29. Oktober 2010
Migrantinnen und deutsche Frauen haben bei der Familienplanung eine offenbar kulturell unabhängige Gemeinsamkeit. Laut einer statistischen Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) besteht diese Gemeinsamkeit bei der Frage nach dem Zeitpunkt einer gewollten Schwangerschaft. Demnach beeinflusst der Schulabschluss die Familienplanung der Frauen gleichermaßen. Je höher der Bildungsabschluss ausfällt, desto weiter wird eine Mutterschaft nach hinten verschoben.
Das Ergebnis beruht auf einer Umfrage unter 1.674 Frauen mit Migrationshintergrund und 839 deutschen Frauen. Circa 17 Prozent der deutschen Frauen sind ohne Kinder, bei türkischen Frauen sind es dagegen nur sechs Prozent, bei Osteuropäerinnen sind es acht Prozent. Viele der türkischen Migrantinnen sind oft ohne einem hohen Bildungsabschluss nach Deutschland, oft sprechen sie nicht einmal Deutsch. Die Osteuropäerinnen sind dagegen oft schulisch besser gebildet. Der Unterschied von zwei Prozent könnte damit in Zusammenhang stehen.
Unabhängig von der Nationalität gibt es einen weiteren Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Mutterschaft. Schwangerschaftsabbrüche werden demnach bei allen Frauen mit einer hohen Schulbildung seltener durchgeführt. Frauen mit einer niedrigen Schulbildung brechen demnach ungewollte Schwangerschaften viel häufiger ab.
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