Ohr: Dermal Punch, Helix und Industrial

Nahaufnahme schreiender Frauenmund mit Zungenpiercing

Verschiedene Regionen des Ohrs lassen sich durch diese Techniken und Piercingvarianten verschönern

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  • von Paradisi-Redaktion

Mit dem Begriff Dermal Punch bezeichnet man eine Methode, ähnlich des Piercings. Wird ein Piercing an der wulstartigen Umrandung der Ohrmuschel angebracht, bezeichnet man das als Helix und für ein Industrial werden gleich zwei Löcher benötigt, durch diese wird dann ein langer Schmuckstab geführt.

Dermal Punch oder Piercing?

Dermal Punch und Piercing sind zwei ähnliche Formen der Body-Modification (Körperschmuck). Mit beiden Methoden lässt sich Schmuck in Form von Stäben oder Ringen an den verschiedensten Stellen des menschlichen Körpers anbringen. Meistens wird dabei nicht nur die Haut durchstoßen, auch das darunterliegende Knorpel- und Fettgewebe wird dabei durchbohrt. Für die unterschiedlichsten Körperstellen haben sich zwei Methoden bewährt:

  1. das Piercing und
  2. der Dermal Punch.

Häufig werden Piercings in Hautfalten angebracht oder als Oberflächenpiercing. Wird dabei nur die Haut und das Fettgewebe durchstochen, ist das Piercen mit einem peripheren Venenkatheter, wie es bei uns üblich ist, ideal. Geht der Stichkanal aber durch Knorpelgewebe, kann das Stechen sehr schmerzhaft sein und auch die Heilung ist eine langwierige Angelegenheit. Immerhin wird das Gewebe beim Piercing nur an die Seite gedrückt, um dem Schmuck Platz zu machen.

Die Technik beim sogenannten Dermal Punch ist eine ganz andere. Hier wird das Gewebe nicht an die Seite gedrängt, sondern herausgestanzt. Wie bei einem Locher für Papier werden größere Teile des Knorpels oder Bindegewebes einfach herausgestanzt. Als Werkzeug dient eine Hohlnadel, deren Spitze ganz flach zuläuft.

Die Löcher können von sehr klein bis zu acht Millimeter betragen - für großen Piercing-Schmuck ideal.

Diese Methode wird auch dort angewandt, wo hartes Knorpelgewebe durchstoßen werden muss. Das Durchstechen von Ohrknorpeln (wie Tragus, Rook oder Helix) ist besonders schmerzhaft, anders als beim Ohrläppchen. Die Methode der Dermal Punch ist hier besonders ratsam, denn der Schmerz wird durch das Ausstanzen minimiert und die Heilung beschleunigt.

Gegenüber dem Piercing kommt es beim Dermal Punch allerdings zu einem größeren Blutverlust je nach Größe der Wunde. Der herausgestanzte Teil sollte genau die Größe des Schmuckstücks haben, dann gibt es keinen Druckschmerz und die Wunde verheilt bei guter Pflege nach nur zwei bis vier Wochen.

Bevor man sich für das Punchen entscheidet sollte bedacht werden, dass durch das Herausstanzen des Gewebes ein bleibendes Loch in der Ohrmuschel oder Nase bleibt. Eine Reproduktion des Gewebes findet nicht statt, allenfalls etwas nachwachsende Haut kann den Kanal etwas verkleinern und ein kleines Loch eventuell unsichtbar machen.

Helix-Piercing

Ein Piercing an der Helix, also an der wulstartigen Umrandung des äußeren Ohrs, nennt man Helix-Piercing. Dabei kann der gesamte Knorpelrand oberhalb des "normalen" Ohrlochs bis hoch zu der Stelle gestochen werden, wo die Brücke zum Daith-Piercing beginnt.

Seit den 1990er Jahren ist diese Art des Piercings unter modischen Aspekten weit verbreitet. Dabei sollte das Stechen des Helix-Piercings nicht unterschätzt werden. Immerhin muss durch hartes Knorpelgewebe gestochen werden, was unter Umständen sehr schmerzhaft sein kann. Das bradytrophe Gewebe, aus dem der Knorpel besteht, wird nicht durchblutet, was zu einer längeren Heilungszeit führt.

Als geeigneter Piercingschmuck beim Helix wird meisten ein Ball Closure Ring eingesetzt. Ein gerader Barbell oder Labret-Stecker ist besonders für die erste Zeit zu empfehlen. Runde Piercings üben häufig Druck auf das frisch durchstochene Gewebe aus, wodurch es zu Druckschmerzen und auch zu Entzündungen kommen kann. Nach vollständiger Heilung können dann auch Ringe, die um den Ohrknorpel herumgehen, das Ohr schmücken. Sehr viel eleganter sind Ohrpiecings für Frauen in Form eines Steckers mit schönen

  • Ornamenten,
  • Figuren oder
  • Steinen.

Langgezogene Helix-Ohrstecker oder eine Reihe von Steinen nebeneinander, simulieren mehre gestochene Helix-Piercings. Es gibt sie anatomisch so geformt, dass sie sich der Falten der Ohrmuschel anpassen.

Industrial oder Scaffold-Piercing

Beim Stechen oder Punchen ist besonders darauf zu achten, dass der Winkel beider Löcher übereinstimmt, um spätere Irretationen und Komplikationen zu vermeiden.

Wer sich ein Industrial stechen lassen will, benötigt gleich zwei Piercings, die miteinander verbunden werden. Wie beim Helix, so wird auch das Industrial in den äußeren Knorpelrand gestochen. Am geläufigsten sind zwei gegenüberliegende Piercings am oberen Rand der Ohrmuschel, die mit einem langen Piercingstab (Barbell) verbunden werden. Auf der Seite nahe dem Kopf ist das Piercing meistens etwas höher gestochen, die gegenüberliegende Seite tiefer.

Ein Industrial- oder Scaffold-Piecing wird meist mit einem Durchmesser von 1,6mm gestochen. Der lange Barbell, der beide Piercings verbindet, kann sofort eingesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass er lang genug ist um das Gewebe, bei einer eventuellen Schwellung, nicht zu drücken.

Für die ersten Wochen und Monate greifen sehr viele zu zwei kurzen Barbells oder Labret-Stecker und setzen erst nach dem vollständigen Verheilen des Piercings einen langen Barbell ein. Neben ganz schlichten und geraden Barbells mit zwei Kugeln am Ende gibt es auch gebogene oder gedrehte Modelle. Die schlichten Kugeln können durch bunte Steine oder Spitzen ersetzt werden - die Auswahl wächst täglich.

Grundinformationen zum Piercing

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Offener Mund mit Piercing durch Zunge schreiend © unpict - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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