Flora und Fauna im Lebensraum Regenwald

Bromelie Blüte in grüner Umgebung

Wissenswertes rund um den Regenwald

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  • von Paradisi-Redaktion

Bei Regenwäldern handelt es sich um Wälder, die ein besonders feuchtes Klima aufweisen. Es wird zwischen tropischen und gemäßigten Regenwäldern unterschieden. Der Regenwald weist eine vielfältige Flora und Fauna auf. Zudem ist die Rede von unterschiedlichen Klimazonen. Informieren Sie sich über die Merkmale eines Regenwaldes mit dessen Flora und Fauna.

Regenwald - Generelle Merkmale

Unter einem Regenwald versteht man ein relativ naturbelassenes Waldökosystem. Ein typisches Merkmal von Regenwäldern ist ihr sehr feuchtes Klima. So kommt es im Jahresmittel zu mehr als 2.000 Millimeter Niederschlag. Außerdem verfügen sie über eine mannigfaltige Flora und Fauna.

Unterschiedliche Arten von Regenwäldern

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Klimabedingungen werden Regenwälder je nach Klimazone in zwei verschiedene Typen eingeteilt. So gibt es tropische Regenwälder, die in tropischen Breitengraden vorkommen, sowie gemäßigte Regenwälder, bei denen es sich zumeist um Küstenregenwälder handelt.

Bei einem Monsunwald handelt es sich um einen Regenwald, dessen Vegetation auf das sommerfeuchte Monsunklima zurück zu führen ist. Er ist niedriger als der tropische Regenwald und weist weniger Arten auf. Man bezeichnet solche Regenwälder auch als Passatwälder oder regengrüne Feuchtwälder.

Darüber hinaus lassen sich Regenwälder in Bergregenwälder und Tieflandregenwälder einteilen. Am häufigsten kommen Regenwälder in den tropischen Regionen vor, während sie in den gemäßigten Breiten seltener zu finden sind.

Blick entlang eines schmalen Pfades in einem düsteren und vernebelten Regenwald
Blick entlang eines schmalen Pfades in einem düsteren und vernebelten Regenwald

Lebensraum für zahlreiche Arten

Der Regenwald bietet zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause.

Tropischer Regenwald

Besonderes Merkmal eines tropischen Regenwaldes ist, dass es hier zwischen 40 und über 70 Prozent aller Arten gibt, die auf der Erde leben. Man schätzt die Gesamtzahl auf über 30 Millionen Pflanzen und Tiere.

Die Pflanzen sind hier in Form eines Stockwerkbaus zu finden. In welcher Form und in welchem Ausmaß die einzelnen Stockwerke ausgeprägt sind, ist unter anderem davon abhängig, wo sich der Wald befindet. Typische Schichten sind etwa:

  • die Bodenschicht mit Wurzelwerk und dünner Humusdecke
  • die Krautschicht mit Farnpflanzen, Moosen und Co.
  • die Strauchschicht mit einer Höhe von etwa fünf Metern
  • die Schicht mit niedrigen Bäumen
  • die Kronenschicht mit dem Hauptkronendach in einer Höhe von etwa 40 Metern
  • die Überständer, welche eine Höhe von bis zu 60 Metern aufweisen können

Typisch sind eine Menge Kletterpflanzen, zu denen

  • Lianen
  • Hemi-Epiphyten und
  • Epiphyten

gehören. Zu den Tieren im tropischen Regenwald gehören besonders viele Gliederfüßler, wie

  • Krebstiere
  • Tausendfüßler
  • Spinnentiere oder
  • Insekten.

Hinzu kommen Reptilien unterschiedlicher Größe, wie Krokodile, Anakondas, Chamäleons oder Schildkröten. Typische Vogelarten sind Kolibris, Paradiesvögel und Aras. Zu den Säugetieren gehören etwa Elefanten, Raubkatzen und Affen.

Grüne Giftschlange (Buschviper) mit aufgerissenem Mund
Grüne Giftschlange (Buschviper) mit aufgerissenem Mund

Monsunwald

Der Monsunwald besteht vorwiegend aus laubabwerfenden Bumen. Es gibt zwei Baumschichten; dabei kann die obere bis zu 35 Meter Höhe erreichen. Es kommt zu einer gänzlichen Entlaubung in der Trockenzeit.

Immergrün ist die Struachschicht; hier finden sich typischerweise Bambuspflanzen. Typisch sind besondere Arten von Monsunwäldern, wie etwa Salwälder mit Salbäumen, Eukalyptuswälder oder Teakwälder.

Gemäßigter Wald

In der gemäßigten Klimazone stellt der gemäßigte Regenwald das Ökosystem mit den meisten Arten dar. Welche Pflanzen dabei vorkommen, ist von Region zu Region verschieden. Zu den Tieren, die sowohl in den oberen Bodenschichten als uach in der Kronenschicht leben, zählen vor allen Dingen Spinnentiere und Insekten.

Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten dieses Artikels genauer über den tropischen und gemäßigten Regenwald.

Neue Tierarten in Kolumbien entdeckt

Im Nordwesten von Kolumbien fanden Forscher, die dort eine dreiwöchige Expedition machten, über 200 verschiedene neue Tierarten. Zum größten Teil handelte es sich Vogelarten, aber auch 60 neue Arten von Amphibien waren dabei und drei gifte Arten von Fröschen, einen Regenfrosch, der orangefarbene Beine hatte, und einen Harlekin-Frosch.

Auch den mittelamerikanischen Tapir, der vom Aussterben bedroht ist, fanden die Forscher in dieser Regenwald-Region vor. Besonders waren die Forscher von der Entdeckung von zehn neuen Amphibien-Arten begeistert, die auf eine dort noch intakte Natur hinweisen. Auf der Welt gibt es kein anderes Land, wo es so viele verschiedene Arten von Amphibien gibt.

Wälder in Indonesien stärker bedroht denn je

Die Torfmoorwälder in Indonesien sind akut bedroht. Dadurch sind nicht nur Lebensräume für Tiere in Gefahr, sondern auch wertvolle Kohlestoffspeicher. Denn die Böden der Wälder speichern pro Hektar 6000 Tonnen CO2. Das ist 50 Mal so viel wie andere Tropenwälder speichern können. Kurz vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen machte die Umweltstiftung WWF auf die verheerende Abholzung aufmerksam, die "Asiens grüner Lunge" derzeit widerfährt.

