Emanzipation: Geschichte, Verändeurngen und heutige Bedeutung

4 Frauen mit unterschiedlichen Haarfarben stecken ihre Köpfe zusammen, von unten fotografiert

Die Geschichte der Frauenemanzipation in Deutschland

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  • von Paradisi-Redaktion

Emanzipation: Lange Zeit mussten die Frauen für ihre Gleichberechtigung kämpfen. In Deutschland begann die Geschichte der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert. Mittlerweile hat sich Vieles getan; in einigen Bereichen fühlen sich Frauen aber weiterhin benachteiligt. Lesen Sie über die Geschichte der Emanzipation und informieren Sie sich über die heutige Bedeutung.

Die Geschichte der Emanzipation

Forderungen, Frauen und Männer gleichzustellen, hatten ihren Ursprung bereits im 18. Jahrhundert in Frankreich und England. In Deutschland wurde die Forderung nach Selbstständigkeit und Mündigkeit der Frau erstmals im Zuge der Märzrevolution von 1848 gestellt. Aufgrund des seinerzeit geltenden Versammlungsrechts kam es jedoch noch nicht zu einem organisierten Zusammenschluss.

Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins

So dauerte es bis 1865, bis eine kontinuierliche und übergreifende Organisation der deutschen Frauenbewegung gegründet wurde. In diesem Jahr rief Luise Otto-Peters (1819–1895) den Allgemeinen Deutschen Frauenverein ins Leben. Dessen Ziel war es, für eine erhöhte Bildung des weiblichen Geschlechts einzutreten.

Allerdings beschränkten sich die Ziele der deutschen Frauenbewegung zunächst nur darauf, weibliche Erwerbstätigkeit zu fördern. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer mehr Frauenvereine gegründet, die sich im Jahr 1894 zum Bund deutscher Frauenvereine zusammenschlossen. Dieser Dachverband umfasste etwa 2.500 Vereine und hatte ungefähr 500.000 Mitglieder, wodurch er zu einem der größten Interessenverbände im Kaiserreich wurde.

Verglichen mit den Frauenbewegungen in den USA oder anderen europäischen Ländern, konnte die deutsche Frauenbewegung jedoch nur wenig erreichen. So dauerte es bis 1893, bis Frauen zum Abitur zugelassen wurden und bis 1900, bis sie Universitäten besuchen durften.

Ziele der bürgerlichen und proletarischen Frauenbewegung

Die Ziele der Frauenbewegung waren zum Teil unterschiedlich. So gab es eine bürgerliche sowie eine proletarische Frauenbewegung.

Im Unterschied zur konservativen Frauenbewegung trat die proletarische Bewegung auch für soziale und ökonomische Verbesserungen sowie die politische Emanzipation ein, was jedoch die Herrschaftsverhältnisse der damaligen Zeit infrage stellte. Die politisch-ideologischen Gegensätze führten schließlich zu einem Bruch zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Frauenbewegung.

Zu den Zielen der proletarischen Frauenbewegung gehörte neben besseren Arbeitsschutzmaßnahmen für Frauen auch das Frauenwahlrecht. Unterstützung erhielten sie dabei von den sozialdemokratischen Frauen. Es dauerte jedoch bis zum Ende des 1. Weltkrieges im November 1918, bis die deutschen Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhielten.

Weitere Entwicklung

Nach der Machtergreifung durch die NSDAP im Jahr 1933 kam es zur Auflösung sämtlicher Frauenvereine, die durch nationalsozialistische Frauenorganisationen ersetzt wurden. Für die emanzipatorische Frauenbewegung bedeutete dies einen herben Rückschlag, da ihre Ziele als "undeutsch" angesehen wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg bildeten sich jedoch erneut zahlreiche Frauenvereinigungen. Schließlich wurden im geteilten Deutschland sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik Deutschland Frauen und Männer gesetzlich gleichgestellt.

