Die Vor- und Nachteile der Barbezahlung (Bargeld)

Offene Geldkasse mit Euro-Münzen und -Scheinen

Werden zum Bezahlen Münzen oder Scheine genutzt, spricht man von der Barbezahlung - bei der halbbaren Zahlung wiederum benötigt ein Beteiligter ein Konto

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  • von Paradisi-Redaktion

Es gilt als die beliebteste Art des Bezahlens, die Summe einfach bar auf den Verkaufstresen zu legen. Gerade bei kleineren Erledigungen mag das auch gelingen – der Erwerb einer Immobilie wird sich dagegen nur schwerlich aus der Geldbörse finanzieren lassen. In den letzten Jahren ist die Barzahlung jedoch häufiger den modernen Formen des Geldtransfers gewichen. Auch, weil sie dann doch nicht so gefahrlos abläuft, wie es gerne einmal den Anschein hat. Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile der Barbezahlung - wann ist Bargeld von Vor-, wann von Nachteil?

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Was ist die Barzahlung?

Grundsätzlich wird hiermit jener Vorgang bezeichnet, bei dem sich die gekaufte Ware oder eine in Anspruch genommene Dienstleistung Zug um Zug mit der anfallenden Bezahlung austauschen lässt. Der Verbraucher erhält, was er wünscht – und zahlt in der Regel direkt vor Ort den vollen Betrag.

Dazu verwendet er das so genannte Bargeld. Summen also, die er nicht auf dem Konto oder in einer Investition liegen hat, sondern die er in der Tasche oder der Geldbörse mit sich herumträgt. Wird es sich bei kleineren Zahlungen dabei häufig um Münzen handeln, so wechseln bei größeren Anschaffungen aber oft auch die Banknoten den Besitzer. Der Vorgang selbst ist im Übrigen so alt wie die Menschheit selbst.

Merkmale der halbbaren Zahlung

Im Falle der halbbaren Zahlung benötigt einer der Beteiligten ein Konto. Möglich sind mehrere Situationen.

Der Zahlungspflichtige kann im Rahmen einer Bareinzahlung Geld auf das Konto des Zahlungsempfängers einzahlen. Im Falle der Barauszahlung wird der Betrag vom Konto des Zahlungspflichtigen abgebucht und bar an den Zahlungsempfänger ausgezahlt.

Die Bareinzahlung führt zur Erhöhung des Kassenbestands auf dem Konto des Zahlungsempfängers. Sie erhöhen einen Habensaldo und vermindern einen Sollsaldo; ebenso ist die Verwandlung eines Sollsaldos in ein Habensaldo möglich.

Besonders Zahlungspflichtige, die keine Bankverbindung nutzen, wählen diese Zahlungsart. Sie erfolgt in der Regel am Schalter; eine Einzahlung am Automaten ist nur auf das eigene Konto möglich.

Zu den möglichen Zahlungsarten zählen z.B.:

  • der Barscheck: wird bar an den Inhaber bzw. genannten Empfänger ausgezahlt, in der Regel nur bei der Bank, die im Scheck genannt wird; der Barscheck des Kontoinhabers ist gleichzeitig auch die Quittung
  • der Zahlschein: ein Bankformular, dessen Auftraggeber kein Konto benötigt; es wird bei der Bareinzahlung auf ein Bankkonto verwendet, um die Empfänger- und Auftraggeberdaten korrekt anzugeben
  • der Reisescheck: auch Travellerscheck genannt; dient bei Auslandsreisen als Zahlmittel oder der Bargeldbeschaffung

Die Vorteile der Barzahlung

Natürlich muss ein Geldgeschäft, das sich seit Jahrtausenden bewährt hat, einige Vorzüge aufweisen. Das hauptsächliche Merkmal liegt dabei im ebenso schnellen wie reibungslosen Ablauf der Zahlung.

Sie wird binnen weniger Augenblicke absolviert; der fällige Betrag dabei in Gänze beglichen. Zudem kann man sich Streitereien gerichtlicher Natur bezüglich der Bezahlung sowie Mahnungen ersparen.

