ist etwa 500 Jahre jünger. Das berühmte Weltkulturerbe Stonehenge ist dagegen mit 4.000 bis 5.000 Jahren relativ jung. Zu der damaligen Zeit war Großbritannien noch nicht vom Festland getrennt und seit 1994 ist es ja wieder durch den Eurotunnel verbunden.

Wie wird man ein Gladiator?

In Rom, wo eigentlich sonst, können interessierte Touristen an einer Gladiatoren-Schule einen Kurs belegen und den Kampf erlernen. Seit im Jahr 2000 der Film "Gladiator" mit Russell Crowe in die Kinos kam, erfreut sich der alte römische Gladiatorenkampf besonders bei Amerikanern, Briten, aber auch Franzosen und Deutschen großer Beliebtheit. Und so lernen heute die Urlauber in Rüstungen, anstelle der damaligen Sklaven, die Kunst des Kampfes mit Schwert, Dreizack oder Netz.

Ein bekannter Gladiator war seinerzeit Spartacus, der im Jahr 71 vor Christus einen Sklavenaufstand gegen die römische Herrscher organisierte und ein riesiges Heer aufstellte, aber letztendlich verlor. Im Jahr 1960 wurde diese Geschichte mit Kirk Douglas, der Vater von Michael Douglas, verfilmt.

Die Gladiatorenschule findet man in der Nähe vom Colosseum in der Via Appia. Ein zweistündiger Kurs kostet, je nach der Anzahl der Teilnehmer, zwischen 25 und 100 Euro. Auch im Internet findet man Näheres über Gruppo Storico Romano (GSR).

Archäologischer Fund auf Kreta – Menschen konnten viel früher als bisher bekannt zur See fahren

Ein Team von griechischen und amerikanischen Wissenschaftlern hat auf Kreta 130.000 Jahre alte Steinwerkzeuge gefunden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bereits vor so langer Zeit Menschen als Seefahrer unterwegs waren.

"Die Funde beweisen nicht nur, dass es im Mittelmeer zehntausende Jahre früher Seefahrt gab, als bisher bekannt war, sondern sie verändern auch die Kenntnisse über die kognitiven Fähigkeiten des frühen Menschen", bestätigte ein Sprecher des griechischen Kulturmuseums. Bisher glaubte man, dass die Insel Kreta seit etwa 7000 vor Chr. von Menschen bewohnt wurde. Doch die Funde dokumentieren, wie lange vorher schon unsere Vorfahren tatsächlich dort lebten.

Die Werkzeuge stammen vom Homo heidelbergensis und dem Homo erectus, beides Urahnen des modernen Menschen. Man darf auf weitere Entdeckungen gespannt sein.

Älteste Siedlung in Nordamerika wurde vor 15.500 Jahren gebaut

Amerikanische Archäologen haben in Texas Überreste einer Siedlung gefunden und aufgrund der gefundenen Werkzeuge und Gegenstände schätzt man das Alter auf 15.500 Jahre. Damit sind also die ersten Menschen schon 2.000 Jahr früher nach Nordamerika eingewandert, als man bisher angenommen hatte.

In New Mexico hatte man in den 1930-er Jahren in der Nähe von dem Ort Clovis Überreste einer menschliche Siedlung gefunden, die man auf 13.000 Jahren geschätzt hatte und somit als älteste Siedlung Nordamerikas bis heute galt.

Die Himmelsscheibe von Nebra haben die Menschen nur etwa 150 Jahre benutzt

Im Jahr 1999 wurde die Himmelsscheibe von Nebra von Grabräubern in Sachsen-Anhalt entdeckt und Wissenschaftler waren der Meinung, dass die damaligen Menschen diesen Mondkalender über 400 Jahre auch benutzt hatten. Doch jetzt berichtet der Archäologe Harald Meller, dass man diese aus Kupfer bestehende Scheibe nur zwischen 100 und 150 Jahre benutzt haben kann.

Als Beweis dient ihm die Zusammensetzung der Legierung des Kupfers. Denn das verwendete Kupfer, wobei ein kleiner Anteil Zinn enthalten ist, stammt aus Österreich aus der Region Mitterberg bei Bischofshofen. Dort wurde aber zum ersten Mal vor gut 3700 bis 3750 Jahren Kupfer abgebaut. Da aber die Scheibe, die einen Durchmesser von etwa 33 Zentimetern hat und mit einer Abbildung der Sterne verziert ist, vor etwa 3600 Jahren vergraben wurde, warum weiß man nicht, liegt also die Nutzungsdauer zwischen 100 und 150 Jahren.

Die Himmelsscheibe befindet sich in einer Dauerausstellung in Halle im Landesmuseum.

Neuer Schutz für archäologische Objekte entwickelt

Bakterien und Schimmel können archäologische Funde aus Wolle, Leder oder Papyrus leicht beschädigen. Um das Material besser schützen zu können, hat nun eine Gruppe von deutschen und ägyptischen Wissenschaftlern eine neue Methode entwickelt und bereits erfolgreich getestet.