Der Kampf hält an

Die Emanzipationsbewegung der Frau ist somit keine Erfindung der letzten 50 Jahre. Seit Jahrhunderten setzen sich Frauen und Männer für die Geschlechtergleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen ein. Doch der Kampf ist noch nicht gewonnen.

Zunächst orientierte sich die Frauenbewegung an der Kirche. Mit der französischen Revolution erfolgten erste gesetzliche Schritte für die Gleichstellung der Frau. Die wohl wesentlichsten Etappen dieser Zeit waren die Durchsetzung des Wahlrechts, das Recht auf Bildung und Erwerbsarbeit.

Gegen Unterdrückung, für die Gleichberechtigung

Ziel der modernen Frauenbewegung ist die Beseitigung wirtschaftlicher, gesetzlicher und sexueller Unterdrückung. Während der Befreiungskampf in den Industrienationen in den letzten Jahren wesentlich zur Gleichberechtigung von Mann und Frau beigetragen hat, wird er gerade in Schwellenländer noch fortgeführt werden müssen.

Die Gleichberechtigung in Deutschland wurde erstmals 1949 mit dem Gleichberechtigungsparagraphen im Grundgesetz verankert. Während sich in der BRD das Bild der kinderhütenden Hausfrau durchsetzte, hatten Frauen in der DDR gleichberechtigten Zugang zur Bildung, Erwerbstätigkeit und Politik.

Frauenbewegung und Feminismus

Ende der sechziger Jahre entwickelte sich eine Frauenbewegung, die sich gerade für die Selbstbestimmung über den eigenen Körper und daher für Abschaffung des Paragraphen 218 einsetzte. Im Zuge dieses Kampfes vermischte sich die klassische Emanzipationsbewegung mit Strömungen feministischer Gruppen. Als Leitfigur dieser Strömung schuf Alice Schwarzer mit der feministischen Zeitschrift "EMMA" das wohl wichtigste Sprachrohr der neuen Frauenbewegung.

Frauenbeine mit roten Stöckelschuhen über Sessel gelehnt
Frauenbeine mit roten Stöckelschuhen über Sessel gelehnt

Emanzipation heute

In den letzten Jahren verpflichtete sich der deutsche Staat gesetzlich dazu, die berufliche Benachteiligung der Frau zu beseitigen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die Frauenbewegung hat die patriarchale Gesellschaftsordnung ins Wanken gebracht.

Doch obwohl im Kampf um die Geschlechtergleichheit bereits bedeutende Fortschritte erzielt wurden, sind Frauen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen noch immer unterpräsentiert. Noch immer gibt es zum Teil gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau in den Bereichen Bildungsabschlüsse, Stellung im Beruf und Einkommen. Es bleibt also noch viel zu tun im Kampf um die Gleichberechtigung.

Fakt ist: Für viele Frauen steht eine feminine Wirkung an erster Stelle. Gleichzeitig führen sie den Kampf um Gleichstellung. Besonders in der Karriere setzen sie sich für die gleichen Chancen ein, die auch Männer bekommen. Nach Feierabend übernehmen sie wieder die Rolle der fürsorgenden Mutter - und manchmal auch Hausfrau.

Kind und Karriere stellen beide wichtige Pflichten dar, deren Vereinbarung zahlreichen Frauen nicht gelingt. Besonders Akademikerinnen entscheiden sich häufig für den Beruf.

Ungerechtigkeiten bestehen dennoch bis heute. Trotz besserem Abschluss erhält das weibliche Geschlecht in vielen Branchen nur ein Drittel des Lohnes der Männer. Die Frau von heute muss einiges leisten und in vielen Fällen einigen Rollen gerecht werden, um das Leben zu führen, das sie möchte.

Das unsichere männliche Geschlecht

Die emanzipierte Frau mag so manch einen Mann verwirren. Während das Gentleman-Dasein einst zum Leben des Mannes dazugehörte, fragt sich die Herrenwelt heute, ob Gepflogenheiten wie das Türaufhalten und Co. auch noch mit dem modernen Mann zu vereinbaren sind.