Es besteht zudem keine Notwendigkeit, sich das erworbene Gut oder die Serviceleistung anhand eines teuren Kredits finanzieren zu lassen. Mehr noch: Wer bar bezahlt, kommt gerade bei umfangreichen Käufen – wie etwa jenem eines Autos – gerne einmal in den Genuss eines Rabatts. Es lässt sich also durchaus Geld sparen, wenn die Summe bar auf den Tisch gelegt wird.

Ein langer bürokratischer Prozess unterbleibt zudem. Der Empfänger kann des Weiteren sofort über das erhaltene Geld verfügen, während der Kunde eine mögliche Verschuldung vermeidet.

Auf Barzahlung gewähren viele Händler nicht unwesentliche Rabatte
Auf Barzahlung gewähren viele Händler nicht unwesentliche Rabatte

Die Nachteile der Barzahlung

Allerdings hat diese einfachste Form, eine Rechnung zu begleichen, in den letzten Jahren auch einigen Gefahrenquellen offenbart. So kursieren falsche Banknoten – wer sie irrtümlich erhält, setzt sich nicht nur dubiosen Verdächtigungen aus, sondern erleidet meist auch einen finanziellen Schaden. Informationen zum Thema Falschgeld haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Bei einem Verlust der Geldbörse ist das ganze Bargeld weg
Bei einem Verlust der Geldbörse ist das ganze Bargeld weg

Gleichfalls erregt das Herumtragen größerer Summen aber neidische Blicke und lange Finger. Ebenso ist der Verlust der Geldbörse denkbar.

Ein weiterer Nachteil gestaltet sich immer dann, wenn der Verbraucher bar bezahlen will, die benötigten Geldmittel aber nicht bei sich hat. In diesem Fall muss er zunächst umständlich den Weg zur nächsten Bank aufsuchen und sich dort den gewünschten Betrag aushändigen lassen.

Darüber hinaus ist die Barzahlung gerade bei Onlineshops nur selten einmal möglich und wird teilweise gar nicht erst angeboten. Auch Lieferverträge oder der Bezug von Dienstleistungen (z.B. Wasser und Strom) bietet diese Bezahlmöglichkeit in der Regel nicht an.

Der Verkäufer muss bei Barkäufen keine Rechnung ausstellen. Während er die Einnahmen steuerlich absetzen kann, ist es dem Käufer ohne Rechnung nicht möglich, diese Ausgaben steuerrechtlich abrechnen zu lassen.

Des Weiteren könnten beide Seiten das Geschäft theoretisch verschweigen, um eine illegale Transaktion vollziehen zu können oder um Steuern zu hinterziehen. Der Käufer kann - und sollte, zumindest in bestimmten Fällen - eine Quittung verlangen; verzichtet er darauf und wünscht später eine Reklamation, wird diese nur selten vom Händler gewährt.

Tipps im Umgang mit der Barzahlung

Die Möglichkeit, die fällige Summe direkt vor Ort zu begleichen, hat sich im Gesellschaftssystem etabliert. Sie sollte allerdings nur dann genutzt werden, wenn es sich um überschaubare Beträge handelt.

Gerade größere Anschaffungen mit sehr hohen Kosten erfordern demgegenüber natürlich einige Vorsichtsmaßnahmen, um das Vermögen sicher an den Geschäftspartner übergeben zu können. In diesen Fällen kommen also andere Optionen des Geldtransfers infrage.

Im täglichen Leben sowie bei Einkäufen, die eine Rechnung von 1.000 Euro nicht übersteigen, kann aber bedenkenlos in bar bezahlt werden. Gerade dann, aber auch generell, ist es immer von Vorteil, sich eine Quittung ausstellen zu lassen. So kann man einen Artikel später beispielsweise leichter reklamieren. Die Quittung sollte folgende Elemente beinhalten:

  • den Namen des Quittungsempfängers
  • die Unterschrift des Zahlungsempfängers
  • die Art der Ware sowie deren Menge
  • Ausstellungsort und Datum
  • den Bruttopreis
  • den Steuerbetrag
  • den verwendeten Steuersatz
Bei Barzahlung sollte man sich grundsätzlich immer eine Quittung ausstellen lassen
Bei Barzahlung sollte man sich grundsätzlich immer eine Quittung ausstellen lassen

Die meisten Menschen zahlen weiterhin mit Bargeld

Frau nimmt einen 50-Euro-Schein aus einer braunen Geldbörse aus Leder
Girl is taking out money from wallet © Andrei Korzhyts - www.fotolia.de

Nach einer Studie der Nationalbank von Österreich werden 86 Prozent aller Zahlungen in Österreich mit Bargeld durchgeführt. Vor zehn Jahren lag der Wert allerdings noch bei 95 Prozent und vor fünf Jahren bei 93 Prozent.

