Die Tänzer mit der heißen Sohle: Geschichte und Merkmale des Steptanzes

Frauen- und Männerbeine beim Tangotanzen

Der Steptanz entstand im 19 Jahrhundert in den USA - es handelt sich um eine freie Tanzart mit einzelnen, definierten Schritten

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  • von Paradisi-Redaktion

Der Stepptanz wird in Europa vielfach als Modeerscheinung und sportliche Betätigung angesehen. Dabei wird häufig vergessen, dass es sich dabei um eine ernsthafte und traditionelle Tanzform handelt. Faszinierend für die Zuschauer sind beim Stepptanz vor allem die schnellen Bewegungen der Füße und das Klappern der verstärkten Sohlen zum Takt der Musik. Mehr über den Stepptanz und seine Entwicklung erfahren Sie hier.

Merkmale der Stepschuhe und Tanzkleidung

Beim Stepptanz übernimmt der Tänzer gleichzeitig die Funktion eines Musikers, da er zur Musik passende rhythmische Geräusche produziert.

Heute wird mit ganz speziellen Schuhen getanzt, die aus einem sehr feinen und hochwertigen Leder bestehen und möglichst leicht am Fuß sitzen. Auch die Herrenschuhe sind mit kleinen Absätzen versehen.

Die klassische Kleidung der Stepptänzer ist schwarz und sehr schlicht, denn kein aufwändiges Kostüm soll von den Füßen ablenken.

Entstehung des Tanzes

Schon im 19. Jahrhundert entstand der Stepptanz in den USA. Die Tänzer schraubten sich Metallplatten unter die Schuhe, um damit Geräusche zu produzieren. Ursprünglich wurden sogar hölzerne Platten verwendet, diese gingen jedoch zu schnell zu Bruch.

Der Stepptanz entstand in New York im Bezirk Five Points. Durch das Zusammenspiel verschiedener Musik- und Tanzrichtungen der

  • afrikanischen
  • schottischen
  • irischen und
  • englischen

Einwohner entstand die neue Tanzform.

Im Step Tanz vereinen sich Komponenten aus Afrika, England, Schottland und Irland
Einflüsse aus vielen Ländern

Verbreitung

Zwischen 1900 und 1955 war der Stepptanz extrem populär und wurde in sehr vielen Shows am Broadway und in Paris aufgeführt. Viele Big Bands ließen sich von Stepptänzern begleiten. Die vorherrschende Musikrichtung war seinerzeit der Jazz.

Zwischen 1930 und 1950 wurde der Stepptanz durch Film und Fernsehen populär gemacht. Auch in Deutschland hielt er nach dem Krieg Einzug.

Der bekannteste deutsche Stepptänzer war Egon Bier, der das Steppen bei Fred Astaire erlernte. Er gründete seinerseits eine Tanzschule, die viel zur Verbreitung des Stepptanz beitrug.

Mit der Zeit mischten sich dem klassischen Stepptanz-Elemente aus dem Rock'n'Roll bei, während sich der Jazztanz mehr und mehr heraus löste und zu einer eigenen Stilrichtung weiter entwickelte. Seit 1997 wird die Show- und Stepptanz-Weltmeisterschaft regelmäßig jedes Jahr in Riesa ausgetragen.

Eine Übersicht der Tanzschritte

Der Stepptanz ist ein freier Tanz, dennoch sind einzelne Schritte genau definiert. So kennen die Tänzer

  • den "step"
  • den "stamp"
  • den "stomp"
  • den "toe"
  • den "heel"
  • den "ball"
  • den "hop"
  • den "leap" und
  • den "brush".

Weiter sind geläufig

  • der "shuffle"
  • der "flap"
  • der "ball change"
  • der "scuff"
  • der "dig" und
  • der "pull back".

Aus diesen Grundschritten ergeben sich viele Varianten und Kombinationen, die ihrerseits mit eigenen Namen und Bezeichnungen ausgestattet sind.

Grundinformationen und Hinweise zum Steptanz

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: tango-bewegung © Jan de Vries - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Vintage Chalkboard © Maceo - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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