Und wie sieht es mit Komplimenten aus? Nicht selten werden diese als billige Anmachsprüche bezeichnet. Diejenigen, die sich eher an die Rolle des starken, beschützenden Geschlechts halten, werden häufig als Macho abgestempelt.

Hinzu kommt die Unsicherheit, ob es denn tatsächlich die richtige Entscheidung wäre, die Rolle des Hausmannes zu übernehmen, während sich die Frau um das Einkommen kümmert. Was würden die Kollegen sagen, wenn man(n) in Elternzeit geht? Vielleicht doch lieber klassisch halten und die Rolle der Frau überlassen.

Fazit

Natürlich hat die Emanzipation besonders das Leben der Frauen in vielerlei Hinsicht leichter gemacht. Doch gleichzeitig hat sie auch ihre Schattenseiten und führt bei beiden Geschlechtern zu vielen Fragen und Unsicherheiten.

Weit verbreitet ist heute der Begriff "Emanzipation des Mannes". Dies wird mit einer Unterdrückung des männlichen Geschlechts durch die Frauenbewegung begründet.

Fakt ist, dass mittlerweile von einem klassischen Rollenverständnis nicht mehr die Rede sein kann. Die gesellschaftliche Struktur verändert sich, wo Mann und Frau in dieser den besten Platz finden, muss jedes Geschlecht für sich selbst entscheiden.

Schweden: Gleichberechtigung wird groß geschrieben

Flagge von Schweden
Schwedische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

In Schweden ist man beim Thema Gleichberechtigung den meisten anderen europäischen Ländern ein großes Stück voraus. So ist dort die Geschlechterverteilung im Parlament nahezu ausgeglichen.

In der aktuellen konservativen Regierung sind zehn von insgesamt 22 Ministerposten von Frauen besetzt. Zudem verdienen drei Viertel aller Frauen ihr eigenes Geld und stehen somit auf eigenen Füßen.

Das typische Bild der Hausfrau gehört in Schweden schon lange der Vergangenheit an. Zudem wurde mit Integrationsministerin Nyamko Sabuni zum ersten Mal eine Ministerin mit Migrationshintergrund ins Kabinett geholt.

WHO: Weiterhin benachteiligte Frauen bei der Gesundheitsfürsorge

Weltweit sterben Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren am häufigsten an den Folgen einer AIDS- oder Tuberkulose-Erkrankung, sowie aufgrund Probleme in der Schwangerschaft. Diese Erkenntnis konnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen einer neuen Studie mit dem Titel "Frauen und Gesundheit" gewinnen, wobei den Studienergebnissen zufolge generell die Gesundheitsfürsorge bei den Frauen als weiterhin mangelhaft gilt.

Ab einem Alter von etwa 45 Jahren erleiden zudem immer mehr Frauen die einstige eher typisch männliche Todesursache Herzinfarkt. Im Bezug auf die Lebenserwartung haben hier Frauen zwar nach wie vor einen Vorteil gegenüber den Männern, allerdings zeigt sich immer wieder, dass Frauen hinsichtlich wirtschaftlicher und sozialer Aspekte zu den niederen Bevölkerungsgruppen gehören und somit besonders im Bezug auf eine Gesundheitsfürsorge benachteiligt sind.

Verschiedene Ansichten der Geschlechter - Mythos "Moderner" Mann

Hausmann mit Handschuhen, Eimer und Putzmitteln nach getaner Hausarbeit
household home cleaning man for better hygiene © detailblick - www.fotolia.de

Bundesweit wurden um die 1900 Menschen befragt, und das Ergebnis macht klar: Den "modernen" Mann, den sich viele Frauen vorstellen gibt es nicht, dies ergab die Studie "Vorwerk Familienstudie 2010". Nach der Vorstellung der Frau hilft ein moderner Mann im Haushalt, bei der Erziehung, ist familienorientiert und behandelt die Frau respektvoll und gleichberechtigt.

