Ohr: Rook, Snug und Tragus-Piercing

Nahaufnahme schreiender Frauenmund mit Zungenpiercing

Verschiedene Regionen des Ohrs lassen sich durch diese drei Piercingvarianten verschönern

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  • von Paradisi-Redaktion

Das Rook-Piercing ist sehr beliebt, es sitzt weit oben in der inneren Knorpelauswölbung der Ohrmuschel. Etwas tiefer, ebenfalls parallel zur Ohrkante, wird der sogenannte Snug gestochen. Als Tragus bezeichnet man ein Piercing am Eingang des Gehörganges direkt an der Seite des Kopfes.

Rook

Während ein Helix an der äußeren Knorpelfalte der Ohrmuschel sitzt, nennt sich das Anbringen eines Piercings in der innenliegenden Knorpelauswölbung Rook. Es sitzt senkrecht im Knorpelsteg, in der Antihelix, der das Cavum conchae umrandet.

Das Rook-Piercing wird weit oben in dieser Knorpelfalte gestochen. An dieser Stelle ist die Knorpelstruktur des Ohres besonders dicht. Da verwundert es nicht, dass das Stechen eines Rooks von vielen als besonders schmerzhaft empfunden wird. Selbstverständlich ist das auch sehr stark vom eigenen Schmerzempfinden abhängig.

Bis zur vollständigen Ausheilung kann es bei dieser Art des Knorpelpiercings etwas länger dauern, zudem muss es besonders sorgfältig gepflegt werden. Als Schmuck eignet sich ein Micro-Barbell oder Ball Closure Ring (BCR).

Snug

In der inneren Knorpelfalte parallel zur Ohrkante, etwas tiefer als ein Rook, sitzt das Snug-Piercing. Nur wenn es die Anatomie zulässt, kann ein Snug in die Ohrmuschel gestochen werden. Bei vielen Menschen ist dieser Bereich des Ohrs nicht ausreichend ausgeprägt, um diese Art des Piercings anzubringen.

Als seltene Variante des Ohrschmucks hat sich das Snug neben dem Rook, Conch und Daith oder Helix und Tragus seit den 1990er Jahren etabliert. Die Namensgebung soll von der Lebensgefährtin des damaligen Inhabers der Marke Snug Industries, Caitlin Theobald, stammen. Zur Verschönerung wird meistens ein Banana Bell oder Closure Ring (BCR) eingesetzt.

Für einen frisch gestochenen Snug kann das Tragend eines geraden Barbell entlastend für die Wunde sein, die eine Heilungszeit von drei bis acht Monaten haben kann.

Tragus-Piercing

Der leicht zu fühlende Knorpelteil, direkt am Eingang des Gehörkanals, nennt sich Tragus. Es sitzt an der Seite des Kopfes, dort, wo das äußere Ohr beginnt. Der gegenüberliegende Knorpelansatz wird Anti-Tragus genannt.

Zum Stechen eines Tragus-Piercings kann eine gerade oder gebogene Venenverweilkanüle verwendet werden. Um Verletzungen vorzubeugen, sollte ein Stück Kork hinter den Tragus gehalten werden.

Alternativ zum Stechen, kann ein Tragus mit der besser verheilenden Dermal Punch-Methode ausgestanzt werden.

Bei Ohrknorpelpiercings große Gefahr eines Infekts

Bei dem Durchstechen des Ohrknorpels ist die Gefahr für eine schwere Infektion im Gegensatz zu dem Ohrläppchenpiercing um das Vierfache größer.

In einer US-Studie wurden 118 Ohrpiercings untersucht, davon waren die Hälfte der Piercings im Ohrknorpel. 25 der Piercings eiterten und bluteten.

Man stellte bei 7 (alles Ohrknorpelpiercings) sogar eine Infektion mit Pseudomonas aeruginosa fest.

Anders als oft gedacht ist der Tragus stark durchblutet, wodurch es in den meisten Fällen zu leichten Blutungen der Wunde kommen kann. Der Piercer merkt erst im Verlauf des Stechens, wie dick und hart der Knorpel ist und welche Kraft er aufbringen muss, ohne das dahinterliegende Ohr zu verletzen.

Das klassische Tragus-Piercing wird meistens mit einem Ball Closure Ring oder mit einem Labret-Stecker getragen. Wird das Piercing vertikal durch den Tragus gestochen, handelt es sich um ein Oberflächenpiercing. Zum Einsatz sind ein Surface-Bar oder Curved Ball geeignet.

Grundinformationen zum Piercing

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Offener Mund mit Piercing durch Zunge schreiend © unpict - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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