Anwendungsgebiete und Durchführung der Elektroakupunktur nach Reinhold Voll (EAV)

Modell einer menschlichen Hand mit markierten Akupunkturpunkten und Bezeichnungen

Zur Anwendung kommt diese Akupunkturform z.B. bei Kopfschmerzen, Zahnbeschwerden oder Neurodermitis

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Elektroakupunktur bezeichnet man eine alternativmedizinische Untersuchungsmethode. Sie beruht auf den Thesen der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Akupunktur rangiert in China weit hinter der Therapie mit Heilkräutern

Therapie mit Heilkräutern ist in China verbreiteter als die Akupunktur

Getrocknete Kräuter hängen in Bündeln an einer Leine
Kräuter © Team 5 - www.fotolia.de

Wenn Deutsche an die chinesische Medizin denken, fällt ihnen zuerst die Akupunktur ein. Das liegt auch an den deutschen Ärzten, die nach TCM („Traditionelle Chinesische Medizin“) behandeln, denn sie bevorzugen die Nadeln deutlich. Allenfalls zehn Prozent aller TCM entfallen auf die Kräuterbehandlung.

In China wird die Kräutertherapie bevorzugt

In China selbst aber macht die Arzneitherapie 80 bis 90 Prozent aller Behandlungen aus, berichtet die "Apotheken Umschau". Erst danach kommen Akupunktur, Tuina-Massage und Qigong. Gerade bei chronischen Erkrankungen gilt die Kräutertherapie als weitaus wirkungsvoller als der Gebrauch der Nadeln. Viele Chinesische Heilkräuter besitzen eine starke Wirkung und eignen sich deshalb nicht für die Selbstmedikation.

Sie gehören in die Hand erfahrener Therapeuten. Rund 90 Prozent der Präparate entstehen aus Samen, Früchten, Rinden, Wurzeln, Blättern und Blüten von Pflanzen. Jeweils etwa fünf Prozent sind tierischen Ursprungs und Mineralien.

Europäer reagieren empfindlicher als Chinesen auf die Präparate. Deshalb liegen hierzulande die Dosierungen drei- bis sechsmal unter den in China üblichen Mengen.

Dem Chinesen muss die Medizin übrigens schmecken, wenn sie wirksam sein soll. Ekelt er sich vor dem Geruch oder Geschmack, weiß er: Sie kann nicht richtig sein für ihn.

In der Liste des Weltkulturerbe sind auch Kulturtechniken vorhanden, wie die chinesische Akupunktur

Akupunktur-Model, chinesischer Arzt berührt Akupunktkur-Punkt
chinese medicine doctor teaching Acupoint on human model © Tom Wang - www.fotolia.de

In der Liste des Weltkulturerbe werden von UNESCO auch bestimmte Kulturtechniken aufgenommen, wie jetzt die chinesische Akupunktur.

Hierbei handelt es sich um sogenannte immaterielle Kulturerben, die repräsentativ für eine Kulturregion sein müssen. Hierzu zählen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Sprachen, Bräuche und Feste sowie auch das Handwerk. Die einzelnen Staaten haben sich weiter verpflichtet dieses Erbe weiter zu erhalten, denn weltweit gibt es Kulturtechniken, die bedroht sind, wobei die Ursachen vielfältig sein können, so unter anderem Industrialisierung und Modernisierung.

Jetzt wurde also auch die chinesische Akupunktur mit in die Liste aufgenommen. Für eine finanzielle Unterstützung dieser Kulturerben gibt es einen Internationalen Fond bei UNESCO, der aus Beiträgen der Mitgliedstaaten, über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen sowie internationalen Organisationen, aber auch mit Spenden finanziert wird.

Unter dem Begriff "Elektroakupunktur" werden verschiedene elektromedizinische Diagnose- und Behandlungsmethoden zusammengefasst, deren Grundlage die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bildet. Oftmals kommt es auch zu einer Kombination mit der Homöopathie. Zu den bekanntesten Verfahren gehört die Elektroakupunktur nach Voll (EAV).

Elektroakupunktur nach Voll (EAV)

Als Entwickler der Elektroakupunktur gilt der deutsche Mediziner und Erfinder Reinhold Voll (1909-1989). Volls Diagnoseverfahren basiert auf der klassischen Akupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin. So werden an bestimmten Punkten der Haut, die den Akupunkturpunkten entsprechen, Messungen der elektrodermalen Aktivität vorgenommen.