Der Mann sieht sich allerdings ganz anders: Er empfindet sich als modern, wenn er sich gut kleidet, sportlich ist und eine gute Karriere vorzeigen kann. Trotz der 76% der Deutschen, die sich als familienorientiert bezeichnen, geht es in den Haushalten noch sehr altmodisch zu. Die Frau ist weiterhin fast alleine für den Haushalt zuständig, und auch 58% der Kinder lassen die Hausarbeit lieber von den Eltern erledigen. Lediglich bei Reperaturarbeiten und Gartenarbeit hilft der Mann mit.

Frauen verdienen auch bei gleicher Qualifikation weniger als die Männer

Geschäftsmann im Anzug läuft auf Laufbahn durchs Ziel
Victory © pressmaster - www.fotolia.de

In Deutschland verdienen die Frauen, auch wenn sie die gleiche Tätigkeit ausüben und Qualifikation haben wie die Männer weniger an Gehalt. Dieser Unterschied ist aber in den neuen Bundesländern nicht so groß wie in den westlich gelegenen Ländern.

Insgesamt lag im letzten Jahr der Durchschnittsbruttoverdienst um fast ein Viertel niedriger als der der Männer, im Osten aber nur bei sechs Prozent und im Westen dagegen bei 25 Prozent. Aber ein wesentlicher Faktor liegt an den ausgeübten Berufen, so dass auch Frauen oftmals solche Berufe ausgewählt haben, die schon immer niedriger bezahlt wurden.

Auch üben Frauen häufiger, wegen der Familie, nur eine sogenannte geringfügige Beschäftigung aus. Diese beiden Faktoren betrifft alleine schon etwa zwei Drittel aller beschäftigten Frauen.

Wenn man dann also nur die anderen Tätigkeiten im Vergleich sieht, so verdienen dabei trotzdem die Frauen um 8 Prozent weniger als die Männer bei gleicher Tätigkeit und Ausbildung.

In Ländern mit hoher Gleichberechtigung haben die Bürger öfter Sex

Je gleichberechtigter ein Land ist, sprich je selbstverständlicher Frauen beispielsweise alle Berufe ergreifen können, fair bezahlt und generell nicht diskriminiert werden, desto mehr Sex haben die Bürger. Sie verlieren früher ihre Jungfräulichkeit, haben mehr One-Night-Stands und generell mehr Sexpartner.

Wissenschaftler an der Universität von Tallahassee im US-amerikanischen Florida haben dies in einer Studie belegt. Sie verglichen dazu Daten aus 37 verschiedenen Ländern - insgesamt wurden Daten von 317.000 Personen ausgewertet, die Angaben zu ihrem Sexualleben gemacht hatten.

Frauen haben die bessere Qualifikation und schlechtere Bezahlung

Laut einem aktuellen Bericht der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit zu dem Thema Gleichstellung sind Frauen in Deutschland durchschnittlich besser ausgebildet als Männer und verdienen allerdings weniger. Demnach haben 27 Prozent der Frauen zwischen 25 und 35 Jahren einen Meisterbrief oder Uni- oder FH-Abschluss in der Tasche, während die Männer nur auf eine Quote von 25 Prozent kommen.

Die Experten der OECD kritisieren, dass der Arbeitsmarkt das Potenzial dieser gut ausgebildeten Frauen nicht ausreichend ausschöpft. Als Strategie könnte hier die verstärkte Teilzeitarbeit angewandt werden, um entsprechend Zeit zu haben, um sowohl Familie als auch Karriere unter einen Hut zu bringen. Da jedoch viele Frauen aus der Teilzeitarbeit nicht mehr herauskommen, wirke sich dies negativ auf die Chancen eines beruflichen Aufstieges sowie das Einkommen aus. Dieses liegt im Durchschnitt rund 22 Prozent unter dem Gehalt der Männer.