Trotz Kredit- und Bankomatkarten ändern sich die Zahlungsgewohnheiten der Kunden nur langsam. Die Zahlungen mit Bankomatkarten haben sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

Die Deutschen bevorzugen Bargeld

Während in den USA Kreditkarten seit Jahren boomen, begegnen die Deutschen dem Einkaufen per Kärtchen mit Skepsis. Das ist schon länger so. Allerdings teilt der Bundesverband deutscher Banken mit, dass die Kreditkarte auch kaum an Beliebtheit dazugewonnen hat. Die Zahlen stammen von der Deutschen Bundesbank. Nur vier Prozent der Dienstleistungen oder Waren in Deutschland werden per Kreditkarte bezahlt.

Immerhin etwas beliebter ist die Girocard, die einen Anteil von 26 Prozent einnimmt. Der Hauptumsatz (58 Prozent) läuft jedoch nach wie vor über Bargeld. Scheine und Münzen haben noch immer den höchsten Sympathiefaktor.

Was tun, wenn man das Geld am Automaten vergessen hat?

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus
geld abheben © Stefan Redel - www.fotolia.de

Die Bedienung von Geldautomaten ist eigentlich idiotensicher. Im Zustand geistiger Umnachtung passiert es jedoch hin und wieder, das ein Bankkunde vergisst, nach Abschluss der Transaktion sein Geld auch mitzunehmen. In diesem Fall wird der Betrag nach 30 Sekunden wieder eingezogen und dem Kunden auf seinem Konto gutgeschrieben. Ist jedoch schon der nächste Kunde zur Stelle, der den Betrag heimlich einsteckt, gestaltet sich die Rückerstattung schwieriger. Merken sie sich Datum und Uhrzeit daher genau und kontaktieren sie die Filiale, um herauszufinden, wer ihr Geld genommen hat. Da jede Transaktion der Geldautomaten protokolliert wird, kann die gesuchte Person ermittelt werden.

Manchmal kommt es auch vor, das defekte Automaten fehlerhafte Beträge oder gar kein Bargeld ausgeben, der Betrag auf dem Kundenkonto aber dennoch abgebucht wird. Auch in diesem Fall notieren sie die genaue Uhrzeit und wenden sie sich umgehend an die Bank.

Abhebegebühr für Geldautomaten: Sparkassen und Privatbanken liegen nach wie vor im Streit

Mann nimmt Geldscheine aus einem Bankautomaten
Am Bankautomat © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

In der Bundesrepublik gibt es weiterhin Streit um die Gebührenregelung an Geldautomaten. Die Privat- und Volksbanken sowie die Sparkassen können sich der Wirtschafts- und Finanzzeitung "Handelsblatt" zufolge nicht auf eine einheitliche Abhebegebühr einigen. "Es läuft auf konkurrierende Systeme hinaus", erklärte ein Banker in dem Artikel.

Derzeit stellen die Sparkassen und die zugehörigen Genossenschaftsbanken über 44.000 Automaten in ganz Deutschland. Die Privaten verfügen nur über 10.000 Automaten. Wer mit seiner Geldkarte an einem "fremden" Schalter Geld abheben will, zahlt dafür teilweise bis zu 4 Euro Abhebegebühren. In dem Streit wollen die Privatbanken eine Maximalgebühr von 2 Euro durchsetzen, die Sparkassen sind indes gegen eine Obergrenze. Ein Kompromiss von 5 Euro als Obergrenze wurde im Juli vom Bundeskartellamt abgelehnt.

In Kürze tagt der Zentrale Kreditausschuss, in dem alle Beteiligten des Konflikts zusammentreffen. Experten erwarten jedoch keine Einigung.

