2. März 2009
Von Judith Heede
Eine Baskenmütze allein macht keinen Franzosen und nicht jeder Tweedträger ist Brite - doch wer genau hinsieht, kann den länderspezifischen Dresscode dennoch entschlüsseln!
Dass Kleidung nicht nur warm halten kann, sondern auch Ausdruck des Charakters und der Persönlichkeit ist, ist nicht neu. Unsere Nachbarn im Westen gelten seit jeher als die eleganteste Nation Europas und machen ihrem Ruf alle Ehre: Vom Mantelknopf bis zur Schuhspitze wird in Punkto Styling nichts dem Zufall überlassen. Was Madame Chanel in den 20er Jahren begann, hört bei Filmstar Audrey Toutou wahrscheinlich noch längst nicht auf: Ob das nun ein Ton in Ton-Kostüm ist oder ein elfenhaftes A-Linien Kleid: très chic ist es in Frankreich in jedem Fall.
Die Bewohner des Stiefels sind bei der Wahl ihrer Kleidung nicht ganz so dezent, dafür nicht minder anspruchsvoll: In Italien wird nicht mit Reizen gegeizt, sondern Kurven inszeniert wie ein Theaterstück. Denn eine Italienerin ist in ihrem Herzen immer eine Diva und das kommt in engen, sexy Kleidern am besten zur Geltung. Darum wusste schon Sophia Loren und wickelte mit ihren Outfits noch jeden Mann um den kleinen Finger.
In "Cool Britannia" wird zwar nach wie vor "tea time" zelebriert, aber stets mit der Vorfreude auf einen weit weniger harmlosen Drink zu späterer Stunde. Und hierfür schmeißen sich die Engländer gerne in Schale - die dann ungefähr so aussieht: Plastikohrringe zur Abendrobe, Röhrenjeans zum Pelzjäckchen oder eben Punkdesignerin Vivien Westwood ohne Schlüpfer bei der Queen zu Besuch. Wenn jemand in Europa für stilistische Überraschungen sorgt, dann sind es die Insulaner.
Weniger experimentierfreudig, aber nicht weniger stilsicher halten es wir Deutschen bei der Wahl der Kleider. Minimalismus lautet das Zauberwort. Weil auf ihr Wesentliches reduzierte Dinge einfach gut sein müssen, brauchen wir keine quietschbunten Neonkleider, blaue Haare oder Samtmäntel in Purpurfarben. Sondern jemanden wie Jil Sander, die deutsche Designerin, die als Erfindern des minimalistischen Chics gilt und nicht mehr braucht als ein raffiniertes kleines Schwarzes, um aus einer Frau eine Stilgöttin zu machen. Eine deutsche eben.
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