Einfluss statt Macht - Wie geschickt Frauen im antiken Rom die Fäden zogen

Blick auf das Kolosseum in Rom im Herbst
Colosseum in Rome, Italy © Iakov Kalinin - www.fotolia.de

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine kluge Frau - für diesen Spruch aus dem Volksmund gibt es nicht nur unzählige Varianten, sondern vermutlich auch unzählige Belege aus Politik und Wirtschaft.

Sogar im antiken Rom hatten die Frauen zwar kaum Macht, dafür aber Einfluss. Während sie vordergründig für Kindererziehung und Haushalt zuständig waren, zogen sie im Hintergrund nicht selten an entscheidender Stelle die Fäden.

Agrippina, die Jüngere soll beispielsweise häufig heimlich Senatssitzungen verfolgt und einen enormen Einfluss auf ihren Sohn, Kaiser Nero, gehabt haben. Die Vestalinnen, Priesterinnen im Vesta-Tempel, mussten zwar jungfräulich bleiben, durften dafür aber eigenständig Geschäfte tätigen und hatten ebenfalls enorme gesellschaftliche Handhabe. Abgesehen davon waren es in der Regel Frauen, die Arzt- oder Hebammenberufe ausübten.

Auf diesen Wegen kamen sie oft in die Nähe derjenigen, die gerade an der Macht waren und hatten auf diesem Wege Anteil an politischen Entscheidungen.

Gleichberechtigung 2013 – Unterschiede zwischen Fakten und Gefühl

Immer mehr Frauen in Deutschland machen ein Hochschulabschluss und erklimmen Führungspositionen. Im Gefühl schlägt sich das allerdings nicht nieder: 2013 bewerten die Bundesbürger den Stand der Gleichberechtigung negativer als in den Vorjahren. Nur 36 Prozent der Deutschen finden, dass Frauen gleichberechtigt sind.

Als Ursache sehen die Meinungsforscher die Sexismus-Debatten in den Medien. Nach einer ersten Diskussionswelle im Januar, ausgelöst durch Reiner Brüderles "Dirndl-Kompliment", folgte im April bereits eine weitere öffentliche Kontroverse. Anlässlich der Abstimmung über die Frauenquote im Bundestag beherrschte das Thema wochenlang die öffentliche Auseinandersetzung.

Zwei von drei Frauen finden deshalb, dass es noch viel Handlungsbedarf gibt. Die größten Differenzen sehen sie bei der Entlohnung und bei den Karrierechancen. Zwar arbeiten mehr Frauen als zuvor, sie bekommen für die gleiche Arbeit jedoch weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Und die Entscheidung für Kinder bremse Frauen beim beruflichen Aufstieg. Bei den Männern ist nicht mal jeder Zweite dieser Meinung.

Europäische Zentralbank will Frauenquote einführen - Oberste Führungsebene ist jedoch ausgenommen

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) wegen ihrer oft zu konservativen Ansichten in der Vergangenheit schon häufiger in die Kritik geraten ist, will die EZB nun ihr Image aufpolieren.

Nachdem im Juli bereits bekanntgegeben wurde, dass man zukünftig die Protokolle der Ratssitzungen veröffentlichen will, um die Entscheidungen für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen, will die EZB nun auch noch eine Frauenquote einführen. Ziel des neuen Beschlusses ist es bis zum Jahr 2019 die Quote der weiblichen Mitarbeiter im mittleren Management auf 35% und im oberen Management auf 28% zu erhöhen. Damit wäre die Frauenquote dann etwa doppelt so hoch wie derzeit.