Bei dieser Methode werden Silberpartikel mit Kunststoff-Nanofasern, die 1.000 Mal dünner als ein menschliches Haar sind, verwoben. Dadurch entsteht eine Beschichtung die als Schutzfilm fungiert und schädlichen Bakterien und Schimmel keine Chance gibt.

Ein weiterer Vorteil dieser neuen Methode liegt in ihrer chemischen Unbedenklichkeit. Bislang war der Schutz der Materialien immer nur mit einer giftigen Chemiebehandlung oder radioaktiver Bestrahlung möglich. Das neue Verfahren hingegen ist völlig ungiftig.

Die Hälfte der Westeuropäer sind Nachkommen von Tutanchamun

Wissenschaftler von dem Schweizer Genealogiezentrums iGENEA kamen bei Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller Westeuropäer von dem einstigen Herrscher von Ägypten Tutanchamun abstammen. So besitzen also etwa 50 Prozent der westeuropäischen Männer den gleichen Gentyp wie der ägyptische Pharao, was bei 60 Prozent der französischen Männer, aber sogar zu 70 Prozent bei den Spaniern und Briten zutrifft. Aber merkwürdigerweise haben weniger als ein Prozent der Ägypter diesen Gentyp.

Wie die Wissenschaftler weiter berichten, haben sich die Nachkommen des Pharao, der vor 3.000 Jahren lebte, über den Kaukasus nach Westeuropa verteilt. Jetzt wollen die Forscher noch die DNA von den nächsten Verwandten des Pharao überprüfen, um die eigentliche Verbindung zu dem ägyptischen Herrscherhaus festzustellen.

Wie die Menschen der Sintatha-Kultur vor 4000 Jahren in der sibirischen Steppe lebten

Archäologen entdeckten Siedlung aus der Bronzezeit und erforschen Lebensumstände

Braune Pferde mit Wagen beim Rennen
pferderennen © manolito - www.fotolia.de

Wissenschaftler von der Frankfurter Goethe-Universität haben in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften in Ekaterinburg im Sommer in der sibirischen Steppe eine Siedlung aus der Bronzezeit ausgegraben. Hier lebten vor 4.000 Jahren die Menschen der Sintatha-Kultur, die die reichen Vorkommen der Mineralien aus dem nahe gelegenen Uralgebirge abbauten und einen regen Handel trieben.

Handelsbeziehung zwischen Ost und West nachzuweisen

Die damaligen Menschen verfügten über einen hohen gesellschaftlichen Organisationsgrad, doch trotzdem sind sie nach etwa zwei Jahrhunderten, wie vom Erdboden verschluckt, verschwunden. Bei den Ausgrabungen entdeckten die Wissenschaftler in jedem der Häuser auch einen eigenen Brunnen für die Wasserversorgung.

Aufgrund der in den Gräbern gefundenen Pferdegeschirre mit scheibenförmigen Trensenknebeln, kann man eine rege damalige Handelsbeziehung zwischen Ost und West feststellen, denn solche Pferdegeschirre findet man auch in der unteren Donau-Gegend bis zu den auch aus der Bronzezeit stammenden Schachtgräbern von Mykene. Auch sind noch die aus dieser Zeit stammenden Streitwagen aufgrund ihrer Speichenrädern zu erwähnen, die die ältesten weltweit sind.

In Irland haben die Kelten ihre alten Könige grausam getötet

Die Entdeckung einer Moorleiche dokumentiert grausame Königsopferung in Irland

Nahaufnahme Wassertropfen auf grünem Blatt, darunter Wasser
Tropfen auf Blatt © Stefan Körber - www.fotolia.de

Etwa 500 Jahre vor Christus kamen die Kelten nach Irland und teilten die grüne Insel in verschiedene Königreiche auf und markierten die jeweiligen Grenzen mit Steinen und Holzpflöcken. Doch wer König war, dem ging es zwar zu seiner Regierungszeit sehr gut, so bekam er auch reichlich Fleisch auf seinem Tisch serviert und hatte auch genügend Zeit, sich um sein Aussehen zu kümmern, wie beispielsweise sehr gepflegte Fingernägel, wie Funde von Moorleichen beweisen.

Grausame Königsopferung

Aber wenn seine Regierungszeit dem Ende zuging und ein jüngerer König gewählt wurde, so wurde der alte König auf grausamste Weise geopfert. Zuerst wurden dem Opfer die Brustwarzen abgeschnitten und auch der ganze Körper wurde gefoltert und schließlich der Schädel gespalten und die Gedärme entfernt, bevor man den Leichnam an der Landesgrenze im Moor begrub.

