Biathlon - Disziplinen, Wettkämpfe, Ausrüstung und verwandte Sportarten

Der Biathlon verbindet den Skilanglauf mit dem Schießsport, und gilt als technisch sehr anspruchsvoll. Er wird in verschiedenen Disziplinen ausgetragen. Sie alle folgen demselben Grundprinzip, unterscheiden sich jedoch durch ihre Regeln voneinander. Der Sport wird in unterschiedlichen Wettbewerben ausgeführt. Informieren Sie sich über Disziplinen, Wettkämpfe und die Ausrüstung des Biathlons, und lesen Sie über verwandte Sportarten.

Wissenswertes zum Biathlon

Biathlon - Merkmale und Disziplinen

Beim Biathlon handelt es sich um eineKombinationssportart, die im Winter ausgetragen wird. Kombiniert werden Skilanglauf und Schießen.

Im Verlauf der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte hat der Biathlon stetig an Popularität gewonnen, sodass er jetzt hierzulande zu den beliebtesten Wintersportarten gehört. Dies wird auch bei den Olympischen Winterspielen ausgetragen; außerhalb dieses Rahmens finden Biathlon-Weltmeisterschaften statt.

Im Weltcup und bei den Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Winterspielen sind folgende sechs Wettkämpfe üblich: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Gemischte Staffel.

Bei einem internationalen Wettkampf ist ein Schießstand mit 30 Schießbahnen vorgeschrieben. Deren Breite muss zwischen 2,75 und 3 Meter betragen.

Die Scheiben sind durchnumeriert; der erste Stand steht am rechten Rand. Pro Schussbahn wird auf jeweils fünf Scheiben geschossen. Die Entfernung beträgt 50 Meter.

Die Schießreihenfolge kann jeder Athlet selbst bestimmen. Meistens wird von links nach rechts oder rechts nach links Scheibe für Scheibe durchgeschossen.

Jede nicht gelaufene Strafrunde, die der Athlet hätte laufen müssen, wird mit zwei Minuten zusätzlicher Zeit, die auf die Gesamtzeit addiert wird, bestraft. Alle fünf Patronen müssen bei jeder Schießeinlage verbraucht werden - geschieht dies nicht, kommt ebenfalls - pro nicht abgefeuerter Patrone - eine zwei Minuten Strafe obendrauf.

Der Einzelwettkampf

In der ältesten Biathlondisziplin starten die Athleten im Abstand von 30 Sekunden nacheinander. Es werden fünf Runden gelaufen, jeweils nach Runde 1-4 wird geschossen.

Dabei sind zwei Schießeinheiten liegend und 2 stehend zu absolvieren. Schießfehler werden mit einer Strafzeit von einer Minute geahndet. Dies verleiht dem Schießen im Einzelwettkampf eine hohe Priorität. Auch schwächere Läufer, die jedoch sehr gute Schützen sind, können hier den Sieg erringen.

Der Sprint

Bestehend aus drei Lauf- und zwei Schießrunden ist der Sprint ein kurzer Wettkampf. Hier dominieren meist Athleten mit einer sehr guten Laufleistung. Der Start erfolgt ebenfalls mit 30 Sekunden Abstand, ein Schießfehler zieht eine Strafrunde von ca. 25 Sekunden nach sich.

Die Verfolgung

Besonders für die Zuschauer attraktiv ist das Verfolgungsrennen, denn hier messen sich die Athleten nicht mit der Uhr, sondern direkt miteinander. Der erste Sportler im Ziel ist auch der Sieger des Rennens. Direkte Duelle werden im Rennen ausgetragen.

Ein Verfolgungsrennen geht über fünf Runden und beinhaltet zwei Schießeinlagen. In der Verfolgung starten die 60 besten Athleten des zuvor ausgetragenen Sprintrennens. Die Reihenfolge richtet sich nach den erzielten Sprintzeiten.

Massenstart

Beim Massenstart starten 30 teilnehmende Athleten gleichzeitig. Diese qualifizieren sich in den voran gegangenen Wettkämpfen und anhand des aktuellen Weltcupstands.

