Praktikum - Arten von Praktika, Vergütung, Tipps zur Bewerbung

Viele Menschen stellen hohe Erwartungen an ein Praktikum. So sollen beispielsweise neue Einsichten gewonnen, Wissen erlangt und Orientierungsmöglichkeiten geschaffen werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Praktika, solche während der Schulzeit sowie solche während der Studienzeit oder des Berufslebens. Bei der Bewerbung gilt es, einige Punkte zu beachten. Informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten eines Praktikums - welche Merkmale weisen die verschiedenen Praktika auf und was sollte man bei der Bewerbung beachten?

Nutzen verschiedener Praktika - wie viele sind sinnvoll?

Praktikum - Merkmale und Nutzen

Das Praktikum beschreibt eine begrenzte Arbeitszeit bei einer Firma mit dem Ziel, Berufserfahrung zu sammeln oder sich beispielsweise weiterzubilden. Es kann von Schülern, Studenten sowie Arbeitnehmern bzw. Arbeitssuchenden absolviert werden und dient dazu, bestimmte Fähigkeiten neu zu erwerben oder vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.

In vielen Fällen wird ein Praktikum als Zulassung zu einem Studium oder einem Beruf, ebenso zu bestimmten Prüfungen. Hierzulande - im Gegensatz zu Österreich - gilt ein Praktikant nicht als Arbeitnehmer.

Insgesamt gibt es eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von Praktikumsarten. Sie alle unterscheiden sich beispielsweise im Grad

  • der Selbstbestimmung
  • der beruflichen Notwendigkeit und
  • des zeitlichen Umfangs.

Allen gemein ist aber die Tatsache, dass es stets um den Gewinn von Praxiserfahrungen gehen soll, welche in Bildungseinrichtungen kaum zu vermitteln sind.

Praktika während der Schulzeit

es gibt zum einen Praktika, welche sich noch während der Schulzeit vollziehen. Naturgemäß dauern derartige Praktika deshalb auch nie länger als fünf Wochen, damit diese auch komplikationslos während der Schulferien abgeleistet werden können.

  • Ein solches Praktikum im Rahmen der Schulbesuchszeit wäre einerseits das Vorpraktikum. Bei dieser Praktikumsform handelt es sich um eine Grundvoraussetzung für eine spätere Ausbildung, welche vor allem bei Haupt- und Realschülern eine wichtige Rolle spielt. Der Schüler muss demnach noch während der Schulzeit das Vorpraktikum absolvieren, um überhaupt die gewünschte Ausbildungsstelle antreten zu können.

  • Ebenso einer großen Beliebtheit erfreuen sich Praktika der beruflichen Orientierung. Solche Praktika zeichnen sich durch die Tatsache aus, dass man sich oft innerhalb kurzer Zeit an verschiedensten Wirkungsstätten versucht. So soll möglichst schnell ein praxisnaher Eindruck verschiedenster Felder des Arbeitslebens gewonnen werden, was dem Schüler bei der späteren Berufswahl helfen soll.

  • Dem gegenüber steht das Praktikum zum Vertiefen fachspezifischen Wissens. Hier wird sich vielmehr auf ein Teilgebiet fokussiert, mit welchem sich dann umso intensiver auseinandergesetzt wird.

Das Schülerpraktikum als erste Arbeitserfahrung
Das Schülerpraktikum als erste Arbeitserfahrung

Praktika während der Studienzeit

Das zweite große Teilgebiet sind Praktika während des Studiums. Hier wird einerseits zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika differenziert.

Pflichtpraktika sind dabei eine Grundvoraussetzung, um das jeweilige Studium überhaupt erfolgreich abschließen zu können. Freiwillige Praktika sind hingegen persönliche Bestrebungen der Studenten, welche allerdings nicht in der Studienordnung des jeweiligen Faches vorgeschrieben wären. Darüber hinaus lassen sich bei den Praktika während des Studiums noch studienbegleitende Praktika und Praktika in den Semesterferien unterscheiden.

Praktika während des Berufslebens

Zuletzt gibt es noch Praktika durch Menschen, welche bereits im Berufsleben stehen. Die Gründe hierfür sind breit gestreut. So kann mit Hilfe eines Praktikums beispielsweise die Wartezeit bis zum Finden einer neuen Arbeitsstelle überbrückt oder neue Kompetenzen im Sinne einer Fortbildung erworben werden.