Voll beschränkte sich jedoch nicht nur auf die klassischen Meridiane, sondern führte weitere Messpunkte ein, die er als Gefäße bezeichnete.

Durch die Widerstandsmessung der Haut soll der untersuchende Arzt Aufschlüsse über den Zustand der Organe erhalten und bereits geringfügige krankhafte Veränderungen des Organsystems feststellen können.

Voll war der Ansicht, dass der Widerstand der Haut im Falle von akuten Erkrankungen an bestimmten Punkten niedriger ist. Bei chronischen Krankheiten erhöht sich der Widerstand jedoch.

Für das EAV-Verfahren entwickelte Reinhold Voll gemeinsam mit dem Ingenieur Fritz Werner ein spezielles Elektroakupunkturgerät, das er "Diatherapuncteur" nannte. Einige Jahre später wurde die Elektroakupunktur von dem deutschen Arzt Helmut Schimmel vereinfacht, indem dieser die Anzahl der Messpunkte von 850 auf 60 reduzierte.

Anwendungsgebiete

In der Alternativmedizin kommt die Elektroakupunktur zur Diagnostik von verschiedenen Beschwerdebildern zur Anwendung. Dazu gehören vor allem

Durchführung der EAV

Die Messung des Hautwiderstands erfolgt mithilfe einer Messskala auf dem EAV-Gerät, die von 0–100 reicht. Als normaler Bereich gelten 50 bis 65 Skalaeinheiten (Skt).

  1. Der Therapeut verwendet für die Untersuchung eine Kugelelektrode, die sich an einem Messgriffel befindet, mit der er den Hautleitwiderstand an den Akupunkturpunkten von Händen und Füßen als schwachen Strom misst. Liegen die Messwerte über oder unter dem normalen Bereich, weist dies auf krankhafte Störungen der Organe hin.

  2. Im Anschluss an die Grundmessung erfolgt zumeist ein Medikamententest, um einen harmonischen Gesamtausgleich zu erzielen. Das heißt, dass homöopathische Arzneimittel in einer Wabe aus Aluminium dazwischengeschaltet werden. Dies geschieht solange, bis man den Normwert auf der Messskala des EAV-Gerätes stabil erreicht.

Insgesamt kann eine vollständige Messung bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen. Die erfolgreich getesteten Medikamente verordnet der Arzt den Patienten in Form von Spritzen und homöopathischen Tropfenmischungen.

Damit die Untersuchungsergebnisse nicht beeinträchtigt werden, ist es wichtig, dass der Patient während der Messung ruhig und ausgeglichen ist. Außerdem sollte er keine Wäschestücke aus Kunststoff tragen und Metallgegenstände ablegen.

Elektrisch stimulierte Nadeln

Ein weiteres Verfahren der Elektroakupunktur ist das Akupunktieren mit elektrisch stimulierten Nadeln. Dieses wird ähnlich wie die traditionell angewandte Akupunktur ausgeführt, wobei der elektrische Strom zu einer Reizverstärkung führen soll.

Wirksamkeit der EAV umstritten

Die Wirksamkeit der Elektroakupunktur ist unter Medizinern umstritten. So sehen zahlreiche Ärzte und Wissenschaftler die Nutzung des Verfahrens zur Bestimmung von Krankheiten als abwegig an, da der Widerstand der Haut vor allem durch die Schweißdrüsen bestimmt wird, deren Beeinflussung auch durch Faktoren erfolgt, die nicht krankhafter Natur sind.

Darüber hinaus gibt es keinerlei Beweise für die Existenz von Meridianen. Da sich die Wirksamkeit der Elektroakupunktur nicht wissenschaftlich nachweisen lässt, werden die Kosten für das Verfahren von den Krankenkassen nicht übernommen.

Verschiedene Formen der Akupunktur

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: acupuncture © fuyi - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: hangover, headache, pain © Leah-Anne Thompson - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Rheumatoid arthritis , Gouty arthritis ( Film x-ray hand of child with arthritis at multiple joint ) © stockdevil - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Young Woman With Toothache © Martin Allinger - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: scar 1 © askthegeek - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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