Moorleiche entdeckt

Jetzt hat man wieder eine solche Moorleiche entdeckt und die Archäologen untersuchen nun die Überreste. Schon früher fand man die sterblichen Reste von den beiden damaligen Herrschern Old Croghan Man, der fast zwei Meter groß gewesen sein musste und zwischen 362 und 175 vor Christus lebte, sowie auch von Clonycavan Man. Beide Herrscher wurden auf eine solche grausame Art von ihren Untertanen dem Gott der Sonne geopfert.

Vor 2500 Jahren wurden Getreide und Hülsenfrüchte in Speichergruben gelagert

In der Voreifel in Nordrhein-Westfalen haben Archäologen über hundert Speichergruben bei Ausgrabungen entdeckt. Diese über 2500 Jahre alten Speichergruben, die etwa 1,40 Meter tief und einen Durchmesser von 70 Zentimeter haben, befinden sich in der unmittelbare Nähe von drei Hausgrundstücken, die man zuvor schon freigelegt hatte. Die Archäologen vermuten, dass diese Speichergruben für Getreide oder Hülsenfrüchte gebaut wurden, doch dies sollen jetzt weitere Untersuchungen noch zeigen.

Bemerkenswert ist eigentlich die große Anzahl der Vorratsspeicher, denn bislang glaubte man, dass damals nur jeder Haushalt für sich Vorräte angelegt hatte. Vielleicht handelt es sich bei dem Fundort auch um einen alten Marktplatz, der nach der Ernte benutzt wurde. Die zirka drei Hektar große Ausgrabungsstätte liegt bei Weilerswist-Groß Vernich in der Nähe einer Kiesgrube.

Vor 100.000 Jahren haben Menschen schon mit Farben gemalt

In einer Höhle in der Nähe von der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt haben Archäologen einen steinzeitlichen Fund gemacht. Hierbei handelt es sich um Schalen von Meeresschnecken, in denen die Wissenschaftler Farbreste entdeckten, so dass also schon vor 100.000 Jahren Menschen Farben hergestellt und benutzt haben.

Für welchen Anlass dies geschah, darüber spekulieren die Forscher, denn einmal könnte die Farbe zur Körperbemalung oder auch als Hautschutz benutzt worden sein, vielleicht sogar um kleine Malereien herzustellen.

Neben den Schalen fanden die Archäologen auch noch Steine und Knochen sowie Kohle, die zur Farbherstellung dienten. Frühere Funde zeigten, dass die bis heute bekannte älteste künstliche Farbproduktion vor 92.000 Jahre geschah. Nun sind die in der Blombos-Höhle - die zirka 300 Kilometer von Kapstadt entfernt ist - gefundenen Farbreste also die bis heute ältesten. In Kapstadt im Iziko-Museum sollen die Fundstücke jetzt ausgestellt werden.

Wann kam der moderne Mensch nach Europa?

Forscher haben aufgrund von Fundstücken festgestellt, das der moderne Mensch (homo sapiens) doch eher nach Europa kam, als man bisher angenommen hatte. Bislang dachte man, dass also der moderne Mensch vor 40.000 Jahren nach Europa kam, als der Neandertaler schon vom Aussterben bedroht war. Aber neueste Untersuchungen von in Italien und Großbritannien gefundenen Knochen und Zähnen zeigen, dass diese schon rund 44.000 Jahre alt sein müssen. So lebten damals der moderne Mensch und der Neandertaler fast 5.000 Jahre zusammen, so dass es auch zu zwischenmenschlichen Beziehungen kam, wie man schon anhand von Erbgut-Untersuchungen feststellen konnte.

Bei den Funden in Italien in der Grotta del Cavallo handelt es sich um Milchzähne von Kindern, die von dem modernen Menschen stammen. Auch das seinerzeit gefundene Steinwerkzeug und ein Muschelschmuck ist somit eher dem modernen Menschen zuzuschreiben, als bisher angenommen dem Neandertaler.

Vom Mammuteintopf zum Baguette: So kam Nordeuropa zum Ackerbau

Unsere Vorfahren waren bekanntlich Jäger und Sammler, die ihre Mahlzeiten täglich aufs Neue zusammensuchen mussten und von Fleisch und Beeren lebten. Wie sie auf einmal dazu kamen, stattdessen Getreide anzubauen und Brot zu backen, war Forschern lange Zeit ein Rätsel. Nun kamen schwedische und dänische Wissenschaftler zu der Ansicht, dass Zuwanderer aus dem Süden das Getreide mitbrachten.

Sie untersuchten die DNA von mehrerne Steinzeitmenschen, die vor etwa 5000 Jahren auf der schwedischen Gotland lebten. Drei von ihnen wurden als typische Jäger und Sammler der Epoche identifiziert, während ein vierter einer sogenannten Trichterbecher-Kultur zugeordnet wurde, die bereits von der Landwirtschaft lebte. Seine DNA glich dem genetischen Profil der Menschen, die heute im östlichen Mittelmeerraum leben – dort, wo bereits vor 11.000 Jahren Landwirtschaft betrieben wurde. Das genetische Profil der Jäger und Sammler ist in der Gegenwart dagegen nicht mehr zu finden, auch wenn es leicht den Finnen ähnelt.

Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass es Menschen aus dem Mittelmeerraum waren, die in der Steinzeit immer weiter nach Norden wanderten und dabei ihre Kenntnisse von Ackerbau und Viehzucht mitnahmen, wo sie allmählich auch von den eingeborenen Stämmen übernommen wurden.

Medizin im Mittelalter: Menschen überlebten Loch im Kopf

Chirurg zieht Handschuhe an, ihm wird ein Skalpell gereicht
scalpel please! © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Einen faszinierenden Einblick in die Welt der mittelalterlichen Chirurgie erhielten Archäologen nun bei Ausgrabungen in der Nähe des spanischen Ortes Soria im Norden der Provinz Kastilien. Sie fanden zwei menschliche Schädel mit deutlichen Spuren der Trepanation – dem Durchbohren oder Durchschaben des menschlichen Schädelknochens um Hirnschäden zu behandeln.

Einer der berühmtesten Trepanationspatienten war der spanische König Heinrich I., der 1217 von einem herabfallenden Dachziegel am Kopf getroffen wurde. Seine Ärzte bohrten dem erst dreizehnjährigen Jüngling ein Loch in den Kopf um die entstandene Hirnblutung zu behandeln, doch der junge König überlebte den Eingriff nicht.

Während die mittelalterlichen Behandlungsmethoden heute barbarisch wirken, waren sie doch zumindest teilweise von Erfolg gekrönt: Der Schädel einer ca. 45-jährigen Frau ergab, dass sie die Trepanation mittels Schaben eines Loches überlebte und danach noch eine ganze Weile weiterlebte, während der Schädelknochen zu heilen begann. Ob sie dann doch noch an den Spätfolgen der Operation verstarb, ist unbekannt.

Der Besitzer des anderen Schädels hatte weniger Glück: Der ca. 50-jährige Mann, in dessen Schädelknochen ein Loch gebohrt wurde, überlebte den Eingriff nicht oder war womöglich sogar schon vorher tot.

Wie Steinzeitmenschen die Bewegungen von Tieren darstellten

Archäologen haben die von den Steinzeitmenschen Tierdarstellungen in den französischen und spanischen Höhlen näher untersucht und stellten dabei fest, dass schon vor 30.000 Jahren die Menschen versucht haben die Bewegungsabläufe der dargestellten Tiere zu zeichnen.

Zuerst vermutete man bei den teilweise übereinander gemalten Beine, dass es sich um Korrekturen handelt, doch jetzt kam man zur Überzeugung, dass dadurch die Bewegungen gezeigt werden sollten. So findet man in den französischen Höhlen von Höhlen Chauvet an der Ardèche insgesamt 53 Höhlenzeichnungen und bei zwölf Bildern sind teilweise mehrere Zeichnungen übereinander angeordnet, wie beispielsweise ein Büffel mit acht Beinen. Aber auch später hat man mit Hilfe von Knochenscheiben, auf denen sich verschiedene Abbildungen mit kleinen Unterschieden befanden, versucht Bewegungsabläufe darzustellen, indem diese Scheiben schnell gedreht wurden.

So ähnlich entstanden auch die ersten Trickfilme und mancher Kinogänger wird sich an den Film aus dem Jahr 1968 "Zur Sache Schätzchen" mit Uschi Glas und Werner Enke erinnern, worin Martin (Werner Enke) seiner Freundin Barbara (Uschi Glas) seinen selbst gezeichneten Trickfilm (auf kleinen Karten gemalte Strichmännchen) vorführt.

Welche Kleidung die Menschen in der Eisenzeit trugen

Vor etwa 2.200 Jahren, in der Eisenzeit, war die Kleidung der Menschen zum Teil recht farbenfroh, wie Kleidungsstücke von entdeckten Moorleichen in Skandinavien beweisen. Die dänische Archäologin Ulla Mannering hatte 180 verschiedene Kleidungsstücke, die von 26 gefundenen Morrleichen stammen, untersucht. Besonders eine weibliche Leiche, die Frau von Huldremose, war recht außergewöhnlich, denn einer ihrer Umhänge bestand aus 14 verschiedenen Lammfellen, die bunt gefärbt waren.

Die Moorleiche von Huldremose wurde im Jahr 1879 in einem Moor in Jütland entdeckt und man schätzt das Alter auf 2.200 Jahre. Die Menschen in der Eisenzeit benutzten für das Färben ihrer Kleidung in der Hauptsache Rottöne, Gelb- oder Blautöne. Bei den Moorleichen handelt es sich aber nicht um arme Leute oder Verbrecher, wie die Funde zeigen, sondern auch um reiche Menschen, die die neueste Mode trugen.

