16. Februar 2010
Von Viola Reinhardt
Die TCM blickt auf eine 5000 Jahre alte Geschichte zurück. Im Laufe der Jahrtausende konnten die präventiven Behandlungen ebenso an die menschlichen Gegebenheiten angepasst werden als auch hinsichtlich der Behandlung bei bereits bestehenden Beschwerden und Erkrankungen.
Sanfte Methoden, viel Ruhe und eine gezielte Ernährung lassen im Sinne der alten Lehre die Abwehrkräfte stärken, um unangenehmen Infekten geschickt entgegentreten zu können. Letztere begleiten nicht nur die nass-kalte Winterzeit, sondern erweisen sich gerade mit dem Beginn des Frühlings als lästige Begleiter auf dem Weg in die warme Jahreszeit. Erfahren Sie nun bei uns, wie Sie mit der Hilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin für einen gesunden Frühlingsstart sorgen können.
Das oberste Prinzip in der TCM basiert auf dem Gedanken den Menschen in seinem Ganzen zu betrachten. Nur wenn der Körper mit der Seele und dem Geist in einem Einklang steht, kann Chi, die Lebensenergie, in einem gesunden Fluss bestehen. Wird dieser sogenannte Energieblock gestört, wird das freie Fließen folgerichtig unterbunden und der Körper erkrankt. Die kalte Jahreszeit wird im energetischen Prinzip als die Zeit des "großen Yin" betrachtet, wofür wiederum die Dunkelheit und Feuchte steht. Gegensätzlich hierzu findet sich denn auch in der warmen Jahreszeit das Yang-Prinzip mit seiner Helligkeit und Wärme. Der Frühling liegt hierbei auf einer gemeinsamen Achse und bedeutet für den Körper eine Umstellung von feucht-kalt auf trocken-warm und erfordert von den Abwehrkräften zum Teil wahre Höchstleistungen.
Damit diese abwehrende Kraft gegen Bakterien und Co. erfolgreich vollzogen werden kann, heißt es in der TCM für Ruhe zu sorgen, um dem Organismus Kraft zu geben. Eine Müdigkeit sollte deshalb nicht unterdrückt, sondern vielmehr nachgegeben werden. Auch mittels wärmender Kleidung sollte man das Eindringen von Feuchte und Kälte in den Körper unterbinden, was bedeutet, auch mit den ersten Sonnenstrahlen nicht leichtsinnig auf eine wärmende und schützende Jacke zu verzichten. Verzichtet man darauf, dringt nach der Lehre der TCM die Kälte in den Körper ein, die Poren verschließen sich und der Energiefluss wird brach gelegt.
Ebenfalls ein wichtiger Punkt in Sachen Erkältungsabwehr findet sich in der Wahl der richtigen Nahrungsmittel. Diese sollten in erster Linie wärmen und beispielsweise aus Suppen und Eintöpfen, Aufläufen und gedünstetem Obst und Gemüse bestehen. Kälteerzeugende Speisen, wie Quark, zuckerhaltige Nahrungsmittel, Zitrusfrüchte oder Rohkostsalate sollten lieber vermieden werden. Auch ein ständiges Naschen oder Essen ist nach Ansicht der erfahrenen TCM-Mediziner nicht dafür geeignet, wertvolle Energie in sich zu behalten, da die Verdauung ständig beschäftigt sein muss.
Besonders wirksam erweisen sich zudem Nahrungsmittel, die dem Organismus kräftig einheizen, so etwa Chili, Ingwer, Paprika oder Pfeffer. Wer bei einem Frösteln gleich zu einem Ingwer-Tee oder einem heißen Sud aus Wasser und Meisterwurz greift, kann oftmals eine Erkältung im Keim ersticken. Ähnliches gilt übrigens für ein Fußbad oder dem Verzehren eines Bratapfels mit Zimt.
Für alle die leicht frösteln, empfehlen die China-Mediziner Ingwer-Tee und das Essen von Reisbrei mit Frühlingszwiebeln, Ingwer und Lauch, was dem "Kältetyp" entspricht und ein natürliches Aufheizen auslöst. Der "Hitzetyp" hingegen schwitzt leicht und kann dem Begegnen indem er unter anderem bei Halsschmerzen Pfefferminztee trinkt und öfter Reisbrei mit Brunnenkresse und weißem Rettich isst. Ausreichend zu trinken und für viel Schlaf zu sorgen unterstützt den Weg gesund in den Frühling zu starten und kann vorbeugend ebenso effektiv wirken als auch in der Behandlung einer eingeschlichenen Erkältung.
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