Anspruchsvoll und akrobatisch - Tänzerische und musikalische Merkmale des Breakdance

Breakdancer auf dem Kopf, T-Shirt über den Kopf gezogen

Beim Breakdance sind mitunter Tanzelemente des HipHop zu erkennen; dabei kommen verschiedene Tricks und Figuren zur Anwendung

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  • von Paradisi-Redaktion

Breakdance erfreut sich vor allem unter den jüngeren Generationen großer Beliebtheit. Mitunter wird diese Tanzform auch als Breaking oder B-Boying bzw. B-Girling bezeichnet. Sie ist Teil der Hip-Hop-Bewegung und wird durch zahlreichen Tricks auf der Tanzfläche begleitet. Informieren Sie sich über die tänzerischen und musikalischen Merkmale des Breakdance.

Tanzmerkmale

Von herkömmlichen Tänzen unterscheidet sich der Breakdance vor allem durch seine abgehackt erscheinenden Bewegungen. Die Tänzer sehen oft aus wie Roboter und setzen diese Elemente bewusst als Wiedererkennungssymbole ein.

Dabei gibt es viele unterschiedliche Stilrichtungen, die vom Laien jedoch nicht unbedingt differenziert werden können. Der Breakdance gilt als Vorläufer des HipHop, in Wahrheit jedoch besteht zwischen beiden Tanzstilen eher ein symbiotisches Verhältnis.

Die Ausführung ist jedoch sehr schwierig und anspruchsvoll, denn der Breakdance beinhaltet viele akrobatische Einlagen und Figuren. Selbst die Grundschritte und Basis-Schrittkombinationen sind für den Tanzanfänger nicht einfach zu erlernen. Sie erfordern ein hohes Maß an

  • Koordinationsfähigkeit und
  • Musikalität,

da die einzelnen Bewegungen häufig absichtlich neben dem Takt stattfinden. Pausen werden künstlich verlängert, häufig verharrt eine Bewegung über einen oder mehrere Takte lang, um sich dann extrem schnell in einem Punch, Kick oder Sprung aufzulösen.

Sehr gewöhnungsbedürftig sind auch die vielen akrobatischen Figuren, die direkt auf dem Boden stattfinden. Damit hat der Breakdance die Tanzwelt revolutioniert, da normalerweise im Stehen und nicht im Sitzen oder Liegen getanzt wird.

Figuren, bei denen beim Breakdance jeweils nur die Hände und Füße den Boden berühren, während der Körper vermeintlich unkoordinierte Bewegungen und Rotationen ausführt, sind an der Tagesordnung. Ebenso beherrschen fortgeschrittene Tänzer die Rotation des Körpers um verschiedene Körperachsen, oder zum Beispiel das Drehen des Körpers im Kopfstand.

Junger sportlicher Typ mit Kapuze beim Tanzen, Schwebeaufnahme
Junger sportlicher Typ mit Kapuze beim Tanzen, Schwebeaufnahme

Spektakuläre Tricks auf der Tanzfläche

Der Breakdance bietet viel fürs Auge. Tanzeinlagen, die an Akrobatik erinnern und so schnell durchgeführt werden, dass man die einzelnen Bewegungsabläufe nur noch erahnen kann, wechseln sich mit Sprüngen, Kicks und Punches ab. Wir haben die einzelnen Figuren und Tricks des Breakdance einmal genauer für Sie unter die Lupe genommen.

Die akrobatischen Figuren und Tricks werden unter dem Begriff "Powermoves" zusammengefasst. Das bedeutet frei übersetzt: Bewegungen mit hoher Dynamik und Kraft. Hier stellen wir Ihnen die typischen Powermoves vor.

Der Back Spin

Mit dem Back Spin begann die Entwicklung der Powermoves. Er ist relativ einfach zu erlernen. Der Back Spin findet in Rückenlage statt, und dann dreht sich der Tänzer am Boden auf dem Rücken um die Körpermitte.

Der Breakdance lebt von verschiedenen teils spektakulären akrobatischen Tricks
Verschiedene Figuren beim Breakdance
Der Head Spin

Hier dreht sich der Tänzer auf dem Kopf. Um Verletzungen vorzubeugen, sollte der Head Spin nur auf einem vorher gründlich gereinigten und untersuchten Untergrund stattfinden.

Viele Tänzer tragen dünne oder gepolsterte Mützen, die ihren Kopf vor Schmutz und Verletzungen schützen. Ohne die Mütze besteht auch die Gefahr, sich beim Head Spin die Kopfhaut zu verbrennen.

Die Swipes

Bei den Swipes handelt es sich um wiederholte halbe Drehungen um die eigene Körperachse. In der Ausgangsposition stützt sich der Tänzer mit Händen und Füßen am Boden ab, wobei der Rücken nach unten zeigt. Nun erfolgt eine schwungvolle Drehung um die Körperachse. Das Schwungbein berührt dabei den Boden nicht.

Der Airtwist oder Airflare

Beim Airflare oder Airtwist findet eine komplette Umdrehung um die Körperachse statt. Die Ausgangsposition ist ein schräger Handstand. Von hier aus springt der Tänzer in der Luft, durchläuft eine Umdrehung, und landet wieder auf den Händen.

Die Ninety Niners

Bei einem einarmigen Handstand dreht der Tänzer sich auf der Hand um die eigene Achse.

Der Turtle

Der Körper wird gedreht, indem der Tänzer aus der Turntable Position heraus die eingesetzten Arme wechselt.

