Die verschiedenen Methoden der Mnemotechnik (Gedächtnistraining)

Unter der Mnemotechnik versteht man unterschiedliche Lern- und Merkmethoden. Diese helfen dabei, sich Namen, Zahlen oder andere Dinge besser zu merken. Die Mnemotechnik zählt zu den unterschiedlichen Formen des Gedächtnistrainings. Durch verschiedene Merkhilfen und auch komplexere Merksysteme ist es möglich, sich selbst auch an umfangreiche Listen und Co. zu erinnern. Lesen Sie hier alles Wissenswerte rund um die Mnemotechnik.

Merkmale der Mnemotechnik

Die Mnemotechnik: eine Definition

Die Mnemotechnik lässt sich auch als Gedächtnistraining bezeichnen. Sie dient dazu, Merkhilfen zu entwickeln. Dabei kann es sich um

  • Reime
  • Merksätze oder
  • Grafiken

handeln. Die Mnemotechnik umfasst aber nicht nur kleine Merkhilfen, sondern auch komplexe Merksysteme, die dabei helfen, sich sogar an umfangreiche Listen, tausendstellige Zahlen oder ganze Bücher zu erinnern. Durch Anwendung der Technik soll das Speichern und Behalten von Informationen, die in das Langzeitgedächtnis gelangen, vereinfacht werden.

Die Grundlagen der Mnemotechnik

Ziel der Menmotechnik ist die Erleichterung des Lernens. Um dieses Ziel zu erreichen, kann man sich die so genannten mnemotechnischen Mentalfaktoren zunutze machen.

Zu diesen zählt zum einen die Fantasie. Lerninhalte können besser behalten werden, wenn man diese mit bestimmten Bildern oder Assoziationen verbindet. Sich in diesem Zusammenhang bestimmte Dinge vorzustellen, kann das Lernen deutlich effektiver machen.

In diesem Zusammenhang kann auch die Visualisierung genannt werden; dabei stellt man sich einen bestimmten Prozess bildlich vor; man sieht etwas vor seinem inneren Auge. Auf diese Weise kann man einen bestimmten Lerninhalt visuell speichern; besonders effektiv ist diese Methode, wenn man auch Gerüche, Farben oder Klänge hinzunimmt.

Ein weiterer mnemotechnischer Mentalfaktor ist die Logik. Diese zielt darauf ab, bestimmte Strukturen zu finden, um den Lernstoff besser erfassen zu können.

Erinnerungsinhalte sollten des Weiteren mit Emotionen versehen werden; so können bleiben sie länger in Erinnerung, ähnlich wie es bei bestimmten Situationen, ob besonders gut oder besonders schlecht, der Fall ist: Geschehnisse, die man mit Gefühlen und Emotionen verbindet, bleiben besonders lange im Gedächtnis.

Bei der Transformation kommt es darauf an, bestimmten Lernstoff für den Lernenden zugänglicher zu machen. Zu diesem Zweck wird er beispielsweise mithilfe der eben genannten Faktoren umgesetzt.

Im Zusammenhang mit der Lokalisation wird meist die so genannte Loci-Methode genannt. Bei dieser gibt man den zu lernenden Begriffen eine bestimmte Ordnung, indem man ihnen bildlich einen Platz zuweist. So entstehen verschiedene Punkte, die man in Gedanken immer wieder abgehen kann.

Schließlich spielt noch die Assoziation eine Rolle. Dabei kommt es darauf an, zwischen den unterschiedlichen Informationen, die zu lernen sind, Verbindungen aufzubauen.

Neben diesen mnemotechnischen Faktoren spielt auch die Wiederholung eine entscheidende Rolle. Auf diese Weise kann man sichergehen, sich auch nach längerer Zeit noch an den entsprechenden Lerninhalt zu erinnern. Und auch die Aufmerksamkeit ist von Bedeutung: je bewusster und konzentrierter man an das Lernen herangeht, desto besser behält man es.

Allgemeine Gedächtnisprinzipien

Die Mnemotechnik arbeitet mit den so genannten allgemeinen Gedächtnisprinzipien. Sie sind so konzipiert, dass deren Anfangsbuchstaben das Wort "Farbenpracht" ergeben.

  • Fantasie: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Fantasie
  • Alle Sinne einsetzen: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Visualisierung
  • Reihenfolge und Ordnung: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Lokalisierung
  • Bewegung: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Visualisierung
  • Erotik: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Emotion
  • Nummerierung: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Lokalisierung
  • Positive Vorstellung: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Emotion
  • Reichtum an Farben: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Visualisierung
  • Assoziation: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Assoziation
  • Codes: entsprechend den mnemotechnischen Mentalfaktoren Logik und Lokalisierung
  • Humor: entsprechend dem mnemotechnischen Mentalfaktor Emotion
  • Tiefere Eindrücke: entsprechend dem weiteren Faktor Aufmerksamkeit
Persönliche Merkhilfen zu entwickeln bedarf viel Fantasie, Bewegung und Emotionen wie Humor
Persönliche Merkhilfen zu entwickeln bedarf viel Fantasie, Bewegung und Emotionen wie Humor

Methoden des Gedächtnistrainings

Jeder Mensch steht von Zeit zu Zeit vor der Situation, dass er etwas vergisst, wie zum Beispiel eine Telefonnummer, einen Namen oder was er eigentlich kaufen wollte. Durch die Anwendung der Mnemotechnik lassen sich solche Probleme vermeiden.

So ist es durchaus möglich, das Gedächtnis genauso zu trainieren wie die Muskeln des Körpers. Je häufiger Gedächtnisübungen absolviert werden, desto leichter fällt es mit der Zeit, sich Dinge zu merken.

Im Bereich der Mnemotechnik gibt es eine Vielzahl von Methoden, die sich gut dazu eignen, das Gedächtnis in Schwung zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel

  • die Assoziationskette
  • die Schlüsselwortmethode
  • das Zahl-Symbol-Syste
  • die Alphabet-Methode
  • die Loci-Methode sowie
  • der Gedächtnispalast.

Grenzen der Mnemotechnik

Die Mnemotechnik hat natürlich auch Grenzen. Kritiker halten ihre Effektivität eher für beschränkt. So hängt ihre positive Wirkung stark vom Einfallsreichtum des Anwenders ab.

Dieser muss dazu in der Lage sein, sich auch abstrakte Dinge bildlich gut vorzustellen. Außerdem ist bei den meisten Methoden der Mnemotechnik eine gewisse Übung nötig, um sie effizient anwenden zu können. Für das Merken von Vokabeln, Formeln oder Regeln ist die Anwendung der Mnemotechnik jedoch durchaus hilfreich.

Auf den folgenden Seiten dieses Artikels gehen wir auf die unterschiedlichen Methoden der Mnemotechnik ein.

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