Die Regularien entsprechen weitgehend denen der Verfolgung. Der Wettkampf geht über fünf Runden mit zwei Schießeinlagen. Bei Fehlschüssen sind Strafrunden zu laufen. Da für den Massenstart sehr breite Pisten benötigt werden, kann er nicht überall ausgetragen werden.

Mannschaftsdisziplinen

Beim Biathlon handelt es sich generell um eine Einzelsportart. Dennoch werden - vergleichbar mit der Leichtathletik - auch Mannschafts- oder Staffelwettbewerbe ausgetragen.

Eine Staffel besteht dabei aus vier Athleten einer Nation und gleichen Geschlechts, die nacheinander je drei Runden absolvieren. Der Start erfolgt meist als Massenstart, der Wechsel in einer 30 Meter langen Wechselzone.

Inzwischen sind auch gemischte Staffeln mancherorts zugelassen. Beim reinen Mannschaftswettkampf dagegen starten die Athleten nicht hintereinander, sondern gemeinsam. Sie werden lediglich in der Wertung als Mannschaft zusammen gefasst und gemeinsam gewertet.

Biathlon-Athlet beim Schießen
Biathlon-Athlet beim Schießen
Es finden sowohl Einzel- als auch Mannschaftsdisziplinen statt
Biathlon-Disziplinen

Verschiedene Biathlon-Wettkämpfe

Der Biathlon Sport kann aufgrund der winterlichen Bedingungen nicht immer und nicht überall ausgetragen werden. Wer bei einem Biathlon Wettbewerb zuschauen möchte, muss meist zu einer der großen Veranstaltungen reisen.

Biathlon bei den Olympischen Winterspielen

Bei den Olympischen Winterspielen hat Biathlon eine lange Tradition und wird größtenteils in Schauwettbewerben bereits seit 1924 olympisch ausgetragen. Als offizieller und rein sportlicher Wettkampf wurde er jedoch erst im Jahr 1960 anerkannt.

Seit 1992 sind auch Damen im Biathlon Wettbewerb zugelassen. Ihre Wettkämpfe werden über kürzere Distanzen ausgetragen.

Biathlon gehört bei den Olympischen Winterspielen zu den Sportarten mit den meisten ausgetragenen Wettkämpfen. Auch bei den Zuschauern ist der Biathlon überaus beliebt und wird daher sehr stark frequentiert.

Die Biathlon Weltmeisterschaften

Im österreichischen Saalfelden wurde 1958 die erste Biathlon Weltmeisterschaft der Männer ausgetragen. Damals waren nur 25 Athleten aus sieben Ländern am Start, und es wurde lediglich ein Einzelrennen ausgetragen. Seit 1984 werden auch Weltmeisterschaften für Frauen ausgetragen, mittlerweile sogar im Rahmen desselben Wettkampfes der Herren.

Das Weltmeisterschaftsprogramm umfasst alle Disziplinen, auch Verfolgung und Massenstart und enthält auch Mixed-Staffeln. Die Biathlon Weltmeisterschaften werden von der IBU organisiert, die ebenfalls die Biathlon Sommerweltmeisterschaften und die Weltmeisterschaften für Junioren und Jugend ausrichtet.

Der Biathlon Weltcup

Eine ebenfalls von der IBU ausgerichtete Wettkampfserie ist der Biathlon Weltcup. Er wird jedes Jahr von November oder Dezember bis Mitte März sowohl für Männer als auch für Frauen veranstaltet.

Mittlerweile umfasst die Weltcup Saison meist neun Stationen mit je drei Wettbewerben pro Veranstaltungsort. Dabei werden die einzelnen Wettbewerbe normalerweise von Donnerstag bis Sonntag ausgetragen. In Deutschland wird der Biathlon Weltcup im oberbayerischen Ruhpolding und im thüringischen Oberhof ausgetragen.

