10. Juli 2010
Von Andreas Hadel
Erfahrungswerte aus der Praxis und wissenschaftliche Untersuchungen haben gleichermaßen die positiven Eigenschaften von Yoga belegt. Und diese gehen weit über eine gesteigerte Flexibilität ihrer Muskeln und Gelenke hinaus. Yoga macht uns nicht nur beweglich, sondern auch stärker und lässt uns mit Stress eleganter umgehen. Wenn Sie bisher noch nicht viel mit der asiatischen Gymnastik in Berührung gekommen sind, fühlen Sie sich vielleicht etwas unsicher, wie Sie verletzungsfrei die mitunter sehr anspruchsvollen Positionen einnehmen. Die folgenden Zeilen helfen Ihnen dabei, den richtigen Start in die Yoga-Welt zu finden.
Hört man den Begriff Yoga, denkt man nicht automatisch an Verletzungsprävention oder mögliche Sportverletzungen. Dennoch sollten Sie wie auch bei jeder anderen Sportart, die Sie nach einer längeren Fitness-Pause ausüben wollen, einen Arztbesuch in Erwägung ziehen. Für Personen, die an bestimmten chronischen Erkrankungen leiden oder an Verletzungen an der Wirbelsäule oder Gelenken laborieren, können einige Yoga-Positionen durchaus bedenklich sein.
Informieren Sie sich im Internet über die Grundlagen von Yoga und schauen Sie sich Bilder und Videos an. So bekommen Sie einen ersten Eindruck, was Sie zu erwarten haben und bauen Berührungsängste ab.
Um nicht vollkommen unvorbereitet in die erste Yoga-Klasse zu stolpern, können Sie bereits schon jetzt an Ihrer Beweglichkeit arbeiten. Dehnen Sie sich nach dem Aufstehen und vor dem Schlafen gehen für fünf bis zehn Minuten.
Sprechen Sie mit dem Yoga-Instruktor und machen Sie deutlich, dass Sie ein absoluter Anfänger sind. Erfahrene Yoga-Lehrer werden Ihnen in den ersten Stunden besondere Beachtung schenken, um Sie behutsam in die neue Bewegungswelt einzuführen. Und vergessen Sie niemals, dass der Grundsatz der Sesamstraßen-Bewohner auch für uns im Erwachsenenalter gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Seien Sie niemals zu stolz oder ängstlich, um nach Hilfe zu fragen. Jeder, auch der Yoga-Meister, hat einmal als Anfänger in einem Yoga-Raum gestanden.
Beobachten Sie die anderen im Yoga-Kurs. Ein simpler Blick nach links oder rechts, kann eine zunächst furchtbar komplex wirkende Figur entschlüsseln. Sie können auch sehen, welche verschiedenen Abwandlungen es für eine Position gibt, wenn Sie den Blick durch die Runde schweifen lassen und können so die für Ihr Fitness-Niveau angemessene Figur finden, ohne auf den Yoga-Lehrer warten zu müssen, falls dieser gerade anderen Kursteilnehmern behilflich ist.
Machen Sie jedoch nicht den Fehler, sich mit den anderen im Kurs zu vergleichen oder gar messen zu wollen. Es braucht Jahre, bis man im Yoga ein fortgeschrittenes Niveau erreicht hat. Seien Sie geduldig, hören Sie auf den Yoga-Instruktor und dehnen Sie ihre Muskeln nicht mit einer aggressiv anmutenden Einstellung. Bei Yoga geht es schließlich auch um Entspannung und Gelassenheit sowie innerer Ausgeglichenheit. Versuchen Sie in jeder Übungsstunde die Figuren etwas länger zu halten oder etwas tiefer in die Dehnung zu gehen.
Auch wenn es beim Yoga keine Sprünge oder Sprints gibt, sollten Sie keine üppige Mahlzeit vor der Übungsstunde zu sich nehmen. Sie erzielen die besten Resultate, wenn Sie sich leicht und entspannt fühlen. Ein voll gefüllter Magen bewirkt eher das Gegenteil und kann schläfrig machen.
Vergessen Sie den Spaß und die Neugier nicht. Obwohl aller Anfang schwer ist, sollten Sie sich immer bewusst machen, dass Sie gerade dabei sind, Ihre ersten Schritte in eine neue Welt zu machen, die Sie das Leben bewusster und entspannter wahrnehmen lassen kann.
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