16. November 2009
Als Thermotherapie bezeichnet man in der Medizin die Anwendung von Wärme oder Kälte zur Behandlung von Krankheiten und Beschwerden. Dabei wird zwischen Wärme- und Kältetherapie unterschieden.
Ziel und Zweck der Thermotherapie ist die Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Beschwerden durch die Anwendung von Wärme oder Kälte. Dabei wird zwischen Wärme- und Kälteanwendungen differenziert, die sich für unterschiedliche Behandlungen eignen. So kommt eine Wärmetherapie zur Behandlung von Schmerzen und nichtentzündlichen Krankheiten zur Anwendung. Dafür werden zum Beispiel Behandlungen mit Rotlicht, Heißluft, Körperpackungen, Naturmoor, Wickeln oder heißen Rollen vorgenommen. Kälteanwendungen führt man zur Behandlung von akuten Schmerzen, Entzündungen, Insektenstichen oder Verletzungen aus. Dazu gehören unter anderem Bäder, kalte Umschläge oder Eispackungen.
Bei der Zufuhr von Wärme weiten sich die Blutgefäße, sodass es zu einer besseren Durchblutung kommt. Dadurch können sich die Muskeln entspannen und es kommt zu einer Entlastung der Nervenbahnen. Die positiven Wärmereize werden von den temperaturempfindlichen Nervenenden an das Schmerzzentrum weitergeleitet. Zudem wird das Schmerzempfinden durch chemische Prozesse zusätzlich reduziert. Die Wärmezufuhr reguliert außerdem die Produktion von Stresshormonen und regt den Zellstoffwechsel an. Bei der Anwendung von Kälte hingegen ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Muskeln spannen sich an. Nachdem der Kältereiz aufgehört hat, kommt es wieder zur Entspannung der Muskulatur und zu einem vorübergehendem warmen Gefühl. Zudem tritt die Linderung von Schmerzen ein, weil die kälteempfindlichen Nerven ihre Informationen an das Gehirn schneller weiterleiten als die schmerzleitenden Nervenbahnen.
Die Anwendungsgebiete einer Thermotherapie sind unterschiedlich. So kommt die Wärmetherapie vor allem bei Erkältungen, Gelenkschmerzen, Nervenentzündungen, Unterleibsschmerzen, Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden sowie bei Blasen- oder Nierenerkrankungen zur Anwendung, während die Kältetherapie bei akuten Schmerzen, Hämatomen (Blutergüssen) oder Schwellungen eingesetzt wird.
Die Thermotherapie ist wissenschaftlich anerkannt und die Kosten für eine entsprechende Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen.
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