Ausspionieren am Geldautomaten ist keine Seltenheit mehr

Bankkarte wird in den grünen Schlitz eines Geldautomaten gesteckt
ritirare denaro © lulu - www.fotolia.de

Als man zum ersten Mal davon gehört hat, dass Kriminelle Kameras an Geldautomaten anbringen um so an die PIN-Nummern der Kunden zu kommen, dachte man zunächst an einen schlechten Scherz, der einem selber niemals passieren könnte. Doch das Ausspionieren an Geldautomaten ist in kriminellen Kreisen mittlerweile Gang und Gäbe, warnt die Initiative Kartensicherheit.

Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es so viele Spionagedelikte an Geldautomaten wie im gesamten letzten Jahr. Dabei werden in den meisten Fällen Kameras am Automaten angebracht, die eine freie Sicht auf die Tastatur ermöglichen. Daher werden sie oft in den Lichtleisten oder auch in den Rauchmeldern versteckt. Neuerdings gibt es aber auch Fälle bei denen sich die Kamera unter dem Sichtschutz der Tastatur befindet. Am besten können sich Bankkunden vor solchen Spionagen schützen, indem sie die eigene Hand als Sichtschutz über die Tastatur legen während sie die PIN eingeben.

Manipulierte Geldautomaten verhindern die Geldausgabe

Vorsicht vor "Cash Trapping" - manipulierte Bankautomaten machen die Runde

Hände, die das leere Scheinfach eines schwarzen Portemonnaies öffnen
leere Brieftasche © Lars Koch - www.fotolia.de

Die Gauner und Betrüger lassen sich immer etwas Neues einfallen. Haben sie bislang die PIN-Nummer von den Kunden erspäht oder auch die Kreditkarte im Automaten festgehalten, so geht es jetzt direkt an das Bargeld, was die Kunden abheben wollen.

Cash-Trapping

Denn jetzt wurden, wie die Polizeibehörden in mehreren Bundesländern bekanntgaben, die Geldautomaten manipuliert, so dass der Bankkunde kein Geld erhielt. Bei diesem sogenannten "Cash-Trapping" wird das Ausgabefach für die Geldscheine durch eine Attrappe ersetzt, so dass die Scheine in einer anderen Kammer landen.

Wenn der Kunde, nachdem er den Auszahlungsvorgang bestätigt hat, vergeblich auf sein Geld wartet und dann einen technischen Defekt vermutet, dann aber wieder fortgeht und vielleicht erst später die Bank informiert, dann ist das Geld weg. Denn in der Zwischenzeit haben die Täter das Geld aus dem Zwischenfach entnommen und auch die Attrappe entfernt.

Deshalb der Rat der Polizei, sich die Automaten immer genau anzusehen und im Zweifelsfalle die Bank sofort informieren oder sich auch an die örtliche Polizei wenden.

Durch manipulierte Geldautomaten müssen Banken ein Drittel der Automaten austauschen

In Deutschland kommt es durch Skimming immer wieder zu nicht autorisierter Abhebung von Geld

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus
geld abheben © Stefan Redel - www.fotolia.de

In Deutschland haben im letzten Jahr Betrüger an manipulierten Geldautomaten fast 190.000 Geheimnummern von Kunden ausgespäht, so dass die Großbanken etwa ein Drittel ihrer Automaten ausgewechselt haben, meistens wegen Sicherheitsproblemen.

Die Tricks der Betrüger

Dieses sogenannte Skimming geschah oftmals durch gefälschte Tastenfelder, aber auch die Kartenleser an den Automaten oder an den Türen wurden von den Betrügern präpariert. Zusätzlich werden noch Minikameras installiert, die die Eingabe der Geheimnummer (PIN) filmten.

Deshalb immer bei der Eingabe das Eingabefeld mit der zweiten Hand oder einem Gegenstand abdecken. besonders achtsam sollte man bei Geldautomaten auf Bahnhöfen und in Fußgängerzonen sein. Über die falschen Lesegeräte kamen die Betrüger dann an die Daten des Kunden und konnten dann eine Kopie der Karte herstellen und an anderen Automaten das Konto der betroffenen Kunden leer räumen.

Wenn man auf seinen Kontoauszügen nicht berechtigte Abhebungen feststellt, so sollte man sofort seine Bank und auch die Polizei zwecks Anzeige benachrichtigen, denn nur nach einer Anzeige erhält man auch von der Bank das Geld zurück. Experten schätzen den Gesamtschaden auf etwa 60 Millionen Euro.

