17. Dezember 2008
Von K. Schumann
Ohrkerzen werden schon seit langer Zeit in vielen Kulturkreisen als Heilmittel genutzt. So fanden Ohrkerzen bei den Indianern Mittel- und Nordamerikas, im asiatischen Raum und in der sibirischen Steppe Anwendung.

Zubehör für eine Ohrkerzen-Behandlung
Ohrkerzen sind ein reines Naturprodukt und werden auch heute noch in Handarbeit hergestellt. Sie bestehen meist aus ungebleichter, pestizidfreier Baumwolle und naturbelassenem Bienenwachs. Je nach Sorte sind Ohrkerzen auch mit Kräuterzusätzen wie Salbei, Johanniskraut oder Kamille und ätherischen Ölzusätzen erhältlich.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Ohrkerzen das CE-Siegel tragen. Diese Kerzen enthalten einen Filter, der die Anwendung sicherer macht.
Die meisten Ohrkerzen sind durchschnittlich 20 cm lang und ihre Abbrenndauer beträgt um die 10 Minuten. Aus Sicherheitsgründen sollte auf eine Selbstbehandlung verzichtet werden. Eine Ohrkerzenbehandlung sollte immer von einer zweiten Person durchgeführt werden. Vor der Behandlung sollte ein Glas Wasser zum Ablöschen der Ohrkerze bereitgestellt werden.
Der zu Behandelnde sollte so auf der Seite liegen, dass der Gehörgang senkrecht liegt. Die entzündete Ohrkerze wird mit der nicht brennenden Seite mit leichten Drehbewegungen in den Gehörgang eingeführt, bis der zu Behandelnde ein Rauschen hört. Zudem sollte seitlich der Ohrkerze kein Rauch austreten. Beim Abbrennen knickt die Asche ab, fällt aber in der Regel nicht runter. Wem dabei wohler zu Mute ist, kann die Asche auch mit einem nassen Wattestäbchen abnehmen. Ein Großteil der Kerzen hat eine Sicherheitsmarkierung bis zu der die Kerze gefahrlos abgebrannt werden kann. Danach wird sie einfach in dem bereitgestellten Wasserglas gelöscht. Eine Ohrkerzenbehandlung sollte immer an beiden Ohren durchgeführt werden. Nach der Behandlung sollte eine Ruhezeit von einer halben Stunde eingehalten werden.
Durch den hervorgerufenen Kamineffekt und die durch die Flamme induzierten Vibrationswellen wirkt eine Ohrkerzenbehandlung wie eine Massage für das Trommelfell. Die Wärme und die wechselnden Druckverhältnisse regen die Durchblutung und den Lymphabfluss an. So können Ablagerungen aus dem Ohr sowie den Nebenhöhlen gelöst werden. Über die Eustachische Röhre wirken Ohrkerzen auch auf den Rachenbereich. Das Knistern und Rauschen der Ohrkerze sowie der zarte Honigduft verhelfen zu einer tiefen Entspannung.
Ohrkerzen werden bei Nebenhöhlenbeschwerden, Tinnitus, chronischen Ohrbeschwerden, Hörschwäche, Migräne oder Erkältungskrankheiten angewandt.
Nicht eingesetzt werden sollten Ohrkerzen bei perforiertem Trommelfell, akuten Ohrentzündungen oder Verletzungen im äußeren Gehörgang.
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Das Buch Die Ohrkerze in Theorie und Praxis von Klaus Krauth.