E-Learning - Prinzip, Methoden und Tipps zur Umsetzung

Lernen funktioniert am besten, wenn der Schüler die Möglichkeit hat, mit dem Stoff aktiv zu arbeiten. Das schließt stupides Auswendiglernen natürlich von vornherein aus. E-Learning beispielsweise gibt dem Benutzer die Möglichkeit, direkt mit dem Computer zu interagieren und gelernte Inhalte dadurch zu festigen. Dabei gibt es unterschiedliche Formen des E-Learnings. Kennen Sie die Vorteile des E-Learnings und wissen Sie, worauf dabei zu achten ist? Wir verraten es Ihnen.

Ein Überblick über E-Learning-Methoden wie Computer Based Training und Web Based Training

E-Learning: eine Definition

Bei E-Learning handelt es sich um die Förderung und Unterstützung von Lernprozessen durch digitale Werkzeuge bzw. Medien. Diese Lernmethode wird auch als computerbasiertes Lernen, multimediales Lernen oder Onlinelernen bezeichen.

Entscheidend ist, dass ein klares pädagogisches und didaktisches Konzept bereitgestellt wird, in das beispielsweise die Medien eingebunden werden. Wird lediglich Videomaterial bereitgestellt, kann man nicht von E-Learning sprechen.

Vorteile

Nicht jeder hat die Möglichkeit, an einer guten Lerngruppe teilzunehmen oder sich von einem kompetenten Lehrer ausbilden zu lassen. Alleine zu lernen ist jedoch fast immer die schlechteste Alternative, es sei denn, man hat den Stoff schon bestens verstanden und muss ihn nur noch behalten können.

Je mehr Verständnis man für einen gewissen Sachverhalt aufbringt, desto leichter und länger kann er auch gemerkt werden. Das liegt an der Mehrzahl von Verknüpfen im Gehirn, die durch diese Art von Lernen zustande kommen.

Lernen kann man auf vielerlei Weise, wichtig ist im Endeffekt nur das Ergebnis. Tatsache ist jedoch, dass der Lernvorgang an sich das Behalten enorm beeinflusst. Wer versucht, zusammenhangslose Fakten auswendig zu lernen, wird zwar irgendwann Erfolg haben, fragt man die jeweilige Person jedoch ein paar Tage später erneut danach, so wird nur noch sehr wenig von den ursprünglichen Daten im Gedächtnis vorhanden sein.

Um wirklich langfristig lernen zu können, braucht man daher eine gute Strategie, um den Stoff in einen sinnvollen Zusammenhang bringen zu können. Nur wenn man die Fakten auch versteht und mit Inhalten des Langzeitgedächtnisses verknüpfen kann, kommt es auch zu einer absolut sicheren Speicherung des Stoffs.

Um erfolgreich lernen zu können braucht man eine vernünftige Strategie
Um erfolgreich lernen zu können braucht man eine vernünftige Strategie

E-Learning Programme helfen dabei, den Stoff in einen bekannten Kontext zu bringen. Welche Form von E-Learning dabei die richtige ist, hängt ganz vom Schüler und natürlich dem angestrebten Lernziel ab.

  • E-Learning hat den großen Vorteil, dass der Schüler interaktiv lernen kann. Das bedeutet, dass er auf jede Aktion auch eine Reaktion bekommt, sei es nun von einem Lernprogramm oder einem Tutor über das Internet.

    Durch dieses Trial-and-Error-Verfahren wird verhindert, dass sich der Benutzer falsche Inhalte merkt. Bei einer richtigen Antwort folgt darüber hinaus prompt eine positive Rückmeldung, was den Schüler natürlich noch zusätzlich motiviert.

  • Lernen hat sehr viel mit dem persönlichen Bio-Rhythmus eines Menschen zu tun. Die einen lernen am frühen Morgen besser, während die anderen erst nach Einbruch der Dunkelheit zu Höchstformen auflaufen. E-Learning passt sich diesen Gewohnheiten flexibel an.

    Lernprogramme können jederzeit gestartet werden und auch über das Internet ist fast immer jemand zu finden, der sich zu einer kleinen Lernsitzung bereit erklärt. Schule, Uni und Volkshochschulen können diesen Luxus nicht bieten.

  • Ein weiterer großer Vorteil des E-Learnings ist, dass das Programm vollständig auf den jeweiligen Benutzer zugeschnitten werden kann. Statt fester Abfolgen können beispielsweise erst die Aufgaben absolviert werden, die man bereits verstanden hat. So tastet man sich langsam zu den unbekannteren Stoffbereichen vor und arbeitet sich dabei auch gleich in die Materie ein.

Zu den weiteren Vorteilen des E-Learnings zählen

  • Ortsunabhängigkeit
  • Dauerhafte Verfügbarkeit
  • Möglichkeit der Aktualisierung
  • Unkomplizierte Möglichkeit der Verteilung
  • Möglichkeit der mobilen Nutzung bzw. Abrufbarkeit
  • Lernmaterial in unterschiedlichen Sprachen
  • Einfache Bedienbarkeit

Methoden des E-Learnings

Es gibt unterschiedliche Methoden, die man beim E-Learning anwenden kann.

Computer Based Training

Beim Computer Based Training arbeitet man, wie der Name schon sagt, ausschließlich mit dem PC selbst. Einen Tutor gibt es nicht, man hat auch keinen Kontakt zu den anderen Personen, die diese Form des E-Learnings anwenden. Das jeweilige Programm kann man meist auf CD-ROM erwerben.