"Die Zerstörung der Torfmoorwälder ist in Bezug auf den Klimawandel eine tickende Zeitbombe", die Wald- und Klimaexpertin Guénola Kahlert. Ohne Bäume gerät der trockene Boden leicht in Brand, wodurch CO2 freigesetzt wird. In Indonesien werden für Plantagen und die Landwirtschaft jedes Jahr 1,3 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt.

Die Torfmoorwälder gehören mit 21 Millionen Hektar zu den größten der Welt. "Sollte die Entwaldung nicht gestoppt werden, werden Sumatra und Borneo bis 2020 weitgehend entwaldet sein", meldet der WWF.

Amerikaner erstellen weltweit erste einheitliche Karte der Weltoberfläche

Mithilfe von Daten der NASA erstellt USA erste einheitliche Karte der Wälder der Welt

Naturaufnahme Wald im Gegenlicht
Wald im Gegenlicht © Hubert Körner - www.fotolia.de

Wissenschaftler haben die erste weltweite und auf einheitlichen Standards beruhende Karte von den Wäldern dieser Erde erstellt. Dazu wurden Satellitendaten der NASA verwendet.

Michael Lefsky von der Colorado State Universität und sein Forscherteam erhoffen sich nun, besser die sogenannte Pufferwirkung der Wälder einschätzen zu können. Denn Wälder haben einen großen Einfluss auf das Klima. Sie filtern Kohlendioxid aus der Luft und nehmen es in sich auf. Je mehr Bäume es also gibt, desto größer ist die Filterwirkung für die Atmosphäre.

Der Vorreiter für DESDynI

Auch für die Vorhersage von Waldbränden beziehungsweise die Berechnung, inwiefern sich Waldbrände ausdehnen, kann die Karte genutzt werden. "Diese Karte ist ein gewaltiger Schritt vorwärts und sie hilft, schon mal die Bühne vorzubereiten für DESDynI, weil sie zeigt, dass die Technik funktioniert", berichtet Lefsky stolz.

Bei DESDynI handelt es sich um einen weiteren, bald startenden Satelliten mit dem Namen "Deformation, Ecosystem Structure and Dynamics of Ice". Der Satellit soll noch genauere Daten messen können.

Holzabbau um Dar es Salaam

Extreme Abholzung in Dar es Salaam hat schwere Folgen für Umwelt und Wirtschaft

Kettensäge auf Holzstumpf
Kettensäge © Michael Krüger - www.fotolia.de

Um Dar es Salaam in Tansania werden immer mehr Bäume abgeholzt. Dies ist aus einer Studie eines internationalen Forscherteams zu entnehmen, das sich mit der Entwicklung des Holzabbaus in den Jahren zwischen 1991 und 2005 beschäftigt hat. Dabei fiel vermehrt auf, dass der Radius des Holzabbaus sich immer weiter ausgebreitet hat und wertvolle Hölzer immer schneller abgebaut wurden.

Anfangs erstreckten sich die Abbaugebiete in Ringen mit einem Radius von maximal 100 Kilometern, wo die wertvollsten Hölzer vorzufinden waren. Mittlerweile ist der Radius bis zu 200 Kilometern gewachsen.

Folgen für Bevölkerung und Umwelt

Unter dieser extremen Abholzung leidet nicht nur die örtliche Bevölkerung, die aus den Hölzern Hütten baut oder Holzkohle daraus gewinnt. Auch die Umwelt erleidet einen Rückschlag. Nicht nur, dass durch die verringerte Kohlendioxidspeicherung der Klimawandel weiter gefördert wird, sondern auch die Artenvielfalt der Tiere im Wald geht zurück.

Als weiterer wirtschaftlicher Aspekt stiegen die Preise für Holzkohle vom Jahr 1997 bis 2007 durch den rasanten Abbau der Hölzer von 0,18 US-Dollar auf 0,27 US-Dollar pro Kilogramm. Selbst die Exportmaßnahmen und Naturschutzgebiete halten nicht von der exzessiven Rodung ab.

Staub aus der Sahara düngt das Amazonas-Gebiet

Schon vor 170 Jahren bediente man sich zur Düngung der Amazonas-Regionen aus der Sahara

Ausschnitt aus Sandwüste unter strahlend blauem Himmel
Grand erg Oriental © Klaus Gilg - www.fotolia.de

Die Bodélé-Niederung ist ein gigantisches Seebecken in der Sahara und führt heute kein Wasser mehr, aber dennoch sind die Mineralien auf dem Boden des Sees noch vorhanden. Der Wind, der zwischen den beiden nahegelegenen Gebirgsketten durchfegt, fungiert wie eine Drüse, die den Staub mitsamt Phosphor und Eisen über den Atlantik trägt. Die Auswirkungen sind enorm.

Forscher gingen schon vorher von einer beträchtlichen Auswirkung auf die Regionen rund um den Amazonas aus, jedoch liegt die Mineralienmenge 38% höher als zuvor angenommen. Besonders die Karibik bekomme auch sehr viel von dem Staub ab. Außerdem vermuten die Forscher, dass seit den letzten 1000 Jahren schon 4 Meter des Seebettes abgetragen wurden. Dabei brauch der Staub etwa 10 Tage, um über den Atlantik zu kommen.

Düngung durch Saharastaub schon vor 170 Jahren durchgeführt

Leider vermuten sie auch, dass die Schadstoffe aus dem Boden des Beckens somit mitgebracht werden könnten. Dennoch zeigen Proben, dass die Regionen jenseits des Atlantiks vom Staub aus der Sahara angewiesen sind. Auch schon vor etwa 170 Jahren trafen die Vorreiter der Staubforschung im Atlantik auf einen Saharawind und konnten mithilfe eines nassen Handtuches den Staub auffangen.

Eine heutige Untersuchung zeigte, dass der Staub aus der Bodélé-Niederung stammt. Trotz der 4000km Entfernung hatte der Staub keine Probleme bis zum Schiff mitten auf dem Atlantik zu gelangen.