Die meisten Deutschen bezahlen beim Einkaufen immer noch mit Bargeld

Zwei Frauen mit Einkaufswagen stehen an Regalen im Supermarkt
Two women shopping in supermarket © Monkey Business - www.fotolia.de

In Deutschland wird beim Einkauf immer noch am liebsten mit Bargeld bezahlt, obwohl die Kreditkarten, zum Beispiel die Girocard (früher EC-Card), auch häufig zum Einsatz kommen. Wie eine Studie zeigt, werden 53 Prozent der Einkäufe sowie der Dienstleistungen noch mit Bargeld bezahlt. Die Girocard wird zu 28 Prozent benutzt, doch andere Kreditkarten mit 7 Prozent eher seltener. Vor vier Jahren lag der Anteil der Zahlungen mit der Girocard bei 25 Prozent, aber Bargeld wurde damals zu 58 Prozent genutzt.

So wird sich langsam die Zahlungsweise vom Bargeld zu den Plastikkarten verlagern, doch die Verbraucher lieben immer noch das Bargeld, weil es einmal sicher und auch anonym ist. Besonders bei kleineren Beträgen kommt immer noch das Bargeld zum Einsatz, denn erst bei Beträgen über 500 Euro wird eher zu den Karten als zum Bargeld gegriffen. Wie die Bundesbank berichtet, haben die meisten Deutschen 103 Euro Bargeld im Portemonnaie, wobei 5,90 Euro in Münzen sind.

Weiter zeigt die Studie, dass jüngere Menschen unter 25 Jahren und Ältere über 55 Jahre häufiger mit Münzen und Scheinen bezahlen als die anderen Altersgruppen. Auch hängt es teilweise vom Einkommen und Bildungsniveau ab, wie bezahlt wird. Die Studie wurde aufgrund einer Befragung der Bundesbank im letzten Herbst mit über 2.000 Bürgern erstellt.

Bei Geldabhebungen kann Fremdgehen teuer werden - Abhebegebühren weiterhin recht hoch

Obwohl zum Schutz von Bankkunden neue Regeln für mehr Transparenz von versteckten Gebühren eingeführt wurden, kann die Geldabhebung an einem Automaten einer anderen Bank teuer werden. Denn noch immer fehlt eine gemeinsame Einigung auf einen festen Betrag der Abhebegebühren.

Allein durch die Erhebung von Gebühren bei Fremdabbuchungen machen Genossenschaftsbanken und Sparkassen pro Jahr fast 390 Millionen Euro. Im Schnitt muss man bei Fremdabbuchungen mit einer Gebühr von 3,40 bis 4,60 Euro rechnen.

Das hält Carsten Sieling, Finanzexperte bei der SPD, für entscheidend zu hoch und will sich nun für die Festlegung einer Obergrenze bei Fremdabbuchungen einsetzen.

Anteil der Bargeldzahlungen im Einzelhandel nimmt deutlich ab

Bezahlen an der Supermarkt-Kasse: Frau reicht Kassiererin eine Kundenkarte oder eine Geldkarte
Hand zeigt Kundenkarte an Kasse im Supermarkt © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Laut einer Studie das Handelsforschungsinstitut EHI sank im letzten Jahr der Anteil der Bargeldzahlungen im Einzelhandel auf 55,6 Prozent, während sich gleichzeitig der Umsatzanteil per Kartenzahlung auf 41,3 Prozent erhöhte. Nach wie vor setzen die meisten Verbraucher bei der Kartenzahlung auf die EC-Karte, womit 84,5 Prozent der Umsätze getätigt wurden.

In Zukunft dürfte das kontaktlose Bezahlen zum neuen Standard werden, da rund 70 Prozent der befragten Unternehmen in dieses Verfahren investieren wollen. Dabei soll an erster Stelle die Sicherheit stehen, gefolgt von den Kosten und der Geschwindigkeit.