Die Windmills

Bei den Windmühlen handelt es sich um ein rücklings liegende Drehung um die eigene Achse. Dabei liegt der Körper an den Schultern und am Rücken auf. Die Beine bleiben dabei geöffnet, berühren den Boden aber nicht.

Der Flare

Ähnlich wie eine Flanke beim Turnen wird der Flare ausgeführt. Der Tänzer stützt sich mit den Händen am Boden ab, die geöffneten Beine umkreisen ihn schwingend.

Musikmerkmale

Junge sportliche Frau macht Handstand und stützt sich zusätzlich mit Kopf ab
Junge sportliche Frau macht Handstand und stützt sich zusätzlich mit Kopf ab

Die typische Musik für den Breakdance ist

Dabei werden die Instrumentalteile der Songs künstlich verlängert. Ursprünglich wurde dies mit zwei separaten Plattenspielern praktiziert, auf denen zwei DJs jeweils abwechselnd den mittleren Instrumentalteil eines Stückes abspielten.

Inzwischen gibt es fertige Breakdance Songs und Mixes bereits auf CD, da sie mittlerweile eigens komponiert werden. Breakdance ist zu einem Selbstläufer geworden und hat sich über die ganze Welt verbreitet.

Die Geschichte des Breakdance

Wir erklären, wie Breakdance entstanden ist und wie die Tanzform zu ihrem Namen kam

Breakdancer auf dem Kopf, T-Shirt über den Kopf gezogen
the dancer © Alexander Yakovlev - www.fotolia.de

Breakdance, oft auch "B-Boying" genannt, wurde in den späten 1970er Jahren im Zuge der damals neu aufkommenden Hiphop-Musik von Jugendlichen afroamerikanischer und lateinamerikanischer Herkunft in New York populär gemacht. Breakdancing fungierte dabei oft als eine Art Ersatz für Gewalt zwischen den vielen verschiedenen Straßengangs. Anstatt sich zu prügeln, trugen viele Gangs (auch "Crews" genannt) sogenannte "Battles" aus, bei denen es darum ging, die bessere Tanzperformance als die Rivalen abzuliefern.

Woher "Breakdance" seinen Namen hat

Namensgebend für den Breakdance war die damalige Modeerscheinung in der DJ-Szene, nur bestimmte Instrumentalbreaks aus Liedern zu verwenden und diese mit Hilfe von zwei Plattenspielern immer wieder hintereinander zu schneiden.

Gegen Mitte der 1980er Jahre verlor Breakdancing jedoch zunehmend an Beliebtheit. Schuld daran war die Ausschlachtung dieses Phänomens durch die Medien, die diesen Tanz als nur aus verschiedenen Tricks bestehend darstellten und der breiten Öffentlichkeit ein verwässertes Bild der Szene lieferten. Seit 1990 ist die Popularität des Breakdance jedoch wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Der Film "Wildstyle" informiert über Breakdance

Wer sich weiterhin über Breakdance informieren möchte, sollte unbedingt einmal den Film "Wildstyle" gesehen haben. Dieser liefert einen guten Überblick über die Anfänge und Wurzeln des Breakdancing und wird auch von damaligen und heutigen Szenegrößen als authentisch und empfehlenswert angesehen.

Breakdance-Moves für Anfänger

Breakdance ist eine beeindruckende Tanzform, welche vollen Körpereinsatz fordert. Dabei wirken viele Moves im Breakdance beinahe übermenschlich und man fragt sich als Laie, wie so etwas erlernt werden kann. Welche Breakdance Moves sich für Anfänger eignen, um einen Einstieg in diese anspruchsvolle Tanzform zu finden, sollen im Folgenden gezeigt werden.

Die klassische Ausprägung des Breakdance – das B-Boying – kennt vier Elemente. Bei diesen handelt es sich um das so genannte Top Rocking, Footworks, Freezes und Powermoves. Dabei sind Moves aus den Kategorien Freezes und Powermoves für Anfänger eher ungeeignet. Schließlich handelt es sich hierbei um Moves wie dem Drehen auf dem Kopf oder dem Erstarren im einarmigen Handstand, was jahrelanger Übung bedarf.

Stattdessen kann der Einstieg über das Top Rocking und Footwork Moves gelingen. Bei den Top Rocking Moves bieten sich beispielsweise der Ken Swift, Cross Over, Kick Steps und der Step Back an. Hierbei handelt es sich um einfache Schrittfolgen, welche schnell erlernt werden können. Dabei bieten diese Schrittfolgen dennoch ein hohes Übungs- und Verbesserungspotential, da die Sauberkeit der Ausführung immer weiter gesteigert werden kann. Am besten gelernt werden können diese Moves über Bilderreihen oder Videos im Internet, welche leicht mit einer Suchmaschine gefunden werden können.

Unter den Footwork Moves, welche am Boden ausgeführt werden, bietet sich für Anfänger vor allem das Element Six Step an. Hierbei handelt es sich um den Grundmove, bei welchem der Tänzer sich mit beiden Händen nach vorne gelehnt auf dem Boden abstützt, wobei die Beine im 360° Winkel um die Arme kreisen. Nachdem der Six Step gelernt wurde, kann dieser nicht nur immer weiter verfeinert, sondern auch mit weiteren Elementen kombiniert werden.

Grundinformationen und Hinweise zu Breakdance

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: the dancer © Alexander Yakovlev - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: the dancer © Alexander Yakovlev - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: fresh moves © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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