In Mitteleuropa begann die Eisenzeit im 8. Jahrhundert vor Christus (frühe Eisenzeit) und danach ab 450 Jahre vor Christus bis zum 1. Jahrhundert vor Christus dauerte die Spätere oder auch Jüngere Eisenzeit.

Grabtuch aus Brennesselfasern: Steinzeitmenschen nutzen Pflanzen zum Weben

Schon lange bevor der Mensch Stoffe aus Wolle webte, wurden Pflanzenfasern zur Herstellung von Textilien verwendet: Ein jetzt in Lusehøj in Dänemark gefundenes 2800 Jahre alte Grabtuch aus der Bronzezeit wurde aus Brennesseln gewebt, stellten Forscher fest. Interessant dabei: Die Brennesseln stammten gar nicht aus Dänemark, sondern aus der österreichischen Steiermark.

Dies berichten Forscher der Universität Bergen im Fachjournal Scientific Records, die das Grabtuch einer Strontium-Isotopen-Analyse unterzogen. Schon zuvor war im gleichen Grab eine Urne entdeckt worden, die ebenfalls aus den Alpen stammte. Die Forscher vermuten, dass der Tote einer der wenigen reichen dänischen Händler gewesen war, der Metalle und scheinbar auch Textilien aus dem Süden nach Dänemark importierte.

Für die Wissenschaft ist die Analyse eine große Entdeckung: Bislang waren Archäologen davon ausgegangen, dass die Menschen der Steinzeit lediglich lokale Materialien wie Flachs oder Tierfelle trugen. Dass Wildpflanzen zur Textilherstellung verwendet und sogar über viele hundert Kilometer exportiert wurden, war jedoch bislang unbekannt.

Altersbestimmung von archäologischen Gegenständen durch die Radiokarbonmethode

Durch die Optimierung der Radiokarbonmethode durch ein internationales Forscherteam der britischen Oxford-Universität kann die Altersbestimmung von archäologischen Objekten künftig noch genauer durchgeführt werden. Dies betrifft besonders gefundene Gegenstände, welche älter als 12.500 Jahre sind, deren Alter bislang lediglich grob geschätzt wurde.

Mit Hilfe der verbesserten Radiokarbonmethode konnten die Wissenschaftlern nun den Radiokarbongehalt in den Schichten des Suigetsu See in Japan exakt bestimmen. In Zukunft können somit auch zuvor durchgeführte Altersbestimmungen korrigiert werden, dessen genaues Alter bislang unbekannt war.

Polynesien - Forscher kennen jetzt den Zeitpunkt der Erstbesiedlung

Um die Besiedlung Polynesiens gibt es noch immer viele Rätsel. So ist bis heute weder die Art und Weise noch der Zeitrahmen abschließend geklärt. Es existieren jedoch zahlreiche Theorien, allerdings sind viele Zeugnisse der alten polynesischen Kultur unwiederbringlich verloren.

Kanadische Archäologen sind sich aufgrund von Werkzeugfunden jedoch sicher, dass die Erstbesiedlung Tongas, das zu Polynesien gehört, zwischen 896 und 880 v. Chr. stattgefunden haben muss. Anhand von Feilen, die die Forscher an dem Ort fanden, an dem die ersten Siedler ihre Siedlung errichtet hatten, konnten sie diesen Zeitraum bestimmen. Die Zugewanderten verwendeten Korallen als Feilen, um Muscheln und Holz glatt zu polieren.

Dieser Grad an Präzision in der Datierung lasse sich unmöglich mit Hilfe von Radiokarbon oder anderen Datierungstechniken erreichen, erklärte einer der beteiligten Archäologen.

Wie haben sich die Menschen früher ernährt - Forscher untersuchen Darminhalte

Forscher können über den Darminhalt von alten Leichenfunden feststellen, beispielsweise auch beim bekannten Ötzi, wie sich die Menschen seinerzeit ernährt haben.

Im Laufe der Jahrtausende hat sich auch die Darmflora bei den Menschen geändert und die Forscher haben bei Untersuchungen von uralten Kotproben, die man auch als Koprolithen bezeichnet, festgestellt, dass diese vergleichbar sind mit denen von heute in Afrika in ländlichen Gebieten lebenden Einwohnern.

Die amerikanischen Forscher hatten bei ihren Untersuchungen drei Fundorte im Visier, so einmal Überreste aus dem Südwesten der USA, die zirka 8.000 Jahre alt sind, sowie zwei Funde in Mexiko und in Chile, die etwa 1.400 und 1.600 Jahre alt sind.

Mit Hilfe von DNA-Untersuchungen konnte man die Zusammensetzung der Darmflora, das heißt welche Bakterien vorhanden waren, mit heute lebenden Menschen vergleichen.