Computer Based Training ist das Richtige für alle, die genügend Motivation und Durchhaltevermögen für das Selbststudium haben. Kann das Programm einmal nicht helfen, muss man sich gezwungenermaßen im Internet oder aus Büchern informieren.

Web Based Training

Das Web Based Training ist zwar vom Prinzip her genauso aufgebaut wie das Computer Based Training, man hat jedoch die Möglichkeit, über das Internet mit Tutoren und anderen Schülern Kontakt aufzunehmen. So kann man sich bei Problemen direkt untereinander austauschen und Fragen stellen.

Blended Learning

Lernen ist am erfolgreichsten, wenn es möglichst allumfassend ist. Dieser Gesichtspunkt wird besonders beim Blended Learning beachtet. Hierbei werden virtueller und Präsenzunterricht gekonnt miteinander kombiniert, so dass der Schützling den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen kann.

Gängige Praxis ist es zum Beispiel, dass die Schüler sich über Lernprogramme selbst auf ein gewisses Grundlevel bringen, auf welches der Stoff im Präsenzunterricht nachher aufbaut. Das spart vor allem den Lehrkräften sehr viel Zeit, wodurch sich neue Ressourcen ergeben.

Das Blended Learning kommt häufig auch an Hochschulen zur Anwendung. Dabei erfolgt die Wissensvermittlung auf klassische Weise über Vorlesungen und Seminare. Daneben gibt es Online-Plattformen, in denen der gelernte Stoff vertieft werden kann.

Oftmals können Studenten diese Plattform auch für die Einreichung von Aufgaben beim Dozenten nutzen. Dieser bewertet die Arbeit und stellt die Note ins System. Auch werden die Studierenden dazu animiert, in Foren bestimmte Themenbereiche zu diskutieren; der Dozent kann dies einsehen und erkennen, wo es noch Unklarheiten gibt - diese kann er dann im Rahmen der nächsten Vorlesung beseitigen.

Tipps für ein effektives E-Learning

Wer mit E-Learning Erfolge erzielen möchte, braucht in erster Linie eine Menge Selbstdisziplin. Es gibt in der Regel keine von dritten Personen festgelegten Lerneinheiten, der Schüler muss sich also selbst einen Lernplan erstellen und natürlich auch an diesen halten.

Ein Lernprogramm auf CD-ROM zu kaufen oder sich für einen Onlinekurs einzuschreiben bringt noch keine sichtbaren Fortschritte. Hinter dem E-Learning muss auch wirklich ein durchdachtes Konzept stehen, damit das Projekt gelingen kann.

Lernzeiten festlegen

Daher sollte man sich zuallererst einen großen Kalender zulegen, der gut sichtbar, beispielsweise über dem Arbeitsplatz an der Wand, angebracht wird. In diesem Kalender werden nun jede Woche die Tage festgelegt, an denen man grundsätzlich Zeit für das E-Learning hat.

Noch besser ist es, wenn man gleich feste Uhrzeiten dazu notiert. So kommt man gar nicht erst in Versuchung, die Lerneinheit immer weiter hinaus zu schieben, bis es plötzlich abends ist.

Wie lange man lernen möchte, hängt natürlich von der Menge des Stoffs und der Anzahl der Lerntage ab. Allerdings sollte man spätestens nach 90 Minuten eine längere Pause machen oder es sogar für diesen Tag ganz gut sein lassen. Das Lernen am PC strengt nämlich nicht nur den Kopf, sondern auch die Augen an.

Kontakt zu Mitschülern und Betreuern

Die meisten Menschen lernen besser, wenn sie die Gewissheit haben, ihr Können irgendwann unter Beweis stellen zu müssen. Es ist daher immer sinnvoller, ein E-Learning Produkt zu wählen, bei dem man mit anderen in Kontakt steht. Gibt es einen Lehrer oder Tutoren, der den Schüler über das Internet betreut, so ist das natürlich noch besser.

Obwohl die Person nicht direkt anwesend ist, wird sie vom Benutzer als Autoritätsperson wahrgenommen, woraufhin die Leistungsbereitschaft stark ansteigt. Steht am Ende des Kurses zudem auch noch eine Prüfung, so hat man etwas, auf das man hinarbeiten kann.

Regelmäßige Überprüfung

Wer nicht die Möglichkeit hat, internetgestütztes E-Learning zu betreiben, sollte doch zumindest ein Programm verwenden, bei dem der Lernfortschritt in regelmäßigen Abständen überprüft wird.

Manche Systeme arbeiten so, dass höhere "Levels" nicht bearbeitet werden können, wenn der Schüler das Basiswissen noch nicht ausreichend beherrscht. So wird verhindert, dass man punktuell lernt und zwar von allem ein bisschen weiß, aber doch nichts wirklich richtig.

Quellen:

  • Julia Born: Das eLearning-Praxisbuch: Online unterstützte Lernangebote in Aus- und Fortbildung konzipieren und begleiten. Ein Hand- und Arbeitsbuch, Schneider Verlag Hohengehren, 2008, ISBN 3834004022
  • Jochen Hettinger: E-Learning in der Schule: Grundlagen, Modelle, Perspektiven, Kopäd, 2008, ISBN 3867360448
  • Heinz Lothar Grob, Jan vom Brocke und Christian Buddendick: E-Learning-Management, Vahlen Verlag, 2008, ISBN 3800635526
  • Ullrich Dittler: E-Learning. Einsatzkonzepte und Erfolgsfaktoren des Lernens mit interaktiven Medien., Oldenbourg, 2003, ISBN 3486273981

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