Lippe und Mundbereich: Medusa, Uvula, Wangenpiercing und Zungenbändchenpiercing

Nahaufnahme schreiender Frauenmund mit Zungenpiercing

Verschiedene Regionen des Mundbereichs lassen sich durch diese vier Piercingvarianten verschönern

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  • von Paradisi-Redaktion

Im Mundbereich und an den Lippen gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten des Piercings. Wobei nicht jedes Piercing sofort sichtbar ist, einige sind im Mund verborgen.

Medusa

Während ein Madonna Piercing rechts oder links über dem Mund gestochen wir, gehört das Medusa Piercing genau in die Mitte zwischen Nase und Mund. Der durchstochene Bereich wird in der Anatomie als Philton ("Liebeszauber") oder die vertikale Rinne bezeichnet, die sich von der Oberlippe zur Nase zieht. Weil sich das Piercing im Bereich der Lippen befindet, wird es auch als Labret-Piercing bezeichnet.

Weil sich in diesem Bereich besonders viele Nerven befinden, kann das Stechen eines Medusa Piercings schmerzhafter sein als die meisten anderen Piercings im Mundbereich. Das Piercing verheilt etwa nach vier bis sechs Wochen.

Medusa Piercings wurde vom brasilianischen Volksstamm der Akuntsu traditionell getragen.

Uvula

Ein Uvula Piercing ist ein Schmuckstück durch das Gaumenzäpfchen (Uvula). Das Hals- oder Gaumenzäpfchen gehört zum weichen Gaumen und befindet sich in der Mitte des Gaumensegels. Das Piercing wird also in das hinten im Hals befindliche Zäpfchen gestochen, das bei bloßer Berührung einen Würgereiz auslöst.

Ein Piercing in der Uvula ist besonders selten und nicht jeder Piercer traut sich diesen Eingriff zu. Zum Stechen wird eine um 90 Grad gebogene Nadel verwendet, um das umliegende Gewebe nicht zu verletzen. Während der Würgreflex während des Stechens unterdrückt werden muss, wird er beim Tragen des Schmucks nicht ausgelöst.

Beim Uvula Piercing besteht die Gefahr des Herauswachsens, dabei kann das Zäpfchen auseinander geschnitten werden. Die Heilungsdauer beträgt ein bis zwei Monate, als Schmuck wird meistens ein Ball Closure Ring getragen.

Wangenpiercing

Ein Wangenpiercing ist ein Gesichtspiercing, das in der Wange getragen wird. An der Stelle, wo einige Menschen ein Grübchen haben, wird das Wangenpiercing (cheek piercing), oder auch Dimple-Piercing genannt, getragen.

Aus anatomischen Gründen ist das Durchstechen der Haut an dieser Stelle nicht ganz ungefährlich, es können Nerven und Gefäße verletzt werden. Für diese Art des Piercings ist die Erfahrung eines professionellen Piercers gefragt, allerdings gibt einem das auch keine Garantie, dass alles glatt läuft. Beim Durchstechen des Wangenpiercings können wichtige Nervenbahnen oder ihre Ausläufer getroffen werden, was zu

Wangenpiercings sind als Schmuck eher selten, als Bestandteil spiritueller Rituale ist das Durchstechen der Wangen sehr viel häufiger zu finden. Auf Festen in Phuket oder Malaysia ist das temporäre Piercing weit verbreitet. Auch in Ägypten kennt man das Durchstechen der Wangenpartie bei Vorführungen der Derwische.

Als Schmuck eignet sich ein Labret-Stecker, der beim Ersteinsatz besonders lang sein sollte, denn die Wangen schwellen nach dem Stechen verhältnismäßig stark an. Die Materialstärke muss mindestens 1,6 Millimeter betragen. Das Piercing sollte nach sechs bis acht Wochen vollständig verheilt sein, danach kann ein kürzerer Labret-Stecker oder Barbell eingesetzt werden.

Zungenbändchenpiercing

Wie jedes andere Schleimhautpiercing verheilt es sehr schnell. Bei guter Mundpflege und dem Ausspülen des Mundes nach jedem Essen verheilt das Zungenbändchenpiercing innerhalb von ein bis zwei Monaten.

Wie es der Name schon sagt, wird ein Zungenbändchenpiercing durch das Zungenbändchen (Frenulum linguae) gestochen. Das Zungenbändchen liegt unterhalb der Zunge, im mittleren Teil und verbindet die Zunge mit dem Boden der Mundhöhle. Ein Zungenbändchenpiercing ist relativ unproblematisch beim Stechen und auch der Heilungsprozess macht selten Probleme.

Als Schmuck eignet sich ein Ball Closure Ring oder Barbell. Allerdings sollten die Piercings möglichst klein sein, denn in der Regel befindet sich an dieser Stelle wenig Gewebe zum Durchstechen oder Dehnen. Es besteht die Gefahr, dass das Zungenbändchenpiercing herauswächst oder die Zähne sowie das Zahnfleisch vom Schmuck geschädigt wird. Dabei kann es zu Schäden des Zahnschmelzes und auch zu Rückbildungen des Zahnfleisches kommen.

Zudem kann eine unsachgemäße Platzierung des Zungenbändchenpiercings zu einer Verletzung der Speicheldrüse führen.

Grundinformationen zum Piercing

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Offener Mund mit Piercing durch Zunge schreiend © unpict - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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