Schwedens Nationalpark Sarek - ein Nationalpark mit Geschichte

Wer Schweden und abgelegene Natur liebt, wird im Nationalpark Sarek auf seine Kosten kommen. Hier finden sich besondere Landschaften; und auch die Beobachtung verschiedener Tierarten ist möglich. Man sollte jedoch bedenken, dass eine Wanderung durch diesen Park, der nur schwar zugänglich ist, niemals auf eigene Faust zu empfehlen ist. Lesen Sie über die Besonderheiten des Nationalparks Sarek.

Wissenswertes zum Nationalpark Sarek

Beruf und Alltag bringen genügend Stress ins tägliche Leben, weshalb viele Menschen es nicht nachvollziehen können, warum sich die meisten Urlauber in ihren begrenzten Ferien ans Mittelmeer begeben, um sich dort mit Tausenden anderer Touristen um eine Sonnenliege zu streiten. Europa hat so viel mehr zu bieten, als nur überfüllte Strände und Ballermannhits. Besonders der Norden des Kontinents hat es vielen Individualurlaubern bereits angetan.

Neben Finnland und Dänemark zählt Schweden zu den Reisezielen Nummer eins bei deutschen Reisenden. Während im Süden die großen Städte zum Sightseeing und Shoppen einladen, gibt es im Norden des Landes noch einige Fleckchen Erde, an denen man wirklich Ruhe und Entspannung findet.

Besonderheiten des Sarek

Der Sarek Nationalpark befindet sich im schwedischen Teil von Lappland. Typisch ist eine Landschaft mit alpinem Gebirge.

Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Laponia. Weitere Bestandteile sind Nationalparks sowie die Naturreservate Tjuolda, Padjelanta, Stora Sjöfallet, Sjaunja, Stubba und Muddus.

Der Sarek Nationalpark gehört zu den wenigen Gebieten Europas, die noch völlig unberührt sind. Während besonders deutsche Nationalparks mit Ausflugsgaststätten und anderen Attraktionen locken, findet man im Sarek nichts als völlige Einöde vor. Doch genau das macht den großen Zauber des Nationalparks erst aus.

Vor einigen Jahrzehnten waren hier noch vereinzelt Lappenkoten, also kleine Hütten, zu finden. Mittlerweile sind diese Koten jedoch komplett verfallen und man findet kaum noch hinweise auf menschliche Zivilisation.

Durch die durchdringende Wildnis gedeihen Rentiere in diesen Gefilden besonders gut, weshalb sich ab und an ein paar kleine Wildhüterunterkünfte auffinden lassen. Diese Hütten sind jedoch stets verschlossen. Auch die Brücken, die der Wanderer im Sarek vorfindet, dienen ausschließlich der Rentierzucht und nicht etwa der touristischen Ausgestaltung des Nationalparks.

Der Nationalpark ist kreisförmig aufgebaut; sein Durchmesser beträgt 50 Kilometer. Typische Landschaftsformen sind

  • tiefe Täler
  • Hochebenen
  • Gletscher sowie
  • Gebirgsmassive.

Unter den letzteren sind besonders folgende Massive zu nennen:

  • der Sarektjåhkkå
  • das Pårte-Massiv
  • der Ålkatj
  • der Ålkatj
  • die Ähpárgruppe
  • der Skårki

In den östlichen Tälern finden sich Birkenwälder. Zu den schönsten Gletscherseen zählt der Bierikjávrre.

Das bekannte Flusstal des Rapaädno liegt im Sarek. Dessen Delta zählt zu den europaweit schönsten Natursehenswürdigkeiten, auch wenn es außerhalb des Nationalparks liegt.

Wer Elche beobachten möchte, findet diese besonders im Tal des Rapaädno. Hier gibt es viele Lagunen, in denen die Tiere an den seichten Stellen weiden. Zu den Raubtierarten, die im Sarek beheimatet sind, zählen

  • Polarfuchs
  • Luchs
  • Vielfraß und
  • Bär.

Tipps für Besucher

Eine Wanderung durch den Sarek ist kein Spaziergang. Man trifft hier tagelang auf keine feste Behausung; nicht einmal eine Rettungsstation gibt es. Wer sich in den Nationalpark traut, ist also völlig auf eigene Gefahr unterwegs.

Viel Erfahrung und eine gute Ausrüstung sind daher überlebenswichtig. Geschlafen wird im Schlafsack unterm Sternenzelt, ein billiges Angebot aus dem Supermarkt hält hier jedoch nicht besonders lange warm.

Besonders in der Hochsaison ist der Sarek jedoch sehr gut besucht. In den Sommermonaten sind zum Teil mehrere Tausend Menschen im Nationalpark unterwegs. Das bedeutet, dass man etwa alle paar Stunden einem anderen Wanderer über den Weg läuft.

Alleine sollte man die Erkundung des Sarek trotzdem niemals auf sich nehmen. Solch ein Alleingang ist in der Einöde selbst für erfahrene Outdoorfans einfach zu riskant.

Den Nationalpark zu erreichen, ist nicht gerade einfach. Am ehesten gelingt dies über die Städte Gällivare und Jokkmokk. Erstere erreicht man mit dem Nachtzug innerhalb von 18 Stunden von Stockholm aus, während es in Jokkmokk Busverbindungen ab der Station Murjek gibt.

Wer wandern möchte, findet die südöstliche Spitze des Parks auf dem Fernwanderweg Kungsleden. Es ist einerseits oft leichter, zwischen März und Mai anzureisen, da man die vielen zugefrorenen Gewässer leichter passieren kann. Andererseits ist eine Wintertour in solche abgelegene Regionen nur erfahrenen Wanderern zu empfehlen.

Man sollte zudem wissen, dass es sich um die regenreichste Region Schwedens handelt. Im Sommer muss man beim Durchwaten der reißenden Flüsse ebenfalls sehr vorsichtig sein.

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