8. Juni 2010
Ein Lebenslauf ohne Auslandserfahrung ist heute leider fast geradezu ein Garant für eine Absage. Besonders bei Hochschulabsolventen wird fast vorausgesetzt, dass sie schon berufliche Erfahrungen im Ausland gesammelt haben. Für mindestens ein Praktikum sollte man sich vor dem Einstieg ins Berufsleben also auf jeden Fall Zeit nehmen.
Wie bei fast allen Dingen gibt es auch bei Praktika große nationale Unterschiede. In Deutschland versteht man unter einem Praktikum ein kurzes Arbeitsverhältnis, in dem der Praktikant einfach einmal in das Unternehmen und einen bestimmten Tätigkeitsbereich hineinschnuppern kann. So stellt man sicher, dass einem der Wunschberuf auch in der Realität liegt und man bekommt schon einige Basics mit, die zu einem schnelleren Start am späteren Arbeitsplatz verhelfen.
Nun gibt es jedoch kaum ein größeres Unternehmen, das ausschließlich in Deutschland vertreten ist. Das bedeutet für die zukünftigen Mitarbeiter, dass sie möglichst flexibel einsetzbar sein und auch im Ausland genauso gut "funktionieren" müssen wie zuhause. Um diese Fähigkeit unter Beweis zu stellen, sind Praktika die beste Möglichkeit.
Allerdings sollte man schon bei der Stellenausschreibung vorsichtig sein. In vielen Ländern werden auch Ferienjobs oder kurze Aushilfstätigkeiten als Praktikum bezeichnet. Viel lernen wird man dabei allerdings nicht. Es ist also unbedingt von Nöten, sich genau danach zu erkundigen, was die eigenen Aufgabenfelder sein werden und wie die persönlichen Voraussetzungen aussehen. Viele ausländische Unternehmen akzeptieren nämlich nur noch solche Praktikanten, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Auf der anderen Seite sind Angebote ohne persönliche Voraussetzungen meist auch ohne Bezahlung. Wer nicht über enorme finanzielle Rücklagen verfügt, sollte also im Zweifelsfall zuerst ein Praktikum in Deutschland einschieben.
Am schwierigsten dürfte jedoch das Auffinden eines seriösen Praktikumsplatzes von Deutschland aus sein. Die ergiebigste Informationsquelle ist hierbei zwar das Internet, dort tummeln sich jedoch auch allerhand schwarze Schafe, die den geneigten Praktikanten zuerst abkassieren oder ihn für stupide Aushilfsjobs einteilen. Man sollte sich daher an eine seriöse Organisation wenden, die auch während des Auslandsaufenthalts als Ansprechpartner dient.
Wichtig ist vor allem, dass solche Dinge wie Unterkunft und Anreise entweder selbst organisiert oder vom Unternehmen beziehungsweise der Vermittlung übernommen werden. Im zweiten Fall ist es unbedingt nötig, sich alle Vereinbarungen schriftlich bestätigen zu lassen. Nur so ist man auf der sicheren Seite, wenn tatsächlich einmal etwas nicht klappt.
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