Kraft sparen durch Windschattenfahren

Junger Radfahrer mit Helm auf Straße

Durch Fahren in der Gruppe lässt sich eine Windschattenzone aufbauen - die hinteren Fahrer haben dadurch einen geringeren Kraftaufwand beim Fahren

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Windschatten wird das auf der windabgewandten Seite einer Barriere befindliche Gebiet bezeichnet, das außerhalb der Windströmung liegt beziehungsweise einer geringeren Windgeschwindigkeit ausgesetzt ist. In der Seefahrt nennt man es Lee. Das Windschattenfahren ist aber auch beim Radeln möglich. Radsportler bauen durch eine spezielle Fahrweise gezielt Windschattenzonen auf, damit sie weniger Fahrtwiderstände zu überwinden haben. Lesen Sie alles Wissenswerte zum Thema Windschattenfahren im Radsport.

Der Windschatten

Der Windschatten ist eine physikalische Gesetzmäßigkeit, die überall dort auftritt, wo Hindernisse die Windströmung beeinflussen. Diesen natürlichen Vorgang macht man sich in vielen Lebensbereichen zunutze.

In der traditionellen Landwirtschaft beispielsweise werden auf Feldern gezielt Heckenpflanzen in Reihen gesetzt, die dazu dienen, Verwehungen von Ackerboden und Saat zu vermeiden. Inzwischen nutzt man den gezielten Aufbau von Windschattenzonen auch im Sport.

Widerstände beim Fahren

Beim Radfahren hat der Fahrer diverse Widerstände zu überwinden. Unter anderem spielt die Reibung auf dem Untergrund eine große Rolle, deren Stärke von

  • der Beschaffenheit des Reifens
  • den Witterungsverhältnissen und
  • vom Material des Untergrundes

abhängt. Eine mindestens so große Bedeutung kommt dem Windwiderstand zu, der bereits ab einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern in der Stunde der größte Widerstand beim Radfahren ist.

Dem Einzelfahrer ist es nicht möglich, auf diesen Einfluss zu nehmen. Beim Fahren in der Gruppe baut man Windschattenzonen auf.

Sportler mit Helm auf Rennrad
Sportler mit Helm auf Rennrad

Windschattenzonen aufbauen

Windschattenzonen aufbauen und im Ablöseverfahren 30 Prozent seiner Kräfte sparen
Aufbau von Windschattenzonen

Trifft der Wind frontal auf die Fahrer, hat es sich bewährt, einen Einzelfahrer um etwa zwei Meter vor das Fahrerfeld zu schicken. Dieses erscheint dann V-förmig. Hierdurch wird die Angriffsfläche des Windes vermindert, hinter dem Einzelfahrer baut sich ein trichterförmiger Windschatten auf, in dem sich die anderen Fahrer bewegen.

Sie sparen gegenüber dem vorderen Fahrer 30 Prozent an Kraftaufwand. Da die Leistungsfähigkeit des ersten Fahrers im Laufe der Zeit deutlich sinkt, wird er durch den nächsten Fahrer ausgewechselt.

Jedes Fahrerfeld besitzt eine Ordnung, an die sich jeder Fahrer zu halten hat. Der Einzelne weiß, wann er die Führungsrolle übernimmt.

Bewährt hat sich ein so genannter Belgischer Kreisel, der aus 2 Fahrerreihen besteht. Die Fahrer einer Reihe fahren etwas schneller. Der erste Fahrer übernimmt die Führungsposition.

Bei seiner Ablösung wechselt er in die langsamere Reihe und der ehemals Zweite gelangt an die Führungsposition. Damit die langsamere Reihe nicht länger wird, wechselt deren letzter Fahrer in die schnellere Reihe, so dass das Prinzip eines Kreisels entsteht.

Mann auf Rennrad auf Straße, im Hintergrund Berge
Mann auf Rennrad auf Straße, im Hintergrund Berge

Einer- oder Zweierstaffel

Das Windschattenfahren kann sowohl in der Einer- als auch in der Zweierstaffel erfolgen. Bei der Einerstaffel fahren das eigene Vorderrad mit dem Hinterrad des Nachbarn aneinander.

Zwei Radfahrer fahren bei der Zweierstaffel nahezu Schulter an Schulter nebeneinander. Dabei sind Berührungen nicht selten. Man sagt, dass ein stilistisch sauberes Fahren dann gegeben ist, wenn zwischen den Lenkern ein Abstand von einer Handlänge vorliegt.

Das Fahren in einer Staffel ist ab vier Sportlern zu empfehlen. Beste Voraussetzung stellt das technische Können aller Mitstreiter dar. Fehlt dieses, sollte man zuvor besser in Zweier- oder Dreiergruppen trainieren, Hinterrad an Hinterrad zu fahren.

Wichtig ist in jedem Fall vollste Konzentration. Besonders wenn die Nähe zum Hinterrad des Vordermanns sehr gering ausfällt, lässt sich zwar viel Kraft einsparen; doch dies gelingt nur, wenn man auf dessen Zeichen achtet. Um sich langsam heran zu tasten, kann man auch bei einem Abstand von 30 Zentimeter beginnen.

Besonders auch beim Wechsel bzw. bei der Ablösung muss man bei der Sache sein: hier fahren die beiden Fahrer, die sich ganz vorne befinden, etwas schneller, um sich dann in Richtung Vorderseite von der Gruppe zu lösen. Dann werden sie langsamer und fallen somit an den Seiten wieder ans Gruppenende zurück. Vor allem der Straßenverkehr muss hier im Auge behalten werden.

Apropos: es gibt Situationen, in denen man das lästige Hupen der Autofahrer, die hinter einer solchen Staffel herfahren, getrost ignorieren darf. Ab einer Gruppe von 15 Personen nämlich ist es hierzulande gesetzlich erlaubt, in Form der Zweierreihe zu fahren.

Grundinformationen und Hinweise zum Radfahren

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  • Bildnachweis: bike race © jeancliclac - www.fotolia.de
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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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