Warum es bislang nur so wenige Frauen in den Führungspositionen der EZB gab, darüber scheiden sich die Geister. An der Zahl der Bewerberinnen lag es jedenfalls nicht. Dem Personalchef der EZB zufolge, sind die weiblichen Bewerber in Vorstellungsgesprächen und Präsentationen oft einfach zu zurückhaltend gewesen. Aber auch dem will man entgegenwirken, indem ein Mentoring-Programm eingeführt wurde, durch dass Frauen von freiwilligen Mentoren auf ihrem Weg in die oberen Etagen unterstützt werden sollen.

Einen Wermutstropfen bleibt aber auch trotz Frauenquote, denn die oberste Etage der Direktoren und Ratspositionen bleibt von dem neuen Beschluss unberührt. Für die Ernennung der Direktoren und Notenbankchefs ist und bleibt nämlich weiterhin ausschließlich die Politik zuständig.

Sind Frauen erfolgreich, dann fühlen sich die Herren der Schöpfung schlecht

Frau und Mann im Büro sitzend, die Hände hinter den Kopf verschränkt
Bureau © diego cervo - www.fotolia.de

Neuer Job, neue Position oder eben mal 5 Kilo abgespeckt. Wenn Frauen Erfolg haben, dann fühlen sich Männer einfach schlecht. Das konnten nun sogar Forscher aus den USA belegen. Dabei ist es den meisten Männern nicht einmal bewusst, dass sie ihren Frauen den Erfolg nicht wirklich gönnen. Denn im Unterbewusstsein empfinden die Herren den Erfolg der Frauen als ihr persönliches Versagen. Sogar dann, wenn beide nicht einmal im direkten Wettbewerb zueinander standen. Das männliche Selbstbewusstsein erleidet im wahrsten Sinne des Wortes einen Schlag ins Gesicht.

Im Rahmen der Studie wurden über 900 Personen aus den USA und den Niederlanden getestet. Darunter befanden sich auch 32 Paare, die ihre soziale Intelligenz anhand einer Reihe von Tests unter Beweis stellen mussten. Anschließend bekamen sie gesagt, dass der Partner entweder zu den 12 besten oder auch zu den 12 schlechtesten Teilnehmern gehört.

Laut Angaben der Probanden, beeinflusste diese Information die eigene Gefühlslage nicht. Doch am PC wurden diese Aussage überprüft, in dem die Teilnehmer mit bestimmten Begriffen konfrontiert wurden. Anhand der jeweiligen Assoziation konnten die Forscher feststellen, in wie weit der Partner doch innerlich über den Erfolg der Partnerin dachte.

In einem weiteren Experiment, welches online durchgeführt wurde, mussten sich die Paare an Erfolge und Misserfolge erinnern. Sprich an einen glanzvollen Auftritt bei einer Galaveranstaltung oder auch an die „Nicht-Beförderung“.

Grundsätzlich konnten die Forscher feststellen, dass Männer sich stets schlecht fühlten, wenn die Frau Erfolg hatte. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Erfolg auf sozialer oder intellektueller Natur basierte. War der Partner auch noch unmittelbar beteiligt, dann war das erst recht ein Schlag ins Gesicht des Selbstwertgefühles des Mannes.

Deutschland bleibt konservativ: Haushalt ist Frauensache, Männer übernehmen Reparaturen

Mann mit blondem Schnurrbart rührt in der Küche, lächelt in die Kamera
Koch1 © Werner Stapelfeldt - www.fotolia.de

Deutschland erweist sich trotz allem feministischen Eifer nach wie vor als konservatives Land mit fest verteilten Geschlechterrollen: Während nach wie vor zwei Drittel der Frauen fast alleine den Haushalt schmeißt, bleibt den Männern weiterhin der Werkzeugkoffer überlassen. Anders gesagt: Die Frau schwingt das Bügeleisen, der Mann den Hammer.

Die meisten sind damit auch zufrieden, so eine aktuelle Online-Umfrage von YouGov: Lediglich 14 Prozent der Frauen gaben an, sie seien "durchweg unzufrieden" mit der Situation, bei den Männern waren es sogar nur 4 Prozent.

