2. November 2009
Als Sauerstoff-Behandlung oder Sauerstoff-Therapie bezeichnet man die Behandlung von Krankheiten durch die Zufuhr von Sauerstoff. Dabei kommen verschiedene Methoden zur Anwendung.
Ziel und Zweck einer Sauerstoff-Behandlung oder Sauerstoff-Therapie ist die Behandlung von bestimmten Krankheiten durch die Anwendung von Sauerstoff. Dabei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Therapieformen: Der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (SMT), der hyperbaren Sauerstoff-Therapie (HBO) und der Langzeit-Sauerstofftherapie. Bei einer Langzeitsauerstofftherapie wird dem Patienten über einen Zeitraum von mindestens 16 Stunden durch eine Nasensonde Sauerstoff zugeführt. Diese Methode ist wissenschaftlich anerkannt und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung. Bei der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie wird das Einatmen von Sauerstoff mit der Einnahme von Nährstoffen wie Vitaminen und körperlicher Bewegung kombiniert. Das Verfahren gehört zur Alternativmedizin und wurde von dem deutschen Physiker Manfred von Ardenne (1907-1997) entwickelt. Durch die Kombination von Sauerstoff, Vitaminen und Bewegung soll der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut verbessert werden. Es kommt zu einer Anhebung des Partialdrucks in den Arterien sowie zu einer Senkung des Partialdrucks in den Venen. Die Blutkapillaren werden erweitert und die Blutzirkulation verbessert, wodurch die Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff aufzunehmen, erhöht wird. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie. Noch umstrittener ist die hyperbare Sauerstoff-Therapie, bei der der Patient in eine Druckkammer steigt und dort den Sauerstoff unter erhöhtem Druck erhält. Auch für die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode fehlen jegliche wissenschaftliche Beweise. Trotz aller Unterschiede gehen alle drei Therapieformen davon aus, dass es durch mangelnde Versorgung mit Sauerstoff zu Funktionsstörungen der Organe kommt und das durch eine Stärkung des Sauerstoffpartialdrucks der Organismus gestärkt wird.
Die Geschichte der Sauerstoff-Behandlung geht zurück bis in 18. Jahrhundert. Zu jener Zeit wurde das Sauerstoffgas von dem englischen Gelehrten und Theologen Joseph Priestley (1733-1804) entdeckt, der die Ansicht vertrat, mit Hilfe von inhaliertem Sauerstoff eine medizinische Wirkung erzielen zu können. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Behandlungsmethoden mit Sauerstoff ins Leben gerufen. 1969 wurden von Manfred von Ardenne die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie und die Krebs-Mehrschritt-Therapie entwickelt.
Zu den Anwendungsgebieten einer Sauerstoffbehandlung gehören vor allem Sauerstoffmangelkrankheiten wie Atemwegserkrankungen, Stoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen, Plazentaschwäche oder Nierenschwäche. Durch die Anwendung der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie soll zudem Alterserscheinungen entgegengewirkt sowie die Leistungsfähigkeit des Körpers verbessert werden. Außerdem kommt sie bei Sehverschlechterungen, einem Hörsturz oder bei zu niedrigem oder zu hohem Blutdruck zum Einsatz. Bei schweren Herz- oder Lungenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktionen oder Epilepsie wird jedoch von einer Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie abgeraten. Die Langzeitsauerstofftherapie kommt auch bei COPD (Chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen) oder bei Lungenemphysemen zur Anwendung und gilt dort als besonders wirksam.
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