Die Vor- und Nachteile des Electronic Cash (EC-Karte bzw. Girocard)

Mann in grauer Jacke steht an der Kasse und führt seine Karte in den Kartenleser ein

Das Bezahlen mit EC-Karte im Bereich des Electronic Cash (ec-Cash) zählt zu den beliebtesten Zahlmethoden überhaupt

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  • von Paradisi-Redaktion

Fast jeder Erwachsene hierzulande besitzt sie. Mehr noch, er wendet sie beinahe täglich an. Meist, ohne selbst überhaupt noch darauf zu achten. Gemeint ist die so genannte EC-Karte. Sie gehört zum festen Bestandteil des elektronischen Zahlungsverfahrens – dem Electronic Cash. Die Karte ergibt mit der dazugehörigen Geheimzahl eine feste Verbindung. Nur zusammengenommen können Geldtransfers an den dafür vorgesehenen Geräten aktiviert werden. Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile des Electronic Cash.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Was ist das Electronic Cash?

Hierbei handelt es sich um einer sehr einfache, da mit nur geringem Aufwand verbundene Form, eine Zahlung vorzunehmen. Der Verbraucher hat dafür sein Konto in entsprechender Weise gestaltet und von seiner Bank vorab die EC-Karte sowie die daran gekoppelte Geheimnummer erhalten.

Befindet er sich etwa im Supermarkt an der Kasse, kann er dort bargeldlos zahlen: Er muss lediglich die Karte in das entsprechende Gerät einlegen, seinen Zifferncode aktivieren und kann somit die Begleichung der offenstehenden Rechnung freigeben. Das Bezahlverfahren dauert vor Ort meist nicht länger als eine Minute. Jedoch kann es bei der Überweisung selbst zu Verzögerungen von ein bis zwei Werktagen kommen.

Electronic Cash galt als das Bankkartensystem der Deutschen Kreditwirtschaft (DK). Diese führt ihre zwei Bezahlsysteme - das Bezahlen mit Bankkarte (Debitkarte) sowie PIN, der Geheimnummr (electronic cash) seit 2007 unter der Bezeichnung girocard.

Die Girocard , teils immer noch als ec-Karte bezeichnet, verbindet das Zahlungsystem Electronic Cash mit dem deutschen Geldautomatensystem; sie gilt als neuer Name der vormaligen ec-Karte.

Zahlungsablauf

Die Girocard ist mit einem Magnetstreifen sowie einem Chip versehen. Während der Magnetstreifen nur gelesen wird und nur statische Informatioenn erhält, kann der Chip, der seit 2000 in den Umlauf gebracht wurde, uach rechnen, ohne dass der komplette Inhalt ausgelesen werden kann.

Chips kann man nicht so einfach kopieren, was hingegen bei Magnetstreifen der Fall ist. In den meisten Fällen sind mittlerweile sowohl Chip als auch Magnetstreifen vorhanden; seit 2011 wird der Chip für das Electronic Cash Verfahren genutzt.

Der Ablauf einer Electronic-cash-Zahlung unter der Verwendung des Magnetstreifens läuft folgendermaßen ab:

  • Eingabe des Betrags
  • Verlangen der Karte
  • Auslesen der Karte mithilfe des Magnetlesers
  • Aktivierung des Sicherheitsmoduls, Verlangen der Geheimzahleingabe
  • Verbindungsaufbau zum Provider, Anmeldung für den Datenaustausch
  • Durchführung der Plausibilitätsprüfungen über die Kommunikationsverbindung
  • Online-Verbindung zur Bank, Überprüfung ob es keinen Eintrag der verwendeten Karte in der Sperrdatei gibt, Überprüfung der korrekten Geheimzahl, Überprüfung ob der Zahlbetrag im Bereich des verfügbaren Finanzrahmens liegt
  • Zahlungsablehnung bei Nicht-Erfüllung einer der Bedingungen
  • Abmeldung beim Provider
  • Garantie der Zahlung

Beim Zahlungsablauf Unter der Verwendung des Chips gibt es einpaar Unterschiede. Nach Eingabe der Geheimzahl wird diese auf ihre Richtigkeit überprüft. Es kommt zur Kartensperrung, wenn diese drei Mal falsch eingegeben wurde.

