7. April 2010
Von K. Schumann
Seit ungefähr 80 Jahren hat die Ozontherapie ihren festen Platz in der Behandlung der verschiedensten Krankheiten. Bei dieser Therapie wird das Gas Ozon (O3) eingesetzt.
Ozon ist ein Molekül, das aus drei Sauerstoffatomen aufgebaut ist. Man könnte dieses Gas als eine energiereichere Form des Sauerstoffs (O2) bezeichnen. In der Umwelt dient die Ozonschicht, die in etwa 20-50 km Höhe liegt, als "Schutzpanzer" für die Erde. Umweltverschmutzung führt zur Bildung von bodennahem Ozon, welches gesundheitsschädigend wirken kann.
In der Medizin werden spezielle Geräte zur Herstellung von Ozon-Sauerstoff-Gemischen verwendet. Ozon wirkt keimtötend auf Viren, Pilze und Bakterien und ist entzündungshemmend. Des Weiteren wirkt es sich positiv auf die Fließeigenschaften des Blutes und somit auch auf die Durchblutung aus. Hierdurch ergeben sich die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten.
Bei der großen Eigenblutbehandlung (GEB) werden dem Patienten 100-150 ml Blut aus einer Vene entnommen, mit Ozon angereichert und anschließend mit Hilfe einer Infusion wieder zugeführt. Diese Art der Behandlung wird eingesetzt bei Durchblutungsstörungen aller Art (unter anderem arterielle Verschlusskrankheit, koronare Herzkrankheit, Venenerkrankungen), Stoffwechselerkrankungen (wie z.B. Diabetes mellitus, Gicht), bei erhöhter Infektanfälligkeit, Autoimmunerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) oder rheumatischen Erkrankungen.
Bei der kleinen Eigenblutbehandlung (KEB) werden dem Patienten ca. 3 ml venöses Blut entnommen und mit Ozon angereichert wieder injiziert. Die KEB ist besonders geeignet bei akuten Infekten oder als Umstimmungstherapie bei Allergien.
Zur Behandlung von Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder zur Behandlung von Darmpilzen und Hämorrhoiden kann Ozon auch mittels eines Einwegskatheters rektal eingespritzt werden.
Offene Beine und andere Wunden können mit Ozon begast werden. Zur äußeren Anwendung eignen sich auch Ozonwasser oder ozonisiertes Olivenöl. Bei Arthrosen kann Ozon auch direkt ins Gelenk (intraartikulär) injiziert werden. Mit der Injektion in die Fazettengelenke der Wirbelsäule konnten Erfolge bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen erzielt werden.
Ozon sollte nicht eingesetzt werden nach einem akuten Herzanfall oder Schlaginfarkt. Weitere Kontraindikationen sind Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Schwangerschaft und eine Ozonallergie. Ozon ist ein Reizgas und darf somit nicht eingeatmet werden. Die Ozontherapie sollte nur von Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden.
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