28. August 2008
Von K. Schumann
Die Alexandertechnik gehört zu den körperorientierten Methoden. Ihr Ziel ist es stereotype Verhaltens- und Bewegungsmuster aufzulösen, ein besseres Körpergefühl zu erlangen und einen harmonischen Umgang mit sich selbst zu fördern.

Frederick Matthias Alexander entwickelte die Alexandertechnik zwischen 1890-1900. Er ging davon aus, dass alle geistigen, seelischen und körperlichen Prozesse untrennbar miteinander verbunden sind.
In unserer Umwelt gibt es viele Faktoren die uns negativ beeinflussen und uns daran hindern, auf unseren Körper zu hören. Dies hat zur Folge, dass wir uns ungünstige, stereotype Bewegungs- und Verhaltenmuster aneignen. Sie werden zu vertrauten Gewohnheiten, die wir nicht mehr wahrnehmen, die uns aber trotzdem in unserem Handeln einschränken.
Mit Hilfe der Alexandertechnik soll die eigene Entscheidungsfähigkeit wieder geschult werden. Durch ein kurzes Innehalten kann man lernen, bewusst statt gewohnheitsmäßig zu reagieren.
Die Alexandertechnik ist an vielen Schauspielschulen schon fester Bestandteil des Unterrichts, da sie für Menschen, die mit ihrem Körper arbeiten, wie z.B. Schauspieler, Tänzer oder Sportler, sehr nützlich ist. Doch auch Menschen die Stress abbauen möchten, Menschen dessen Körper beruflich oder privat sehr gefordert wird, Menschen die unter Beschwerden im Bewegungsapparat oder an psychosomatischen Beschwerden leiden, können von der Alexandertechnik profitieren.
Die Alexandertechnik wird in Einzelstunden von ungefähr 30-50 Minuten Länge gelehrt. In der Regel sind 30 Lektionen nötig um die Alexandertechnik im Alltag sicher anwenden zu können. Bei Alltagstätigkeiten wie zum Beispiel sitzen, stehen, etwas greifen, aber auch bei Bewegungsabläufen wie joggen oder Computerarbeit, hilft der Lehrer dem Schüler Gewohnheitsmuster aufzuspüren und aufzulösen.
Eine weitere Variante des Unterrichts ist die Gruppenarbeit. Der Vorteil hier liegt in der gegenseitigen Beobachtung und dem Austausch. Beides führt zu einem besseren Verständnis der Alexandertechnik.
Die Methode Alexanders hat viele prominente Anhänger, wie zum Beispiel Robin Williams, Aldous Huxley oder Helen Hunt. Der Verhaltensforscher Nikolaas Tinbergen sorgte 1973 bei seiner Nobelpreisverleihung für Physiologie und Medizin für Aufmerksamkeit, als er einen Großteil seiner Dankesrede der Alexandertechnik widmete.
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