Ist die Geheimzahl korrekt, wird der gewünschte Zahlbetrag an den Kartenchip gesendet. Bei ausreichend hohem und zeitlich noch nicht abgelaufendem Kreditrahmen verringert sich dieser um den entsprechenden Betrag.

Das Bezahlen mit EC-Karte wird heutzutge fast von jedem Händler akzeptiert
Das Bezahlen mit EC-Karte wird heutzutge fast von jedem Händler akzeptiert

Die Vorteile des Electronic Cash

Insbesondere das bargeldlose Einkaufen gestaltet sich als nennenswerter Vorzug. Egal, was auch auf der Einkaufsliste steht: Münzen und Banknoten muss der Verbraucher nicht bei sich tragen – und kann sie somit auch nicht verlieren. Zudem darf er die Zahlung ohne zusätzliche Mehrkosten vornehmen.

Darüber hinaus erhält er auf seinem nächsten Bankauszug eine detaillierte Aufstellung aller Geldtransfers und kann diese bei etwaigen Zweifeln oder offensichtlichen Fehlern sogar innerhalb einer bestimmten Frist korrigieren lassen.

Daneben erweist es sich als sinnvoll, dass die EC-Karte weitgehend sicher erstellt wurde. Sie kann lediglich mit der passenden Geheimzahl benutzt werden. Vor einer Nutzung durch unbefugte Dritte sollte sie daher geschützt sein.

Die Nachteile des Electronic Cash

Tatsächlich gestaltet es sich aber etwas anders: Auch die Karten können verloren gehen und gestohlen werden. Letzteres geschieht nicht selten in Kombination mit dem vorherigen Auslesen der Geheimzahl. In diesem Falle hätte der Verbraucher nur dann eine Chance, unbefugte Abbuchungen von seinem Konto zu verhindern, wenn er den Verlust sehr schnell bemerkt und die Karte umgehend sperren lässt.

Gelingt das nicht, bleibt er häufig auf dem Schaden mehrerer einhundert oder sogar eintausend Euro sitzen. Negativ erweist es sich zudem, dass nicht jedes Lesegerät an der Supermarktkasse reibungslos funktioniert und während der Zahlung deshalb Verzögerungen auftreten können.

Tipps im Umgang mit dem Electronic Cash

Schnell und komfortabel bezahlen. Dieser Wunsch lässt sich mit der EC-Karte zumindest dann umsetzen, wenn ein entsprechendes Lesegerät vorhanden ist. Das wird zwar bei Privatpersonen seltener der Fall sein, stellt in den Geschäften des alltäglichen Lebens aber kein Hindernis mehr dar.

Dennoch hat diese Form des Bezahlens ihre Tücken, auf die das Finanzwesen noch immer händeringend nach Lösungen sucht. Verlust und Missbrauch lassen sich hierbei nicht ausschließen. Ratsam ist es daher, die Geheimzahl und die Karte nie gemeinsam aufzubewahren und jede Form einer damit getätigten Zahlung genau zu überprüfen.

Nicht alleine hinsichtlich eigener Fehler, sondern auch beim denkbaren Ausspähen durch unbefugte Dritte. Vorsicht ist hier also der Schlüssel zum Erfolg.

Bezahlen mit EC-Karte ohne Unterschrift und Geheimzahl

Bezahlen an der Supermarkt-Kasse: Frau reicht Kassiererin eine Kundenkarte oder eine Geldkarte
Hand zeigt Kundenkarte an Kasse im Supermarkt © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Die Sparkassen wollen es möglich machen, dass die Schlangen vor den Kassen beim Bezahlen von kleineren Einkäufen kürzer werden. So sollen die Kunden nur ihre EC-Karte vor ein Lesegerät halten und der entsprechende Betrag, bis maximal 20 Euro, wird dann automatisch abgebucht, ohne dass der Kunde unterschreiben oder seine PIN-Nummer eingeben muss. Die Sparkassen rechnen, dass bis zum Jahresende 16 Millionen dieser Karten ausgegeben werden, die ersten Karten sind schon im Einsatz. Aber ob auch die Kunden dies mitmachen ist die Frage. Bei Fragen nach der Sicherheit geben aber alle Banken und Kreditkartenunternehmen an, dass dieses Funksystem keine Probleme in sich birgt. Die ausgegebenen Geldkarten haben ein Guthaben über 200 Euro.

