12. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Die Alexander-Technik hilft dabei, den Körper neu zu erlernen und die körperlichen Symptome zu lindern. Benannt nach dem australischen Schauspieler Frederick Matthias Alexander (1869-1955), wurde die Methode der Körperarbeit von dem Mimen selbst entwickelt. Fast zufällig, nach einem permanenten Versagen seiner Stimme, fand er vor dem Spiegel heraus, dass er die Luft einzog, den Kopf beim Rezitieren senkte und dabei den Kehlkopf eindrückte. Auch die Wirbelsäule knickte beim Stehen ein, was sich wiederum negativ auf den Brustkorb auswirkte. Da kein Arzt im helfen konnte, half er sich selbst.
Konsequent arbeitete der Mime an seiner Körperhaltung und konnte sowohl seine Aussprache als auch die Haltung des Körpers selbst verbessern. Durch die persönlichen Erfolge animiert, entwickelte er nach zu nach die noch heute bekannte und effektiv eingesetzte Alexander-Technik. Selbst Studien zum Nachweis der Wirksamkeit, zeigten bereits auf, dass diese Methode tatsächlich effektiv und somit auch wirksam ist. Besonders bei Verspannungen der Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur und den daraus resultierenden Bewegungseinschränken, sowie (Kopf-)Schmerzen, ist diese sanfte Methode sehr gut geeignet, um Abhilfe zu schaffen. Selbst bei Parkinson kann die Alexander-Technik dabei helfen, Bewegungsstörungen abzumildern. Übrigens ist auch das wissenschaftlich bewiesen.
Neben all den körperlich genannten Beschwerden, hilft diese Technik jedoch auch dabei Stress zu reduzieren, der mittlerweile dafür bekannt ist chronische Verspannungen und eine verkrampfte Körperhaltung hervorzurufen. Ebenfalls bestens geeignet ist die Alexander-Technik für Tänzer oder Redner, denn neben einer verbesserten Koordination erzielt man gerade auch beim Sprechen eine ruhige und freie Atmung, sowie die Schonung der Stimmbänder.
Im Ablauf der so genannten Einheiten, wovon man in der Regel 30 Stück benötigt, um sich den alten Bewegungsmustern entledigen und eine gute Körperhaltung erlernen zu können, werden Wahrnehmungsübungen ebenso praktiziert als auch für die unterschiedlichen zumeist unbewussten Körperhaltungen, wie etwa das Einklemmen des Telefonhörers zwischen Schulter und Kopf, sensibilisiert. Bestimmte Formel, wie etwa "einen langen Rücken machen" oder "den Schulterbereich lösen und weit machen" unterstützen dabei Verspannungen aufzulösen. Eine Wohltat, wenn man sonst ständig beim Gehen oder Sitzen die Schultern nach oben zieht.
Aufgrund der einheitlichen Vorgehensweise bei der Alexander-Technik, werden neben der Körperschulung vor allem auch seelische Anspannungen durch Stress aufgelöst, was somit einem gesunden Kreislauf entspricht. Psychisch und physisch gestärkt, wird man zumeist nach den absolvierten dreißig Unterrichtsstunden, die im Einzelunterricht angeboten werden, eine wesentliche Verbesserung bei den vorhandenen Beschwerden feststellen. Dank der geraden Körperhaltung, wird zudem die persönliche Ausstrahlung gänzlich anders von anderen Menschen wahr genommen, zumal man ohne Schmerzen natürlicherweise weitaus weniger verklemmt durch die Gegend läuft.
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