30. November 2009
Wer ein Schwitzbad auf russische Art genießen möchte, kann ein Banja besuchen. Dieses ist genauso effektiv wie die klassische Sauna.
Da der Platz in einem Banja meist sehr beschränkt ist, spielt sich der Vorgang auf begrenzten Raum ab. In dem kleinen russischen Badehäuschen befinden sich ein Waschraum, der Dampf- und Schwitzraum sowie ein Erholungsraum. Zunächst spült man sich im Waschraum mit warmem oder kaltem Wasser ab. Nach der traditionellen Art wird das kalte Wasser in Kübeln bereitgestellt. Bei Bedarf kann das kalte Wasser auch mit warmem Wasser aus dem Kessel des Banjaofens erwärmt werden. Beschickt wird der Banjaofen vom Waschraum aus. Der Erholungsraum besteht in der Regel aus einem Tisch und zwei Stühlen. Zwischen den Saunagängen kann man hier eine Pause einlegen, eine Kleinigkeit zu sich nehmen sowie Bier oder Tee trinken.
Nach alter russischer Tradition stehen den Besuchern Bündel aus eingeweichten Birkenzweigen, die man auf russisch als Wenik bezeichnet, zur Verfügung. Ähnlich wie in der finnischen Sauna, schlägt man sich gegenseitig oder auch selbst damit den Körper ab, was man als Quästen bezeichnet. Auf diese Weise wird die Zirkulation des Blutes angeregt und der Körper angenehm erfrischt. Während im Sommer frische Zweige verwendet werden, benutzt man im Winter hingegen getrocknete Zweige, die vor der Anwendung in heißem Wasser eingeweicht werden. Bei der Anwendung sollte man darauf achten, dass sich noch Blätter an den Zweigen befinden, da das Abschlagen des Körpers sonst recht schmerzhaft verlaufen könnte.
Wie in der klassischen Sauna, werden auch in dem Banja Aufgüsse gemacht, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und für eine kurzfristige Steigerung der Hitze zu sorgen. In Russland ist es zudem üblich das Aufgusswasser mit Wodka oder Bier zu vermischen. Zudem erfolgt dort eine strenge Trennung nach den Geschlechtern.
Um eine effektive Wirkung zu erzielen, sollten Banja-Besuche regelmäßig erfolgen. Dabei sollte man jedoch stets darauf achten, sich nach jedem Schwitzgang zwischendurch auszuruhen, damit der Organismus entlastet werden kann.
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