Neben den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken überlegen auch andere Banken, beispielsweise auch die Targobank oder Comdirect, dieses Verfahren mit den Geldkarten, die unter dem Namen "Girogo" von den Sparkassen ausgegeben werden, einzuführen. So könnte es also in naher Zukunft der Fall sein, dass Kleingeld an den Kassen der Supermärkten und Kiosken nicht mehr gefragt ist. Aber viele Verbraucher bezahlen heute lieber mit Bargeld, weil sie dann einen besseren Überblick über ihre Ausgaben haben.

Kassen-Terminals für EC-Kartenzahlung nicht sicher?

Blonde junge Frau in Boutique zahlt an der Kasse mit Karte
Buying © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Wer mit seiner EC-Karte bezahlt, will zu 100 Prozent sicher sein, dass seine Daten geheim bleiben. Doch Reporter eines Fernsehmagazins haben nun in einem Test festgestellt, dass Kassen-Terminals im Einzelhandel eine Sicherheitslücke haben. Es gelang ihnen, EC-Kartendaten samt Geheimnummer auszulesen. Das Gerät stammte von dem Branchenführer Verifone, der rund 300.000 Terminals in deutschen Läden bereitstellt.

Den Hackern war es gelungen, sich von außen über eine LAN-Verbindung in das Kartenterminal einzuwählen. Auf diese Weise könnten Angreifer vom Netz eines Hotels oder eines Supermarktes in weitere Filialen vordringen und gleichzeitig Hunderte von Terminals manipulieren.

Verifone hat bereits reagiert und ein Update für die Geräte angekündigt. Allerdings kritisieren Experten, dass dem Unternehmen die Sicherheitslücke seit Monaten bekannt sei. Reagiert habe es aber erst jetzt. Möglicherweise, so die Meinung von IT-Fachleuten, müssten die Kassen-Terminals komplett ausgetauscht werden.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) beruhigte dagegen die Kunden. Das System sei immer noch sicher. Um eine erfolgreiche Transaktion durchzuführen, sei außer der Geheimnummer grundsätzlich die Originalkarte erforderlich. Dies sei der Vorteil der chipbasierten Abwicklung im Girocard-System.

Wenn die Scheckkarte geklaut wird, immer zusätzlich zur Sperrung die Polizei benachrichtigen

Hände, die das leere Scheinfach eines schwarzen Portemonnaies öffnen
leere Brieftasche © Lars Koch - www.fotolia.de

Mittlerweile weiß jeder Bankkunde, der eine EC-Karte besitzt, dass man bei einem Diebstahl die Karte sperren lassen muss. Dafür ruft man die bundeseinheitliche Telefonnummer des zentralen Notrufs 116 116 an. Dadurch wird verhindert, dass der Dieb sich in Verbindung mit der PIN-Nummer, die er eventuell vorher ausgespäht hat, Geld von einem Automaten abhebt oder in einem Laden Waren einkauft, wo man in Verbindung mit der PIN bezahlt.

Aber in vielen Warenhäusern ist noch das sogenannte Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) im Einsatz, wo man auf dem Kassenbeleg unterschreibt. Hierbei wird aber nicht automatisch überprüft, ob die Karte auch gesperrt ist und eine Fälschung der Unterschrift ist auch oftmals möglich. Aus diesem Grund muss man zusätzlich, nachdem man die 116 116 angerufen hat, auch noch bei der Polizei den Diebstahl melden, denn dann wird ein zusätzliches Sperrsystem aktiviert, die "Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen", oder kurz als "Kuno" bezeichnet.

Bei diesem System werden die Bankdaten an die zentrale Meldestelle des Handels geleitet und dann wird bei dem Lastschriftverfahren "ELV" auch die Sperrung der Karte angezeigt. Man kann "Kuno" nicht telefonisch oder online aktivieren lassen, sondern man muss persönlich bei der Polizei erscheinen. Aber grundsätzlich sollte man nach einem Diebstahl der Karte sein Girokonto regelmäßig auf Fremdabhebungen kontrollieren und dann seine Bank verständigen.

Sollten schon vor der Sperrung der Karte Geldabhebungen erfolgt sein, so haftet man selber seit dem Oktober 2009 nur noch mit 150 Euro, es sei man hat grob fahrlässig gehandelt, das heißt neben der Karte auch die PIN-Nummer im Portemonnaie aufbewahrt. Für Kreditkarten gilt eine maximale eigene Haftung von 50 Euro.

