26. Oktober 2009
Als Klimakur bezeichnet man die Behandlung von Krankheiten durch den Aufenthalt des Patienten in einem gesundheitsfördernden Klima. Dazu gehören vor allem das Hochgebirge und das Meer.
Ziel und Zweck einer Klimakur ist es, einen heilsamen Effekt auf den Patienten durch den Aufenthalt in einem Klima, das auf seine Gesundheit eine positive Wirkung hat, zu erzielen. So eignet sich eine Kur im Hochgebirge bei Atemwegserkrankungen, während bei Hautkrankheiten eine Kur am Toten Meer hilfreich sein kann. Zu den wichtigsten Klimazonen gehören das Meeres- und Küstenklima, das Hochgebirgsklima, das Mittelgebirgsklima sowie das Klima der Ebenen.
Klimakuren- oder Therapien wurden bereits im 19. Jahrhundert durchgeführt und Luftkur genannt. Zu den Pionieren der Luftkur gehörte der deutsche Arzt Alexander Spengler (1827-1901), der entdeckte, dass das besondere Hochgebirgsklima im schweizerischen Davos einen positiven Effekt auf Tuberkulose-Patienten hatte. So wurden die Alpen in den folgenden Jahren mehr und mehr für die Behandlung von Lungenkranken genutzt und es entstanden zahlreiche Sanatorien. Nach der Einführung der Tbc-Impfung und der Antibiotika mussten die Gebirgssanatorien umdenken und wandten sich anderen medizinischen Gebieten wie der Behandlung von Asthma oder Allergien sowie der Rehabilitation zu. Im Laufe der Jahre entdeckte man auch die Vorzüge des Meeres- und des Mittelgebirgsklimas. So wirkt sich die saubere Luft der Meeresküsten beruhigend auf die Schleimhäute der Atemwege sowie durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend auf die Haut aus. Die Vorzüge des Hochgebirges sind seine Luftreinheit, seine intensive UV-Strahlung sowie die geringe Luftfeuchtigkeit und der niedrige Luftdruck. Das Klima des Mittelgebirges eignet sich gut bei Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselkrankheiten und Rheuma.
Zur Anwendung kommt eine Klimakur im Hochgebirge bei Erkrankungen der Atemwege, leichten Herzkrankheiten sowie bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Eine Kur im Mittelgebirge wird empfohlen bei Herz-Kreislaufkrankheiten, essentieller Hypertonie, Rheuma oder Hautkrankheiten, während sich eine Kur im Meeres- und Seeklima bei häufigen Erkältungen, Asthma, chronischer Bronchitis, Hautkrankheiten, Rachitis, Arthrose sowie orthopädischen und rheumatischen Krankheiten eignet. In der Regel werden die Kosten für eine Klimakur, die mit weiteren therapeutischen Anwendungen verbunden wird, von den Krankenkassen übernommen.
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