Mangroven sterben aus

Der Großteil der noch übrig gebliebenden Mangrovenwälder befindet sich in Asien

Das Ökosystem Mangrove besteht aus äußerst widerstandsfähigen, hölzernen Salzpflanzen, die ebenfalls als Mangroven bezeichnet werden und sich als besonders resistent gegen Salz und Hitze bewährt haben. Dieses Ökosystem, das sich aus einer Vielzahl solcher Bäume zusammensetzt, zählt als extrem produktiv und wichtig für die Welt.

Satellitenaufnahmen zeigen besorgniserregenden Rückgang

Seit kurzem hat man per Satellitenfotos festgestellt, dass sich die Gebiete durch Stürme und Einflüsse des Menschen drastisch verringert haben. Es stellte sich heraus, dass die Gebiete schon 12% kleiner sind als bisher angenommen. Auch in den Jahren zwischen 1980 und 2000 vermutet man einen Rückgang von 35%.

Insgesamt rechnet man also mit dem Verlust von etwa der Hälfte der Mangrovenwälder. Dabei waren sie früher noch der perfekte Schutz bei extremen Windverhältnissen oder Tsunamis.

Von den übrig gebliebenen 137.000 Quadratkilometern der Mangroven, findet man heute den Großteil in Asien mit etwa 42%, Afrika mit 21% und 15% in Nord- und Mittelamerika. Der Rest verteilt sich auf Südamerika und Ozeanien.

Entwaldung nimmt drastisch zu

Weidefelder, Plantagen und Felder sind auf den ersten Blick nichts Schlimmes. Doch kaum einer weiß, dass jährlich knapp 13 Millionen Hektar Wald gerodet werden, um eben größtenteils diesen landwirtschaftlichen Flächen Platz zu machen.

Betroffen sind vor allem Tropenwälder, so dass das Klimasystem der Erde enorm darunter leide, warnt der WWF. Tropische Bäume seien nämlich die bedeutendsten Klimaschützer, da sie besonders viel Kohlendioxid in Kohlenstoff umwandeln.

Dadurch, dass jährlich Waldflächen von etwa der Größe Griechenlands gerodet werden, bleibt zusätzlich die Artenvielfalt auf der Strecke. Erschreckende 99 Prozent der biologischen Vielfalt gehen nach Angaben der WWF nach und nach zugrunde.

Aus diesem Grund fordert der WWF, weltweit mehr Schutzgebiete zu erhalten, auch wenn es für den Normalverbraucher so scheint, als wäre die Landwirtschaft keine Bedrohung für das Weltklima.

Über dem Amazonas ist die Luft am besten

Für die Entwicklung besserer Klimamodelle forschte ein internationales Team unter Mainzer Leitung nun am Amazonas, wie der Regenprozess am Amazonas vonstatten geht. Dabei wurde herausgefunden, dass sich der Amazonas selbst hilft, indem er Pilzsporen, Pollen und auch andere kleinere Partikel freisetzt, so dass an ihnen Tropfen und Eiskristalle kondensieren können. Aus diesen bilden sich anschließend Wolken und fallen wieder als Regen zur Erde. Dadurch werde die Luft derartig gefiltert und von sogenannten verschmutzten Aerosolen befreit, dass sie zu Regenzeiten zur saubersten der Erde gehöre, so die Forscher. Der Regen sorge dafür, dass die verunreinigten Aerosole von Nitraten und anderen Schadstoffen bereinigt werde, so dass letztendlich nur noch ein paar hundert Teilchen pro Kubikzentimeter Luft auftreten.

Zum Vergleich: In einer Großstadt sind nicht selten mehrere Zehntausend dieser Schmutzpartikel im Kubikzentimeter Luft.

Riesenpandas bevorzugen alte Wälder

Alte Waldgebiete bieten Riesenpandas vermutlich Vorteile bei der Ernährung und Fortpflanzung

Ausschnitt Bambusstöcke
bambus © Martina Berg - www.fotolia.de

Riesenpandas fühlen sich in alten Wäldern wohler als in neuen Waldgebieten. Dies zeigen Untersuchungen, deren Ergebnisse in Biology Letters erschienen. Herausgeber der Zeitschrift ist eine britische Gelehrtengesellschaft zur Wissenschaftspflege, The Royal Society.

Der Riesenpanda gehört mit einem abnehmenden Bestand von derzeit etwa 1.600 wild lebenden Tieren zu den bedrohten Tierarten. Ungefähr 300 Bären leben zur Zeit in Tiergärten.

Wissenschaftler haben sich vier Jahre lang mit den Riesenpandas beschäftigt. Sie verfolgten ihre Spuren in den Bergen der chinesischen Provinz Sichuan. Dabei notierten sie, in welchem Waldgebiet sie Bewegungen der Bären lokalisieren konnten. Zertrampelte Pflanzen und die Hinterlassenschaften der Pandas wiesen ihnen den Weg.

Vorzüge bei Ernährung und Fortpflanzung

Wie bereits vermutet, hielten sich die Riesenpandas besonders gerne an Orten auf, an denen Bambus, ihre Hauptnahrungsquelle, wuchs. Allerdings bevorzugten sie ebenfalls Wälder mit bereits voll ausgebildeter Vegetation. Junge Pflänzchen scheinen sie nicht so sehr zu interessieren, denn Wälder, in denen vorrangig junge Vegetation zu finden ist, mieden sie.

Warum die Bären sich lieber in älteren Wäldern aufhalten, konnten die chinesischen Forscher nicht herausfinden. Eventuell hängt es mit der Nahrung und der Fortpflanzung der Riesenpandas zusammen. Zum einen ist vielleicht alter Bambus sättigender, zum anderen können die Weibchen in den hohlen Bäumen ihre Nester für die Jungen bauen.

Für die Forscher ist diese neue Entdeckung sehr wichtig. Können doch nun die Wälder vorrangig geschützt werden, in denen Pandas leben. Ob das Fällverbot verlängert wird, dass vor zehn Jahren im Lebensraum der Riesenpandas durchgesetzt wurde, wird derzeit diskutiert.