Beim Weltcup werden nicht nur die Gesamtsieger, sondern auch die Sieger der einzelnen Disziplinen ausgezeichnet. Auch die Rennen der Olympischen Winterspiele werden in den Biathlon Weltcup mit eingerechnet.

Kontinentale Biathlon Wettbewerbe

In

werden weitere kontinentale Wettkampfserien veranstaltet. Besonders in Asien haben die Wettkämpfe eine hohes Ansehen.

Aufgrund der meist zeitgleich laufenden Weltcuprennen beteiligen sich einige große Biathlonnationen an den kontinentalen Wettbewerben nur mit einer zweiten Besetzung. Dadurch werden die Wettbewerbe leider etwas abgewertet.

Biathlon-Ausrüstung

 Zur Biathlon-Ausrüstung zählen u.a. Skatingski, spezielle Ganzkörperanzüge sowie Gewehr und Munitio
Biathlon-Ausrüstung

Sportwettkämpfe und Sportarten, die mehrere Disziplinen vereinen, liegen derzeit so stark im Trend wie noch nie. So wird beim Triathlon-Sport Schwimmen, Radfahren und Laufen in genau bestimmten Distanzen und einer festgelegten Reihenfolge praktiziert. Der Duathlon vereint meist das Laufen mit dem Radfahren, ist aber auch in Sonderfällen mit Schwimmen und Laufen zu finden.

Der Biathlon verbindet den Skilanglauf mit dem Schießsport, und gilt als technisch sehr anspruchsvoll. Welche Ausrüstung dafür benötigt wird, können Sie hier nachlesen.

Anzüge

Beim Biathlon kommen spezielle Ganzkörperanzüge aus Funktionsmaterialien zum Einsatz. Sie liegen meist hauteng an, um den Luftwiderstand so gut es geht zu verringern.

Flatternde Ärmel zum Beispiel würden die sehr schnelle Fahrt bremsen. Gewehr und Munition werden beim Skilanglauf auf dem Rücken mit transportiert. Deshalb sind die Anzüge am Rücken häufig aufgerauht, um ein lästiges Hin- und Herrutschen des Geräts zu minimieren.

Langlaufski

Der Biathlet benötigt spezielle Langlaufski. Da meist in der Skatingtechnik gelaufen wird, kommen vor allem bei Wettkämpfen Skatingski zum Einsatz. Diese sind etwa 1,25 Kilogramm schwer und ca 5 cm breit; ihre Länge hängt von der Körpergröße des Athleten ab und ist nicht begrenzt.

Durch eine spezielle Bindung wird der Langlaufschuh in der Mitte des Skis fixiert. Im Unterschied zum herkömmlichen Skifahren kann sich beim Skilanglauf der Schuh hinten vom Ski abheben. Dies optimiert den Vorschub in der Bewegung.

Biathlonski haben keine Stahlkanten, dadurch sind die Abfahrten erschwert. Zur Skiausrüstung zählen auch die schulterhohen Langlaufstöcke, die wichtig für den Abstoß vom Boden sind.

Gewehr

Biathlet mit blauem Gewehr beim liegenden Schießen
Biathlet mit blauem Gewehr beim liegenden Schießen

Bis zum Jahr 1977 waren Großkalibergewehre im Einsatz und es wurde über die Distanzen von 100 Meter stehend und 150, 200 und 250 Meter liegend geschossen. Seit 1978 sind die leichteren Kleinkalibergewehre mit Fortnerverschluss im Einsatz.

Es wird mit Kaliber .22 geschossen; das Gewicht der Gewehre liegt zwischen 3,5 und 6 Kilo. Sie sind ausschließlich manuell zu repetieren.

Die Verwendung automatischer oder halbautomatischer Gewehre ist untersagt. Geschossen wird stehend sowie liegend über eine Distanz von je 50 Metern.

Munition

Die Munition ist vom Kaliber 5,62 mm. Dabei darf das Geschoss eine Mündungsgeschwindigkeit von 380 m/s nicht übertreffen. Munition und Gewehre werden meist in Kältekammern getestet, um ein Versagen des Geräts im Wettkampf bei -10 bis -15 Grad Celsius zu vermeiden und um die Flugeigenschaften besser kennen zu lernen.