Viele Banken nehmen zu hohe Dispo-Zinsen

Mann nimmt Geldscheine aus einem Bankautomaten
Am Bankautomat © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

Ein von der Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) in Auftrag gegebenes Gutachten, betreffs erhöhter Dispo-Zinsen durch die Banken, zeigt, dass die Banken tatsächlich in der Lage wären den Zinssatz des Dispo-Kredits für ihre Kunden zu senken.

Die Banken gewähren ihren guten Kunden die Möglichkeit offiziell das Girokonto zu überziehen, aber dafür verlangen sie zum Teil kräftig erhöhte Zinssätze. Wie also jetzt Experten vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie vom Institut für Finanzdienstleistungen gemeinsam in einem 254 Seiten langen Gutachten berichten, liegen die Zinsen für einen Dispo-Kredit wesentlich zu hoch und übersteigen die dem Institut dadurch entstehenden Kosten.

Wie schon die Stiftung Warentest im Jahr 2011 feststellte, liegt der Zinssatz für einen Dispokredit bei durchschnittlich 12,4 Prozent, aber eine Bank hatte sogar 18,25 Prozent verlangt. Die Geldinstitute sind der Meinung, dass einmal hohe Kosten für die Abwicklung und auch das Ausfallrisiko die hohen Zinssätze rechtfertigen. Doch wie das Gutachten der Experten zeigt, liegt das Ausfallrisiko nur bei 0,3 Prozent, dagegen bei normalen Krediten bei 2,5 Prozent. Zudem haben sich die Kosten für den Aufwand schon seit Jahren nicht erhöht.

So kommen die Experten zum Ergebnis, dass ein Zinssatz von maximal 10 Prozent für einen Dispo-Kredit vollkommen ausreichend wären, denn in Zeiten wo die Institute dem Kunden für Sparguthaben nur sehr niedrige Zinssätze anbieten, sollten sie im Gegenzug keine überteuerten Zinsen für eine Kredit verlangen. Man hat errechnet, dass in Deutschland insgesamt 40 Milliarden Euro an Dispokrediten aktuell von den Geldinstituten den Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden, das sind pro Bürger 500 Euro.

In Deutschland werden zukünftig Girokarten nur mit dem Chip ausgegeben

Haufen mit mehreren Kreditkarten, die meisten sind blau
Tarjetas de crédito © full image - www.fotolia.de

Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mitteilt, werden noch in diesem Jahr sieben Millionen Kunden eine neue Girokarte erhalten, die dann nicht nur den bisherigen Magnetstreifen, sondern auch einen Chip beinhalten.

Dieser Chip verspricht mehr Sicherheit als der bisherige Magnetstreifen, so dass auf jeden Fall im Inland demnächst nur dieser Chip zum Einsatz kommen wird und ein Vergleich der Daten über den Magnetstreifen entfällt.

Aber der Magnetstreifen wird dennoch weiter benötigt, so also im Ausland beispielsweise in den USA. Ein Vorteil der neuen Karten besteht in einer längeren Haltbarkeit, weil sie nicht mehr durch die Leseautomaten gezogen werden müssen.

Im kommenden Jahr werden auch die Banken ihre Kunden mit den neuen Karten versorgen. Aber die Händler müssen, wenn sie heute noch anstelle der Eingabe der "PIN-Nummer" nur eine Unterschrift des Kunden verlangen, ihre Software aktualisieren, weil es sonst zu Problemen kommen kann.

Skimming: Längst nicht nur am Geldautomaten

Kriminelle Kartenbetrüger müssen immer häufiger ins Ausland reisen, um ihre Kartenkopien einzusetzen

Junge Frau mit Einkaufstüte steht an Kasse und hält Kassierer Geldkarte hin
consumerism © diego cervo - www.fotolia.de

"Skimming" klingt auf den ersten Blick eher harmlos. Tatsächlich ist hiermit aber das Ausspähen von Kontodaten gemeint - und das kann alles andere als harmlos enden. Gewiefte Kriminelle erstellen mit Hilfe eines aufgesetzten Gerätes eine Kopie der eigenen EC-Karte, die zugehörige Geheimzahl wird nach der Eingabe ebenfalls mit ausgelesen. Mit Hilfe des so erstellten Abdrucks können dann perfekte Kartenkopien erstellt werden, mit denen zum Beispiel Geld abgehoben oder - häufig im Ausland - eingekauft wird.