Wieviele Waldflächen jede Minute auf der Welt verschwinden - WWF zeigt es jetzt an

Das Jahr 2011 gilt als internationales Jahr der Wälder und so hat deshalb die Umweltstiftung "World Wide Fund For Nature", die als eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt gilt und im Jahr 1961 in der Schweiz als "World Wildlife Fund" (WWF) gegründet wurde, über den Waldverlust auf der Welt am Hauptbahnhof in Berlin für dieses Jahr einen sogenannten "Waldverlust-Ticker 2011" installiert.

Hier werden für ein Jahr allen Besuchern des Bahnhof jede Minute die auf der Welt vernichteten Quadratmeter Waldfläche angezeigt. Die Vereinten Nationen haben dieses Internationale Jahr der Wälder bestimmt, woran sich auch in Deutschland der Bund, die Länder und Kommunen, aber auch viele Dachorganisationen beteiligen.

Goldsucher in Peru vernichten Regenwälder

Durch illegale Goldsucher wird der Boden des Peruanischen Regenwaldes mit Quecksilber verseucht

Viele aufgereihte Goldbarren mit kleinen Gravuren, 3 Reihen
Gold Bars © Tomislav Forgo - www.fotolia.de

Mittlerweile ist der Goldpreis an den Börsen auf einem Höchststand angelangt und so gehen immer mehr illegale Goldsucher nach Peru in die Regenwälder um dort nach dem "gelben Metall" zu schürfen. Doch dabei zerstören sie große Gebiete der Wälder und hinterlassen, wenn sie den Boden ausgebeutet haben, eine Mondlandschaft, die zudem noch mit Quecksilber verseucht ist.

Das Quecksilber wird zum Auswaschen des Goldes aus dem Sand und Gestein verwendet, so dass etwa 1.000 Tonnen nach Schätzungen der UNO in den Boden gelangen. Aber die illegalen Goldsucher erhalten für ihre Funde nur einen Bruchteil des offiziellen Goldpreises, so dass wohl kaum einer davon reich wird.

Polizei und Militär gehen gegen illegale Goldsucher vor

Mittlerweile gehen auch die Behörden gegen die illegalen Goldsucher vor, so dass im März ein Großaufgebot an Militär und Polizei gegen Zehntausende Goldsucher im Einsatz waren. Aber es wird noch einige Jahre dauern, bis man alle illegalen Goldsucher vertrieben hat.

Doch jetzt könnte für die Regenwälder ein neues Problem entstehen, denn so haben Tochterfirmen von amerikanischen und brasilianischen Erdölkonzernen sich von der peruanischen Regierung die Rechte zur Bohrung und Förderung von Erdöl zusichern lassen. Man vermutet nämlich in diesem Gebiet reiche Vorkommen an Erdöl, so dass bald die ersten Probebohrungen erfolgen werden.

Illegale Rodungen im Amazonas-Regenwald auf Rekordniveau - Brasilianische Regierung bestürzt

Aufnahmen auf dem All zeigten nun den extremen Anstig von illegalen Rodungen in Brasilien

Jungelpflanzen
tropical jungle © Jonny McCullagh - www.fotolia.de

Die aktuell veröffentlichen Zahlen des staatlichen Weltrauminstituts in Brasilien sind alarmierend. So haben die illegalen Rodungen im Regenwald des Amazonas um mehrere hundert Prozent in den letzten Monaten zugenommen. Das hat jetzt die Auswertung von Satellitenbildern aus dem All gezeigt. So sind in einer Provinz die nicht genehmigten Abholzungen um fast 50 Prozent in den letzten neun Monaten angewachsen.

Noch alarmierendere Zahlen kommen von einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung, die ebenfalls einen dramatischen Anstieg feststellen musste. So sei im April 2011 über 500 Prozent mehr Holz geschlagen worden als im selben Monat des Vorjahres.

Strenge Maßnahmen durch die brasilianische Regierung

Die brasilianische Regierung zeigt sich bestürzt und kann sich diesen exorbitanten Anstieg nicht erklären. Deshalb will sie jetzt mit drastischen Maßnahmen dieser Entwicklung Einhalt gebieten. Wer auf den geschaffenen Freiflächen Ackerbau betreibe oder seine Rinder dort fressen lassen, dem droht die Beschlagnahmung seiner Tiere oder seiner Saat durch den Staat. Dazu lässt die zuständige Ministerin Ursachenforschung betreiben und hat eine Kommission zur Ermittlung eingesetzt.

Da es sich dabei um ein globales Problem handelt, schaut die ganze Welt wegen dieser Vorfälle nach Brasilien. Denn mit dem Verschwinden des Regenwaldes, droht der Klimawandel schneller und heftiger auszufallen, da der Regenwald wichtige Funktionen zur Regulierung der Umwelt auf der Erde einnimmt.

Bäume pflanzen gegen den Treibhauseffekt

Wälder können den Treibhauseffekt stoppen. Ein internationales Expertenteam weist in einer Studie darauf hin, dass Bäume fast ein Drittel des Kohlendioxids, das durch fossile Brennstoffe weltweit entsteht, absorbieren. Dies sind jährlich 2,4 Milliarden Tonnen des gefährlichen Treibhausgases. Für ihre Untersuchung zogen die Wissenschaftler Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 1990 bis 2007 heran.

Ziel müsse es daher sein, so Josep Canadell, einer der beteiligten Forscher, dass Wälder wieder aufgeforstet werden. Dadurch sei es möglich, dass sogar die Hälfte aller CO2-Emissionen aufgenommen werden könnte. Eine Entwaldung hat dagegen katastrophale Folgen für die Umwelt, meint Canadell. So verursacht die Abholzung von Wäldern jetzt schon einen Ausstoß von 2,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr.

Das Treibhausgas Kohlendioxid wird bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas frei. CO2 ist ein farb- und geruchloses Gas, das ein natürlicher Bestandteil der Luft ist.

