Herzgefäße verkalken bei übermäßigem Sport

Neue Studie sieht Gesundheitsrisiko für Extremsportler

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  • von Paradisi-Redaktion
Blaue 3-D-Grafik eines Läufers mit leuchtend hervorgehobenem Herzen, daneben das Herz noch einmal vergrößert

Während viele Menschen sich mit regelmäßigem Sport fit halten, gibt es neben den Unsportlichen auch jene, die es zu Extremsport zieht. Dazu zählen besonders Sportarten wie Wildwasserschwimmen oder auch Ultramarathon. Bei diesen Sportformen wird vom Körper viel mehr als nur moderate Betätigung erwartet.

Wer glaubt, dem Organismus damit etwas Gutes zu tun, kann sich gehörig irren. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Studie zumindest für hellhäutige Männer einen Nachteil für die Herzgefäße. Wer jahrelang einem Extremsport nachgeht, hat früher Verkalkungen in den Koronar­arterien.

Studie zur Herzgesundheit von Extremsportlern

Die Untersuchung begann bereits 1985 und untersuchte über die Jahrzehnte sowohl Frauen als auch Männer in den USA. Insgesamt nahmen 3.175 Menschen aus drei Großstädten an der CARDIA-Studie teil. Bei den bislang acht Untersuchungen gaben 268 der Teilnehmer an, dass sie deutlich mehr Sport betreiben als die Leitlinie empfiehlt. Diese geht von 150 Minuten innerhalb einer Woche aus.

Im Jahr 2010 wurde bei allen Männern und Frauen der Studie ein CT durchgeführt. Die Forscher waren überrascht, dass vor allem die stark aktiven Männer mit heller Hautfarbe zu Koronarkalk tendierten. Ihr Risiko war um 85 Prozent erhöht.

Auch bei den Extremsportlerinnen zeigte sich eine Tendenz zu mehr Kalk in den Herzgefäßen, allerdings konnte die Zahl aufgrund der insgesamt kleinen Gruppe dieser Frauen statistisch nicht berücksichtigt werden. Es lässt jedoch vermuten, dass auch Frauen vor den Herzfolgen einer überstarken Sportlichkeit nicht bewahrt werden.

Risiko für Extremsportler schon länger bekannt

Die Studie reiht sich damit in ältere Untersuchungen ein, die ebenfalls eine negative Auswirkung zu hoher Sportlichkeit belegt haben. Beispielsweise konnte bereits gezeigt werden, dass nach einem Marathonlauf mehr Troponin im Blut der Läufer ist; Troponin ist ein Marker, der das Risiko auf einen Herzinfarkt anzeigt. Das lässt vermuten, das viel Sport dem Herzmuskel eher schadet als nützt.

Eine Ausrede für einen kompletten Sportverzicht ist das natürlich nicht. Wer gar keine sportliche Betätigung zeigt, lebt definitiv ungesund. Auf die rund 150 Minuten Sport in der Woche sollte jeder kommen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Running man focused on heart © CLIPAREA.com - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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