Wie viele Praktika sind sinnvoll?

Wer bei einer Bewerbung Praktika vorweisen kann, hat oft bessere Karten als Bewerber ohne Praxiserfahrung. Doch es kommt nicht allein auf die Anzahl der absolvierten Praktika an - Arbeitgeber interessiert in erster Linie, bei welchen Betrieben die Bewerber gearbeitet und an welchen Projekten sie mitgewirkt haben. Doch auch die Anzahl der Praktika sagt einiges über den Bewerber aus.

Ausbildung oder Berufsleben?

Die Frage, wie viele Praktika sinnvoll sind, ist abhängig davon, ob das Praktikum im Rahmen einer schulischen oder universitären Ausbildung oder während des Berufslebens stattfindet.

  • Für Schüler gilt: Mehrere verschiedene Praktika, die der Orientierung dienen, machen bei Arbeitgebern einen guten Eindruck. Bestenfalls kann man noch ein zusätzliches, längeres Praktikum in einem bestimmten Bereich vorweisen.

  • Im Gegensatz zu Schülern sollten Studenten einschlägige Praxiserfahrungen in dem Bereich sammeln, der für ihre Ausbildung relevant ist. Die von der Hochschule vorgeschriebenen Praktika reichen für einer spätere Bewerbung in der Regel aus.

  • Praktika im Berufsleben werden in der Regel während der Arbeitssuche oder zur Vertiefung bestimmter Fähigkeiten absolviert. Im ersten Fall sollte man darauf achten, den Fokus auf die Arbeitssuche zu legen und das Praktikum lediglich als Überbrückungsphase anzusehen. Die Anzahl im zweiten Fall ist hingegen in der Regel vorgeschrieben.

Worauf wird bei Schülern und Studenten Wert gelegt?

Die Anzahl der Praktika ist für viele Arbeitgeber nicht von primärem Interesse. Mehr Wert wird auf

  • die Art des Praktikums
  • die Dauer und
  • die kritische Auseinandersetzung, die zum Beispiel über einen Praktikumsbericht erfolgen kann,

gelegt. Natürlich sollte jeder aber auch auf seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse hören. Wer sich noch unsicher über seine berufliche Zukunft ist - sei es als Schüler oder als Student - tut gut daran, in verschiedenen Bereichen praktische Erfahrungen zu sammeln.

So ist die Gefahr geringer, dass er sich voreilig für einen Beruf entscheidet, in dem er auf Dauer nicht zufrieden ist. Beste Zeit für solche Orientierungspraktika sind die Schul- oder Semesterferien, in denen man mehrere Wochen am Stück in den Alltag eines Betriebes hineinschnuppern kann.

Wer bereits weiß, welche berufliche Richtung er einschlagen möchte, kommt mit weniger Praktika aus. In diesem Fall sind zwei bis drei längerfristige Praxiseinsätze gut, um sich ein genaues Bild von seinem Traumjob zu verschaffen.

Wer sich hinsichtlich seiner beruflichen Zukunft zwar sicher ist, aber noch keinen Kontakt zu potentiellen späteren Arbeitgebern hat, kann mehr Praktika absolvieren, um wichtige Kontakte zu knüpfen. Doch auch hier gilt: Eine Vielfalt an Praktika ist nicht immer hilfreich und wird schnell als Unentschlossenheit und Ziellosigkeit interpretiert.

Fazit

Zusammenfassend kann man also allen Schülern und Studenten raten, mehrere, aber nicht allzu viele Praktika zu absolvieren. Diese sollten bestenfalls einschlägig ausgerichtet sein und einen Umfang von jeweils mindestens vier Wochen haben. Arbeitssuchenden wird eine Weiterbildung in Form eines Praktikums empfohlen; sie sollten dabei jedoch nicht die Bewerbungen für eine neue Stelle aus den Augen verlieren.

Hinweise zur Vergütung

Praktikanten werden in vielen Unternehmen zur Bewältigung unliebsamer Aufgaben missbraucht und überhaupt nicht erst ernsthaft in wichtige Betriebsprozesse eingebunden. Neben diesen Konfliktfeldern klagen viele Praktikanten aber auch noch über das Thema Gehalt. Doch auf welche Entlohnung kann man während eines Praktikums überhaupt hoffen?

