29. September 2008
Von Andreas Hadel
Wer kennt ihn nicht, den Gänsehaut erzeugenden Gong von "Gonna Fly Now". Jener Song, der jeden Rocky-Streifen zu einem monumentalen Motivationsfilm für Sportler aller Genre machte.

Musik ist ein guter Motivator
Wie Sie vielleicht bereits am eigenen Leib erfahren konnten, kann Musik offenbar körperliche Reaktionen auslösen. Hierbei ist jetzt nicht unbedingt von Standard-Tanz die Rede, sondern von psychologischen Prozessen, die uns härter trainieren lassen.
Wissenschaftler der Lousiana-Tech-University haben das Phänomen einmal genauer unter die Lupe genommen und bei einer Studie zu diesem Thema die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekam während einer Trainingseinheit Musik zu hören. Die andere musste sich während der körperlichen Anstrengung mit dem Schlagen eines Metronoms begnügen. Musik und Metronom hatten übrigens den gleichen Takt.
Das Ergebnis zeichnete die Musik als den besseren Motivator aus. Probanden dieser Gruppe konnten deutlich länger und intensiver trainieren, als ihre Kollegen von der Metronom-Truppe.
Musik muss aber nicht zwangsläufig einen positiven Effekt haben. Forscher derselben Einrichtung fanden nämlich heraus, dass klingende Stücke, die den Geschmack des Sportlers nicht treffen, eher zu Leistungseinbußen führen. Diese Erkenntnis sollten sich Betreiber von Sportanlagen durch den Kopf gehen lassen, bevor sie ihre Mitglieder mit Technobeats möglicherweise malträtieren.
Warum Musik eine so direkte Wirkung auf die Leistungsfähigkeit von Sportlern hat, ist noch nicht abschließend untersucht worden. Es ist aber anzunehmen, dass treibende und anregende Musik, den Trainierenden dabei hilft, sich auf die Belastung zu konzentrieren und Ablenkungen und Schmerzen auszublenden.
Wenn Sie ihre ganz eigene Trainingsmusik zusammenstellen möchten, sollten Sie darauf achten, den Ablauf ihres Trainings im Hinterkopf zu haben. Wählen Sie zum Aufwärmen mäßig schnelle, aber durchaus motivierende Stücke wie "Also sprach Zarathustra" von Johann Strauss oder "Creep" von Radiohead. Schnellere mit härteren Sound für ihr eigentliches Training. "Wake Up" von Arcade Fire oder "Harm Rochel" von Turbostaat könnten dafür geeignet sein. Entspannende Klänge stehen beim Cool Down im Vordergrund. Das Theme von A.I. (komponiert von John Williams) oder Puccinis "Nessun Dorma" helfen Ihnen dabei, die Milchsäure in ihren Beinen zu vergessen.
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