Sonnenschutz mit chemischen UV-Filtern: Stoffe sind in hohen Mengen im Blutkreislauf nachweisbar

Ob sich die Wirkstoffe im Blut negativ auf die Gesundheit auswirken, ist nicht klar

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  • von Paradisi-Redaktion
Frau am Strand drückt etwas Sonnencreme aus einer gelben Flasche in ihre Hand

Auf dem Markt gibt es grob gesprochen zwei Arten von Sonnenschutz: Die einen setzen auf chemische UV-Filter und die anderen auf mineralische Lichtschutzfilter. Während mineralische Filter auf der Haut verbleiben und das Licht reflektieren, ziehen chemische Filter in die Haut ein. Die Stoffe interagieren daher direkter mit dem Organismus, was seit Längerem gesundheitliche Bedenken weckt.

Eine aktuelle Studie aus den USA hat sich angesehen, wie stark sechs häufig genutzte chemische UV-Filter im Blutkreislauf der Anwender nachweisbar sind. Dabei überschritten alle die bislang geltenden Grenzwerte.

Untersucht wurden vier Sonnenschutzmittel, die entweder als Lotion oder als Spray auf die Haut aufgetragen werden. Sie enthielten Octocrylen, Homosalat, Octisalat, Avobenzon, Oxybenzon und Octinoxat. 48 gesunde Freiwillige wurden gebeten, sich mit einem der Sonnenschutzmittel einzucremen, wobei die Zuweisung der Mittel nach dem Zufallsprinzip geschah. Die Forscher machten exakte Angaben zur Dosierung: Am ersten Tag sollten 75 Prozent des Körpers eingecremt werden und zwar nur ein einziges Mal. An den Tagen zwei bis vier sollte viermal täglich Sonnenschutz mit einem Abstand von zwei Stunden benutzt werden.

Chemische UV-Filter gehen unmittelbar ins Blut über

Von allen Teilnehmern wurden über insgesamt drei Wochen hinweg Blutproben genommen. Überraschend war, dass bereits nach dem ersten Tag mit nur einer Anwendung des Sonnenschutzes bereits chemische UV-Filter im Blut nachweisbar waren. Die Plasmakon­zentration war bei allen sechs Stoffen jenseits der Grenzwerte. Danach nahm die Konzentration von Tag zu Tag weiter zu. Erst nach der letzten Anwendung sanken die Werte mit unterschiedlichen Halbwertszeiten. Am schnellsten war Octisalat (27 Stunden Halbwertzeit) und am langsamsten Octinoxat (157 Stunden) aus dem Organismus verschwunden.

Die Studie macht keine Aussage über die Wirkung der chemischen UV-Filter im Körper. Daher kann von den ermittelten Konzentrationsmengen im Blut kein Rückschluss auf die Gefährlichkeit gezogen werden. Fakt ist jedoch, dass die chemischen UV-Filter mit dem Organismus interagieren und beispielsweise Octocrylene nachweislich eine hormonelle Wirkung haben.

Auf Sonnenschutz verzichten sollte man aber auf keinen Fall, betonen die Forscher abschließend. Das Risiko für Hautkrebs ist sonst enorm.

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