Das neue EMV-System

Leider können EC-Kartennutzer den kriminellen Machenschaften selbst nur bedingt Einhalt gebieten: Selbst für ein geübtes Auge ist auf den ersten Blick kaum erkennbar, ob ein Geldautomat oder ein Kartenzahlgerät zum Beispiel im Supermarkt manipuliert worden ist oder nicht. Hinzu kommt, dass beim Einkaufen alles blitzschnell gehen muss - oft warten bereits die nächsten Kunden in der Schlange. Aufwändiges Prüfen ist da unmöglich.

In Panik verfallen sollte man deshalb aber eher nicht: Alle deutschen Banken haben sowohl Automaten als auch Kundenkarten auf das neue EMV-System umgestellt. Hierbei haben gefälschte Karten keine Chance. Ein Grund dafür, wieso kriminelle Kartenbetrüger immer häufiger ins Ausland reisen müssen, um ihre illegalen Kartenkopien überhaupt zum Einsatz kommen zu lassen.

Sperrung und Geoblocking

An Bezahlterminals im Geschäft ist diese zusätzliche Sicherheitsbarriere jedoch leider oft noch Mangelware. Helfen können lediglich regelmäßige Kontrolle der Geldeingänge - bei unerlaubt abgebuchten Beträgen sofort die Notfall-Hotline anrufen und die Karte sperren lassen - Zahlung mit Bargeld statt Karte beim Einkaufen sowie einige kleine Tricks: Weil gefälschte Bankkarten oft im Ausland zum Einsatz kommen, kann oftmals schon eine Sperrung der eigenen EC-Karte für den Gebrauch außerhalb Deutschlands ausreichen. Bei Urlaubsplanung und Geschäftsreise muss diese selbstverständlich dann aufgehoben werden.

Möglich ist auch eine freiwillige Begrenzung der Auszahlungsbeträge in kleine Teilbeträge, auch als Geoblocking bekannt. Kriminellen verhagelt dieser Trick die Lust am Geldausgeben. Diese Einstellung kann ebenfalls für spezifische Länder ausgewählt werden und stellt dann auch für eine Urlaubsreise kein Problem dar.

Finanziell flexibel bleiben - der richtige Umgang mit dem Dispo

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus
geld abheben © Stefan Redel - www.fotolia.de

Wird das Geld knapp, haben Bankkunden meist einen automatischen Dispokredit. Prinzipiell ist das eine gute Sache. Der unkomplizierte Zugriff aufs Konto kann aber teuer werden. Verbraucherschützer raten, die Zinsen zu vergleichen und gegebenenfalls den Kreditrahmen zu begrenzen.

Dispokredit oder Ratenkredit?

Einen neuen Pullover kaufen – oder gleich ein komplettes Outfit? Wie hoch das persönliche Dispo-Limit ist, können Kunden auf ihrem Kontoauszug nachlesen. Am Ende des Quartals erscheint dort auch der aktuelle Zinssatz für Dispokredite. Wer sich vorab informieren möchte, findet in seiner Bank Aushänge mit den Tageswerten.

Bereits die normalen Dispozinsen liegen dabei deutlich über dem Niveau eines Ratenkredits. Wenn das Konto über das Limit hinaus belastet wird, werden zusätzliche Überziehungszinsen fällig. Wer langfristig im Minus wirtschaftet, fährt darum mit einem herkömmlichen Abrufkredit besser.

Trotz Flexibilität ist Vorsicht geboten

Der Dispo macht finanziell flexibel: man muss keinen Kredit beantragen und zahlt nur für den tatsächlich genutzten Spielraum. Bei größeren Anschaffungen steigen die Zinsen jedoch erheblich.

Lässt der Kunde Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit aufkommen, darf die Bank den Dispokredit außerdem sofort zurückfordern. Bei einem Kreditrahmen von mehr als zwei Monatsgehältern kann das der erste Schritt in die Schuldenfalle sein.