Zunächst einmal ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass Praktikanten nicht als Arbeitnehmer gelten. Dies hat den Vorteil, dass keine wirklichen Pflichten für den Praktikanten entstehen, weshalb dieser die Tätigkeit beispielsweise jederzeit abbrechen kann. Gleichzeitig bedingt dieser Umstand aber auch die Tatsache, dass Praktikanten kein Gehalt zusteht bzw. derartige Entlohnungen nicht Teil der Pflichten des Arbeitgebers sind.

Allerdings bedeutet dieser Umstand nicht gleich, dass Praktika überhaupt nicht entlohnt werden. Stattdessen helfen die folgenden Ausführungen dabei, das Thema Praktika und Vergütung zu überblicken und einen differenzierten Eindruck zu gewinnen.

Lohn im öffentlichen Dienst

Zunächst einmal dürfen Praktikanten im Bereich des öffentlichen Dienstes grundsätzlich auf keine Entlohnung hoffen. Gleiches gilt in den meisten Fällen auch für den sozialen Bereich, weshalb beispielsweise die Arbeit als Pflegekraft in Form eines Praktikums nicht entlohnt wird.

Entlohnung im Wirtschaftssektor

Anders sieht es da schon im Bereich der freien Wirtschaft aus. Hier hat es sich etabliert, dass Praktikanten ein Entgelt erhalten, welches sich an der Höhe eines Auszubildenden der jeweiligen Fachrichtung orientiert. Dieses Entgelt kann aber natürlich nicht als Gehalt deklariert werden, da schließlich, wie bereits erwähnt, kein Arbeitsvertrag existiert.

Stattdessen erfolgt die Auszahlung in Form einer Unterhaltsbeihilfe oder eines Honorars. Die Höhe dieses Entgelts basiert wiederum auf einem zuvor festgelegten Stundensatz.

Der berufliche Rahmen

Des Weiteren ist es aber auch noch wissenswert, dass es wichtig ist, in welchem beruflichen Rahmen das Praktikum absolviert wird.

  • Wird das Praktikum neben einem Studium oder einer Ausbildung absolviert, dann besteht grundsätzlich kein Anspruch auf eine Vergütung.
  • Wird das Praktikum allerdings isoliert oder als eine Maßnahme der betrieblichen Weiterbildung angestrebt, dann besteht auch ein Vergütungsanspruch. Dieser Vergütungsanspruch ist Teil des Berufsbildungsgesetzes, welches Praktikanten zumindest in diesem Fall eine angemessene Entlohnung zubilligt. Das Gehalt muss sich dann an jenen Werten orientieren, welche für die jeweilige Branche und Tätigkeit üblich sind.

Hinweise zur Sozialversicherungspflicht

Praktikanten sind hierzulande sozialversicherungsfrei, wenn sie ein Praktikum gemäß Prüfungs- oder Studienordnung absolvieren und wenn während der Zeit eine Einschreibung an einer ordentlichen Hochschule vorliegt. Sozialversicherungsflichtig ist ein Praktikum, wenn dadurch die Prüfungs- und Studienordnung der Hochschule nicht abgedeckt wird. Die Sozialversicherungspflicht gilt ab einem monatlichen Entgelt von über 450 Euro.

Fazit

Insgesamt kann ein Praktikant unter bestimmten Voraussetzungen mit einer angemessen Vergütung rechnen. Gleichzeitig ist es aber auch noch üblich, dass Praktikanten komplett ohne Aussicht auf eine Vergütung tätig werden.

Bevor man sich bewerben kann, heißt es zunächst, auf die Suche zu gehen...

Einen seriösen Praktikumsplatz finden

Praktika im Lebenslauf vermitteln dem Arbeitgeber einen positiven Eindruck vom Bewerber und signalisieren Interesse und Zielstrebigkeit. Für den Praktikanten selbst bieten sie die Möglichkeiten, in den Berufsalltag hineinschnuppern zu können und Kontakte zu Betrieben zu knüpfen. Doch wie findet man einen seriösen Praktikumsplatz?

Ein seriöser Praktikumsplatz zeichnet sich dadurch aus, dass

  • die Arbeitszeit
  • die Aufgaben und
  • eventuell den Lohn

festgehalten sind. Der Praktikant sollte also von Anfang an auf seine Rechte und Pflichten aufmerksam gemacht werden, damit einem guten Arbeitsverhältnis nichts im Wege steht. Ein seriöses Praktikum ist sowohl von Nutzen für den Betrieb als auch für den Praktikanten.

