11. Dezember 2008
Von K. Schumann
Das Heubad ist eigentlich eher ein Heuwickel. Gewickelt in warmes Heu, lässt einen der Geruch der Gräser, Blumen und Kräuter von saftigen, grünen Bergwiesen in der Sonne träumen.

Eingewickelt in duftendes Heu - Ein aromatischer Ausflug in die ruhige Bergwelt
Das Heu ist eine naturgegebene Mischung aus verschiedenen Blumen, Gräsern und Kräutern wie z.B. Arnika, Fingerkraut, Enzian, Steinklee oder Schafgarbe. Für die Durchführung von Heubädern dürfen nur Gräser verwendet werden, die von Wiesen stammen, die nicht mit Mineraldüngern und Herbiziden behandelt wurden.
Bevor der Körper eingewickelt wird, wird das Heu eine Stunde lang eingewässert und langsam erwärmt. Durch die feuchte Wärme, werden die in dem Heu enthaltenen ätherischen Öle frei. So erfolgt eine Aufnahme der Wirkstoffe sowohl über die Nase, als auch über die Haut.
Über die Inhaltsstoffe des Heus Aussagen zu machen, ist nur schwer möglich, da es sich um eine bunte Mischung der verschiedensten Pflanzen handelt. So sind meistens Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und Cumarine in unterschiedlicher Menge enthalten. Fest steht jedoch, dass Heubäder die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisieren und so das Immunsystem stärken. So werden sie bei grippalen Infekten und Fieber mit Erfolg eingesetzt. Das Zusammenspiel zwischen den Wirkstoffen des Heus und der milden Wärme wirkt schmerzlindernd, durchblutungssteigernd und entkrampfend. Deshalb werden Heubäder bei rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen oder Verspannungen angewandt. Für die Seele ist ein Heubad ein Ausflug in die ruhige Bergwelt, so dass man sich nach einem Heubad ausgeruht und entspannt fühlt.
In abgewandelter Form ist ein Heubad auch zuhause möglich. Dafür werden 400g Heublumen mit fünf Liter Wasser übergossen und erhitzt. Nach fünfzehn Minuten kochen kann die Mischung abgeseiht werden. Diesen Extrakt fügt man nun einem Vollbad zu. Die Badedauer sollte bei ca. 38°C Wassertemperatur 10-15 Minuten dauern. Nach dem Bad sollte Bettruhe gehalten werden. Mit entsprechend weniger Heublumen kann man natürlich auch Sitz-, Fuß- oder Armbäder durchführen.
Wer allergisch auf Pollen reagiert, sollte sowohl bei der Heuanwendung in Wellnesshotels oder Kurkliniken, als auch mit dem Heubad zuhause vorsichtig sein.
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