26. Oktober 2009
Als Lymphdrainage oder auch manuelle Lymphdrainage bezeichnet man eine Behandlungsmethode zur Aktivierung des Lymphsystems. Auf diese Weise wird angestaute Flüssigkeit im Gewebe zum Abfluss angeregt.
Ziel und Zweck einer Lymphdrainage, die auch als manuelle Lymphdrainage bezeichnet wird und zu den physikalischen Anwendungen gehört, ist die Behandlung von geschwollenen Körperstellen. Dabei soll eine Entstauung und Entwässerung des Gewebes durch spezielle Handgriffe bewirkt werden. Auf diese Weise kann das Lymphsystem des Körpers wieder aktiviert werden. Eine Lymphdrainage erfolgt vor allem bei Ödemen oder nach Operationen. Eine Variante ist die Gesichtslymphdrainage, mit der man Falten vorbeugt.
Die Lymphdrainage gehört seit den 60er Jahren zu den etablierten Methoden der physikalischen Anwendungen. In Deutschland wird sie an Krankengymnastik- und Massageschulen gelehrt. Als Therapeuten fungieren hauptsächlich Physiotherapeuten und Masseure. Für die Anwendung der manuellen Lymphdrainage ist eine spezielle Zusatzausbildung erforderlich. Die Lymphdrainage kann bei vielen Krankheiten angewandt werden und hat sich als Behandlungsmethode erfolgreich bewährt. Bei einer manuellen Lymphdrainage werden kreisförmige Verschiebetechniken mit leichtem Druck durchgeführt. Auf diese Weise wird die Flüssigkeit, die sich im Gewebe angesammelt hat, ins Lymphgefäßsystem verschoben. Die Wirkung der Lymphdrainage kommt vor allem im Bereich der Haut und Unterhaut zur Geltung.
Zur Anwendung kommt eine manuelle Lymphdrainage bei Ödemen (Schwellung des Gewebes aufgrund eingelagerter Flüssigkeit), nach Operationen, Zerrungen, Muskelfaserrissen, Verrenkungen sowie nach einem Schleudertrauma und bei Verbrennungen. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Schmerzbekämpfung bei orthopädischen und traumatologischen Beschwerden. Bei schweren lymphatischen Krankheiten kann die Lymphdrainage auch mit einer Bewegungstherapie, der Anwendung von Kompressionsverbänden und Hautpflege verbunden werden.
Nicht durchgeführt werden sollte eine Lymphdrainage bei Gegenanzeigen wie kardialen Ödemen, Herzinsuffizienz, Thrombosen, Ekzemen oder akuten, fiebrigen Entzündungen. Für den Fall, dass eine manuelle Lymphdrainage medizinisch notwendig ist, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.
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Das Lehrbuch der Manuellen Lymphdrainage nach Dr. Vodder von Hildegard Wittlinger und Günther Wittlinger.