Biathlet mit Sonnenbrille auf der weißen Mütze beim Liegendschießen
Biathlet mit Sonnenbrille auf der weißen Mütze beim Liegendschießen

Verwandte Sportarten

Biathlon in verwandter Form auch im Sommer ausführen
Alternative Biathlon-Sportgeräte

Der Biathlon mit seinem klassischen Zweikampf ist eine faszinierende Sportart. Leider unterliegt er einigen wetterbedingten sowie technischen Einschränkungen und der Athlet findet eher selten optimale Sportbedingungen vor.

Dies hat zur Entwicklung von Alternativprogrammen und Ausweichmöglichkeiten geführt. Was als Notbehelf begann, hat sich vielfach jedoch längst zu einer anerkannten Trendsportart entwickelt.

Rollbiathlon

Der Rollbiathlon wird dann praktiziert, wenn kein Schnee liegt. Als ideale Sommersportart dient er den Athleten dazu, ihre Kondition zu erhalten und auszubauen und sich auf die Wintersaison vorzubereiten.

Die Schießübungen finden wie gewohnt mit dem kleinkalibrigen Gewehr statt, die Fortbewegung jedoch bedient sich unterschiedlicher Mittel. So wird zum Beispiel auf handelsüblichen Inline Skates gefahren. Sie stellen eine preisgünstige und verfügbare Alternative dar und erfordern keine allzu schwer zu erfüllenden Bedingungen bezüglich des Untergrunds.

Ein zweites mögliches, jedoch etwas aufwändigeres Sportgerät ist der Rollski. In einer komplexen Konstruktion werden Rollen unter Ski oder skiähnlichen Auflagen befestigt.

Der Athlet bewegt sich darauf ebenfalls mit Hilfe langer Stöcke. Für viele Wanderer auf dem Rennsteig ist es immer wieder ein erstaunlicher und ungewohnter Anblick, wenn sie die Athleten auf dem angrenzenden Trainingsgelände so dahinrollen sehen.

Bogenbiathlon

Der Bogen-Biathlon ist eine sinnvolle Alternative für Schützen, die keine Zulassung für kleinkalibrige Gewehre besitzen, oder die im Umgang mit solchen Gewehren unerfahren sind und deshalb davor zurückschrecken. Zwar darf der Bogen auch nur auf ausgewiesenem Sportgelände genutzt und eingesetzt werden, und die Verletzungsgefahr ist bei unsachgemäßer Handhabung ebenfalls groß, doch sind insgesamt die Auflagen etwas weniger streng. Viele Sportler ziehen auch den Umgang mit dem wesentlich ursprünglicheren Sportgerät vor, das vom Charakter her weniger als Waffe anmutet.

Bikebiathlon

Ebenfalls dem Schneemangel entstammt die Erfindung des Bike-Biathlons. Hier wird der Skating Part aufs Fahrrad verlagert.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die auf dem Fahrrad erzielt werden, sind die Radrunden meist sehr viel länger als die normalen Langlaufrunden. Bike-Biathlon kann sowohl mit dem Rennrad als auch mit dem Mountainbike ausgetragen werden; die Präferenzen hängen ganz vom verfügbaren Gelände ab.

Viele Sportschützen finden Gefallen an dieser Sportart, die sie ohne größeren zusätzlichen Aufwand ausüben können. Doch auch klassische Biathleten steigen im Sommer gerne auf das Bike um, um ihre Kondition zu trainieren.

Quellen:

  • Hermann Weigand und Johanna von Knoerzer-Suckow: Biathlon, Plenk, 1999, ISBN 3927957208
  • Wilfried Hark: Biathlon verständlich gemacht, Copress, 2001, ISBN 3767905477
  • Klaus Nitzsche: Biathlon. Leistung - Training - Wettkampf: Ein Lehrbuch für Trainer, Übungsleiter und Aktive, Limpert, 2000, ISBN 3785315961

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