Kinder und Fitnessstudios - ab wann sind diese für den Nachwuchs zu empfehlen?

Kleines Mädchen auf Isomatte bei Gymnastikübungen, lächelt in Kamera

Der Sport hält Körper und Geist jung. Die Mitgliedszahlen in den Fitnessstudios steigen rasant an. Immer häufiger befinden sich aber auch Kinder unter den Gästen. Ab wann ist ein zielgerichtetes Training für diese aber sinnvoll?

Eigentlich eine gute Idee

Die Frage, ob Kinder bereits ein Fitnessstudio besuchen sollten, spaltet die Gesellschaft. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass die lieben Kleinen eben einen körperlichen Ausgleich brauchen. Sie sitzen über den Tag verteilt viele Stunden in der Schule, daheim bei den Hausaufgaben und absolvieren nachmittags nicht selten noch einen Kurs in der Musikschule, der Nachhilfe und Ähnlichem, womit sie sich auf den weiteren Lebensweg vorbereiten.

Natürlich wäre es sinnvoller, das Kind zum Energieabbau im Garten umhertollen zu lassen. Bieten sich diese Möglichkeiten aber nicht, kann das Fitnessstudio auch in jungen Jahren eine empfehlenswerte Form des Sports darstellen. Allerdings müssen dabei bestimmte Bedingungen beachtet werden.

Nach speziellen Studios suchen

Kinder sollten zunächst nicht in Fitnessstudios angemeldet werden, die in ihrem gesamten Aufbau für Erwachsene ausgelegt sind. Einerseits werden die Geräte und Gewichte zu grob und zu schwer bedienbar sein, wenn der kleine Sportler noch nicht über genügend Muskeln und körperliche Masse verfügt, um saubere Wiederholungen zu schaffen.

Andererseits verlieren Kinder in den herkömmlichen Sportcentern schnell die Motivation, weil sie sich nicht angesprochen fühlen. Ratsam ist es daher, die Übungen in einem extra auf minderjährige Besucher zugeschnittenen Studio abzuhalten. Hier wirkt alles etwas bunter und anregender. Die gesamte Aufmachung ist kindgerecht gestaltet – und die Geräte sind es ebenso.

Zudem wird stets ein Trainer anwesend sein, der sich um das Wohl der Kleinen bemüht.

Keine Discounter nutzen

Zugegeben, die Chancen sind eher gering, auch in kleineren Städten ein Fitnessstudio eigens für Kinder zu finden. Liegt ein solches nicht vor, müssen Alternativen gesucht werden.

Leider wird dabei oft der Fehler begangen, sich einem der großen und vor allem preisgünstigen Anbieter anzuschließen. Hier werden die meisten Geräte indes nicht für minderjährige Sportler geschaffen sein.

Das zweite, weitaus bedeutsamere Problem liegt aber in der geringen Zahl an Trainern, die in der Arbeit mit Kindern geschult sind. Denn die Übungen der Erwachsenen unterscheiden sich erheblich von jenen der jüngeren Gäste. Verfügt das Studio also nicht zumindest über einen Coach, der diese Qualifikation mitbringt, sollte hier kein Vertrag abgeschlossen werden.

Das Alter entscheidet

Übrigens sind es auch häufig die Sportcenter selbst, die strenge Regeln erschaffen haben und damit dem Wohl der Kinder dienen wollen. Eine Anmeldung ist vielfach ab dem 16. Lebensjahr möglich. Und tatsächlich, in der Wissenschaft herrscht die Meinung, dass zumindest der Muskelaufbau erst ab der Pubertät sinnvoll sei, weil erst dann die nötigen Hormone für den Zuwachs an Masse durch den Organismus produziert werden.

Demgegenüber ist es zwar auch in jüngeren Jahren möglich, den Körper ein wenig zu formen, eine durchaus athletische Figur zu erreichen und die Kraft ansteigen zu lassen. Abseits des professionellen Sports ist das aber ungesund und zeitintensiv.

Die grundsätzliche Fitness trainieren

Einige Studios bieten gegenwärtig aber spezielle Verträge für Eltern samt Nachwuchs an. Meist kann die Mama hier mit der Tochter oder der Vater mit dem Sohn gemeinsam trainieren gehen. Doch selbst dabei gilt das bereits Gesagte: Nicht alleine durch die fehlenden Hormone ist ein Muskeltraining wenig sinnvoll. Auch die Knochen sind noch weich und biegsam, können also bei zu hoher Intensität beschädigt werden.

Empfehlenswert ist es dagegen, das Kind leichte Fitnessübungen vornehmen zu lassen. Das Laufband, das Fahrrad, das Rudergerät – gute Möglichkeiten, um an der Grundkonstitution zu arbeiten, das Immunsystem zu stärken und widerstandsfähiger zu werden. Das gelingt laut Meinung der Sportmediziner übrigens bereits ab dem achten Lebensjahr.

Nach Alternativen schauen

Allerdings ist es demgegenüber gleichfalls möglich, das Kind ganzheitlich einem leichten Training zu unterziehen und dabei ohne Mitgliedschaft im Fitnessstudio auszukommen. Eine Anmeldung im Sportverein ist gerade in jüngeren Jahren deutlich sinnvoller, um erste körperliche Grundlagen zu schaffen. Zudem bieten sich sanfte Waldläufe an.

In der warmen Jahreszeit kann sogar im See geschwommen werden – Kraft, Ausdauer und Koordination werden dabei besser geschult, als es jedes Sportcenter bieten könnte. Daneben kann das Kind kleinere Strecken zur Schule, zu Freunden und ähnlichen Gelegenheiten auch mit dem Fahrrad absolvieren. Damit wäre ein umfassendes erstes Fitnessprogramm möglich, das altersgerecht einwirkt, nahezu keine Verletzungsgefahren hervorruft und viel Spaß bereitet.

Es muss nicht immer der Sport sein

Jedoch warnen Sportwissenschaftler davor, dem Kind einen allzu ambitionierten – wenn auch gut gemeinten – Trainingsplan aufzudrängen. Bewiesen ist, dass beim Spielen und Umhertollen mit Freunden ebenso die körperlichen Grundlagen gefördert werden. Zudem wächst dabei die Bereitschaft, Lösungswege in Problemfällen zu suchen, Konflikte auszuräumen, Kompromisse einzugehen und an Siegen oder Niederlagen zu reifen.

Diese Entwicklungsprozesse, die sich neben dem Körper auch auf den Geist des Kindes auswirken, sind in einem Fitnessstudio in der Form nicht möglich.

Es empfiehlt sich daher, die lieben Kleinen bis ins achte oder sogar zehnte Lebensjahr hinein nach Herzenslust toben zu lassen. Erst anschließend können erste sportliche Überlegungen wie die Anmeldung im Fußballverein folgen. Ab der Pubertät ist dann auch die Mitgliedschaft im Sportcenter möglich.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: girl is engaged in gymnastics 3 © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom

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