26. November 2008
Von Andreas Hadel
Obwohl das Trainieren in einem Fitness-Studio eher eine hochgradig individuelle Beschäftigung ist, liefern Trainingsgemeinschaften nicht nur die häufig fehlende soziale Komponente, sondern im besten Fall auch stetige Motivation, mehr Sicherheit und damit eine größere Effektivität.

Gute Trainingspartner geben Sicherheit und steigern die Motivation
Trainingspartner zu sein, birgt aber nicht nur Annehmlichkeiten. Als verlässliche Stütze bilden Sie einen wesentlichen Anteil am Trainingserfolg ihres Partners oder eben auch an seinem Misserfolg. Um das Optimum aus dieser Zweckgemeinschaft herausholen zu können, geben wir Ihnen einige Ratschläge zur Hand, die Sie und ihren Trainingspartner in ein unschlagbares Team verwandeln.
Seien Sie wählerisch!
Den perfekten Trainingspartner zu finden, gelingt selten auf Anhieb beim ersten Versuch. Klar, ist es immer leicht einen Freund oder sympathischen Arbeitskollegen für ein bisschen Sport zu begeistern. Wenn es jedoch darum geht, über längere Zeit konsequent ein Ziel zu verfolgen, kann aus guten Freunden und Arbeitskollegen schnell der nervende Bekannte werden. Ihr Trainingspartner sollte eine ähnliche Einstellung zum Training haben wie Sie. Ist es eher gesundheitlich ausgerichtet und finden Sie es vertretbar, wenn hin und wieder eine Trainingseinheit verschoben wird oder planen Sie akribisch sechs wöchige Trainingszyklen, die dann auch so wie auf dem Papier vorgesehen, in Realität umgesetzt werden? - In diesem Fall wäre nichts destruktiver, wenn Sie ihren Trainingspartner vor jedem Workout anflehen müssen, dass er auch wirklich auftaucht. Gehen Sie bei der Auswahl ihres Trainingspartners also nicht unbedingt nach Sympathie, wenn es Ihnen eigentlich auf Leistung ankommt. Dann ist ein ebenbürtiger Konkurrent wahrscheinlich eher geeignet, als der beste Freund.
Ehrlichkeit
Es ist weder Ihnen noch ihren Trainingspartnern geholfen, wenn Sie nicht zueinander offen sein können. Ehrliche und sachliche Kritik an der Übungsausführung kann vor Verletzungen und falschen Hoffnungen auf Fortschritte verhindern. Seien Sie auch ehrlich, wenn Sie merken, dass Ihr Gegenüber nicht vollkommen bei der Sache ist und das Training nur halbherzig absolviert. Würden Sie sich nicht auch einen Trainingspartner wünschen, der Ihnen den Kopf wäscht, wenn Sie Alltagsprobleme mit ins Studio schleppen und er Ihnen so die Chance auf ein erfolgreiches Workout bewahrt?
Wer ist der Boss?
Wenn Sie eine Trainingsgemeinschaft zusammen getrommelt haben, die aus mehr als zwei Personen besteht, sollten Sie unbedingt halbwegs klären, wer das Sagen hat, wenn es um Hilfestellungen geht. Wenn Sie beispielsweise beim Bankdrücken absichern wollen, und am Kopfende sowie jeder Seite der Hantel jemand für den Notfall bereit steht, darf nur der Spotter am Kopfende als erster zugreifen. Reißt eine der seitlich stehenden Personen die Hantel hoch, weil er glaubt, dass der Übende keine weitere Wiederholung mehr packt, drohen durch die ungleichmäßige Lastenverteilung ernsthafte Verletzungen am Band- und Stützapparat. Das trifft übrigens auch bei Kniebeugen zu.
Übungen, bei denen Sie aus Gründen der eigenen Sicherheit keine Hilfestellung geben sollten, sind Kreuzheben, Reißen und alle Formen des Überkopfdrückens.
Bleiben Sie freundlich
Trotz aller Verbissenheit und Zielbewusstsein sollte das Training im Fitness-Studio immer das bleiben, was es eigentlich ist: Ein Ausgleich zum Arbeitsalltag und Prophylaxe von Erkrankungen und Haltungsschwächen. Machen Sie sich bewusst, dass beim Training durchaus gelacht werden darf und bilden Sie mit ihren Trainingspartnern keine wilde Horde, die in einer Mischung aus Aggression und Konzentration die Geräte bearbeitet.
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