Auch männliche Fernsehköche können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Herd ebenfalls eine Frauendomäne bleibt: Lediglich ein Fünftel der Männer gab an, zuhause größtenteils für das Kochen zuständig zu sein. Kurios: Während 16 Prozent der Männer angaben, sie würden in erster Linie für das Putzen und Aufräumen zuhause sorgen, gaben lediglich 2 Prozent der Frauen an, dass ihre Männer mehr als sie selbst tun.

Während sich in der Berufswelt in den letzten Jahrzehnten also viel geändert habe, bleibt zuhause alles beim Alten. Nicht, weil es die Frauen so haben wollen: Sozialforscher vermuten eher, dass sie ganz einfach resigniert haben und sich damit abfinden, dass Deutschlands Männer zuhause nicht mit anpacken wollen.

Gleichberechtigung oder Benachteiligung? Männer hadern mit dem modernen Rollenverständnis

Junges Paar draussen, sie umarmt ihn von hinten, beide lächeln
Woman embracing her boyfriend © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Geht es nach den deutschen Männern, ist es mit der Gleichberechtigung langsam genug: Eine Umfrage des Allensbach-Institutes ergab, dass ganze 64 Prozent der Männer der Ansicht sind, dass die vollständige Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen erreicht sei. Von diesen 64 Prozent sind wiederum 28 Prozent der Meinung, dass die Gleichberechtigung sogar schon übertrieben wird und 6 Prozent fühlen sich benachteiligt.

Zugleich gab jeder dritte Mann an, er fühlte sich mit den Anforderungen der Frauen an ihn überfordert - bei den Singles war es sogar jeder Zweite. Tatsächlich gaben 66 Prozent der Frauen an, sie wollten, dass der Mann möglichst viel Arbeit im Haushalt übernimmt und sich mit der Familie beschäftigt, während zugleich 52 Prozent der Frauen erwarten, dass der Mann erfolgreich im Beruf ist. Was sich also bei den Frauen schon schlecht vereinbaren lässt, wird trotzdem von den Männern erwartet.

Vor allem das Thema Haushalt ist nach wie vor ein großer Streitpunkt. Selbst wenn beide Partner berufstätig sind, bleibt die Hausarbeit zum größten Teil noch immer an den Frauen hängen. 81% der Männer glauben sogar, dass die Frauen Dinge wie Bügeln ohnehin besser erledigen als sie.

Befragt wurden insgesamt 947 Männer und 546 Frauen zwischen 18 und 65 Jahren im Auftrag der "Bild der Frau".

Deutschland fällt bei Gleichberechtigung von Mann und Frau zurück

Der neue "Global Gender Gap Report" zeigt, dass Chancengleichheit von Mann und Frau sich weltweit etwas verbessert. Deutschland verliert jedoch einen Rang und landet nur auf Platz 14 – noch hinter den Philippinen, Irland und Nicaragua. Spitzenreiter ist zum wiederholten Mal Island, gefolgt von den anderen nordeuropäischen Ländern.

In ihrem jährlichen Bericht analysieren die Prüfer vom World Economic Forum (WEF) vier Schlüsselfaktoren: wirtschaftliche Chancen, politische Teilhabe, Bildung und Gesundheit. Vor allem in den beiden letzten Bereichen ist die Gleichheit in den Industrienationen nahezu hergestellt. In Führungspositionen und politischen Ämtern sind Frauen jedoch immer noch unterrepräsentiert.

Gerade beim Humankapital sehen die Experten vom Weltwirtschaftsforum deshalb Veränderungsbedarf. Dass auch andere europäische Länder hier hinterherhinken, belegen die Tabellenplätze von Spanien (30), Frankreich (45) und Italien (71). Am wenigsten Chancen und damit die schlechteste Lebensqualität haben Frauen im Tschad, in Pakistan und im Jemen.

Grundinformationen und Hinweise zur Emanzipation

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Quellenangaben

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Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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