Friseur-Begriffe kurz erklärt: Effilieren, Pointen, Slicen, Formhaarschnitt, Volumenschnitt und Co.

Der Gang zum Friseur mag ja noch recht einfach erscheinen, aber was früher ein einfaches Waschen-Schneiden-Legen war, erweist sich heute als mitunter unverständliche und hoch diffizile Angelegenheit. Damit man nicht nur unwissend lächelnd zu der Aussage "noch etwas graduieren und slicen, dann ist die Frisur perfekt!" nicken muss, gibt's hier die wichtigsten Friseur-Begriffe und Arten des Schneidens leicht verständlich erklärt.

Wir erklären, was mit Fachbegriffen wie "Effieren" und "Graduieren" eigentlich gemeint ist

Effilieren

Beim Effilieren werden ein sehr langer Pony oder Seitenkonturen mit einer abgeschrägten Optik mit einem so genannten Effiliermesser ausgedünnt. Dieses Messer, das eigentlich zu den Friseurscheren zählt, verfügt über eine unterbrochene Schneidefläche und lässt die Haare strähnig und locker fallen.

Sieht klasse aus und eignet sich vor allem für glatte Kurzhaarfrisuren und dicke Haare. Doch auch bei feinem Haar ist das Effilieren möglich; hierbei wird jedoch darauf abgezielt, dem Haar mehr Volumen zu verleihen. Bestimmte Partien werden dadurch betont, was den Eindruck von mehr Fülle entstehen lässt.

In der Regel wird die Effilierschere schräg an der gewünschten Strähne angesetzt und einmal reingeschnitten; so fällt ein Teil der Haare ab und sie werden insgesamt dünner.

Das Effiliermesser Beim Effilieren wird das Haar mit dem sogenannten Effiliermesser ausgedünnt.

Pointen

Kurzhaarfrisuren erhalten durch das Pointen eine sehr lebendige Struktur und nehmen einem ansonsten akkuraten Schnitt etwas die optische Härte. Beim Pointen setzt der Friseur an den Haarspitzen eine Zackentechnik ein, die unregelmäßig angesetzt wird und einen trendigen, leicht "zerrupften" Look ermöglicht.

Auf diese Weise kann man fransige Schnittlinien verleihen und gleichzeitig Volumen und Länge wegnehmen. Klasse ist dieses Pointen auch nach dem Waschen zuhause, denn hier erzielt man mit einem kreuz und quer trocken Pusten und einem Hauch von Styling-Gel einen super frechen und pfiffigen Haarlook.

Slicen

Spricht der Friseur von dem Slicen, dann meint er das Ausdünnen der Haarspitzen. Hierzu setzt er die Schere leicht geöffnet an unterschiedliche Strähnen an und zieht diese mit der Schneidefläche sanft an den Haaren herunter. Die Haare werden somit nicht geschnitten, sondern durch die Auf- und Zubewegung der Schere beim Entlangführen durch die Haarsträhne zu den Spitzen hin ausgedünnt.

Durch diese Technik erhält zum Beispiel ein Stufenschnitt mehr an Volumen und bekommt beim Gehen einen richtig schwungvollen haarigen Auftritt. Es entstehen Längenunterschiede, die für einen natürlichen Verlauf und weichere Linien sorgen.

Graduieren

Das Graduieren betitelt eine Schneidemethode, die besonders bei den angesagten und neuen asymmetrischen Bob-Schnitten so richtig toll zur Geltung kommt. Durch diese Technik wird ein gleichmäßiger Übergang von einem kurzen Nackenhaar zu einer längeren Hinterkopf-Partie ermöglicht.

Die Haare werden dafür nach und nach mit einer Blatt- oder Modellierschere in einem bestimmten Winkel gerade abgeschnitten. Je kürzer der Haarschnitt ist, desto stärker fällt die Graduierung aus. Durch die unterschiedlichen Längen der Haare fallen diese in einer Stufe.

Pflegeleicht ist das Finish nach dem Waschen: Einfach den Bob über eine Rundbürste föhnen!