Berliner Unternehmen startet Barzahlungsmethode für Online-Einkäufe

Blonde Frau beim Onlineshopping am Tablet-PC, bezahlt die Mode mit ihrer blauen Kreditkarte
Woman Shopping Online On Digital Tablet With Credit Card © Andrey Popov - www.fotolia.de

Das Online-Shopping gehört inzwischen für viele Internetnutzer zum Alltag dazu. Dennoch haben noch immer viele Online-Käufer Sicherheitsbedenken, wenn es um die Bezahlung geht. Vor allem die Angst vor einem Missbrauch der Kreditkarteninformationen oder Kontodaten spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Ein Berliner Unternehmen hat jetzt eine neue Barzahlungsmethode für Online-Einkäufe ins Leben gerufen, bei dem die Kunden nicht online, sondern in einer Partnerfiliale bar bezahlen können.

Anstatt wie bisher per Kreditkarte zu bezahlen, drucken die Kunden bei „Barzahlen“ einen Zahlschein mit Barcode aus. Dieser wird anschließend in einer Partnerfiliale des Unternehmens vorgelegt. Dort wird der Beleg an der Kasse eingescannt und im Anschluss kann der Kunde den Rechnungsbetrag seiner Online-Einkäufe in bar bezahlen. Der Zahlungseingang wird daraufhin in Echtzeit an den Online-Shop gesendet.

Als Alternative können die Kunden auch eine SMS mit Zahlcode an ihr Handy schicken lassen und dieses beim Bezahlen vorzeigen.

Privatbanken erhöhen Gebühr für Fremdabhebungen an Geldautomaten

Verbraucherschützer empfehlen Kunden, die Preise für Fremdabhebungen vorher zu vergleichen

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus
geld abheben © Stefan Redel - www.fotolia.de

Bislang zahlen Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken eine Gebühr von 1,95 Euro, wenn sie an Automaten von Privatbanken Geld abheben. Diese seit dem 15. Januar 2011 gültige Vereinbarung haben

  • die Deutsche Bank,
  • die Postbank,
  • die Commerzbank und
  • die Essener National-Bank

nun gekündigt. So gab die Commerzbank an, ab Oktober 3,90 Euro zu verlangen. Die National-Bank nimmt schon jetzt 4,50 Euro. Deutsche Bank und Postbank wollen ab September mehr fordern.

Preisspanne bei den Sparkassen

  • Sparkassen,
  • Raiffeisen- und
  • Volksbanken

haben sich dieser Übereinkunft nie angeschlossen. Sie wollten keine Höchstgebühr bestimmen und begründeten dies mit hohen Kosten für ihr umfangreiches Automatennetz. Die Preisspanne für Fremdabhebungen bei den Sparkassen liegt bereits jetzt höher als bei den Privatbanken - und zwar zwischen 4 und 4,50 Euro. Im Durchschnitt kostet eine Barauszahlung an einem fremden Geldautomaten in Deutschland rund vier Euro.

Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank

Hintergrund für die zahlreichen Entgeltanhebungen, die sehr viele Geldinstitute seit kurzem vornehmen, ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Banken und Sparkassen suchen daher nach neuen Einnahmequellen.

Verbraucherschützer empfehlen Kunden, die Preise, die anders als früher bereits vor der Abhebung sichtbar sind, zu vergleichen. Außerdem würden einige Institute gebührenfreie Girokonten mit kostenfreiem Bargeldzugang über Kreditkarte anbieten.

Bargeldabholung an Fremdautomaten deutlich günstiger

In den letzten Jahren sind die Gebühren für Bargeldabhebungen an fremden Geldautomaten deutlich zurückgegangen.

Das Bundesverbraucherschutzministerium hat eine Meldung herausgegeben, wonach die meisten privaten Banken die Gebühren für Fremdabhebungen auf höchstens 1,95 Euro gesenkt haben, wie die Bild-Zeitung berichtete.

Den Verbrauchern kommt diese Gebührensenkung zu Gute. Vor zwei Jahren wurde festgelegt, dass bei einer Abhebung an einem Fremdautomaten die zu entrichtende Gebühr angezeigt wird. Dies hatte zur Folge, dass die Gebühren gesenkt wurden.

Einige Banken fallen noch immer auf, aber das sind nur Einzelfälle. Einige Institute fordern noch immer um die sechs Euro für derartige Abhebungen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Euro money in the till © Patryk Kosmider - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Geldbörse © Michael S. Schwarzer - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: close up of woman hands with wallet and euro money © Syda Productions - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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