In Nordamerika eingeschleppt - Regenwürmer gefährden die Wälder

Regenwürmer in New York bauen Organismen im Boden ab und schaden Flora und Fauna

Nahaufnahme grüne Pflanze in Erde
plant © Fedor Sidorov - www.fotolia.de

Wissenschaftler konnten im Adirondack State Park im US-Bundesstaat New York eine Ausbreitung von eingeschleppten Regenwürmern beobachten. Diese Tiere stellen eine Gefahr für den natürlichen Lebensraum in Flora und Fauna dar. Der größte zusammenhängende Laubwald in den gemäßigten Zonen ist in Gefahr.

Mögliche Herkunft der Regenwürmer

Die Eier der Regenwürmer heften sich an Autoreifen oder sie werden von Anglern, die Fischen gehen, mitgebracht. Der Wald dieses erwähnten Nationalparks war bislang frei von Regenwürmern gewesen. Nun aber verursachen diese eingeschleppten Regenwürmer einen verstärkten Abbau von Organismen im Boden. Das hat zur Folge, dass sich der Lebensraum dort verschlechtert und der Boden erodiert.

In einer kürzlichen Studie fanden Dara Seidl und Peter Klepeis von der New Yorker Colgate University heraus, wie sich die Regenwürmer in diesen Park eingeschleppt haben. Hierfür wurden Touristen und Einwohner der im Park gelegenen Stadt Webb zu den Themen Umweltwissen und Freizeitaktivität befragt.

Anwohner sollen besser aufgeklärt werden

Außerdem analysierte man die Umweltgeschichte. Das Ergebnis dieser Studie war, dass europäische Siedler um 1800 die ersten Regenwürmer mitbrachten, als sie zum Stabilisieren der Schiffsfracht eine Erde-Split-Mischung benutzten.

Die beiden Wissenschaftler folgern nun daraus, dass die Menschen in diesem Park sich nicht über die Tragweite dieser ganzen Sache bewusst wären - nur 17 Prozent der Befragten wussten über die Gefahr dieser Regenwürmer in dieser Region Bescheid. Das Forscherteam will nun das Bewusstsein der Bewohner schärfen.

Die Forscher aber halten Regenwürmer beim Gärtnern, beim Kompostieren und Angeln für sehr nützlich und wichtig für das Ökosystem. Allerdings fordern sie eine bessere Aufklärung der Touristen und Bewohner und regen die Verwendung von toten Ködern und den passenden Abfallsystemen an.

Zypressen und Fichten in der Arktis

Vor rund 53 Millionen Jahren konnte man in der Arktis Laubbäume und Blütenpflanzen vorfinden

Antarktis: Eisberge im Wasser unter blauem Himmel
Arch shaped iceberg Antarctica © doethion - www.fotolia.de

Dichte Wälder in der Arktis: Das sind mögliche Folgen der Erderwärmung. Doch was jetzt noch nach Science Fiction klingt, hat es vor rund 53 Millionen Jahren bereits gegeben. Dies haben jetzt Forscher der Universität im englischen Birmingham herausgefunden, indem sie Pollen- und Fossilien-Funde analysierten. So habe das damalige arktische Klima dem des heutigen Mitteleuropa entsprochen, erklärten die Paläontologen ihre Untersuchungsergebnisse.

Temperaturen von mehr als 20 Grad und eine Pflanzenwelt wie im heutigen Europa

Da die durchschnittliche Jahrestemperatur bei 8 bis 15 Grad Celsius lag, waren zu dieser Zeit die Polargebiete der Erde komplett eisfrei. Im Sommer waren Temperaturen von mehr als 20 Grad keine Seltenheit, im Winter lagen die Temperaturen vermutlich meist um den Gefrierpunkt.

Auch die Pflanzenwelt ähnelte der des heutigen Europa oder des nordamerikanischen Südens, obwohl schon damals im Winter monatelange Dunkelheit herrschte und im Sommer rund um die Uhr die Sonne schien. Laubbäume wie Zypressen, aber auch Mammutbäume und verschiedene Fichtenarten, wuchsen in der Arktis.

Funde könnten Fingerzeig für die Zukunft sein

Die Forscher staunten auch über die zahlreichen Blütenpflanzen. Während der Wärmephase waren sie viel weiter nördlich anzutreffen als angenommen. Dies könnte auch ein Fingerzeig für die Zukunft sein, so die Paläontologen.

Regenwald erzeugt den Regen durch Wolkenbildung

Ein internationales Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Chemie hat vor kurzem herausgefunden, dass der Regenwald selbst die Bedingungen seines Daseins schafft, indem er die Wolkenbildung anregt und damit für Regen sorgt.

Eine Besonderheit sind dabei die von besonderen Pilzen ausgestoßenen Kaliumsalze, welche wiederum den organischen Molekülen diverse Keime zur Kondensation bieten. Durch diese Verbindungen entstehen anschließend kleine Klümpchen, welche dem Wasserdampf in der Luft als Basis dienen und aus denen letztendlich die Wolken entstehen. Die Forscher beobachteten diese Prozesse mit den Kaliumsalzen in der Nähe von Manaus im Amazonas-Regenwald.

Durch die gewonnen Ergebnisse steht damit auch fest, dass das Weltklima sowie die Biodiversität des Amazonas von dem Wohlergehen der Urwaldpilze abhängt.

Der größte Teil der Regenwälder wird durch kriminelle Banden abgeholzt

Berichten von Vertretern des Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) sowie von der internationalen Polizei Interpol zufolge, sind für bis zu 90 Prozent der Abholzung der Regenwälder kriminelle Banden verantwortlich. Dadurch wird einmal neben dem Klimaschutz auch die dortige Tier- und Pflanzenwelt gefährdet.

Die Täter scheuen bei ihrem kriminellen Vorgehen auch vor Mord und Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung nicht zurück. Besonders die Regionen des Amazonas sowie in Süd-Ost-Asien und Zentralafrika sind von der illegalen Abholzung betroffen, so dass Interpol eine stärkere internationale Strafverfolgung fordert.

Abholzung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes nimmt ab

Die Abholzung des Regenwaldes im brasilianischen Amazonasgebiet ist nach Angaben der Regierung deutlich zurückgegangen. Sie liegt auf dem niedrigsten Stand seit zwanzig Jahren. Dies teilte Umweltministerin Izabella Teixeira jetzt mit.

