29. Juli 2010
Wer bei einer Bewerbung Praktika vorweisen kann, hat oft bessere Karten als Bewerber ohne Praxiserfahrung. Doch es kommt nicht allein auf die Anzahl der absolvierten Praktika an – Arbeitgeber interessiert in erster Linie, bei welchen Betrieben die Bewerber gearbeitet und an welchen Projekten sie mitgewirkt haben. Doch auch die Anzahl der Praktika sagt einiges über den Bewerber aus.
Die Frage, wie viele Praktika sinnvoll sind, ist abhängig davon, ob das Praktikum im Rahmen einer schulischen oder universitären Ausbildung stattfindet. Für Schüler gilt: Mehrere verschiedene Praktika, die der Orientierung dienen, machen bei Arbeitgebern einen guten Eindruck. Bestenfalls kann man noch ein zusätzliches, längeres Praktikum in einem bestimmten Bereich vorweisen. Im Gegensatz zu Schülern sollten Studenten einschlägige Praxiserfahrungen in dem Bereich sammeln, der für ihre Ausbildung relevant ist. Die von der Hochschule vorgeschriebenen Praktika reichen für einer spätere Bewerbung in der Regel aus.
Die Anzahl der Praktika ist für viele Arbeitgeber nicht von primärem Interesse. Mehr Wert wird auf die Art des Praktikums, die Dauer und die kritische Auseinandersetzung, die z.B. über einen Praktikumsbericht erfolgen kann, gelegt. Natürlich sollte jeder aber auch auf seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse hören. Wer sich noch unsicher über seine berufliche Zukunft ist – sei es als Schüler oder als Student – tut gut daran, in verschiedenen Bereichen praktische Erfahrungen zu sammeln. So ist die Gefahr geringer, dass er sich voreilig für einen Beruf entscheidet, in dem er auf Dauer nicht zufrieden ist. Beste Zeit für solche Orientierungspraktika sind die Schul- oder Semesterferien, in denen man mehrere Wochen am Stück in den Alltag eines Betriebes hineinschnuppern kann.
Wer bereits weiß, welche berufliche Richtung er einschlagen möchte, kommt mit weniger Praktika aus. In diesem Fall sind zwei bis drei längerfristige Praxiseinsätze gut, um sich ein genaues Bild von seinem Traumjob zu verschaffen. Wer sich hinsichtlich seiner beruflichen Zukunft zwar sicher ist, aber noch keinen Kontakt zu potentiellen späteren Arbeitgebern hat, kann mehr Praktika absolvieren, um wichtige Kontakte zu knüpfen. Doch auch hier gilt: Eine Vielfalt an Praktika ist nicht immer hilfreich und wird schnell als Unentschlossenheit und Ziellosigkeit interpretiert.
Zusammenfassend kann man also allen Schülern und Studenten raten, mehrere, aber nicht allzu viele Praktika zu absolvieren. Diese sollten bestenfalls einschlägig ausgerichtet sein und einen Umfang von jeweils mindestens vier Wochen haben.
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