Verschiedene Haarschneide-Techniken

Der Formhaarschnitt

Der Formhaarschnitt wird generell nass geschnitten, nachdem eine Haarwäsche durchgeführt worden ist. Der Grund dafür ist, dass nur bei nassem Zustand der Haare alle Schwachstellen und Wirbel sowie der natürliche Fall des Haares optimal zu erkennen sind.

Als Schnitttechnik wird dann die Graduation angewendet, wobei das Haar in einem bestimmten Winkel gezogen und dann geschnitten wird. Dies ist möglich, da nasses Haar dehnbar wird und so um bis zu 20 Prozent seiner Länge hinzugewinnen kann.

Formhaarschnitt Mit dem Formhaarschnitt kann das Haar optimal in Form geschnitten werden.

Mit Hilfe dieser Technik kann das Haar ideal in Form geschnitten werden, wodurch es vor allem voller sowie natürlicher wirkt und lockerer fällt. Auch ist das Haar hierdurch relativ pflegeleicht, da es mit einem Formhaarschnitt schlichtweg immer gut sitzt und nicht viel Styling benötigt.

Man kann Techniken anwenden, um Volumen zu geben oder zu nehmen und durch den Formhaarschnitt bleibt die Frisur - wie der Name bereits sagt - in Form. Besonders Männer bevorzugen den Formschnitt, da er zu den pflegeleichtesten Schnitten gehört.

Der moderne Formhaarschnitt wird nass geschnitten
Der moderne Formhaarschnitt wird nass geschnitten

Der Volumenhaarschnitt

Beim Volumenhaarschnitt wird dieselbe Technik angewendet wie beim Formhaarschnitt. Auch bei dieser Art des Schnitts wird das Haar im nassen Zustand per Graduation geschnitten.

Der einzige Unterschied ist lediglich, dass beim Schneiden besonders viel Volumen erzeugt werden soll, meist mit Hilfe eines sehr stufigen Schnitts. Durch die besondere Schnittführung wird den Haaren ein äußerer Schwung verliehen, der für mehr Fülle und Bewegung sorgt.

Eine neuartige Art wird auch als 5-Point-Cut bezeichnet; dabei wird auf einen Schnitt im Skelett­muster gesetzt, der dafür sorgt, dass die einzelnen Haare sich gegenseitig als Stütze dienen. Diese Schneidetechnik verlangt jedoch fachliches Können und sollte einem guten Friseur überlassen werden.

Der Splisshaarschnitt

Die dritte Variante des Haareschneidens ist der Splisshaarschnitt. Dabei werden entweder nur die Spitzen der Haare geschnitten, je nach Handhabung im trockenen oder angefeuchteten Zustand, oder man wendet sich auch dem Deckhaar zu, denn auch dort ist Spliss häufig zu erkennen.

Dies ist somit die einfachste und daher auch günstigste Art des Haarschnitts, wobei man jedoch beachten sollte, dass der Splisshaarschnitt nicht sonderlich zu Volumen oder einem guten Sitz beiträgt, sondern hier lediglich vorhandener Spliss entfernt wird.

Strähne für Strähne wird dabei glatt gezogen bzw. auf Spannung gehalten. Auf diese Weise lassen sich die kaputten Stellen, an denen das Haar absteht, schnell erkennen. Diese Stellen werden nun einfach mithilfe einer Schere abgeschnitten. Auch diesen Schnitt sollte man bestenfalls dem Fachmann überlassen.

Trockenhaarschnitt

Es ist wichtig zu wissen, dass eine Formgebung bei einem trockenen Haarschnitt nicht möglich ist. Der Trockenhaarschnitt wird besonders von Männern gerne gewählt, da er schneller geht und günstiger ist. Die Haare werden im trockenen Zustand geschnitten, allenfalls ein wenig befeuchtet.

Allerdings bringt er gewisse Nachteile mit sich, denn neben der fehlenden Formgebung können, anders als beim Formschnitt, keine Schwachstellen wie Wirbel erkannt werden. Halt und Form bekommt die Frisur lediglich mithilfe von Stylingprodukten, was sie im Endeffekt deutlich aufwändiger macht. Ohne Styling macht der Haarschnitt einen platten Eindruck ohne wirkliches Volumen.

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