Von August 2011 bis Juli 2012 wurden rund 4656 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald durch Abholzung und Brandrodung zerstört. Das sind 27 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Als Grund für diese Entwicklung nannte Teixeira die verbesserte Überwachungsmethoden. Außerdem seien die Umweltgesetze rigoroser angewandt worden. Ab 2013 will die brasilianische Umweltschutzbehörde Ibama mit Satellitenüberwachung nach Personen fahnden, die illegal Bäume gefällt haben.

Trotz der positiven Gesamtentwicklung kam es in den drei Bundesstaaten Tocantins, Amazonas und Acre zu einem Anstieg der Abholzungsrate. Dennoch zeigte sich die brasilianische Umweltministerin zufrieden. Sie bezeichnete den Rückgang auf den niedrigsten Stand seit 1988 als die möglicherweise einzige gute Umweltnachricht in diesem Jahr hinsichtlich des Klimawandels.

In den letzten zehn Jahren wurde Amazonasregenwald der Fläche Großbritanniens vernichtet

Am Dienstag wurde in Bolivien eine Studie vorgestellt, die das Abholzen des Regenwaldes im Amazonasgebiet dokumentiert. Man stellte fest, dass die Abholzung im Vergleich zu 1990 um 76 Prozent abgenommen hat.

2011 war das Jahr mit der geringsten Abholzung seit Beginn der Messungen 1988. Allerdings ist die Menge auch heute noch beachtlich. In den Jahren 2000 bis 2010 wurden 240.000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet. Das ist mehr als die Fläche der britischen Hauptinsel.

80 Prozent der zerstörten Fläche befindet sich auf dem Staatsgebiet Brasiliens. Insgesamt sind bereits 20 Prozent des ursprünglichen Amazonasregenwaldes unwiderbringlich vernichtet.

Brasilien verlagert Waldrodung vom Amazonas an den Atlantik

Es ist eine Nachricht, die auf den ersten Blick gut klingt: am Amazonas werden weniger Bäume gerodet wie früher. Doch die Kehrseite im damit zugleich fragwürdigen Umweltschutz-Engagement Brasilien folgt gleich auf dem Fuße: dafür werden am Atlantik mehr Bäume als bisher abgeholzt.

Nur noch 1 Prozent Regenwald gibt es noch in Brasilien, während dieser früher 15 Prozent der Fläche des Landes bedeckte. Im Verlaufe zwischen August 2011 und Juli des vergangenen Jahres wurden im Gebiet des Amazonas 4.571 Quadratkilometer des Regenwalds gefällt, dies teilte das brasilianische Umweltministerium nun mit.

Damit wurde die bislang niedrigste Rate erreicht seit dem Beginn der staatlichen Kontrolle der Rodung, die 1988 an den Start ging. Dennoch beträgt die binnen eines Jahres gerodete Fläche immer noch 1,8 Mal so viel Fläche, wie die Größe des Bundeslandes Saarland.

Nachdem im Amazonas-Regenwald nicht mehr so viel abgeholzt werden kann, geht die Rodung vor allem im Regenwald am Atlantik weiter, wie auch im Inland. Brasilien hat damit weiter mit dem Abholzen von den klimatisch so wichtigen Wäldern zu kämpfen, inzwischen gehört der an der Ostküste gelegene "Mata Atlântica" weltweit zu den Regenwäldern, die am stärksten bedroht sind.

235 Quadratmeter Wald wurden dort zwischen den Jahren 2011 und 2012 abgeholzt, was gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 und 2011 eine Zunahme von 29 Prozent bedeutet. Damit steigt die Rodungsrate dort massiv an und ist die bislang höchste seit dem Jahr 2008. Dabei wurde noch 2006 ein Schutz der Region beschlossen. Die "Mata Atlântica" ist ein wichtiger Speicher für CO2 und zudem ein wichtiges Trinkwasserreservoir für die Küstenstädte in Brasilien.

Rodungen vertreiben große Vögel und verändern das Wachstum des Regenwaldes

Nahaufnahme eines Tukan-Vogels in der Wildnis
Colorful Toucan Bird © Lukas Gojda - www.fotolia.de

Schon lange ist bekannt, dass die Rodungen der Regenwälder der Natur nicht gut tun und drastische Langzeitfolgen verursachen können. Wie gravierend diese sind, haben nun brasilianische Forscher herausgefunden. So konnte etwa festgestellt werden, dass große Vögel wie der Tukan aus den gerodeten Flächen vertrieben werden, was wiederum schwere Folgen auf das Wachstum der Bäume hat, da diese Waldbewohner entsprechend größere Samen transportieren.

Da die großen Vögel fehlen, können sich die Samen nicht mehr so weit in den Regenwäldern verteilen. Kleinere Tiere, die sich auch weiterhin in den Wäldern aufhalten, transportieren aber auch weiterhin kleinere Samen, wodurch sich diese Pflanzen besser verteilen und mit der Zeit der junge Palmenbestand entsprechend geschwächt wird.

Die Vertreibung der großen Waldvögel geht unter anderem auf die unzähligen Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen zurück, die den Tieren keinen ausreichenden Schutz bieten. Gerade diese Vögel waren jedoch dafür verantwortlich, dass die Samen großer Palmen oft über mehrere Kilometer getragen wurden.

Für kleinere Vögel jedoch sind diese Samen zu groß, sodass sie diese nicht fressen können. Da die Sämlinge kleinerer Palmen jedoch schneller austrocknen und auch weniger keimen können, werden sie sich vor allem gegen den Klimawandel nicht behaupten können.

Regenwaldzerstörung: Noch immer wird abgeholzt und wertvoller Naturraum unwiederbringlich zerstört

Der Regenwald wird noch immer zerstört. Nach Erkenntnissen durch die Auswertungen von Aufnahmen eines Satelliten sind alleine zwischen August 2012 und Juli 2013 im Amazonas-Gebiet 5843 Quadratkilometer Regenwald verschwunden.

Im vorhergehenden Jahr waren es noch 28 Prozent weniger. Auf diese Tatsache verwies Brasiliens Umweltministerin Izabella Teixeira letzten Donnerstag. Trotzdem sei es der zweitniedrigste Wert, seitdem die Aufzeichnungen gemacht werden. 2004 wurden noch 27000 Quadratkilometer abgeholzt.

