Traditionelle Chinesische Medizin Artikel
Die Chinesische Organ-Uhr der Meridiane und wie sie tickt
Von Viola Reinhardt
Wenn es im Bauch zwickt und zwackt, schaut man nicht auf die Uhr. Doch ein Blick auf die Chinesische Organ-Uhr kann dabei helfen, das Problem zu lösen. Denn die traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass der Körper von Meridianen durchlaufen wird und zu bestimmten Uhrzeiten bestimmte Meridiane von der Lebensenergie durchflossen werden.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es viele Dinge, die nicht unbedingt auf den ersten Blick zu verstehen sind. Doch die Grundprinzipien sind immer die gleichen: Der Körper ist unterteilt in Meridiane und wird angetrieben von der Lebensenergie, Chi, Qi oder auch Ki genannt. Alle Krankheiten sind Ausdruck einer schlechten Balance im Körper und können geheilt werden, indem bestimmte Meridiane stimuliert und so die Balance wieder hergestellt wird. Das geschieht mittels Verfahren wie beispielsweise der Akupunktur, die inzwischen auch in der westlichen Welt erfolgreich angewendet wird.
Bevor jedoch eine Behandlung stattfinden kann, muss der Mediziner herausfinden, an welcher Stelle im Körper genau sich das Ungleichgewicht befindet. Eine Hilfe hierbei bietet die Chinesische Organ-Uhr. Sie beruht auf den zwölf Meridianen und der Annahme, dass in 24 Stunden jeder Meridian für zwei Stunden aktiviert ist, weil das Chi durch ihn hindurch fließt. In dieser Zeit sind Probleme innerhalb des entsprechenden Meridians besonders gut zu diagnostizieren und auch zu behandeln.
So ist in der Zeit von 1 bis 3 Uhr der Meridian für die Leber besonders aktiv, von 3 bis 5 der für die Lunge, von 5 bis 7 Uhr ist der Dickdarm-Meridian dran. In der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr machen Magenprobleme auf sich aufmerksam, von 9 bis 11 Uhr die Milz, von 11 bis 13 Uhr das Herz. Von 13 bis 15 Uhr ist der Dünndarm am Zug, von 15 bis 17 Uhr die Blase, von 17 bis 19 Uhr die Niere. Der Kreislauf-Meridian arbeitet von 19 bis 21 Uhr besonders aktiv, der Meridian der Schilddrüse von 21 bis 23 Uhr und von 23 bis 1 Uhr ist es der Meridian der Galle.
Jedem Meridian sind jedoch neben den einzelnen Organen und Organsystemen auch Beschwerden zugeteilt, die mit ihnen jeweils zusammenhängen. Wenn also morgens um halb 10 der Magen schmerzt, kann dies unter anderem auch Ausdruck für eine Unterversorgung des Gehirns mit Chi sein. Sich nur auf die Chinesische Organ-Uhr zu verlassen, ist nicht sinnvoll, allerdings diese als Ergänzung zu weiteren Diagnosemöglichkeiten einzusetzen auf jeden Fall.