Viel Luxus bei den Hopewell Indianern

Zwei brasilianische Ureinwohner mit blauem Federschmuck spielen auf einer Holzflöte
Native Brazilian guys playing wooden flute at an indigenous tribe in the Amazon © filipefrazao - www.fotolia.de

Die so genannten Hopewell im südöstlichen Ohio waren nach der Analyse ihrer Pfeifen allem Anschein nach luxusverwöhnte Genießer. Damals herrschte am Tremper Mound ein reger Handel, wo dutzende Anbieter von weit her kamen, um ihre exotischen Waren zu verkaufen. Anstelle von lokalen Steinen wurden die speziellen Steinpfeifen aus Steinen wie dem Catlinit des oberen Mitteleren Westen gefertigt, welcher importiert werden musste.

Laut Archäologen besaßen die Hopewell Indianer auch keine eigenen Werkstätten für den Pfeifen-Bau, sodass sie bereits fertig bei ihnen ankamen. Dies gilt auch für andere Luxuswaren wie Muscheln von der Golfküste, Aligatorenschädel sowie Glimmer aus den Appalachen und Obsidian aus Wyoming.

Friseurin entdeckt das Geheimnis der Zöpfe der römischen Priesterinnen der Göttin Vesta

Eine solch prachtvolle Frisur aus sieben Zöpfen gelingt nur mit taillenlangem Haar

Nahaufnahme geflochtener blonder Zopf wird zerfranst
Braid one's hair © Max Tactic - www.fotolia.de

Eine amerikanische Friseurin aus Baltimore hat sich mit der Technik des Zopfflechtens der römischen Priesterinnen beschäftigt und war jetzt erfolgreich. Als Vorlage galten die Fotos der römischen Vestalinnen, die Priesterinnen der römischen Göttin Vesta.

Voraussetzungen für die Haarpracht

Diese Priesterinnen, die im Alter zwischen sechs und zehn Jahre für mindestens dreißig Jahre ihren Dienst im Tempel verrichteten, besaßen eine Frisur aus sieben Zöpfen, die aber zusätzlich noch ineinander verdreht wurden. Aber als Grundvoraussetzung für eine solche Frisur mussten die Mädchen lange bis zur Taille reichende Haare haben, wie die Friseurin feststellte.

Das Leben einer Vestalin

Um diese Frisur fertig zu stellen, braucht eine geübte Kraft etwa bis zu 40 Minuten, doch hatten die Priesterinnen seinerzeit dafür genügend Sklaven. Die Aufgabe der Priesterinnen war das Feuer der Göttin Vesta, das niemals erlöschen durfte, zu hüten und für die Reinigung des Tempels mussten sie das Wasser aus der heiligen Quelle der Nymphe Egeria holen.

Zudem hatten sie das absolute Keuschheitsgelübde abgelegt und wer dies brach, der wurde bei lebendigen Leib begraben.

Gentest erkennt Haar- und Augenfarbe

24 Einzelbausteine der DNA geben Aufschluss über wichtige phänotypische Merkmale

3D Grafik DNA weiß auf blauem Hintergrund
dna © cornelius - www.fotolia.de

Selbst nach mehreren Tausend Jahren ist es noch möglich, mithilfe einer DNA-Analyse genaue Informationen über einen damals lebenden Menschen zu erhalten. Die DNA eines Menschen erlaubt auch Rückschlüsse auf die Farbe seiner Haare und Augen. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun eine Methode mit recht hoher Trefferquote entwickelt.

Farbbestimmung per DNA

Ob eine Person blaue oder braune Augen hatte, lässt sich mit diesem Verfahren mit einer Genauigkeit von fast 94 Prozent sagen. Bei der Haarfarbe liegt sie etwas niedriger, und zwar zwischen 70 und 88 Prozent. Erforderlich sind lediglich 24 Einzelbausteine der DNA.

Sikorski: blond und blauäugig

Polnische Forscher haben sich dieses Verfahrens bedient und Überreste des früheren Ministerpräsidenten Wladyslaw Sikorski untersucht. Sikorski war am 4. Juli 1943 bei einem Flugzeugabsturz bei Gibraltar ums Leben gekommen. Von ihm existieren zwar keine Farbfotos, dennoch zeigte der Gentest, dass er blaue Augen und blonde Haare hatte.

Selbst bei menschlichen Überresten aus dem 12. und 14. Jahrhundert war die neuartige Untersuchungsmethode erfolgreich. Sie kann helfen, Opfer von Naturkatastrophen zu identifizieren.

Neue Erkenntnisse durch Ausgrabungen - Im alten Ägypten hungerten alle Klassen gleichermaßen

Wissenschaftler an den spanischen Universitäten Granada sowie Jaen haben neue Erkenntnisse über altägyptischen Herrscherdynastien gewonnen. Die Archäologen graben derzeit in der sogenannten Totenstadt Qubbet el-Hawa, in der Nähe des heutigen Assuan. Neben diversen Inschriften, von deren Auswertung man sich diverse Erkenntnisse über Zusammenleben und Kultur der alten Völker erhofft, sind hier zahlreiche Mumien und Gebeine gefunden worden.

Zur Zeit wird die Stätte mit der Nummer 33 untersucht, die circa 1939 vor Christus gebaut worden sein soll. Unterschiedliche Herrscherdynastien nutzten das Gebiet mindestens bis zum Jahr 1760 vor Christus. Bei der Untersuchung von circa 200 neu ausgegrabenen Mumien ergab sich bereits bei der oberflächlichen Untersuchung eine erste Überraschung. Entgegen aller Annahmen waren nicht nur Untergebene und die normale Bevölkerung von Mangelernährung und Krankheiten gezeichnet, sondern auch die Oberschicht.

Kulturell waren diese Kulturen erstaunlich weit entwickelt. Gleichzeitig litten sie darunter, dass sie nur verschmutztes Wasser aus dem Nil trinken konnten und wenig Möglichkeiten hatten, sich gesund zu ernähren. Die Lebenserwartung lag - quer durch alle Schichten - bei circa 30 Jahren.

Julius Caesar rückte mit seinen Truppen nach Rheinüberquerung bis nach Limburg vor

Bei Bauarbeiten in Hessen an der Autobahn A3, in der Nähe von Limburg, fanden Archäologen die Überreste von zwei römischen Kastellen, die aus der Zeit von Julis Caesar stammen, wie unter anderem auch Schuhnägel beweisen.

So hat also der berühmte römische Feldherr im Gallischen Krieg auch auf der rechten Seite des Rhein schon seine ersten Kastelle gebaut. Das Lager bestand aus zwei Teilen, so einmal das südliche, das auch älter ist, mit einer Größe von zehn Hektar, das zweite nördliche ist nur vier Hektar groß.

In der Nähe des älteren Lagers fanden die Archäologen noch eine alte keltische Siedlung aus dem 3. bis 1. Jahrhunderts vor Christus. Aber wie Funde beweisen, lebten in dieser Siedlung auch noch Kelten, als das erste Lager der Römer durch Caesar in den Jahren um 50 vor Christus errichtet wurde. Später haben dann die Kelten ihre Siedlung verlassen, als die Römer auch noch das zweite Lager bauten.

In seinem "Kriegstagebuch" ("De bello gallico""), das für Lateinschüler Pflichtlektüre ist, hat Caesar auch von Rheinüberschreitungen ausführlich berichtet, die erste war 55 und die zweite im Jahr 53 vor Christus. Aber wie weit er damals in das Landesinnere vorgedrungen war, steht nicht geschrieben.

Minoer waren europäischen und nicht ägyptischen Ursprungs

Sir Arthur John Evans war sich einst sicher, dass das Seevolk der Minoer, deren Paläste auf Kreta er als erster Archäologe ausgegraben hatte, Ägypter sein mussten. Da diese große Ähnlichkeiten mit den Bauwerken der Pharaonen aufwiesen. Wie nun jedoch eine neue Studie beweist, kamen die Minoer nicht etwa aus Ägypten, sondern aus Europa.

Ein Forscherteam der University of Washington verglich die mitochondriale DNA etwa 4.000 Jahre alter Minoer auf dem Lassithi Plateau mit der zeitgleicher Europäer sowie der DNA von Europäern heutiger Zeit und fand heraus, dass die DNA der Minoer sehr ähnlich der DNA der Europäer war, sowohl der aus der Bronzezeit als auch denen der heutigen Zeit. Keine Ähnlichkeit gab es jedoch mit der DNA der Ägypter, was belegen dürfte, dass die Minoer anatolische Bauern als Vorfahren haben dürften, welche vor etwa 9.000 Jahren in Europa ansiedelten.

Sir Arthur Evas Vermutung, die Minoer könnten ägyptischen Ursprungs sein, war jedoch nicht unbegründet. Da die Minoer ein berüchtigtes Seevolk waren, dürften diese wohl auch recht oft an ägyptischen Häfen angelegt haben, wodurch ein reger Austausch möglich gewesen ist.

Die Erfindung des Ackerbaus: Archäologen belegen, dass sie mehrfach erfolgte

Siena: Ackerland in der Toskana, im Hintergrund eine Farm und Zypressen
Tuscany, farmland, cypress trees and road. Siena, Italy. © stevanzz - www.fotolia.de

Laut der Evolutionstheorie hat sich die Menschheit schrittweise aus dem Affen heraus entwickelt. Dabei erlangte sie immer neue Fähigkeiten und passte sich entsprechend an. Nun haben Forscher herausgefunden, dass es zumindest nicht in jeder Hinsicht so linear gelaufen sein kann.

Man geht eigentlich davon aus, dass eine Entdeckung oder eine Erfindung einmalig von einer Gruppe Menschen gemacht wird und dann an andere mittels Sprache oder auch Aufzeichnungen übergeben wird. Zumindest beim Ackerbau war dies aber offenbar nicht der Fall. Archäologen konnten dank ihrer Ausgrabungen nun belegen, dass der Ackerbau mehrfach "neu" erfunden wurde.

Vor rund 12.000 Jahren kam es in der Menschheit zur sogenannten "neolithischen Revolution". Diese fand aber nicht, wie bisher angenommen, an einem Ort allein statt, sondern zeitgleich an diversen Orten. Man hat nun eine Form von Ur-Getreide im Iran gefunden. Es ist aber bereits bekannt, dass zur gleichen Zeit ähnliche Methoden des Ackerbau in anderen Ländern des Ostens (heutiges Israel und die heutige Türkei) genutzt wurden.

Die Menschen in den räumlich weit auseinanderliegenden Orte hatten folglich zeitgleich eine vergleichbare Idee. In beiden Regionen fand man nicht nur Hinweise auf Ur-Getreide, sondern auch auf antike Haushaltsgeräte, die beim Verarbeiten der Ackerbauprodukte wichtig waren. Darunter zählen auch erste Mörser, um das gesammelte Getreide weiter zu bearbeiten.

Die Forscher sehen ihre Entdeckung als einen großen Schritt. Zum einen kann man nun noch genauer belegen, wie sich die Menschheit von den umherziehenden Nomaden zu niedergelassenen Bauern entwickelte. Zum anderen weiß man nun, dass die Erfindung des Ackerbaus nicht so einfach festgelegt werden kann, wie bisher.

Erstmals Anzeichen für ein antikes Lager der Römer in Mitteldeutschland entdeckt

Fossil auf Stein, Archäologie
Fossil © Michael Gray - www.fotolia.de

Dass die Römer vor gut 2000 Jahren in weiten Teilen Deutschlands präsent waren, ist dank zahlloser Fundstücke aus längst vergangenen Zeiten, wie etwa einem erst 2012 bei Hermeskeil in Rheinland-Pfalz entdeckten Römerlager, das zumindest hierzulande das bislang älteste Bekannte seiner Art sein dürfte, hinreichend bekannt.

Die Römer in Mitteldeutschland

Doch wenngleich Archäologen bis heute immer wieder auf antike Spuren der Römer stoßen, gleicht es dennoch einer Sensation, dass nun auch nahe des thüringischen Dorfes Hachelbich im Kyffhäuserkreis Anzeichen eines römischen Marschlagers aus dem Zeitraum zwischen dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus gefunden worden seien. Bislang stammten archäologische Funde nämlich zumeist aus dem Südwesten des heutigen Deutschlands, der von etwa 50 vor Christus an für knapp 500 Jahre bis hin zur Elbe sogar fest zum Römischen Reich gehörte.

Weil sich Rom aber nicht zuletzt aufgrund der verheerenden Niederlage in der Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus, in der drei Legionen mit 25.000 römischen Soldaten von germanischen Kriegern in der Nähe von Osnabrück in einen Hinterhalt gelockt wurden, fortan auf sein bisheriges Herrschaftsgebiet auf deutschem Boden beschränkte, waren nordöstlich des Rheins an sich auch keine Anzeichen für eine dauerhafte Besetzung vonseiten Roms zu erwarten.

Da das bei Hachelbich gefundene Lager laut dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie aber dennoch alle Charakteristika aufweise, die für ein römisches Marschlager aus jener Zeit typisch seien, darf davon ausgegangen werden, dass es wohl im Rahmen eines einfachen Feldzuges bloß zur kurzfristigen Unterbringung von Soldaten errichtet wurde.

Um welchen Feldzug es sich dabei gehandelt habe, könne jedoch noch nicht gesagt werden, zumal man dafür erst den Zeitpunkt der Errichtung des Lagers näher bestimmen müsse.

Rätsel um die Herkunft des Goldes der Himmelsscheibe von Nebra mit neuem Analyseverfahren gelöst

Laserverfahren lüftet Geheimnis um Herkunft des Goldes der Himmelsscheibe

Die 1999 entdeckte Himmelsscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung. Sie ist ungefähr 3700 bis 4100 Jahre alt.

Bislang rätselten Experten, woher das Gold, aus dem Sonne, Sterne und Mond bestehen, stammt. Nun nutzten Wissenschaftler aus Mannheim ein neuartiges Laserverfahren, mit dem sie die Herkunft des Edelmetalls bestimmen konnten.

Demnach kommt das Gold aus dem Fluss Carnon im englischen Cornwall. Um die Herkunft des Goldes genau zu erkunden, verglichen die Forscher gut 350 Goldlagerstätten in ganz Europa.

Grundinformationen und Hinweise zur Archäologie

  • Archäologie - Definition, Geschichte, Spezialgebiete, Methoden und Präsentation

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: ammonite © Lagui - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Skeleton and archaeological tools.Training for dig fossil. © lufeethebear - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Archaeopteryx fossils © gekaskr - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Fossil © Michael Gray - www.fotolia.de

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