Die Umweltschutzorganisation WWF sieht in den vorgelegten Zahlen eine „Quittung für die Aushöhlung des Umweltschutzes“. Sie kritisiert, dass ein „vorbildliches Waldgesetz“ von den „kurzfristigen Interessen der Agrarindustrie“ ausgehöhlt wurde. Am meisten wurde im Bundesstaat Pará abgeholzt, nämlich 2379 Quadratkilometer.

Der Regenwald im Amazonas-Gebiet umfasst mehrere Länder, wobei Brasilien das größte Gebiet besitzt. Dort gibt es 1294 verschiedene Vogelarten, 427 Säugetierarten, mehr als 40.000 Pflanzenarten und 300 Fischarten.

Mangrovenwälder erobern den Norden Floridas

Der Bestand an Mangrovenwäldern nimmt weltweit seit Jahrzehnten deutlich ab. Im Norden Floridas haben Forscher vom Smithsonian Environmental Research Center in Edgewater, Maryland, allerdings eine andere Entwicklung festgestellt. Dort hat sich die Fläche der Mangrovenwälder von 1984 bis 2011 nahezu verdoppelt.

Klimawandel und zu wenig Frost verantwortlich

Das ungewöhnliche Wachstum steht im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dabei sind nicht höhere Durchschnittstemperaturen für die Ausbreitung der Mangroven im Norden Floridas verantwortlich, sondern der Rückgang von strengen Frosttagen. Temperaturen von unter vier Grad Celsius sind für Mangroven bedrohlich, derartige Tage mit strengem Frost sind im Untersuchungszeitraum in der Region seltener geworden.

Regionales Ökosystem in Gefahr

Mangroven sind für den Menschen zwar sehr nützlich, da sie als Küstenschutz fungieren und gleichzeitig große Mengen CO2 aus der Luft filtern, allerdings birgt die Ausbreitung im nördlichen Florida einen Nachteil. Die Mangrovenwälder erobern dort zunehmend den Platz von Salzwiesen, die für das regionale Ökosystem eine wichtige Rolle spielen.

Regenwälder verlieren Klimafreundlichkeit: Dürreperioden sorgen für Kohlendioxid-Ausstoss

Dem tropischen Regenwald im Amazonasbecken kommt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu, so die gängige Lehrmeinung. In manchen Jahren gibt die sogenannte "Grüne Lunge" aber sogar schädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre ab. Dies haben Wissenschaftler vom Energieforschungsinstitut in São Paulo herausgefunden, die Luftproben aus dem Amazonasgebiet von 2010 und 2011 auswerteten.

Demnach belastete der Dschungel die Atmosphäre im Jahr 2010 mit 480 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Schuld war eine Dürreperiode, in deren Folge zahlreiche Pflanzen durch Feuersbrünste vernichtet wurden. 2011 war hingegen ein feuchtes Jahr, wodurch sich die Pflanzen im Regenwald erholten, größere Feuer ausblieben und sich die Klimabilanz des Amazonasbeckens wieder verbesserte.

Für Umweltschützer ist die Studie ein Warnschuss, da Dürreperioden im Regenwald künftig noch zunehmen werden.

Die Kayapó am Amazonas – ein kleines Volk hütet die indianischen Traditionen

Landschaftsbild Spreewald mit dem Fluss
Spreewald © T. Lieder - www.fotolia.de

Die Kayapó gehören zu den bekanntesten Bewohnern der Amazonas-Region. Rund 9000 der Ureinwohner siedeln noch im Regenwald. Ihr Reservat von der Größe der fünf neuen Bundesländer ist jedoch bedroht. Goldsucher und Holzfäller bedrängen die Stämme. Das Staudammprojekt Belo Monte spaltet das Land.

Bereits 1989 konnten sich die Kayapó mithilfe internationaler Unterstützer gegen einen Staudamm am Xingo-Fluss wehren. Nun plant die brasilianische Regierung im Bundesstaat Pará erneut ein Mega-Projekt zur Energiegewinnung. Für die Indianer bedeutet das den Verlust ihrer Heimat.

Noch zieht sich der Rechtsstreit hin. Die Häuptlinge der Kayapó haben sich gegen das Projekt positioniert: Sie wollen ihre alte Kultur bewahren und keinen Regenwald hergeben. Auch Lizenzen für Bergbau und Holzeinschlag sollen wieder begrenzt werden.

Ob sich der Fortschritt aufhalten lässt, ist jedoch zweifelhaft. In den 44 Dörfern hat längst die Moderne Einzug erhalten. Motorgetriebene Alu-Boote, Computer, Gewehre – der Alltag ist von Technologie geprägt. Doch daneben hüten die Kayapó immer noch ihre alte Kultur mit Perlenschmuck, traditioneller Kleidung, Körpertattoos und indianischen Riten.

Peru: Staatliche Maßnahmen zum Schutz des Regenwaldes laufen ins Leere

Flagge von Peru
Peruanische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Die Regenwälder in Peru dürfen eigentlich nur mit Erlaubnis der Regierung abgeholzt werden. Die staatlichen Stellen vergeben Lizenzen, um die Abholzung zu kontrollieren und den Regenwald zu schützen. Doch gerade diese Praxis fördert die Zerstörung der Wälder, wie US-Forscher vom Zentrum für Internationale Umweltgesetzgebung herausgefunden haben.

Die Wissenschaftler nahmen Daten der staatlichen Aufsichtsbehörde Osinfor unter die Lupe. Dabei zeigte sich, dass in den Jahren 2005 bis 2013 rund zwei Drittel der Holzfäller im nördlichen Amazonasgebiet unter dem Deckmantel der Konzessionen illegal Wald abgeholzt hatten. Insgesamt gab es in dieser Zeit 388 staatliche Kontrollen: In 21,6 Prozent der Fälle leitete die Behörde Ermittlungen ein, in weiteren 46,7 Prozent zog die Behörde die Erlaubnis zur Abholzung der Wälder ein.

