29. Oktober 2009
Als Ozontherapie wird ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren bezeichnet. Dabei kommt ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch zur Anwendung.
Zweck der Ozontherapie ist die Behandlung verschiedener Krankheiten mit Hilfe eines Sauerstoff-Ozon-Gemischs. Dabei wird das Ozon entweder äußerlich oder in Form einer Eigenbluttherapie verabreicht.
Als Ozon (O3) bezeichnet man ein instabiles Molekül. Dieses besteht aus drei Sauerstoffatomen und zerfällt nach kurzer Zeit zu reinem Sauerstoff. Darüber hinaus ist das Ozon ein starkes Oxidationsmittel. Das reaktive Gas gehört zu den natürlichen Bestandteilen der Erdatmosphäre und bildet sich unter dem Einfluss von energiereicher UV-Strahlung. Da Ozon desinfizierende Eigenschaften besitzt, benutzt man es, um Lebensmittel oder Obst zu konservieren, zur Entkeimung von Trinkwasser sowie zur Aufbereitung von Schwimmbadwasser. Auch in der Medizin wird Ozon zur Desinfektion von Wunden benutzt, da es Viren, Pilze und Bakterien abtötet. Zudem wirkt Ozon, wenn es auf bestimmte Weise konzentriert wird, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Da das Gas jedoch eine giftige Wirkung auf die Lungen hat, darf es keinesfalls mit den Atemwegen in Berührung kommen.
Die Anwender der Ozontherapie gehen davon aus, dass bei einer Behandlung mit Ozon durch die Oxidation die Gleitfähigkeit der roten Blutkörperchen verbessert wird. Dadurch kann vom Gewebe leichter Sauerstoff aufgenommen werden. Außerdem wirkt das Ozon unmittelbar auf die Nervenbahnen und regt die Neubildung von Gefäßen an. Bei einer Ozontherapie wird das Ozon-Sauerstoff-Gemisch dem Körper entweder als ozonisiertes Wasser, Olivenöl, Eigenblut oder Gas zugeführt.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde erstmals Ozon medizinisch als Inhalationsmittel verwendet. Dabei wurde entdeckt, dass Ozon keimabtötend wirkt. Danach benutzte man Wasser, Olivenöl oder Terpentin als Trägersubstanzen. Auf diese Weise behandelte man Furunkel, Typhus, Cholera und Ruhr. Auch Trinkkuren, Sprays oder Injektionen mit Ozon kamen zur Anwendung.
Zur Durchführung kommt eine Ozontherapie bei Virusinfektionen wie Herpes oder Hepatitis, Darmkrankheiten, Migräne, Krebserkrankungen, Rheuma, Stoffwechselstörungen sowie zur Behandlung von Durchblutungsstörungen. Zudem werden örtliche Ozontherapien bei Knochenentzündungen, Druckgeschwüren, Abszessen oder Geschwüren durchgeführt. Auch in der Zahnmedizin kommt ozonisiertes Wasser zum Einsatz, um Infektionen der Mundhöhle zu behandeln.
Nicht durchgeführt werden sollte eine Ozontherapie bei einer Ozonallergie, Schilddrüsenstörungen, erblich bedingten Blutgerinnungsstörungen, inneren Blutungen, während der Schwangerschaft sowie nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
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