Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Ablauf des Hamam

Mann mit kariertem Handtuch massiert Mann in Hamam mit viel Schaum

Hautpflege und Stressabbau im türkischen Bad

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Als Hamam bezeichnet man das Türkische Bad. In diesem werden verschiedene wohltuende Anwendungen vorgenommen.

Ziel und Zweck

Sinn des Hamam, das man auch Türkisches Bad nennt, ist die Reinigung sowie die Entspannung des Körpers. Daneben kommen auch gesundheitliche Aspekte wie Stressabbau oder die Stärkung des Immunsystems zur Geltung.

Das Hamam stammt aus dem

  • türkischen,
  • iranischen und
  • arabischen

Kulturraum und ist ein wichtiger Bestandteil der islamischen Körper- und Badekultur.

Die islamische Körper- und Badekultur im Hamam
Die islamische Körper- und Badekultur im Hamam

Geschichte

Das orientalische Dampfbad ist eine Weiterentwicklung des von den Byzantinern genutzten griechisch-römischen Bades, das im Laufe der Zeit von den Arabern übernommen wurde. Im Mittelalter wurden die ersten Hamams in Jordanien erbaut.

Mittlerweile hat sich das Türkische Bad auch in Deutschland etabliert. Hierzulande wurde es jedoch den europäischen Bedürfnissen angepasst und dient in erster Linie dem Erlebnis.

Ein Hamam ist ein Dampfbad aus Marmor. In der Mitte des Bades befindet sich eine kreisrunde Liegefläche, die Nabelstein genannt wird. Öffentliche Hamams werden nach den Geschlechtern getrennt. In einigen Hotelanlagen kann ein Türkisches Bad hingegen auch gemeinsam genutzt werden.

Herrlich entspannen im Hamam - So geht relaxen auf orientalische Art

Türkisches Hamam mit Kupferkannen und ausgebreiteten Utensilien auf dem Boden
Türk Hamami © nusi55 - www.fotolia.de

Das Hamam oder "Türkisches Bad" entstand vor rund 800 Jahren. Seither sind die Badehäuser, in denen die Reinlichkeitsgebote der islamischen Kultur eingehalten werden, fester Bestandteil des orientalischen Raums. Doch auch bei uns gibt es immer mehr Hamams oder Badestätten, die nach dem Hamam-Prinzip funktionieren. Hier geht es um mehr als Körperkult und Sauna, hier geht es um Entspannung und ganzheitliche Pflege.

Häufig sind Hamams schon alleine durch ihre Architektur und die liebevolle Einrichtung mit Glas, bunten Fliesen und Marmor eine echte Wohltat für die Seele. Bevor man in die meist mit rund 40 Grad beheizten Räumlichkeiten gelassen wird, bekommt man eine Waschung mit Naturseife.

In der zweiten Phase steht die Erholung im Vordergrund. Je nach Geschlecht übernehmen "Tellak" (Bademeister) oder "Natir" (Badefrau) nun die Betreuung im Dampfzimmer. Hier wird gepeelt, massiert und eingeseift was das Zeug hält. Das Angebotsspektrum ist sehr breit. Anschließend ruht man sich im Stilleraum aus.

Ins Hamam kann jeder gehen, der nicht unter Gefäßerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder akuten Infektionen und Entzündungen leidet.

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung kommt ein Hamam vor allem zur Reinigung und zur Erholung des Körpers. Auch zum Abbau von Stress ist ein Besuch im Türkischen Bad bestens geeignet. Dadurch werden Stressfaktoren reduziert und das Immunsystem gestärkt. Zudem wirkt es wohltuend bei Muskelverspannungen und fördert die Durchblutung der Haut, wodurch die Hautalterung verzögert wird.

Ablauf im Hamam

Bei dem Besuch in einem Hamam, das an eine orientalische Atmosphäre aus 1001 Nacht erinnert, wird ein Pestemal, ein spezielles Handtuch, als Lendenschurz angelegt. In dem Bad, welches meistens ein runder Raum aus Marmor ist, findet man mehrere Sitznischen mit Waschbecken mit warmem und kaltem Wasser. In der Raummitte ist ein großer runder Stein mit großer Liegefläche, der sogannte Nabelstein. In diesem Raum herrscht eine Temperatur von 45° bei hoher Luftfeuchtigkeit.

  1. Während man in einer der angenehm warmen Nischen sitzt und zu schwitzen beginnt übergießt man sich immer wieder mit warmem oder kaltem Wasser. Diese Waschprozedur kann man selbst übernehmen oder dies von einem Tellak, der als Masseur und Bademeister fungiert, vornehmen lassen.

  2. Danach gehts auf den großen beheizten Marmorstein in der Mitte. Während man hier liegt und entspannt erhöht sich die Körpertemperatur langsam um bis zu einem Grad, dadurch wird das Immunsystem angeregt.

  3. Wenn man richtig schön durchgewärmt ist, ist die Seifen-Rubbelmassage dran. Von einem Tellak wird man mit einem Ziegenlederhandschuh von oben bis unten mit einem speziellen Seifenschaum abgerubbelt. Nach dieser Massage fühlt man sich wie neugeboren und richtig schön sauber.

Die traditionelle Seifen-Rubbelmassage im Hamam
Die traditionelle Seifen-Rubbelmassage im Hamam

Gegen Aufpreis kann man auch Peelings und Massagen durchführen lassen. Für das Peeling wird ein rauer Handschuh aus Ziegenhaar oder Wildseide, der Kese genannt wird, benutzt. Die Tellaks können auch rituelle Waschungen mit Schwamm und Seife vornehmen.

Schönheitspflege inklusive

Schönheitspflege im Hamam
Schönheitspflege im Hamam

Frauen können sich in dem Hamam der Schönheitspflege widmen, rasieren oder die Haare färben. Oftmals werden auch orientalischer Tee mit frischer Nana-Minze und Früchteplatten gereicht.

Nach dem Dampfbad stehen kühlere Ruheräume zur Entspannung zur Verfügung.

Um einen positiven Erholungseffekt für Körper und Geist zu erzielen, sollte man sich viel Zeit nehmen. Zudem empfiehlt es sich, mindestens einmal in der Woche ein Türkisches Bad aufzusuchen.

Risikogruppen

Wer an folgenden Erkrankungen leidet, sollte das Hamam nicht besuchen:

Grundinformationen zum Hamam

  • Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Ablauf des Hamam

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: hamam © fotoman_65 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: hammam or turkish bath © timur13 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Turkish hamam with ceramic tile © traza - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: young woman lying on hammam table in turkish bath © Syda Productions - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema