Gewässerschutz - Ziele und Möglichkeiten

Ein See inmitten zahlreicher Bäume, Waldlandschaft

Wissenswertes zum Gewässerschutz

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  • von Paradisi-Redaktion

Einen weiteren wichtigen Bestandteil des Umweltschutzes stellt der Gewässerschutz dar. Er soll Oberflächengewässer und Grundwasser vor Schäden schützen. Gewässerschutz kann mit und ohne Nutzungsinteressen betrieben werden. In vielen Fällen spielt auch der Bodenschutz eine wichtige Rolle. Informieren Sie sich über die Ziele und Möglichkeiten des Gewässerschutzes.

Gewässerschutz - Eine Definition

Beim Gewässerschutz handelt es sich um Schutzmaßnahmen, mit denen Gewässer wie

  • Grundwasser
  • Oberflächengewässer und
  • Küstengewässer

vor Schäden geschützt werden sollen. Man betreibt den Gewässerschutz teilweise nutzungsorientiert, aber auch ohne Nutzungsinteressen. Nicht selten besteht eine Verbindung zum Bodenschutz.

Ziel und Zweck des Gewässerschutzes

Zu den wichtigsten Aufgaben des Gewässerschutzes gehört die Reinhaltung des Wassers, damit es sich als Trinkwasser oder Brauchwasser nutzen lässt. Darüber hinaus werden vom Wasser abhängige Ökosysteme geschützt, was eine Teilaufgabe des Naturschutzes ist.

Der Schutz des Grundwassers nimmt eine besonders wichtige Rolle beim Gewässerschutz ein, da es ein existentielles Element des Naturhaushaltes bildet und bedeutende ökologische Funktionen hat. Außerdem stellt das Grundwasser die wichtigste Trinkwasserquelle in Deutschland dar. Daher dient der Wasserschutz dazu, das Grundwasser vor schädlichen Verunreinigungen und Veränderungen vorsorgend und flächendeckend zu schützen.

Seifenblase auf Wasseroberfläche in grüner Natur
Seifenblase auf Wasseroberfläche in grüner Natur

Bestandteile des Bodenschutze

Der Bodenschutz stellt das Schutzgut Boden in den Mittelpunkt. Diesen gilt es vor Schäden und Funktionsverlust zu bewahren. Dazu zählt auch die Sicherung oder Wiederherstellung seiner Funktionen.

Verglichen mit den anderen Gütern des Umweltschutzes ist die Schutzwürdigkeit des Bodens noch nicht besonders alt. Dass der Boden Gefährdungen ausgesetzt ist, ist den Menschen lange bewusst. Jedoch gibt es einige Faktoren, die dieses Gut uninteressanter machen bzw. als weniger gefährdet erscheinen lassen:

  • die gefühlte Unerschöpflichkeit
  • die Wahrnehmung als Dreck
  • die Nichtbeachtung zahlreicher Böden in der Ackernutzung
  • das Überangebot an Nahrung in Industrienationen, was nicht an Verknappung denken lässt
  • der Mangel an schnell sichtbaren Schäden
  • die mangelnde Aufklärung und Information in Schulen und Medien

Hauptsächliche Ziele sind

  • der Schutz vor Verdichtung, Kontamination und Bebauung
  • der Erhalt von Humus
  • die Verringerung der Auswaschung und Erosion
  • die Verringerung der Schadstoffbelastungen
  • die Planung nachhaltiger Bodennutzung
Sommerlandschaft mit Fluss und blauem Himmel
Sommerlandschaft mit Fluss und blauem Himmel

Gefahren für Gewässer und Grundwasser

Grundwasser und Oberflächengewässer sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt. So kann das Grundwasser durch Abfälle aus Industrie und Privathaushalten oder Abwasser aus undichten Kanalisationsröhren in Mitleidenschaft gezogen werden.

Aber auch übertriebenes Düngen von landwirtschaftlichen Feldern mit Gülle und Mist aus der Massentierhaltung oder freigesetzte Schadstoffe in Industrieanlagen können die Qualität des Grundwassers beeinträchtigen.

Oberflächengewässer sehen sich häufig

  • Schadstoffen aus der Luft
  • ungeklärtem Abwasser oder
  • Pflanzenschutzmitteln

ausgesetzt. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass es durch Schiffsunglücke oder Brände in Industrieanlagen zur Freisetzung von schädlichen Substanzen im Wasser kommt.

Möglichkeiten zum Wasserschutz

Um die Qualität des Wassers zu erhalten oder zu verbessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören u.a.

  • der verminderte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln in der Landwirtschaft
  • der Verzicht auf wasserschädigende Stoffe
  • eine ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen
  • Maßnahmen zur Abwasserableitung
  • die Vorbeugung von Störfällen und Unfällen
  • Säuberungsaktionen von Gewässern
  • die Beachtung von Schutzgebieten für Pflanzen und Tieren an Gewässern
  • die Mithilfe bei Säuberungsaktionen von Gewässern
  • das Sauberhalten des Ufers sowie
  • das Verwenden von umweltfreundlichen Putz- und Waschmitteln.

Experten empfehlen zudem, Wasser nicht zu verschwenden und falls möglich, Regenwasser zu nutzen. Des Weiteren sollten kein Fett oder Öl ins Wasser eingebracht werden.

Chemikalien unbekannter Herkunft schwimmen in den deutschen Flüssen

TMDD gefährdet die Umwelt - wurde in NRW-Flüssen entdeckt

Naturaufnahme Saarschleife, Saar
saarschleife © manolito - www.fotolia.de

In den deutschen Flüssen entdeckten Wissenschaftler ein Tensid, namens TMDD, doch sie wissen bislang noch nicht, woher diese Chemikalie stammt.

Wie auch der Professor für Umweltanalytik an der Frankfurter Universität erklärt, ist dieser Stoff am meisten von allen Fremdstoffen in unseren Gewässern zu finden. Aber noch kennt man auch nicht die Gefahr, die davon ausgeht. TMDD wird in Farbstoffen und unter anderem in den Patronen für die Tintenstrahldrucker verwendet. Aber auch in Papier, Holz, Kunststoff oder Beton findet man TMDD.

Größe des Umweltschadens unbekannt

Regelmäßige Überprüfungen auf die Konzentration in den Flüssen werden in den NRW-Flüssen Rhein, Ruhr, Sieg, Wupper und Lippe gemacht. Wie schädlich der Stoff für die Umwelt ist, weiß man noch nicht, und TMDD gehört nur zu der kleinsten Klasse für Wassergefährdung und gilt als leicht abbaubar.

Jetzt soll aber geklärt werden, wie überhaupt TMDD in die Flüsse gelangen kann, als Vermutung wird die Papierindustrie genannt, was aber von Chemikern vom Münchener Forschungsinstitut der Druckindustrie bezweifelt wird.

Gewässer werden zunehmend durch Medikamentenwirkstoffe verseucht

Fachgerechte Entsorgung von Medikamenten sorgt für den Erhalt der Lebensräume von Wassertieren

Holzsteg in See, am Ufer Bäume und grüne Wiesen
idyll © fotoman_65 - www.fotolia.de

Jährlich gelangen Tonnen von Medikamenten durch das Abwasser ins Grundwasser und zerstören so immer mehr den Lebensraum für viele Tiere. Ein Großteil dieser Verschmutzung entsteht durch die falsche Entsorgung von Medikamenten, die viele Patienten einfach die Toilette runterspülen. Dabei gehören alle Arzneimittel, die nicht mehr gebraucht werden (außer Krebsmittel), in den Hausmüll.

Medikamentenwirkstoffe im Grundwasser

Was wir jedoch nicht wissen, ist das rund 80% von den Wirkstoffen der eingenommen Medikamente auch über den Urin in das Abwasser gelangen. Allein auf diese Weise wird das Grundwasser mit fast 63 Tonnen Medikamenten jährlich vergiftet. Bisher konnte man an den Wasseroberflächen etwa 150 und im tieferen Grundwasser fast 40 verschiedene Medikamentenwirkstoffe feststellen.

Eindämmung der gesundheitlichen Schäden von Wassertieren

Für die Menschen ist bisher keine Gefahr bekannt, aber die Wassertiere, vor allem Fische, tragen durch diesen Medikamentencocktail gesundheitliche Schäden davon. Daher sollten in Zukunft Verbraucher und auch Ärzte nur in Notfällen zu Medikamenten greifen und diese sorgfältig dosieren, sowie auf eine fachgerechte Entsorgung der alten Medikamente achten.

Das Meer ist eine große Müllhalde

Nicht nur an den Küsten der Ozeane findet man riesige Müllberge, sondern auch mitten auf dem Wasser schwimmen große Mengen von Plastikmüll, so dass Experten diese auf 100 Millionen Tonnen schätzen. Bestand früher noch das Treibgut an den Küsten meistens aus Holz, das aber bereits auch nach einigen Jahren verrottet, so geht es heute um Platikflaschen, Aluminiumdoesen, Styropor und vor allem alte Reste von Fischernetzen.

Durch die verschiedenen Meeresströmungen gelangt nun der ganze Müll auch an die entlegensten Stellen, so sterben auf den Midway-Inseln die Albatrosse, weil sie nach den schwimmenden Plastikteilen schnappen und diese dann ihren Magen verkleben. Aber auch Meeresschildkröten verenden in den alten Fischernetzen.

Da die Plastikteile sich nur langsam auflösen und auch biologisch nicht abbaubar sind, schwimmen die winzigen Teile im Meerwasser und gelangen so auch in die Fische und schließlich landen sie auch auf unserem Küchentisch.

Kohlendioxid schädigt den Hörsinn der Clownfische

Je höher der Kohlendioxidgehalt in den Meeren desto schlechter der Hörsinn von Clownfischen

Taucherin mit Taschenlampe beobachtet Fisch
Female diver exploring colorful reef fishes © uwimages - www.fotolia.de

Die Clownfische, beziehungsweise Anemonenfische, verstecken sich vor ihren Feinden zwischen den Anemonen, wo sie dann nicht gesehen werde. Doch bevor sie sich verstecken können, müssen sie auch ihre Feinde wahrnehmen, denn die etwa nur 16 Zentimeter großen Fische sind nicht die Schnellsten, so sind sie auf ihren Hörsinn angewiesen. Jetzt haben Forscher festgestellt, dass das Kohlendioxid, das sich auf den Klimawandel auswirkt auch zu einem Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in den Meeren führt und dadurch der Hörsinn der Fische gestört wird.

Untersuchung des erhöhten Kohlendioxid-Gehalts auf Fische in Aquarien

Durch verschiedene Labor-Versuche konnten die Wissenschaftler die Auswirkung nachweisen, so wurde der CO2-Gehalt in den einzelnen Aquarien verändert. Danach wurden den Fischen die natürlichen Geräusche der Raubfische, die man vorher in einem Korallenriff aufgenommen hatte, vorgespielt. Bei einem CO2-Gehalt wie er zurzeit vorhanden ist, reagierten die Fische sofort und versteckten sich.

Je höher der CO2-Gehalt aber im Wasser war, desto langsamer reagierten die Fische, beziehungsweise zeigten sie zum Teil keinerlei Anstrengungen sich zu verstecken. Die Forscher glauben, dass der Hörsinn durch die höhere CO2-Konzentration negativ beeinflusst wird.

Zu hohe Giftbelastung durch die Ackerwirtschaft in den angrenzenden Gewässern

Forscher entdeckten in den Gewässern, die an landwirtschaftlich genutzte Äcker grenzen, eine zu hohe Giftbelastung durch Pflanzenschutzmittel (Insektizide), die auf den Äckern versprüht werden. So übersteigen die festgestellten Werte um ein Vielfaches denen der vorher berechneten Werte.

Durch die Insektizide, die in der Landwirtschaft sehr viel verwendet werden, können aber auch andere Tiere sterben, wenn die Mittel beispielsweise durch Regen in die Bäche und Flüsse gelangen.

Vor drei Jahren wurden in Deutschland und in der EU neue Vorschriften herausgegeben, die die Dosierung der Pflanzenschutzmitteln vorschreiben, doch anscheinend war dieses Verfahren nicht richtig, wie die neueste Studie belegt, die von der Universität Koblenz-Landau erstellt wurde.

Klimawandel bedroht Korallen stärker als angenommen: 70 Prozent bis 2030 dauerhaft geschädigt

Blauer exotischer Fisch im Meer
marine fish © Johnny Lye - www.fotolia.de

Wie sehr der globale Erwärmung den Korallenriffen weltweit zusetzt, macht jetzt eine neue Studie deutlich, die Korallen an insgesamt 2160 Standorten in aller Welt untersuchte. Dabei wurden für jeden Standort mehrere verschiedene Szenarien durchgespielt, die vor allem eines deutlich machten: Wenn auch nur die Hälfte der heutigen Korallenriffe gerettet werden soll, müsste die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad mehr begrenzt werden. Dabei scheitern die meisten Staaten heute schon daran, das gesetzte Ziel von 2 Grad mehr einzuhalten.

Höhere Wassertemperaturen führen dazu, dass die Symbiose zwischen Korallen und Mikro-Algen gestört wird, die die Korallen mit Energie und Farbe versorgen – dies führt wiederum zu der gefürchteten Korallenbleiche, die immer wieder in allen Weltmeeren beobachtet wird. Forscher hoffen noch, dass die Korallen, die über einen Lebenszyklus von 5 bis 100 Jahren verfügen, die Möglichkeit haben werden, sich dem Klimawandel anzupassen indem sie eine neue Symbiose mit wärmeresistenten Algen eingehen.

Ein weiteres Problem, dass den Korallen zu schaffen macht, ist die steigende Versauerung der Ozeane durch Kohlendioxid und die Meeresverschmutzung. Ob sich die Korallen gegen all diese Feinde zur Wehr setzen können, bleibt abzuwarten. Erfolgt keine Besserung, werden bis 2030 70% aller Korallenriffe dauerhaft geschädigt sein.

Vorsicht am Wattenmeer - Im Schlickgras wächst giftiges Mutterkorn

Wissenschaftler des Instituts für Botanik der Leibniz Universität Hannover entdeckten an der Nordsee im Schlickgras einen violett-schwarzen, sporenartigen Bewuchs. Den giftigen Pilz Mutterkorn, der eigentlich meist Getreidepflanzen befällt.

In der Landwirtschaft wird das Getreide gesiebt, so dass der Pilz keine Gefahr für Menschen darstellt, obwohl das Mutterkorn zu geistiger Verwirrung und zu Organschäden führen kann, die tödlich enden.

Die Wissenschaftler untersuchten die Wattenmeerküste von Dänemark bis zu den Niederlanden. Immer wieder wurden sie fündig. Nach der Untersuchung der Giftkonzentration stellten sie fest, dass die Konzentration im Schlickgras das Mutterkorn beim Roggen sogar übertrifft.

Schlickgras dient zur Küstenbefestigung und kommt überall bis an die Deiche heran. Die Gefährdung könnte somit Tiere wie Hunde, oder Schafe treffen, aber auch für kleine Kinder bestehen.

Die Wissenschaftler informierten inzwischen die Nationalparkverwaltung und die Ämter. Mit Hilfe von Experten sollte die Ausbreitung des Schlickgrases eingedämmt werden. Das Verhindern von Schlickgras durch Verbrennen oder Mähen hat sich bisher als wenig erfolgreich herausgestellt.

Meereslebewesen passen sich Veränderungen an - Ausbreitung der antarktischen Glasschwämme

Korallen und Fische im Aquarium oder Meer
Coral and fish in the Red Sea.Egypt © Brian Kinney - www.fotolia.de

Es ist eine Tatsache, dass die Eisflächen in der Antarktis schmelzen. Dass sich die Lebewesen dort verändern werden, war abzusehen. Allerdings war den Forschern bisher nicht klar, dass sich die Lebensgemeinschaften im Grunde des Meeres so schnell verändern würden.

1995 ist ein Eispanzer zerfallen, der bis zu 200 Meter dick gewesen ist. Dadurch bahnte sich das Sonnenlicht Platz bis in die Tiefe. Statt Dunkelheit, Kälte und Futterknappheit gab es auf einmal Licht.

Dadurch breitete sich das Plankton aus und kurbelte so die Nahrungskette an. Insbesondere die Antarktischen Glasschwämme vermehrten sich und wuchsen trotz Minustemperaturen von zwei Grad Celsius auf das Dreifache an. Sie fressen das Plankton im Wasser und haben zwei Meter große Körper, die an Vasen erinnern. Viele Meeresbewohner nutzen sie als Versteck- und Laichmöglichkeit. Schwämme sind wie Städte am Grund des Meeres und damit Mittelpunkt des Lebens.

Seeotter bringen Seegraswiesen zum Blühen

Es wird ein Umdenken im Naturschutz gefordert, nachdem ein Forscherteam aus Kalifornien herausgefunden hat, dass es nicht immer zwingend notwendig ist, mit dem Schutz bei der untersten Schicht der Nahrungskette anzufangen. Die Forscher haben den Zusammenhang zwischen den Seegraswiesen an der Küste Kaliforniens und der Anwesenheit der Seeotter erforscht und dabei Erstaunliches herausgefunden.

In der Zeit, in der die Otter nicht in großen Massen dort lebten, gedieh das Seegras nur sehr schlecht. Am etwa 11 Kilometer langen Mündungstrichter vor San Francisco wird vom Ackerbau her sehr nährstoffreiches Wasser in das Meer gespült und so kommt es zu einer Überpopulation von Algen durch Überdüngung. Das Seegras wird von einem Teppich aus Algen überdeckt, welches dem Gras das Licht nimmt. Kehren die Seeotter zurück, so beginnt eine bislang unbekannte Kettenreaktion, die sich sehr positiv auf das Seegras auswirkt.

Die Seeotter fressen mit Vorliebe Krabben. Diese wiederum haben hauptsächlich Schnecken und kleine Meeresasseln auf ihrem Speiseplan. Verringert sich die Population der Krabben, dann können sich die Asseln und Schnecken viel schneller vermehren. Diese gelten als „Weidetiere“ der Unterwasserwelt und machen sich mit einem Heißhunger über die Algen her. Die Folge: Die Seegraswiesen erblühen regelrecht.

Seegraswiesen sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und gelten als Kinderstube für unzählige Fischarten. Die Erkenntnis, dass sogar Tiere, die bei der Nahrungskette oben stehen, einen so gravierenden Einfluss auf das Ökosystem haben können, sollte zu einem raschen Umdenken im Naturschutz führen.

Umweltverschmutzung im Ferienparadies: Der Gardasee ist zum Plastiksee geworden

Blick von einem Baum am Ufer aus auf den Gardasee in Italien
Gardasee bei Assenza in Italien © Viola F. Ording - www.fotolia.de

Der auch bei deutschen Urlaubern sehr beliebte Gardasee in Oberitalien ist an seinem Nordufer zehnmal so stark verschmutzt wie an seinem Südufer. An den Stränden bei Riva del Garda wurde eine ähnlich hohe Belastung festgestellt wie an stark verschmutzten Stränden der Mittelmeerküste.

Plastikpartikel werden durch den Wind an das Nordufer getrieben

Dabei handelt es sich vor allem um mikroskopisch kleine Plastikpartikel, in die sich Verpackungen und anderer Müll auflösen, nachdem sie im See "entsorgt" wurden. Durch den "Ora", den beständig wehenden Wind am Gardasee, werden die Partikel ans Nordufer getrieben, wo sie sich zum "Plastiksee" konzentriert haben.

Die winzigen Plastikteile werden häufig von Würmern, Muscheln, Schnecken und anderen winzigen Bewohnern des Sees aufgenommen, die dann wiederum von Fischen gefressen werden. Kommt der Fisch dann frisch gegrillt auf den Restaurant-Teller, verspeist der Mensch die Plastikpartikel gleich mit.

Problem des Plastikmülls größer als angenommen

Zwar ist das Problem des Plastikmülls in den Weltmeeren schon lange bekannt, doch Wissenschaftler befürchten, dass die Verschmutzung tatsächlich noch viel größer ist als angenommen, da die winzigen Plastikpartikel häufig nicht wahrgenommen werden.

Für Schlagzeilen sorgt immer wieder der gigantische Müllstrudel im nördlichen Pazifik, der sich aus mittlerweile 100 Millionen Tonnen Kunststoff zusammensetzt.

Wirkstoffe aus Medikamenten belasten zunehmend die Umwelt

Nahaufnahme Paletten mit bunten Pillen
Packs of pills © Nikolai Sorokin - www.fotolia.de

Wie das deutsche Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau mitteilte, belasten Rückstände von Wirkstoffen aus Medikamenten zunehmend die Umwelt. Davon seien nicht nur die Industrieländer betroffen, sondern auch Schwellenländer und Entwicklungsländer.

Die Wirkstoffe ließen sich in Gewässern und Bodenproben nachweisen. Es gibt rund 650 verschiedene Stoffe, die bereits nachgewiesen werden konnten. Allein 17 kamen in allen Regionen weltweit vor.

Die am häufigsten vorkommenden Wirkstoffe und wie sie in die Umwelt gelangen

Spitzenreiter ist der Wirkstoff Diclofenac, welcher vor allem in Schmerzmitteln vorkommt. Des Weiteren wurden Rückstände von Carbamazepin, Ibuprofen, sowie dem Anti-Baby-Pillen Hormon Ethinylestradiol nachgewiesen. Es wurden sogar Rückstände von Antibiotikum gefunden.

Diese Wirkstoffe gelangen meist über das Abwassersystem in die Umwelt, denn zum einen werden die Medikamente niemals vollständig vom Körper abgebaut und zum anderen entsorgen nach wie einige Menschen leichtsinnig ihre Medikamente über das Abflussrohr.

Welche langfristigen Auswirkungen das auf das Ökosystem und die Tierwelt haben wird, ist heute noch nicht abzusehen. Allerdings wurden schon erste Schädigungen bei Fischen nachgewiesen.

Verschmutzung der Ozeane - Müll selbst in Tiefseegräben

Segelschiff im Hintergrund mit eingeholten Segeln auf dem Schwarzen Meer, im Vordergrund Felsen und Sträucher
segelschiff © Sven Käppler - www.fotolia.de

Alle europäischen Meere sind verschmutzt. Selbst am Meeresboden liegt massenhaft Müll. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie.

Ein internationales Wissenschaftlerteam wertete für die Untersuchung Bildmaterial von Tauch-Expeditionen und Proben aus Schleppnetzen aus. Dabei stellte sich heraus, dass die Verschmutzung weitaus größer ist als bislang angenommen.

Besonders viel Unrat findet sich im Atlantik und im Mittelmeer, und zwar sowohl in flachen Küstenregionen als auch in Tiefseegräben mit bis zu 4500 Metern Tiefe. Sogar am Mittelatlantischen Rücken, gut 2000 Kilometer von der Küste entfernt, entdeckten die Forscher große Mengen Müll. Besonders stark verschmutzt sind unterseeische Gräben vor der Küste Portugals.

Was für Auswirkungen hat die Verschmutzung?

Der größte Anteil ist Plastikmüll, speziell von Flaschen und Tüten (41 Prozent). Ein Drittel der Verschmutzung machen Leinen und Netze aus dem Bereich der Fischerei aus. Die Wissenschaftler konnten auch sehr viel Metall, Holz, Papier, Keramik und Glas ausmachen.

Jährlich gelangen 6,4 Tonnen Müll ins Meer. Selbst bis weit nach Norden in die Arktis ist der Unrat schon vorgedrungen. Er liegt sogar in großen Wassertiefen, von denen selbst die Experten kaum etwas wissen. Der Müll ist dabei in Regionen vorgedrungen, die Menschen noch gar nicht erreicht haben.

Kunststoffe sind extrem beständig und überdauern im Meer hunderte von Jahren. Sie zerfallen langsam in Mikropartikel, die von Tieren gefressen werden. Dadurch gelangen sie in die Nahrungskette und kommen letztlich auch beim Menschen an. In einigen Nordsee-Fischen und Langusten ist bereits Mikroplastik aufgetaucht.

Geringe Strafen für Umweltsünder - Belastung der Weltmeere durch Abfall nimmt zu

In den Weltmeeren findet sich immer mehr Plastikmüll. 6,4 Millionen Tonnen Abfall gelangen pro Jahr in die Ozeane. Der Unrat ist eine große Gefahr für alle Tiere, die im und am Wasser leben. Allein eine Million Seevögel verenden jedes Jahr, weil sie Müll gefressen haben. Die immer feiner zersetzten Plastikpartikel ziehen darüber hinaus im Wasser verteilte Giftstoffe an. Werden sie von Meeresorganismen aufgenommen, gelangen sie als Teil der Nahrungskette bis zu uns Menschen.

Illegale Müllentsorgung in den Weltmeeren

Die Strafen für illegale Müllentsorgung sind jedoch sehr niedrig. Es sind zwar Bußgelder bis zu 50.000 Euro möglich, doch in der Praxis liegen sie im Schnitt bei 105 Euro. Zwar kann die Wasserpolizei sich das Mülltagebuch von Schiffen anschauen, in dem die Besatzung aufzeichnen muss, wann und wo sie Müll abgegeben hat. Doch selbst bei Ungereimtheiten sind die Ermittlungen schwierig, weil die Täter nur in seltenen Fällen bei ihrem Tun beobachtet wurden.

Lösungsvorschläge gibt es einige. Die meisten Häfen an der Ostsee erheben mit der Hafengebühr eine Pauschale für Müllentsorgung. Unabhängig davon, ob auch wirklich Abfall abgegeben wird. Illegale Einleitungen in die Ostsee haben dadurch erheblich nachgelassen. Doch in der EU herrscht bislang kein Konsens, diese Regelung für alle Mitgliedsstaaten zu übernehmen. Naturschützer fordern zudem höhere Strafen für Umweltsünder.

Plastikmüll von Freizeitbooten und Yachten

Für Müll im Meer sorgen jedoch nicht nur Seeschiffe. Problematisch ist auch der Plastikmüll von Freizeitbooten und Yachten, besonders jedoch von der Fischerei. Gerade Meeressäuger und Vögel kommen in großer Zahl in den Netzen um. Dies belegen Netzreste, in denen die Tiere verendet sind.

Doppelte Mittelmeer-Zerstörung

Taucher mit Taucherausrüstung unter Wasser bei Korallen
diving © Irmina Mamot - www.fotolia.de

Laut europäischen Meeresforschern ist die Mittelmeerküste gleich von zwei Risikofaktoren betroffen, die bereits jetzt zu dramatischen Problemen für Meeresbewohner wie Korallen und Seegras führen können.

Erwärmung und steigender Säuregehalt bedrohen das maritime Ökosystem

In diesem Zusammenhang steht die Erwärmung und der steigende Säuregehalt des Wassers im Fokus, welche die maritimen Ökosysteme bedrohen. Die Forschungsergebnisse der Langzeitstudien des Projektes „Mediterranean Sea Acidification in a changing climate“ in Kooperation mit der autonomen Universität von Barcelona geben Anlass zur Besorgnis für Flora und Fauna des Mittelmeers.

Die Erwärmung aufgrund der so genannten Umwälz-Strömung, welche neben Wärme auch C02 ins Meer transportiert, konnte bereits jetzt in tieferen Wasserschichten nachgewiesen werden. Bereits heute hat dies negative Einflüsse – von der Verlagerung der Meeresbewohner gern Norden bis hin zum Tod von hitzeempfindlichen Tieren. Letzteres bezieht sich leider auf hohe Zahlen.

Intensiviert werden diese besorgniserregenden Forschungsergebnisse durch eine Senkung des ph-Wertes. In Kombination mit einer anhaltend hohen Ausstoßrate von Co2 besteht laut Forschern das Risiko, dass die Artenvielfalt gesenkt wird und einige Meeresbewohner sogar aussterben.

Muscheln, Korallen und Seegraswiesen sind die Leidtragenden

Insbesondere Muscheln, Korallen und wärmeempfindliche Seegraswiesen sind die Leidtragenden der Zerstörung – letztere stellen den Lebensraum von zahlreichen Fischen, von Plankton und Krebstieren dar. Die bekannte rote Edelkoralle, die als typischer Schmuck der Mittelmeerregion gilt, ist ebenfalls bereits jetzt durch den Säuregehalts des Wassers gefährdet.

Quallen breiten sich hingegen bei einem Temperaturanstieg mit Vorliebe aus und könnten die Mittelmeerküste als Plage besiedeln. Neben den Nachteilen für die Badegäste ist auch die Gastronomie involviert, denn Meeresfrüchte könnten ebenfalls durch die Veränderungen aussterben. Entsprechend bekommt auch der Mensch die Folgen der Erwärmung zu spüren – höchste Zeit, die Ökosysteme zu schützen, den Klimawandel zu stoppen und die Emissionen von fossilen Brennstoffen aktiv zu senken.

Barack Obama will im Pazifischen Ozean das weltgrößte Meeresschutzgebiet einrichten

Sandstrand mit Aussicht auf das Meer und Gebirge
lonesome sandy beach © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Im Pazifischen Ozean stehen mehrere kleine Inseln unter der Hoheit der Vereinigten Staaten. Diese Inseln sind zwar unbewohnt, doch gibt es dort unzählige Arten von Vögeln und Meerestieren.

So findet man dort seltene Meeresschildkröten, Delfine, Wale, Haie, Seepapageien sowie einzigartige Korallenriffe. Jetzt plant der amerikanische Präsident Barack Obama dieses Gebiet zum größten Meeresschutzgebiet weltweit zu erklären.

So sollen dort der Fischfang und auch die Förderung von Rohstoffen verboten werden. Aber die Republikaner bezeichnen die Pläne des Präsidenten als ein Zeichen für eine "imperiale Präsidentschaft", denn die Pläne müssen erst dem Kongress vorgelegt werden. Außerdem ist in dieser Gegend auch eine amerikanische Thunfisch-Fangflotte aktiv.

Die Tradition des Nationalmonuments

Aber auch der Vorgänger von Obama, George W. Bush, hatte dort schon im Jahr 2009 eine Schutzzone als "Nationalmonument" eingerichtet. Seit dem Jahr 1906 gibt es in Amerika ein Gesetz, in dem der Präsident bestimmte Stätten von kultureller Bedeutung zu einem "Nationalmonument" erklären kann. Dies hatte auch seinerzeit Theodore Roosevelt getan, der den Grand Canyon mit seinen 3.200 Quadratkilometern dazu erklärte.

Das von Barack Obama geplante Gebiet umfasst etwa zwei Millionen Quadratkilometer und ist sechsmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und wäre doppelt so groß wie alle amerikanischen jetzigen Nationalmonumente zusammen.

Spätfolgen der Deepwater Horizon-Havarie: 3.200 Quadratkilometer Meeresboden verseucht

Nach schwerwiegender Verschmutzung muss mit negativen ökologischen Folgen gerechnet werden

Kleine, brechende Wellen im Meer
Aufgewühltes Meer © Frank Optendrenk - paradisi.de

Am 20. April 2010 explodierte im Golf von Mexiko die Ölbohrplattform Deepwater Horizon und versank im Meer. Über Wochen hinweg traten in 1.500 Meter Tiefe Rohöl und Erdgas aus dem Bohrloch, ehe es verschlossen wurde.

Während Teile des Öls an die Oberfläche stiegen und wochenlang Strände an der US-amerikanischen Küste verschmutzten, lagerte sich eine weit größere Menge am Meeresboden ab.

Schwerwiegende Verschmutzungen

Untersuchungen ergaben nun, dass rund 318 Millionen Liter Öl auf einer Fläche von 3.200 Quadratkilometern heute noch am Boden des Golfs von Mexiko liegen. Vermutlich sei die Fläche sogar noch viel größer, so die Forscher der University of California, allerdings sei die Verschmutzung nur schwer zu messen, da sie nur fleckenartig auftrete.

Ökologische Folgen

Das Ausmaß der Naturverschmutzung und die ökologischen Folgen seien daher ebenfalls nur schwer abzuschätzen, doch es ist klar, dass die Erholung noch viele Jahre dauern wird. Tiefseekorallen in einer Entfernung von 22 Kilometern zum Bohrloch wiesen starke Schäden auf.

Natur erholt sich nur langsam

Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht. Die am schlimmsten betroffene Küste im US-Bundesstaat Louisiana zeigt bereits eine großflächige Erholung von der Katastrophe: Sprießende Triebe bewiesen, dass die Pflanzen das Öl überstanden haben und in einigen Bereichen wieder vollständig zurückgekehrt sind.

Studie weist Schadstoffe nach - Kläranlagen mit Mikroplastik im Abwasser überfordert

Wie gefährlich sind die kleinen Plastikfasern und Kunststoff-Kügelchen für den Menschen tatsächlich?

Himmelblaues Wasser / Welle
blue water. © Kurhan - www.fotolia.de

Kläranlagen sind mit dem Herausfiltern von Mikroplastik überfordert. Das zeigt eine aktuelle Studie des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, das zwölf Kläranlagen in Norddeutschland untersucht hat. Dabei fanden Wissenschaftler des Instituts in fast allen Anlagen winzige Peeling-Kügelchen aus Duschgels und Zahncremes oder verschwindend kleine Teilchen von synthetischen Kleidungsstücken.

Schlussfiltration in Kläranlagen

Mikroplastik kommt inzwischen in allen Bereichen unserer Umwelt vor. Biologen gehen davon aus, dass es etwa Meerestieren schadet, weil es Entzündungen auslösen kann. Daher wäre es sinnvoll, Mikroplastik bereits in den Kläranlagen aus dem Abwasser zu filtern.

Doch dies ist fast in kaum einer Anlage möglich. Von den getesteten Kläranlagen in Norddeutschland verfügt lediglich Oldenburg über die erforderliche Schlussfiltration.

Gesundheitsschädlicher Teil der Nahrungskette

Nach den Berechnungen der Forscher finden sich in den übrigen Kläranlagen jeweils zwischen einer und fast sechs Milliarden Plastikpartikel im Klärschlamm. Dieser gelangt wieder auf landwirtschaftliche Flächen und wird so Teil der Nahrungskette - bis zum Menschen.

Viele dieser Substanzen stehen im Verdacht, krebserregend oder reproduktionstoxisch zu sein. Wie gefährlich die kleinen Plastikfasern und Kunststoff-Kügelchen tatsächlich für den Menschen sind, lässt sich bislang nicht genau sagen. Allerdings sind sich die Experten einig, dass sie der Gesundheit schaden.

269.000 Tonnen Plastikmüll schwimmen in den Weltmeeren

Der Plastikmüll landet nach der langen Reise durch die Weltmeere im menschlichen Körper

Segelschiff im Hintergrund mit eingeholten Segeln auf dem Schwarzen Meer, im Vordergrund Felsen und Sträucher
segelschiff © Sven Käppler - www.fotolia.de

Die Ozeane verkommen immer mehr zu Müllkippen. In den Weltmeeren schwimmen mindestens 5,25 Billionen Plastikteilchen mit einem Gesamtgewicht von rund 269.000 Tonnen. Der Großteil dieses Abfalls besteht aus winzigen Partikeln und befindet sich in riesigen subtropischen Meereswirbeln. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden.

Mittelmeer, Golf von Bengalen und Australien besonders betroffen

Betroffen sind auch das Mittelmeer, der Golf von Bengalen und belebte Küstenregionen vor Australien. Immer häufiger finden sich auch in Binnengewässern wie dem Genfer See oder Flüssen wie der Donau Flaschen, Styroporteile sowie viele harte Kunststoffe und Plastikmembrane. Selbst am Nordpol gibt es mikroskopisch kleinen Plastikmüll.

Über die Nahrungskette landet der Plastik im menschlichen Körper

Die Müllteppiche in den fünf subtropischen Meereswirbeln sind nicht die Endstation. Durch Absinken oder Zersetzung gelangen die Teilchen in tiefere Meeresregionen und sinken auf den Boden.

Mikroplastik wirkt sich auf den gesamten Lebensraum Meer aus, dazu zählt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt. Über die Nahrungskette gelangt der Kunststoff schlussendlich auch in den menschlichen Körper.

So lassen sich Ölverschmutzungen im Meer ohne Folgeschäden beseitigen

Forscher haben eine Substanz entdeckt, die Ölverschmutzungen im Meer umweltfreundlich beseitigen können soll

Unterwasseraufnahme eines Rochen im Meer mit Korallen und gelbem Fisch
eaglerai © Ian Scott - www.fotolia.de

Ölverschmutzungen werden in der Regel durch chemische Hilfsmittel beseitigt. Doch die richten selbst Schäden an.

Eine umweltfreundliche Alternative haben nun US-Forscher entwickelt, die jedoch genauso effektiv ist wie die üblicherweise gebrauchten Substanzen. Sie nutzen für ihr Verfahren Phytol, einen Bestandteil des Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll. Phytol kommt auch in großen Mengen im Meerwasser vor.

Phytolverbindung ist biologisch abbaubar

Die Verbindung auf Phytolbasis reagiert auf Öl annähernd so effektiv wie gewöhnliche Produkte auf Silikonbasis. Doch sie ist biologisch abbaubar und zerfällt den Wissenschaftlern zufolge spätestens nach einem Monats komplett.

Die Verbindung reagiert mit Wasser und wird dabei hydrolysiert. Bei einer Hydrolyse erfolgt die Spaltung einer chemischen Verbindung durch Reaktion mit Wasser.

Auswirkung auf Meerestiere und -pflanzen muss noch getestet werden

Doch bislang funktioniert das Verfahren nur unter Laborbedingungen. Nun soll die Substanz weiteren Tests unterzogen werden. Dabei soll auch erforscht werden, wie sich die Phytolverbindung vor ihrem Zerfall auf Tiere und Pflanzen im Meer auswirkt.

Selbstabbauende Plastikringe: Idee soll Meerestiere und Vögel vor dem qualvollen Tod bewahren

Die neuartigen abbaubaren Ringe sind nicht nur ethisch ansprechend, sondern auch wirtschaftlich realisierbar

Braumeister in blauem Hemd und Frau im Dirndl stoßen mit Bierflaschen an
Brauer und Frau stoßen in Brauerei mit Bier an © Kzenon - www.fotolia.de

Bier im Sixpack und ähnliche Produkte werden oft mit passenden Plastikringen zusammengehalten. Was für den Konsumenten bequem ist, bedeutet für

  • Fische,
  • Seevögel und
  • Schildkröten

einen qualvollen Tod. Die Tiere verfangen sich in der Plastik und ersticken. Wer nicht erstickt, wird oft so in der Bewegung eingeschränkt, dass Fressen nicht mehr möglich ist und das Tier entsprechend verhungert. Selbst zerschnitten sind die Ringe eine Gefahr, denn die Tiere fressen das Plastik und können durch innere Blutungen oder Verstopfung sterben.

Abhilfe durch selbstabbauendes Material

In Deutschland findet man die Ringe zwar selten, doch sie werden genutzt. In den USA ist der Einsatz der Sixpacks sogar die Norm und die Umweltbelastung entsprechend hoch. Eine Brauerei in den USA hat daher eine Methode entwickelt, den Konsumenten den Mechanismus der Ringe nicht zu nehmen und dennoch die Tiere vor einem unsinnigen Tod zu bewahren. Die Idee: Sixpack-Ringe bleiben im Einsatz, werden jedoch aus einem Material gefertigt, das selbstabbauend ist.

Die Ringe können aus den Nebenprodukten gefertigt werden, die beim Bierbrauen automatisch entstehen. Die Brauerei will es so möglich machen, dass die abbaubaren Ringe nicht nur ethisch ansprechend sind, sondern sich auch in der wirtschaftlichen Realität schnell herstellen lassen. Rund 400.000 neue Verpackungsringe im Monat hält die Brauerei für machbar und will das eigene Bier darin verkaufen.

Die Mehrkosten der Plastikalternative

Erste Schätzungen gehen allerdings davon aus, dass die neuen Sixpacks bis zu 15 US-Cent pro Einheit kosten. Das ist bisher teurer als die Plastikvariante. Dennoch ist beim Erfinder und bei den Tierfreunden die Hoffnung groß, dass der Anreiz zum Umdenken jetzt da ist. Würden viele Hersteller auf die neue Alternative umschwenken, dürfte das auch den Preis weiter anpassen.

Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor: Giftiges Titandioxid geht ins Wasser über

Inhaltsstoffe von Sonnencremes bedrohen die Umwelt an Stränden, Seen und Meeren

Frau am Strand drückt etwas Sonnencreme aus einer gelben Flasche in ihre Hand
women squeezing suncream © boophotography - www.fotolia.de

Verschmutzte Meere werden auf der ganzen Welt immer stärker zum Problem. Doch es ist nicht nur der Plastikmüll und dessen gelöste Nanopartikel, die ins Wasser übergehen und die Natur belasten. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass auch Nanopartikel aus Sonnenschutzmitteln von der Haut in das Wasser gelangen und so zur Verschmutzung beitragen. Problematisch sind vor allem die Titandioxid-Nanopartikel, und diese finden sich vermehrt in Schutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor.

Titandioxid wird auch als TiO2 oder gemäß der Vorgaben für Lebensmittelzusatzstoffe als E 171 bezeichnet. Bei Lebensmitteln, Medikamenten und Zahnpasta wird TiO2 genutzt, um eine ansprechende Weißfärbung zu erzielen. Für Sonnenschutzprodukte hingegen nutzt man nur Nanopartikel, die auf der Haut für das Auge unsichtbar sind. Sie bilden dort einen Film, der UV-Licht blockiert und es daher einfacher macht, auch in der direkten Sonne keinen schnellen Sonnenbrand zu bekommen.

Hohe Titandioxid-Konzentration an Stränden

Ein Team französischer Forscher untersuchte drei Stände und konnte an jedem das TiO2 in bedenklichen Mengen nachweisen. Insgesamt lag die tägliche Konzentration bei 15 bis 45 µg TiO2 pro einem Liter Meereswasser. Umgerechnet auf eine Badesaison gelangen demnach pro Tag rund 68 Kilogramm Sonnenmilch direkt ins Wasser. Das sind auf die gesamte Saison gerechnet 2,2 Tonnen.

Laut Schätzungen der Forscher wird das meiste Titandioxid durch die Bewegung der Wellen ins Meer gezogen. Allerdings dürfte an windschwachen Tagen und in allgemein windgeschützten Strandabschnitten viel TiO2 auch unmittelbar im Übergang von Wasser und Strand verbleiben. Die Konzentration der Partikel könnte dann so hoch sein, dass Meeresbewohner der Region vergiftet werden und verenden.

Die Studienergebnisse lassen außerdem vermuten, dass die Situation an und in Badeseen noch bedenklicher ist, da es sich in diesen Fällen um stehende Gewässer handelt und die TiO2-Nanopartikel sich auf kleinen Flächen konzentrieren.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Lake of the woods © Givaga - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Seifenblase + Wassereffekt © Stephanie Bandmann - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: summer landscape with river and blue sky © Irochka - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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