4. Februar 2010
Auf den ersten Blick scheint es beim Eisschnelllauf einfach nur gleichförmig immer in eine Richtung zu gehen. Doch der Schein trügt. Denn die Laufrunden mit ihren langen Geraden und den weiten Kurven erfordern den Einsatz unterschiedlicher Techniken. Auch am Start gibt es eine besondere Technik, mit der schnell und viel Geschwindigkeit aufgenommen wird.
Prinzipiell wird die Vorwärtsbewegung beim Eisschnelllauf durch das Abstoßen mit dem jeweils hinteren Fuß erzielt. Dabei wechseln sich beide Beine ab, ähnlich wie beim Laufen und Gehen, nur dass hier zusätzlich eine sehr lange und ausgedehnte Gleitphase ins Spiel kommt. Auf der bis zu -30°C kalten Eisfläche bildet sich eine hauchdünne Wasserschicht, die unter dem Druck des Schlittschuhs noch leicht anwächst. So wird der Widerstand beim Fahren verringert und die Geschwindigkeit erhöht. Mit der richtigen Fahrtechnik kann die Bildung der Schmelzwasserschicht begünstigt werden. Das Fahren findet größtenteils beinahe in der Hocke statt, so kann der effektivste Abstoß garantiert werden. Der Oberkörper muss in dieser Haltung vorgebeugt werden, damit das Gleichgewicht gehalten werden kann. Es wird mit sehr rundem Rücken gelaufen.
In der Startphase stehen die Läufer erst aufrecht, nur selten bereits gebückt. Sofort nach Ertönen des Startsignals wird mit vielen schnellen und kurzen Schritten Geschwindigkeit aufgenommen, die erst nach und nach in die Gleitphase übergehen. Bei diesem Laufstil werden beide Schuhe seitlich nach außen gedreht, um eine möglichst hohen Widerstand auf dem Eis zu greifen. Dadurch wird der schnelle Antritt ermöglicht.
Auf der Geraden stößt sich der Läufer mit beiden Beinen abwechselnd ab. Die Kufe bleibt während des Abstoßens komplett mit der Eisfläche in Kontakt. Der andere Fuß führt die Gleitphase aus. Durch das Abwechseln der Beine verläuft die tatsächliche Laufkurve nicht schnurgerade, sondern in kleinen angedeuteten Ellipsen, die für das bloße Auge wie ein Zickzackkurs wirken. Mit dieser Technik wird jedoch die höchste Geschwindigkeit erzielt.
Beim Kurvenlauf dagegen findet eine andere Bewegung statt. Der nach vorne kommende Fuß setzt Richtung Innenkurve auf, das heißt, in Fahrtrichtung über Kreuz vor dem gleitenden Fuß. Diese Technik nennt man "Übersetzen". Sie verhindert, dass die Fliehkräfte den Läufer aus der Kurve tragen. Da die Laufrichtung sich nicht ändert, werden die Beine über den ganzen Wettkampf hinweg in den Kurven sehr stark unterschiedlich belastet. Nur wer den Stil des Kurvenlaufs perfekt beherrscht, wird hohe Geschwindigkeiten erzielen können.
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