28. Juli 2010
Das Tauchen ist nicht nur ein schönes Hobby aus dem Bereich der sportlichen Betätigung, sondern bietet viele andere Facetten. Eine ganz besonders wichtige davon befasst sich mit dem Rettungstauchen. Sehr häufig werden Rettungstaucher eingesetzt, wenn sich Menschen nach Bootsunglücken, bei Schiffs- oder Arbeitsunfällen im und am Wasser in akuter Lebensgefahr befinden. Hier müssen sehr gut ausgebildete und verantwortungsbewusste Taucher eingesetzt werden, um Menschenleben zu retten. Doch wie sieht eine Ausbildung zum Rettungstaucher aus?
Rettungstaucher werden in Deutschland bei der DLRG und bei der Wasserwacht ausgebildet. Wer sich zum Rettungstaucher ausbilden lassen möchte, der muss ein überdurchschnittlich guter Schwimmer sein, über den Rettungsschwimmer Silber oder Gold verfügen, und dies in praktischen Übungen beweisen können. Zudem muss er über den Grundtauchschein für das Gerätetauchen, den "Scuba Diver" oder den "Open Water Diver" verfügen. Zu Beginn der Ausbildung muss der angehende Rettungstaucher mindestens 15 Jahre alt sein. Eine schriftliche Genehmigung der Eltern muss von Minderjährigen zusätzlich erbracht werden.
Die Ausbildung ist nur für Mitglieder der Wasserwacht und des DLRG möglich und wird genau in einer Ausbildungs- und Prüfungsvorschrift geregelt. Diese Vorschrift sieht vor, dass der Tauchlehrling eine Ausbildung absolviert, die mindestens 6 Monate dauert und mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen wird. Eine zusätzliche Ausbildung in Erster Hilfe wird zudem verlangt. Neben der Ausbildung zum Rettungstaucher fällt auch die Sanitätsaubildung A, B und C an, die mit der Qualifikation "Wasserretter im Wasserrettungsdienst" abschließt. Bei einer gesundheitlichen Eignungsprüfung wird vor allem die Belastung unter Überdruck kontrolliert.
Für Rettungstaucher ist sowohl das praktische als auch das theoretische Wissen sehr wertvoll. So finden 20 Unterrichtseinheiten an Land statt, die sich mit der Vorbereitung der Rettung und den Tätigkeiten, die an Land anfallen, befassen. Anschließend werden 20 Unterrichtseinheiten im Schwimmbecken absolviert, in denen das Gelernte in praktischen Übungen vertieft wird. Im Anschluss an diese Ausbildungsteile erfolgt die Ausbildung mit der ABC-Ausrüstung und mit dem Tauchgerät. Werden alle diese Vorgaben und Techniken sicher beherrscht, so erfolgt als letzter Ausbildungsblock die Praxis im Freiwasser. In 30 Unterrichtseinheiten werden hier Rettungsfälle in Rollenspielen konstruiert und geübt, so lange, bis alle Handgriffe sicher sitzen. Ein großer Schwerpunkt liegt auch auf der Entscheidungsfindung: Welche Hilfs- oder Bergungsmaßnahmen müssen im konkreten Fall ergriffen werden.
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