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Für viele gestaltet sich schon die Suche nach einem seriösen Praktikumsplatz schwierig. Nachdem die Frage geklärt ist, was einen solchen Platz überhaupt ausmacht, steht jetzt die Überlegung an, wie und wo man diesen finden kann.

Viele große namhafte Unternehmen bieten regelmäßig Praktikanten an, ihren Betrieb von innen kennenzulernen und aktiv im Arbeitsprozess mitzuwirken. Es lohnt sich daher, sich mit der Personalabteilung eines örtlichen Unternehmen in Verbindung zu setzen und nach einem Praktikumsplatz zu fragen. Aber auch mittelständische und kleine Unternehmen ermöglichen es, auch Schülern und Studenten, in Wohnortnähe ein seriöses Praktikum zu absolvieren.

Firmen findet man im Branchenbuch oder über das Internet. Einige Betriebe machen auch Werbung in der örtlichen Presse oder im Radio. Bevor man aber eine Initiativbewerbung an einen eher kleinen Betrieb schickt, sollte man sich erkundigen, ob dieser generell Praktikanten willkommen heißt.

Letztlich lohnt es sich auch, in der Lokalzeitung nach Stellenangeboten Ausschau zu halten, die sich speziell an Praktikanten richten. Hier erfährt man neben der Kontaktadresse oft auch Informationen über die möglichen Einsatzbereiche, den zeitlichen Umfang sowie die Erwartungen an den Bewerber.

Tipps zur Bewerbung für ein Praktikum

Praktika gewinnen in unserer heutigen Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung. So stellen diese eine wichtige Möglichkeit dar, mit welcher sich einzelne Arbeitnehmer aus der Masse der Arbeitskräfte herausheben können. Doch was gehört eigentlich alles in die Bewerbung für ein Praktikum, damit man die gewünschte Stelle auch ohne Komplikationen tatsächlich erhält?

Vom Grundaufbau kann sich bei der Erstellung einer Praktikumsbewerbung an gewöhnlichen Bewerbungsschreiben orientiert werden. Es gibt in diesem Zusammenhang allerdings noch einige Aspekte, auf welche gesondert geachtet werden muss.

Praktikumsarten

Zunächst einmal sollte die grundsätzliche Praktikumsart genannt werden. Hieraus kann der Arbeitgeber wiederum grob ableiten, inwiefern die eigene Arbeitskraft innerhalb des Unternehmens eingesetzt werden kann.

Motivationsgründe vorbringen

Darüber hinaus sollte das Bewerbungsschreiben einen Teil enthalten, in welchem auf die Motivation für die Aufnahme des Praktikums eingegangen wird. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, da Praktikanten nur selten über bisherige berufliche Erfahrungen verfügen und sich zudem aufgrund von Vorschriften gezwungen sehen, das Praktikum zu absolvieren.

Dass die eigenen Einstellungschancen allerdings sinken, sobald der Arbeitgeber den Eindruck gewinnt, man absolviere das Praktikum nur um etwa einer Studienordnung gerecht zu werden, liegt auf der Hand. Stattdessen ist es hilfreich, die eigene Motivation und Begeisterung für das jeweilige Arbeitsumfeld zu zeigen, ohne das Ganze ins Lächerliche abgleiten zu lassen.

Persönliches

Neben der Darstellung der eigenen Motivation sollten aber auch die persönlichen

  • Eigenschaften
  • Fähigkeiten und
  • Stärken

Platz in der Bewerbung für ein Praktikum finden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Darstellung nicht in einer bloßen Aufzählung mit gewöhnlichen Kompetenzen versehen ist, welche zudem ohne Beispiele aufgeführt sind.

Stattdessen kann doch recht ausführlich und mit kurzen Beispielen beschrieben werden, was die eigene Person ausmacht. So kann sich der Arbeitgeber genau darauf einstellen, inwiefern man als Praktikant eingesetzt werden kann. Hierdurch steigt nicht nur die Chance einer Einstellung, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Bereich zum Einsatz gekommen werden kann, der einem wirklich liegt.

Erwartungen

Letztlich kann in einer Bewerbung für ein Praktikum auch darauf hingewiesen werden, was man von diesem Praktikum erwartet. Dabei ist auch wieder die Signalwirkung wichtig, welche demonstriert, dass man sich mit der Materie befasst hat und sich für die Ausführung des Praktikums persönlich interessiert.

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