Laut der Forscher rodeten die Holzfäller häufig in Zonen, die nicht zur Abholzung freigegeben waren. Dies ist möglich, da die Genehmigungen nicht vor Ort überwacht werden, sondern erst im Hafen. Doch dann ist es laut der Forscher kaum noch möglich, die genaue Herkunft des Holzes zu bestimmen.

Welterbe-Wald soll in Australien zerstört werden

Ansicht  von unten: Licht durchfluteter Wald
green bamboo tree © alper nakri - www.fotolia.de

Eigentlich ist jedes Land mit Stolz erfüllt, wenn es Welterbe oder gar Weltkulturerbe beherbergen darf. In Australien scheint dies jedoch anders zu sein. Dort sollen 74.000 Hektar Wald abgeholzt werden. Der Wald in Tasmanien ist jedoch Welterbe und steht somit unter dem Schutz der Unesco. Wenn es nach der Regierung von Australien geht, soll dieser Titel aber möglichst schnell zurückgezogen werden.

Sollte sich die Unesco für die Rücknahme entscheiden, dann wäre dies das erste Mal. Denn die Gründe sind wirtschaftlicher Art und für ein industriell weit entwickeltes Land unüblich. In Tasmanien demonstrieren derzeit Tausende gegen die Abholzung des berühmten Waldes.

Doch es gibt auch positive Neuigkeiten von der Unesco. So hofft das deutsche Kloster Corcey, welches im westfälischen Höxter angesiedelt ist, auf eine Ernennung zum Weltkulturerbe. Für Deutschland ist das Kloster die einzige Nominierung in diesem Jahr. Das Kloster wurde bereits im Jahr 822 gegründet und steht seit 1999 auf der Liste der Unesco zur Ernennung.

Ländliche Gemeinden und Ureinwohner retten den Regenwald - Klimaschutz statt Abholzungen

Bromelie Blüte in grüner Umgebung
Bromelie, Amazonas - Brasil © guentermanaus - www.fotolia.de

Waldschutz gilt als einfachste Maßnahme für den Klimaschutz. Doch die Abholzung der tropischen Wälder für Anbau- und Weideflächen hält weiter an. Illegale Rodungen und Bebauungen könnten nach Meinung von Experten den Regenwald am Amazonas bis zum Jahr 2030 um 20 Prozent verkleinern. Der Treibhauseffekt würde weiter ansteigen, die Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Atmosphäre sich erheblich erhöhen.

Verwaltung durch indigene Bevölkerung

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der beste Schutz für den Regenwald gewährleistet ist, wenn ländliche Gemeinden und Ureinwohner ihn gemeinschaftlich verwalten und nutzen. Rodungen nehmen ab, die Wälder als Quellen für Nahrungsmittel und Medizin bewahrt. So liegt etwa auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán die Abholzung 350-mal niedriger als in einem Gebiet von vergleichbarer Größe in der Nähe.

Problematisch ist jedoch, dass Regierungen noch mehr als 70 Prozent der Wälder in Entwicklungsländern für sich in Anspruch nehmen, selbst wenn indigene Völker dort seit Jahrtausenden leben. Ein positives Beispiel bietet Brasilien, das Gemeinschaftsrechte für bereits 30 Prozent der Wälder anerkannt hat. Illegale Ansiedlungen und Abholzungen werden dort am aktivsten bekämpft.

Palmöl verursacht Vernichtung der Regenwälder

Als größte Umweltsünder gelten Indonesien, das große Gebiete des Regenwaldes für die Palmölindustrie frei gegeben hat, und Peru, das seit 2000 fast die Hälfte der gemeinschaftlichen Wälder dem Minen-, Öl- und Gasgeschäft geopfert hat.

Wirkung der Bäume im Amazonas-Regenwald als CO2-Speicher lässt nach

Zwischen 2000 und 2010 speicherten die Bäume des Amazonas-Regenwaldes 30 Prozent weniger als in den 90er Jahren

Ausschnitt tropischer Wald
Tropical forest © Les Cunliffe - www.fotolia.de

Der tropische Regenwald im Amazonas speichert weniger Kohlendioxid als vermutet. Dies belegt eine aktuelle Studie von Biologen der Universität Leeds in England. Die Bäume nehmen nicht nur weniger CO2 auf, sondern sterben auch eher. Dabei setzen sie das Klimagas wieder frei.

Abmildern der globalen Erwärmung gelingt dem Regenwald schlechter

Die Menge des in der Atmosphäre gelösten Kohlendioxids, die von den Bäumen im Amazonasgebiet aufgenommen wird, nahm zwischen 2000 und 2010 im Vergleich zu den 1990er Jahren um 30 Prozent ab. Im selben Zeitraum stiegen die weltweiten Emissionen um mehr als 20 Prozent. Zwar mildert der Regenwald immer noch die globale Erwärmung, indem er Kohlendioxid aus der Atmosphäre absaugt, doch dies gelingt ihm offenkundig immer schlechter.

Bäume am Amazonas sterben vermehrt ab

Die Wissenschaftler begründen diese Entwicklung einerseits damit, dass Kohlendioxid nicht mehr so gut als zusätzlicher Pflanzendünger wirkt. Dadurch haben die Bäume heute nicht mehr so starke Massen-Zuwächse. Der Düngeeffekt stößt an eine natürliche Grenze.

Andererseits sterben die Bäume am Amazonas vermehrt ab. Aufgrund des erhöhten CO2-Gehalts besitzen sie eine schlechtere Holzqualität - sie fallen daher früher um. Das eingelagerte Kohlenstoff gelangt bei der Zersetzung des Holzes wieder in die Atmosphäre.

Noch ist unklar, ob die Entwicklung auch die Regenwälder in Asien und Afrika betrifft

Ob diese Entwicklung auch auf andere tropische Regenwälder in Asien und Afrika zutrifft, wissen die Forscher noch nicht. Sollte sich dies jedoch bewahrheiten, ist die Menschheit aufgefordert, ihre Treibhausgas-Emissionen in noch stärkerem Maße zu reduzieren. Sonst lassen sich die Klimaziele nicht erreichen.

Grundinformationen und Hinweise zu Wäldern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Bromelie, Amazonas - Brasil © guentermanaus - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Selva Nepal © quickshooting - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Attacking snake / Atheris nitschei © mgkuijpers - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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