Lippe und Mundbereich: Lippenbändchen, Madonna und Mandible

Nahaufnahme schreiender Frauenmund mit Zungenpiercing

Verschiedene Regionen des Mundbereichs lassen sich durch diese drei Piercingvarianten verschönern

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  • von Paradisi-Redaktion

Ein Lippenbändchen-Piercing wird nur beim Lächeln sichtbar. Das Madonna-Piercing zeigt sich immer, es befindet sich oberhalb der Oberlippe und ist weit verbreitet. Beim Mandible ist das anders, es ist äußerst selten und wohl exotisch und extravagant zu nennen.

Lippenbändchen

Wie bei allen Piercings im Mundbereich kann auch diese Art des Piercings beim Essen störend sein. Beherzt in einen Apfel beißen - das ist mit einem Lippenbandpiercing kaum mehr möglich.

Meistens ist das obere Lippenbändchen gemeint, wenn es um ein Lippenbandpiercing (Scumper) geht. Es befindet sich auf der Innenseite der Oberlippe und verbindet die Oberlippe mit dem Zahnfleisch. Dieses Piercing wird auch Frenulum oder Smiley genannt, denn es wird nur beim Lächeln oder Lachen vollständig sichtbar.

Alternativ kann auch ein Piercing durch das sehr viel kleinere Lippenbändchen der Unterlippe gestochen werden. Auch wenn die Lippenbändchen sehr dünn sind, so sind sie dennoch verhältnismäßig stabil.

Das Frenulum besteht aus Schleimhautgewebe, es verheilt sehr schnell und Entzündungen sind absolute Ausnahmen. Innerhalb von zwei bis drei Wochen ist der Heilungsprozess abgeschlossen. Zur Desinfektion kann man Spülungen oder Sprays verwenden, vorzugsweise nach dem Essen oder Rauchen.

Risiken

Zähne gefährdet durch Unterlippen-Piercings?

Nahaufnahme von knallrot geschminkten Lippen mit Labret-Piercing (Lippenpiercing)
Passionate red lips,macro photography,small depth of field © fotorince - www.fotolia.de

Piercings an der Unterlippe können zum Verlust von Zähnen führen. Dies teilte nun die Kölner Initiative proDente mit. Dieser Vereinigung gehören Vertreter aus Industrie und Dentalhandel an.

Grund für die Gefährdung der Zähne ist die Tatsache, dass der Piercing-Knopf gegen das Zahnfleisch drücken kann. In Folge dessen können sich sogenannte Zahnfleischtaschen bilden. Dadurch kann es zu Knochenabbau und dem Verlust des natürlichen Halts der Zähne kommen.

Spezialisten fanden heraus, dass solche Piercings auch schon nach relativ kurzer Tragezeit bis zu acht Millimeter tiefe Zahnfleischtaschen verursachen können.

Zahnärzte sehen Lippenpiercings nicht so gerne, vor allem wenn diese so groß sind, dass sie auf den vorderen Schneidezähnen aufliegen. Zahnschäden können die Folge sein. Darum sollte der Schmuck oberhalb der Zähne auf dem Zahnfleisch liegen und nicht auf den Zähnen, dort hinterlässt ein Lippenbandpiercing keinen bleibenden Schaden. Bei einem Rückgang des Zahnfleischs oder einer Entzündung muss das Piercing sofort entfernt werden, das Zahnfleisch sollte sich dann schnell wieder erholen.

Als Schmuck ist ein Ball Closure Ring geeignet, der eine Materialstärke zwischen 1,2 und 1,6 Millimeter mit kleinem Durchmesser haben sollte. Bei dünneren Ringen besteht die Gefahr des Herauswachsens. Speziell entwickelte Ball Closure Rings für das Lippenbändchen sind an der Rückseite abgeflacht, um die Zähne und das Zahnfleisch zu schonen.

Wer auf Äußerlichkeiten verzichtet und Wert auf das verborgene Feeling legt, kann auch einen geraden Barbell einsetzen.

Madonna

Was früher der Schönheitsfleck war und entweder aufgemalt oder aufgeklebt wurde, ist heute das Madonna-Piercing. Die Platzierung erfolgt rechts oder links über der Oberlippe. An Stars wie Madonna, Marilyn Monroe oder Cindy Crawford kennt man diese Male, wodurch sich die Namen als Piercing auf diese Stellen beziehen:

  • Madonna,
  • Chrome Crawfodt oder
  • Monroe.

Beim Ersteinsatz kann ein Ring oder Labret Stud zum Einsatz kommen, wobei sich der Stichkanal entsprechend gerade oder gebogen entwickelt.

  1. Für das Einsetzen eines Madonna-Piercings muss die Einstichstelle markiert und desinfiziert werden.
  2. Mit einer Klemmzange wird der Bereich fixiert und dann
  3. mit einem peripheren Venenkatheder von innen nach außen durchstochen.

Labret Stud

Der Labret Stud hat den Vorteil, dass an einem Ende des Stabes eine flache Scheibe und an der anderen Seite eine Kugel oder ein Spike angebracht ist. Die flache Seite wird im Mund getragen, das schont die Zähne und das Zahnfleisch. Der Stab des Labret-Sticks sollte direkt nach dem Piercen etwas länger gewählt werden, denn an dieser Stelle kommt es schnell zu einer Schwellung des Gewebes, ein zu kurz gewählter Labret Stud könnte Schmerzen verursachen oder sogar festwachsen.

Nach dem vollständigen Ausheilen kann ein kürzerer Stecker eingesetzt werden, der dann auch nicht mehr so sehr beim Essen stört.

Das Anbringen von zwei symmetrischen Piercings oberhalb der rechten und linken Oberlippe wird in Fachkreisen Angelbites oder Whiskers genannt.

Mandible

Das Mandible-Piercing (Unterkiefer-Piercing) auch Kinn oder Sprung-Piercing genannt, ist ein Piercing in der Unterkieferregion. Es sitzt vertikal unter der Zunge und tritt unter dem Kinn wieder heraus. Nicht jeder Piercer ist bereit dieses seltene und nicht ganz risikolose Piercing zu stechen, immerhin können zahlreiche Nerven beschädigt werden.

Das Abheilen dieses Piercings ist besonders langwierig, mit mindestens zwei bis sechs Monaten ist zu rechnen. Als Schmuck wird meistens ein Barbell eingesetzt, aber auch flexible Materialen wie Poytetrafluorethylen können zum Einsatz kommen. Nach dem Stechen kann es zu einer Schwellung kommen, der Barbell sollte deshalb nicht zu kurz gewählt werden.

Grundinformationen zum Piercing

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Offener Mund mit Piercing durch Zunge schreiend © unpict - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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