Geheimzahl vergessen? - Banken und Sparkassen verlangen bis zu 20 Euro für neue PIN

Kunde in einem Blumenladen bezahlt einen Bund lila Blumen mit der Kreditkarte
People Buying Bouquet of Flower at Flora Shop © Rawpixel.com - www.fotolia.de

Die PIN für die EC- und Kreditkarte zu vergessen, ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch bis zu 20 Euro kosten. Dies haben Verbraucherschützer herausgefunden, die die Preise verschiedener Geldinstitute verglichen haben. Die meisten Banken und Sparkassen verlangen für eine neue PIN einen Betrag zwischen fünf und sechs Euro.

Unterschiedliche Kosten bei Erhalt neuer Pinnummer

Am teuersten ist eine neue Geheimzahl bei der Sparda-Bank West, die nicht nur eine neue PIN verschickt, sondern außerdem noch eine Kreditkarte. Für diese verlangt das Institut 20 Euro. Während etwa ING-DiBa, Postbank, Santander, Norisbank, die Hypovereinsbank und die PSD Köln zwischen fünf und sechs Euro berechnen, unterscheidet die Targo-Bank nach der Art des Kontos.

Kunden mit einem Premium-Konto bekommen die neue Geheimzahl kostenlos, Inhaber eines Best- oder Aktiv-Kontos müssen fünf Euro ausgeben. Besitzer eines Online-, Plus- oder Komfort-Kontos bei der Targo-Bank müssen sogar zehn Euro für die neue PIN bezahlen. Grund für die unterschiedlichen Kosten seien abweichende technische Ausstattungen der Geldinstitute, teilt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken mit.

Pinnummer und Bankkarte getrennt halten

Auch wer sich die teilweise hohen Gebühren für eine neue PIN sparen möchte, sollte die Geheimzahl niemals notieren und im Portemonnaie mit sich führen. Kriminelle haben dann bei einem Diebstahl leichtes Spiel und können das Konto leer räumen. Bankkunden bleiben in solchen Fällen auf dem Schaden sitzen. Nach aktueller Rechtsprechung ist es grob fahrlässig, die PIN zu notieren und zusammen mit der Karte aufzubewahren.

Tipps für den sicheren Umgang mit der Girokarte

Sollte die Karte trotz Vorsichtsmaßnahmen einmal verloren gehen, ist schnelles Handeln gefragt

Hände, die das leere Scheinfach eines schwarzen Portemonnaies öffnen
leere Brieftasche © Lars Koch - www.fotolia.de

Die meisten Verbraucher in Deutschland bevorzugen bei ihren Einkäufen nach wie vor Münzen und Scheine. Laut einer Studie der Bundesbank wurden 2014 79 Prozent aller Einkäufe noch mit Bargeld bezahlt, rund 30 Prozent mit einer Girokarte. Mobile Zahldienste über das Smartphone spielen in Deutschland weiterhin keine Rolle. Das liegt auch daran, dass Händler diese Zahlungsmöglichkeit nicht zulassen.

Reaktion auf Verlust

Sollte die Karte einmal verloren gehen, ist schnelles Handeln gefragt. Missbrauch lässt sich verhindern, wenn Bankkunden die Karte sperren lassen. Dies ist zu jeder Tag- und Nachtzeit unter unter der bundesweit einheitlichen kostenfreien Telefonnummer 116 116 (aus dem Ausland gebührenpflichtig +49 116 116) möglich. Als Alternative gibt es für Anrufe aus dem Ausland ferner die Nummer +49 30 40 50 40 50.

Haftung und Fahrlässigkeit

Die Haftung für Schäden bei Kartenverlust übernimmt in der Regel die Versicherung des Geldinstitutes. Es sei denn, Bankkunden sind fahrlässig mit ihrer Geheimzahl umgegangen und das Konto konnte aus diesem Grund geplündert werden.

Grobe Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn die PIN auf der Karte vermerkt oder zusammen mit der Karte am gleichen Ort aufbewahrt wurde. Leichtfertig ist es ebenfalls, das Portemonnaie unbeaufsichtigt, etwa im Auto oder am Arbeitsplatz, zurückzulassen. Banken werten es auch als fahrlässig, wenn das Abhandenkommen der Karte ihnen oder der zentralen Sperrannahme nicht sofort gemeldet wurde.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Mann zahlt mit Kreditkarte im Supermarkt © Robert Kneschke - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Bezahlung mit EC-Karte im supermarkt beim einkaufen © industrieblick - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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