Wann ein Gewichthebergürtel wirklich nötig ist

Sportgürtel aus Leder in Gymnastikraum
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  • von Paradisi-Redaktion

Nachdem er in den 90er Jahren mit dem Aufkommen des Wellnesstrends aus den Fitness-Studios verdrängt wurde, erlebt der Gewichthebergürtel seit Kurzem eine wahre Renaissance. Meistens ziert er die Taille der männlichen Trainierenden und muss mal als modisches Accessoire und mal als schützende Stütze herhalten. Was das Tragen eines Gewichthebergürtels bewirken kann, lesen Sie im folgenden Artikel.

Gewichthebergürtel empfehlen sich nur bei schweren Lasten
Gewichthebergürtel empfehlen sich nur bei schweren Lasten

Der Name verrät es bereits. Gewichthebergürtel werden in erster Linie von Gewichthebern und anderen Kraftsportlern genutzt, die ihren Sport im Wettkampfbetrieb ausleben und entsprechend intensiv trainieren. Die Athleten versprechen sich durch das Tragen eines Gürtels eine größere Rumpfstabilität. Tatsächlich belegen Studien, dass ein Gewichthebergürtel den Bauchinnendruck deutlich erhöhen kann und somit den Rumpf stützen und die Wirbelsäule entlasten kann. Dieser Effekt erlaubt den professionellen Kraftsportlern jene gewaltige Lasten zu bewältigen, die wir bei den Olympischen Spielen und anderen Gelegenheiten staunend bewundern dürfen.

Den gleichen Effekt können sich aber auch Trainierende zu Nutze machen, die eher an Fitness und an einer moderaten Erhöhung der Muskelmasse und -kraft interessiert sind. Wann immer Sie eine Übungsserie mit einem Gewicht vorhaben, das Sie weniger als 5 mal bewältigen können, sollten Sie vorsichtshalber zum Gürtel greifen. Ist das Gewicht so gewählt, dass Sie damit 6 und mehr Wiederholungen schaffen, sollten Sie hingegen auf einen Gewichthebergürtel verzichten.

Studien haben gezeigt, dass Gürtel nicht nur eine stützende Wirkung entfalten, sondern auch die Muskelaktivität verringern können. Das bedeutet also, dass der Gürtel Ihnen soviel Last abnimmt, dass kein ausreichender Trainingsreiz auf die Rumpfmuskulatur einsetzt. Dieser Effekt tritt allerdings nur ein, wenn man bei vergleichsweise leichten Gewichten anlegt. Merken Sie sich also, dass ein Gürtel nur bei schweren Lasten eine positive Trainingswirkung hat und daher nicht aus Modegründen getragen werden sollte.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist übrigens, dass ein Gewichthebergürtel sogenannte Leistenbrüche vorbeugt. Tatsächlich ist ein Gürtel jedoch in dieser Hinsicht nahezu völlig nutzlos. Leistenbrüche treten meist dann auf, wenn die Bauchdecke nicht stark genug ist, um den Bauchinnendruck, der sich beim Heben schwerer Lasten merklich erhöht, standzuhalten. Da ein Gewichthebergürtel den Bauchinnendruck tendenziell erhöht, würde er sich bei dieser Zielstellung sogar kontraproduktiv auswirken.

Der einzige Weg, um Leistenbrüche vorzubeugen, ist das graduelle Stärken der Bauchdecke, was mit einem regelmäßigen Training der Bauch- und Rumpfmuskulatur erreicht werden kann. Naturbedingt sind Männer grundsätzlich für Leistenbrüche anfälliger als das vermeintlich schwächere Geschlecht. Der Grund liegt in der simplen Tatsache, dass während der Entwicklung männlicher Embryonen die Gonaden durch die Bauchdecke nach außen wandern und diese Durchgangstellen zeitlebens anfällig für einen Leistenbruch sein können.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: soprt belt © Ivan Hafizov - www.fotolia.de
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Autor:

Andreas Hadel - Artikel vom

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